List view for cases

GET /api/cases/133749/
HTTP 200 OK
Allow: GET, PUT, PATCH, DELETE, HEAD, OPTIONS
Content-Type: application/json
Vary: Accept

{
    "id": 133749,
    "slug": "olgkarl-2003-03-07-14-u-15401",
    "court": {
        "id": 146,
        "name": "Oberlandesgericht Karlsruhe",
        "slug": "olgkarl",
        "city": null,
        "state": 3,
        "jurisdiction": null,
        "level_of_appeal": "Oberlandesgericht"
    },
    "file_number": "14 U 154/01",
    "date": "2003-03-07",
    "created_date": "2019-01-07T10:33:49Z",
    "updated_date": "2020-12-10T14:33:41Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p>1) Auf die Berufung der Beklagten wird das Urteil des Landgerichts Offenburg vom 02.08.2001 (2 0 364/00) unter Aufrechterhaltung seiner Kostenentscheidung wie folgt abge&#228;ndert:</p>\n    <p>a) Die Beklagte wird verurteilt, Zug um Zug gegen R&#252;ckgabe des PKW Audi A 6 Quattro TDI 2,5 l V 6, amtl. Kennzeichen ... , Fahrgestellnummer ... , an den Kl&#228;ger EUR 42.155,52 abz&#252;glich eines Betrages, der sich wie folgt errechnet EUR 0,169 x Kilometer gem&#228;&#223; Tachostand im Zeitpunkt der R&#252;ckgabe nebst 4 % Zinsen aus dem gem&#228;&#223; vorstehender Berechnung sich ergebenden Betrag seit dem 25.08.2000 zu zahlen.</p>\n    <p>b) Es wird festgestellt, dass sich die Beklagte seit dem 25.08.2000 mit der R&#252;cknahme des unter Ziffer 1 bezeichneten Fahrzeuges in Verzug befindet.</p>\n    <p>c) Im &#252;brigen wird die Klage abgewiesen.</p>\n    <p>2) Die weitergehende Berufung wird zur&#252;ckgewiesen.</p>\n    <p>3) Von den Kosten des Berufungsverfahrens haben der Kl&#228;ger 23 % und die Beklagte 77 % zu tragen.</p>\n    <p>4) Das Urteil ist vorl&#228;ufig vollstreckbar.</p>\n    <p>Den Parteien wird nachgelassen, die Vollstreckung gegen Sicherheitsleistung i.H.v. 110% des jeweils zu vollstreckenden Betrages abzuwenden, wenn nicht der Vollstreckungsgl&#228;ubiger vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher H&#246;he leistet.</p>\n    <p>5) Die Revision wird nicht zugelassen.</p>\n    <p/>\n  \n<h2>GrĂ¼nde</h2>\n\n<table><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>1&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"1\"/>\n      Der Kl&#228;ger kaufte bei dem beklagten Autohaus, einer Audi-Werksvertretung, einen am 21.09.1999 &#252;bergebenen und gleichzeitig bezahlten Neuwagen Audi A 6 Quattro V 6 TDI 2,5 l Tiptronik Automatik, zum Preise von DM 82.449,04 (= EUR 42.155,52). Die Klage geht auf Wandelung dieses Kaufvertrages.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>2&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"2\"/>\n      Der Kl&#228;ger hat in erster Instanz behauptet, das Fahrzeug weise verschiedene gravierende M&#228;ngel auf, die trotz mehrerer Nachbesserungsversuche der Beklagten am 16.12.1999 , 10.02.2000&#160; und 10.07.2000&#160; nicht beseitigt worden seien, bzw. gar nicht behebbar w&#228;ren. So sei das Automatikgetriebe defekt, denn es weise ein Summen beim Gangwechsel in den unteren drei G&#228;ngen auf. Die Klimaautomatik funktioniere nicht, der Kraftstoffverbrauch sei zu hoch und das Fahrzeug verliere &#214;l. Die mit Schreiben vom 10.08.2000 (K 8 &#8211; I 33) erkl&#228;rte Wandelung sei deshalb begr&#252;ndet. Wegen erfolgter Nutzung sei vom zu erstattenden Kaufpreis f&#252;r zur&#252;ckgelegte 31.000 km ein Abzug von DM 17.124,40 vorzunehmen (0,67 % des Kaufpreises f&#252;r 1.000 km).