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    "file_number": "25 Ca 5337/16",
    "date": "2017-03-07",
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    "updated_date": "2022-10-18T13:32:41Z",
    "type": "Beschluss",
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    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p/><p>Das gegen die Vorsitzende der Kammer 25 des Arbeitsgerichts Stuttgart, Frau Richterin am Arbeitsgericht (&#8230;), gerichtete Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin vom 14.02.2017 wird als unbegr&#252;ndet zur&#252;ckgewiesen.</p>\n<h2>GrĂ¼nde</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    <table><tr><td/></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>A.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>1&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"1\"/>Die Kl&#228;gerin hat die st&#228;ndige Vorsitzende der Ka. 25, Richterin am Arbeitsgericht (&#8230;) (im Folgenden: die st&#228;ndige Vorsitzende), mit Schriftsatz vom 14.02.2017 wegen Besorgnis der Befangenheit abgelehnt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>2&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"2\"/>In der Sache streiten die Parteien &#252;ber die Wirksamkeit einer ordentlichen krankheitsbedingten K&#252;ndigung, Weiterbesch&#228;ftigung und Erteilung eines Arbeitszeugnisses.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>3&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"3\"/>Die Kl&#228;gerin ist 46 Jahre alt, getrennt lebend und hat sechs Kinder, von denen sie f&#252;nf Kindern gegen&#252;ber zum Unterhalt verpflichtet ist. Sie ist anrechenbar seit dem 01.08.1990 bei der Beklagten besch&#228;ftigt. Die Kl&#228;gerin ist als Mitarbeiterin im Lager eingesetzt. Das monatliche Tarifgehalt betr&#228;gt f&#252;r die in der Lohngruppe 3 eingruppierten Kl&#228;gerin 2.302,00 Euro. Auf das Arbeitsverh&#228;ltnis finden kraft arbeitsvertraglicher Bezugnahme die Bestimmungen des Manteltarifvertrags des Verbandes des Gro&#223;- und Au&#223;enhandels Baden-W&#252;rttemberg Anwendung. Die Beklagte besch&#228;ftigt an ihrem Gesch&#228;ftssitz in S. 450 Arbeitnehmer. Ein Betriebsrat ist eingerichtet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>4&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"4\"/>Die Beklagte k&#252;ndigte das Arbeitsverh&#228;ltnis mit Schreiben vom 18.08.2016 ordentlich zum 31.03.2017. Hiergegen richtet sich die am 25.08.2016 eingegangene Klage.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>5&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"5\"/>Am 27.09.2016 fand die G&#252;teverhandlung statt. Die Sach- und Rechtslage wurde zwischen den Parteien er&#246;rtert. Eine g&#252;tliche Einigung kam zwischen den Parteien nicht zustande. Es wurde Termin zur m&#252;ndlichen Verhandlung vor der Kammer bestimmt auf den 13.12.2016. Auf das Sitzungsprotokoll vom 27.09.2016 wird vollumf&#228;nglich Bezug genommen (Bl. 33 f. d. A.).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>6&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"6\"/>Die st&#228;ndige Vorsitzende bestimmte mit Verf&#252;gung vom 06.10.2016 weitere verfahrensleitende Ma&#223;nahmen (Bl. 36 f. d. A.). Der Beklagten wurde eine Schriftsatzfrist bis zum 28.10.2016 und der Kl&#228;gerin bis zum 18.11.2016 gesetzt. Der Beklagten wurde weiter eine letzte Erwiderungsfrist bis zum 02.12.2016 einger&#228;umt. Auf die Folgen versp&#228;teten Vorbringens wurde hingewiesen. Auf die Verf&#252;gung vom 06.10.2016 wird vollumf&#228;nglich Bezug genommen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>7&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"7\"/>Das Sitzungsprotokoll und die Verf&#252;gung vom 06.10.2016 wurden den Parteivertretern vorab per Telefax &#252;bermittelt (Bl. 40 f. d. A.). Zus&#228;tzlich erfolgte eine &#220;bersendung gegen anwaltliches Empfangsbekenntnis. Der Beklagtenvertreter reichte das Empfangsbekenntnis unter dem Datum des 10.10.2016 an das Gericht zur&#252;ck (Bl. 38 d. A.), nicht hingegen die Kl&#228;gervertreterin. Diese erkl&#228;rte erst auf Nachfrage des Gerichts vom 06.12.2016, dass sie das Sitzungsprotokoll und die Verf&#252;gung vom 06.10.2016 am 11.10.2016 erhalten habe (Bl. 39 d. A.). Die Erkl&#228;rung ist handschriftlich auf der an das Gericht zur&#252;ckgefaxten Nachfrage des Gerichts vom 06.12.2016 vermerkt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>8&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"8\"/>Die Beklagte begr&#252;ndete die streitgegenst&#228;ndliche K&#252;ndigung innerhalb der verl&#228;ngerten Frist mit 22-seitigem Schriftsatz vom 04.11.2016 nebst 23 Anlagen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>9&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"9\"/>Die Kl&#228;gerin reichte keinen weiteren Schriftsatz zur abschlie&#223;enden Begr&#252;ndung der Klage ein.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>10&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"10\"/>Mit Telefax vom 12.12.2016 beantragte die Kl&#228;gervertreterin die Verlegung des Kammertermins wegen Krankheit. Dem Verlegungsantrag war eine Arbeitsunf&#228;higkeitsbescheinigung beigef&#252;gt (Bl. 139 f. d. A.). Nach Aufhebung des Kammertermins am 12.12.2016 (Bl. 141 d. A.) wurde zuletzt der Kammertermin am 14.02.2017 anberaumt (Bl. 149 d. A.).