\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>3&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"3\"/>\n      Der Kl&#228;ger hat so vor dem Landgericht beantragt,\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>4&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"4\"/>\n      1.) die Beklagte zu verurteilen, an den Kl&#228;ger DM 65.324,64 nebst 4 % Zinsen hieraus seit dem 25.08.2000 Zug um Zug gegen R&#252;ck&#252;bereignung des PKW Audi A 6 mit dem amtlichen Kennzeichen ... (Fahrgestellnummer: ... ) zu bezahlen.\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>5&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"5\"/>\n      2.) festzustellen, dass sich die Beklagte mit der Annahme des Fahrzeugs in Verzug befindet.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>6&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"6\"/>\n      Die Beklagte hat\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>7&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"7\"/>\n      Klageabweisung\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>8&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"8\"/>\n      beantragt und vorgetragen, das Fahrzeug habe keine M&#228;ngel. Das Summen beim Gangwechsel sei am 10.02.2000 beseitigt worden. Die Klimaanlage sei in Ordnung, der Dieselverbrauch normal und ein &#214;lverlust werde bestritten.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>9&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"9\"/>\n      Wegen der Einzelheiten des Sachverhalts und des Vortrags der Parteien in erster Instanz wird auf die Feststellungen des Landgerichts im angefochtenen Urteil Bezug genommen (&#167;&#167; 543 Abs. 1 ZPO a.F.; 540 Abs. 1 ZPO).\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>10&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"10\"/>\n      Das Landgericht hat nach Durchf&#252;hrung einer Beweisaufnahme (Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens des Dipl. Ing. G. H. vom 28.05.2001 mit m&#252;ndlicher Erl&#228;uterung und Vernehmung eines Zeugen; wegen des Ergebnisses der Beweisaufnahme wird auf das Gutachten und den Inhalt des Protokolls vom 19.07.2001 Bezug genommen) der Klage stattgegeben und zur Begr&#252;ndung ausgef&#252;hrt, es sei davon auszugehen, dass jedenfalls die Klimaanlage nicht ordnungsgem&#228;&#223; funktioniere.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>11&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"11\"/>\n      Gegen dieses Urteil wendet sich die Berufung der Beklagten, die geltend macht, die festzustellende Funktion der Klimaanlage sei bauartbedingt und deshalb nicht mangelhaft. I. &#252;. stelle sich das Gutachten in diesem Punkt als widerspr&#252;chlich dar. Ein Fehler sei w&#228;hrend der Garantiezeit nicht festgestellt worden, ein nunmehr erhobenes Wandlungsbegehren somit verfristet. Abgesehen davon bestehe nach wie vor ein vorrangiges Nachbesserungsrecht, irgendein Versuch, einen Fehler der Klimaanlage zu beseitigen, sei bisher n&#228;mlich nicht fehlgeschlagen. Schlie&#223;lich sei der zwischenzeitlich eingetretene Wertverlust h&#246;her als 0,67 % je 1.000 km, und das Landgericht habe missachtet, dass der Kl&#228;ger mit dem Fahrzeug wesentlich mehr als 31.000 km zur&#252;ckgelegt habe.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>12&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"12\"/>\n      Die Beklagte beantragt,\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>13&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"13\"/>\n      auf die Berufung das Urteil des Landgerichts Offenburg vom 02.08.2001 abzu&#228;ndern und die Klage abzuweisen.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>14&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"14\"/>\n      Der Kl&#228;ger beantragt,\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>15&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"15\"/>\n      die Berufung zur&#252;ckzuweisen.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>16&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"16\"/>\n      Er h&#228;lt das landgerichtliche Urteil f&#252;r richtig und erg&#228;nzt und vertieft seinen erstinstanzlichen Vortrag. Innerhalb der einj&#228;hrigen Gew&#228;hrleistung seien die Fehler beim Schaltvorgang und der Klimaanlage mehrfach ger&#252;gt worden, ohne dass - trotz&#160; Austausches des Luftmassenmessers - Abhilfe erfolgt sei. Der Kilometerstand des Fahrzeuges belaufe sich nunmehr, im Zeitpunkt der m&#252;ndlichen Verhandlung vor dem Senat, auf ca. 97.000 km. Gebrauchsvorteile k&#246;nnten allenfalls mit einem Satz von 0,5 % des Kaufpreises f&#252;r zur&#252;ckgelegte 1000 Kilometer, angesichts der zu erwartenden Gesamtlaufleistung von 250.000 km aber nur mit 0,4 % pro 1000 km angenommen werden.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>17&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"17\"/>\n      Die Beklagte hat hierauf erwidert, der Luftmassenmesser sei ausgetauscht worden, weil ein zu hoher Kraftstoffverbrauch ger&#252;gt worden sei. I.&#252;. sei man &#8211; aus Kulanz &#8211; weiterhin bereit, einen eventuell vorliegenden Klimaautomatikfehler zu beheben. Mit Schriftsatz vom 07.02.03 (II 169 ff) hat die Beklagte schlie&#223;lich weitere, ins Einzelne gehende R&#252;gen (Messungen bei falscher Klappenstellung) am Gutachten des Sachverst&#228;ndigen Hoppe erhoben.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"18\"/>\n      Der Kl&#228;ger hat den im Schriftsatz vom 07.02.03 enthaltenen neuen Sachvortrag bestritten und als versp&#228;tet ger&#252;gt.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"19\"/>\n      Wegen der Einzelheiten des Vorbringens der Parteien im Berufungsverfahren wird auf den im Senatstermin vorgetragenen Inhalt der gewechselten Schrifts&#228;tze verwiesen.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"20\"/>\n      Die Berufung der Beklagten ist zul&#228;ssig, in der Sache aber nur zu einem geringen Teil auch begr&#252;ndet. Das Landgericht hat die Beklagte n&#228;mlich zu Recht f&#252;r verpflichtet gehalten, dem geltend gemachten Wandelungsbegehren des Kl&#228;gers zu entsprechen. Angesichts des Umstandes aber, dass der Kl&#228;ger bis zum Zeitpunkt der m&#252;ndlichen Verhandlung vor dem Senat vom 14.02.2003 ca. 97.000 km mit dem Fahrzeug zur&#252;ckgelegt hat, berechnet sich indes - obwohl der vom Landgericht f&#252;r richtig gehaltene Satz von 0,67 % pro gefahrene 1000 Kilometer sich als &#252;berh&#246;ht erweist, statt dessen eine Bemessung von 0,4 % pro gefahrene 1000 Kilometer angemessen ist - unter dem Gesichtspunkt der gebotenen Verg&#252;tung f&#252;r gezogene Nutzungen im Ergebnis ein h&#246;herer als vom Landgericht angenommener Abzug vom zur&#252;ck zu erstattenden Kaufpreis. Im einzelnen:\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"21\"/>\n      1) Die Beklagte ist, wie dies das Landgericht zutreffend angenommen hat, gem&#228;&#223; &#167;&#167; 433, 459 Abs. 1 Satz 1, 462, 465, 467, 346 ff BGB (jeweils a.F. - Art. 229 &#167; 5 Satz 1 EGBGB) verpflichtet, den mit Schreiben des Kl&#228;gers vom 10.08.2000 erhobenen Wandelungsanspruch zu erf&#252;llen. Die empfangenen Leistungen (Kaufpreis einerseits und Kaufsache andererseits) sind somit zur&#252;ckzugew&#228;hren. Auf die zutreffenden Ausf&#252;hrungen des Landgerichts wird Bezug genommen (&#167; 543 Abs. 1 ZPO a.F. - &#167; 26 Nr. 5 EGZPO). Das Vorbringen der Berufung rechtfertigt keine abweichende Beurteilung. Dass die Automatikfunktion der Klimaanlage mangelhaft arbeitet, hat der Sachverst&#228;ndige H. in seinem Gutachten vom 28.05.01 festgestellt und &#252;berzeugend begr&#252;ndet. Die vielfachen Messungen des Sachverst&#228;ndigen ergaben, dass die Temperaturverh&#228;ltnisse im Fu&#223;bereich des Fahrzeuges st&#228;ndig zwischen 6 bis 8 &#176; C tiefer liegen als im &#252;brigen Fahrzeug. Der Sachverst&#228;ndige hatte \"st&#228;ndig kalte F&#252;&#223;e\". Dass dies nicht dem versprochenen \"Wohlf&#252;hlklima\", das die Klimatisierungsautomatik vermitteln soll, entsprach, bedarf keiner weiteren Begr&#252;ndung. Damit stellt sich die Kaufsache als in einem Umfang als mangelhaft dar, der die Tauglichkeit des Fahrzeuges nicht unerheblich mindert. Dass dieser Fehler auch schon im Zeitpunkt der &#220;bergabe der Kaufsache bestand, und der Kl&#228;ger dies zweimal (n&#228;mlich am 11.04. (vgl. I 265) und 10.07.2000) und jeweils vergeblich der Beklagten gegen&#252;ber zum Gegenstand einer M&#228;ngelr&#252;ge verbunden mit der Aufforderung zur Abhilfe gemacht hat, unterliegt schlie&#223;lich auch keinem begr&#252;ndeten Zweifel.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"22\"/>\n      Soweit die Beklagte mit ihrem am 11.02.03, also drei Tage vor dem Senatstermin, beim Gericht eingegangenen Schriftsatz vom 07.02.03 detaillierte R&#252;gen am Sachverst&#228;ndigengutachten H. erhebt verbunden mit der Behauptung, der Sachverst&#228;ndige H. habe bei seinen Messungen die Klappenstellungen der Klimaanlage unzureichend beachtet und dem daraus abgeleiteten Antrag, den Sachverst&#228;ndigen zur Erl&#228;uterung seiner bisherigen Feststellungen zu h&#246;ren, ist diesem Vorbringen nicht weiter nachzugehen. Dieser Vortrag erweist sich n&#228;mlich als versp&#228;tet. Nachdem diese Versp&#228;tung auch nicht ausreichend entschuldigt wurde, vielmehr als auf grober Nachl&#228;ssigkeit beruhend anzusehen ist, eine Ber&#252;cksichtigung des Bestreitens weiter aber eine Verz&#246;gerung des Rechtsstreits zur Folge h&#228;tte (Notwendigkeit der Anberaumung eines weiteren Termins zur Beweisaufnahme mit Ladung des Sachverst&#228;ndigen) und die drohende Verz&#246;gerung der Erledigung des Rechtsstreits schlie&#223;lich auch nicht durch vorbereitende Ma&#223;nahmen des Senats vermieden werden konnte, muss das im neuen Vortrag liegende Verteidigungsmittel als versp&#228;tet zur&#252;ckgewiesen werden (&#167;&#167; 523 ZPO, 282, 296 Abs. 2 ZPO a.F.).\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"23\"/>\n      2) Die Berufung hat insofern - zu einem geringen Teil - Erfolg, als die Bemessung der auf den zur&#252;ckzuerstattenden Kaufpreis anzurechnenden Nutzungsvorteile (&#167; 347 Satz 2 BGB a.F. i.V.m. &#167;&#167; 987, 100 BGB) gegen&#252;ber der Annahme des Landgerichts in doppelter Hinsicht einer Korrektur bedarf: Zum einen ist das Landgericht, was den Umfang der f&#252;r die Ermittlung der Gebrauchsvorteile ma&#223;geblichen, vom Kl&#228;ger zur&#252;ckgelegten Fahrstrecke angeht, von unzutreffenden Werten ausgegangen (n&#228;mlich 31.000 km anstelle einer schon im Zeitpunkt der letzten m&#252;ndlichen Verhandlung vor dem Landgericht tats&#228;chlich bestandenen Fahrleistung von ca. 58.600 - im Zeitpunkt der letzten m&#252;ndlichen Verhandlung vor dem Senat sogar 97.000 km), und zum anderen erweist sich der vom Landgericht schematisch (also ohne Ber&#252;cksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalls) f&#252;r angemessen gehaltene Satz von 0,67 % des Kaufpreises je angefangene 1.000 km zur&#252;ckgelegter Strecke im vorliegenden Fall als &#252;berh&#246;ht. Im einzelnen:\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"24\"/>\n      a) Die im Falle der R&#252;ckabwicklung eines gewandelten Kaufvertrages &#252;ber ein Kraftfahrzeug geschuldete Verg&#252;tung der gezogenen Nutzungen, also der auszukehrende Wert eines tats&#228;chlich erfolgten Gebrauchs, ist &#252;ber &#167; 287 Abs. 2 ZPO zu sch&#228;tzen. Dabei ist allgemeiner, vom Senat geteilter Meinung nach der korrekte Ankn&#252;pfungspunkt einerseits der gezahlte Bruttokaufpreis, denn dieser verk&#246;rpert den gesamten Nutzungswert des Fahrzeuges. Andererseits stellt die im Einzelfall unter gew&#246;hnlichen Umst&#228;nden zu erzielende Gesamtfahrleistung den Gesamtgebrauchswert dar (BGH NJW 1983, 2194). Weiter besteht Einigkeit dahin, dass der Gebrauchswert eines Fahrzeuges \"linear\" aufgezehrt wird (vgl. BGH a.a.O.), also nicht so, wie ein (f&#252;r die Bemessung des Gebrauchsvorteils unbeachtlicher) Wertverlust, welcher bekannterma&#223;en einen degressiven Verlauf nimmt. Von Fahrzeug zu Fahrzeug unterschiedlichen Abschreibungswerten wird dabei durch die prozentuale Anlehnung an den jeweils gezahlten Kaufpreis Rechnung getragen (s OLG Hamm BB 1981, 1853). Unter Beachtung dieser Gesichtspunkte erweist sich nun die Anzahl der mit dem Fahrzeug durch den Wandelungsgl&#228;ubiger zur&#252;ckgelegten Kilometer als wesentlicher Ma&#223;stab in Ankn&#252;pfung an den gezahlten Kaufpreis und die f&#252;r das betroffene Fahrzeug zu erwartende Gesamtlaufleistung, so dass mit der h.M. (vgl. Reinking/Eggert, Der Autokauf, 8.Aufl. 2003, Rn. 321 m.w.N.), der der Senat folgt, die mathematische Formel zur Berechnung der Gebrauchsvorteile wie folgt lautet:\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>25&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"25\"/>\n      Bruttoverkaufspreis x gefahrene Km\n    </td></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>26&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"26\"/>\n      Gebrauchsvorteil = erwartete Gesamtfahrleistung\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>27&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"27\"/>\n      Der vorliegende Fall erfordert nun auch keine Korrekturen dieses Ansatzes. So ist zun&#228;chst bei der linearen Berechnungsmethode zwar die Einschr&#228;nkung beachtlich, dass der anteilige lineare Wertschwund f&#252;r die Zeit der Nutzung die Differenz zwischen Anschaffungspreis und Verkehrswert des Fahrzeuges in mangelfreiem Zustand im Zeitpunkt der R&#252;ckgabe nicht &#252;berschreiten darf, weil sonst der K&#228;ufer zu sehr benachteiligt w&#252;rde (OLG Hamm MDR 1982, 580); dieses Problem stellt sich aber, wie sich zeigen wird, hier nicht. Au&#223;erdem rechtfertigt der zum Wandelungsanspruch f&#252;hrende Mangel - hier nicht etwa eine besonders starke Beeintr&#228;chtigung z.B. des Fahrkomforts - nicht eine (sonst denkbare) K&#252;rzung der Nutzungsentsch&#228;digung unter diesem Aspekt. Damit verbleibt es bei dem aufgezeigten Grundansatz.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>28&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"28\"/>\n      b) Was nun die Bestimmung der Gesamtfahrleistung des in Rede stehenden Fahrzeuges angeht, m&#252;ssen verschiedenste Haltbarkeitskriterien gewichtet und so eine Prognose angestellt werden. Der fr&#252;her h&#228;ufig von Gerichten, so auch im vorliegenden Fall vom Landgericht Offenburg, angenommene Wert von 0,67 % des Kaufpreises pro angefangene 1.000 km basiert auf der Erwartung einer Laufleistung von lediglich 150.000 km. Diese Beurteilung kann aber dann nicht Platz greifen, wenn, wie im vorliegenden Fall, ein im Jahr 1999 produziertes Neufahrzeug der Oberklasse betroffen ist, das zudem &#252;ber einen gro&#223;volumigen Dieselmotor mit Automatikgetriebe verf&#252;gt. Das Fahrzeug, ein Audi A 6 Quattro 2,5 l TDI V 6 Tiptronic Automatik, z&#228;hlt, wie gerichtsbekannt, zu den solidesten und langlebigsten Kraftfahrzeugen am Markt. Fahrleistungen zwischen 250.000 und 300.000 km (und mehr) sind keine Seltenheit, sondern bei (zu unterstellendem) normalem Fahrverhalten und regelm&#228;&#223;iger Wartung vielmehr die Regel. Dass die vorstehende Prognose realistisch ist, zeigt auch die Angabe des sachverst&#228;ndigen Vertreters der Beklagten im Senatstermin. Herr D. gab auf entsprechende Frage an, dass das Fahrzeug bei einem derzeitigen Kilometerstand von 97.000 im Fall ordentlichen Zustandes noch einen Wert von ca. 41.000,-- DM (EUR 20.962,97) haben d&#252;rfte, also sogar auch wertm&#228;&#223;ig noch den halben Kaufpreis repr&#228;sentiert. Der Senat hat so keinen Zweifel, dass der f&#252;r die folgende Berechnung unterstellte Wert einer erwartbaren Gesamtlaufleistung von 250.000 km realistisch und damit zutreffend ist, wobei noch beachtet werden musste, dass im konkreten Fall innerhalb von weniger als 3 ? Jahren schon eine Fahrleistung von 97.000 km erreicht wurde, das Fahrzeug also noch relativ \"neu\" ist. Dann ergibt sich ein anzusetzender Gebrauchsvorteil mit 0,4 % des Bruttokaufpreises pro angefangene 1.000 km, das ist ein Wert von EUR 168,62 je 1.000 km oder EUR 0,169 je km. Dem entspricht die im Tenor enthaltene Ab&#228;nderung des landgerichtlichen Urteils (bez&#252;glich des auf die Einrede der Beklagten hin anzurechnenden Nutzungsvorteils).\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>29&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"29\"/>\n      c) Der Senat h&#228;lt es hierbei f&#252;r rechtlich unbedenklich und f&#252;r die Parteien hilfreich, die exakte H&#246;he der Gebrauchsverg&#252;tung nicht (bezogen auf den Zeitpunkt der m&#252;ndlichen Verhandlung) selbst auszurechnen und sodann vom auszukehrenden Kaufpreis abzuziehen, sondern lediglich die (einfach durchzuf&#252;hrende) Abzugsberechnung vorzugeben (s. hierzu auch den Vorschlag von Kaufmann - DAR 1990, 294, 296; Reinking/Eggert, aaO, Rn. 323). Der vollstreckbare Inhalt eines solchen Urteils ist eindeutig. Bei der Durchf&#252;hrung des Urteilsausspruchs wird auf diese Weise durch die Parteien bzw. ggfls. den Gerichtsvollzieher dann stets beachtet, dass die Gebrauchsvorteile grunds&#228;tzlich bis zum Tage der R&#252;ckgabe zu verg&#252;ten sind. Der Sache nach geht es in diesem Zusammenhang nicht etwa nur um die Vermeidung ansonsten eintretender kleinerer Ungenauigkeiten, sondern es werden zwischen dem Schluss der letzten m&#252;ndlichen Verhandlung und der Vollstreckung h&#228;ufig eintretende erhebliche &#196;nderungen quasi automatisch ber&#252;cksichtigt. Dieser betroffene Zeitraum betr&#228;gt regelm&#228;&#223;ig mehrere Wochen und nicht selten sogar mehrere Monate. W&#228;hrend dieser Zeit wird das Fahrzeug durch den Wandelungsgl&#228;ubiger (zul&#228;ssigerweise) in der Regel weiter eingesetzt. Wird nun, wie dies in den meisten F&#228;llen gerichtlicher Entscheidungen erfolgt, die zur&#252;ckzugew&#228;hrende Leistung des K&#228;ufers im Urteil ausgerechnet festgelegt, ergibt sich das Problem, dass Abwicklungsprobleme vorprogrammiert sind, denen der Wandelungsschuldner mitunter nur durch eine Zwangsvollstreckungsgegenklage begegnen k&#246;nnte. Der vorliegende Fall zeigt in besonderem Ma&#223;e die Notwendigkeit und damit Vorzugsw&#252;rdigkeit der angewandten Methode. Der Kl&#228;ger kam n&#228;mlich bezogen auf die zur&#252;ckliegende Zeit durchschnittlich monatlich auf eine Fahrleistung von ca. 2.350 km!\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>30&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"30\"/>\n      d) Die Verzinsung des auszukehrenden Kaufpreises findet seine Rechtsgrundlage in &#167; 347 Satz 3 BGB (a.F.).\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>31&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"31\"/>\n      e) Der Kostenausspruch f&#252;r die erste Instanz ergibt sich aus &#167; 92 Abs. 2 ZPO; die Kostenentscheidung f&#252;r das Berufungsverfahren folgt aus &#167; 92 Abs. 1 ZPO. Indem der Kl&#228;ger die Zur&#252;ckweisung der Berufung beantragte und nicht etwa wegen der Anrechnung der erheblich gestiegenen Gebrauchsvorteile w&#228;hrend des Laufs des Rechtsmittelverfahrens die Hauptsache in diesem Umfang f&#252;r erledigt erkl&#228;rte, hat er die daraus sich ergebenden Kostennachteile auf sich zu nehmen. Bei beiden Kostenausspr&#252;chen ging der Senat vom Tats&#228;chlichen her davon aus, dass im Zeitpunkt der Beendigung der ersten Instanz die Fahrleistung des Fahrzeuges bei ca. 58.600 km (wodurch man unter Zugrundelegung des korrigierten Satzes zur Berechnung der Gebrauchsvorteile trotz der erheblichen Mehrkilometer gegen&#252;ber der Annahme des Landgerichts in etwa auf den vom Landgericht ausgesprochenen, von der Beklagten auszukehrenden Betrag kommt) und der Wert im Zeitpunkt der m&#252;ndlichen Verhandlung vor dem Senat bei 97.000 km lag.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>32&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"32\"/>\n      f) Die &#252;brigen Nebenentscheidungen beruhen auf &#167;&#167; 708 Nr. 10, 711 ZPO.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>33&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td>\n      <rd nr=\"33\"/>\n      g) Die Voraussetzungen der Zulassung der Revision (&#167; 543 Abs. 2 Satz 1 ZPO) liegen nicht vor. Weder besitzt die vorliegende Rechtssache grunds&#228;tzliche Bedeutung, noch erfordert die Fortbildung des Rechts oder die Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung eine Entscheidung des Revisionsgerichtes.\n    </td></tr></table><table><tr><td/></tr></table></td></tr></table>"
}