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>11&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"11\"/>Bis zum Kammertermin ging kein Schriftsatz der Kl&#228;gerin zur weiteren Begr&#252;ndung der Klage ein.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>12&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"12\"/>Zum Kammertermin am 14.02.2017 erschienen die Kl&#228;gerin mit der Kl&#228;gervertreterin und f&#252;r die Beklagte deren anwaltlicher Vertreter. Nachdem eine g&#252;tliche Einigung zwischen den Parteien scheiterte, erkl&#228;rte die Kl&#228;gervertreterin, dass sie f&#252;r die Kl&#228;gerin keine Antr&#228;ge stellen werde. Die st&#228;ndige Vorsitzende wies darauf hin, dass die Beklagte einen Antrag auf Erlass eines Vers&#228;umnisurteils und auf eine Entscheidung nach Aktenlage stellen k&#246;nne. Dieser Hinweis ist Anlass des Befangenheitsantrags. Der Beklagte beantragte die Klage abzuweisen und stellte einen Antrag auf Entscheidung nach Aktenlage. Die Sitzung wurde mit dem Hinweis geschlossen, dass eine Entscheidung am Ende des Sitzungstages ergehen werde. Auf das Sitzungsprotokoll vom 14.02.2017 wird vollumf&#228;nglich Bezug genommen (nach Bl. 152 d. A.).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>13&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"13\"/>Noch vor Verk&#252;ndung einer Entscheidung am Ende des Sitzungstages ging per Telefax das Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin gegen die st&#228;ndige Vorsitzende ein. Am Ende des Sitzungstages erging keine Entscheidung. Mit Verf&#252;gung vom 23.02.2017 bestimmte die Vertreterin der Ka. 25 einen Verk&#252;ndungstermin auf den 23.03.2017.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>14&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"14\"/>Die st&#228;ndige Vorsitzende erkl&#228;rte sich hierzu in der dienstlichen Stellungnahme vom 23.02.2017, auf die vollumf&#228;nglich Bezug genommen wird.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>15&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"15\"/>Die Kl&#228;gerin begr&#252;ndet ihr Ablehnungsgesuch gegen die st&#228;ndige Vorsitzende im Wesentlichen wie folgt:</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>16&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"16\"/>Sie habe in die S&#228;umnis fl&#252;chten wollen. Die Vorsitzende habe den Beklagtenvertreter darauf hingewiesen, dass sie zwei M&#246;glichkeiten habe, auf die S&#228;umnis zu reagieren. Der Beklagtenvertreter habe keine Idee gehabt, was damit gemeint sei und fragte wegen der beiden M&#246;glichkeiten nach. Die Vorsitzende wies darauf hin, dass er einen Antrag auf Erlass eines Vers&#228;umnisurteils oder auf Entscheidung nach Aktenlage stellen k&#246;nne. Von der M&#246;glichkeit einer Entscheidung nach Aktenlage habe der Beklagtenvertreter keine Kenntnis gehabt und h&#228;tte den Antrag nicht ohne ausdr&#252;cklichen Hinweis der Vorsitzenden gestellt. Der Hinweis sei allerdings rechtlich unzul&#228;ssig gewesen. Die st&#228;ndige Vorsitzende habe der Beklagten damit einen unzul&#228;ssigen prozessualen Vorteil verschafft. Zudem sei die Entscheidung nach Aktenlage unzul&#228;ssig. Im Kammertermin sei nicht zur Sache verhandelt worden. Es seien auch keine dezidierten Ausschlussfristen gesetzt worden.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>17&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"17\"/>Die Beklagte hat sich zum Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin nicht ge&#228;u&#223;ert.</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>B.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"18\"/>Das Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin gegen die st&#228;ndige Vorsitzende hat nach Ma&#223;gabe der &#167; 46 Abs. 2 ArbGG, &#167; 495, &#167; 42 ff. ZPO iVm. &#167; 49 ArbGG keinen Erfolg. Das Ablehnungsgesuch ist zul&#228;ssig (dazu I), aber unbegr&#252;ndet (dazu II). F&#252;r die Entscheidung &#252;ber das Ablehnungsgesuch war die Kammer zust&#228;ndig, die ohne m&#252;ndliche Verhandlung entscheiden konnte (dazu III).</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>I.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"19\"/>Das Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin ist zul&#228;ssig. Es ist insbesondere nicht gem. &#167; 43 ZPO ausgeschlossen. Nach &#167; 43 ZPO kann eine Partei einen Richter nicht mehr wegen der Besorgnis der Befangenheit ablehnen, wenn sie sich bei ihm, ohne den ihr bekannten Ablehnungsgrund geltend zu machen, in eine Verhandlung eingelassen oder Antr&#228;ge gestellt hat. Mit dem Verlust des Ablehnungsrechts wird die Ablehnung unzul&#228;ssig. So verh&#228;lt es sich hier nicht. Die Kl&#228;gerin hat nach dem im Kammertermin am 14.02.2017 erteilten Hinweis der st&#228;ndigen Vorsitzenden auf die wegen der S&#228;umnissituation in Betracht kommenden Antr&#228;ge, die auch Anlass des Ablehnungsgesuchs ist, nicht weiter in der Verhandlung eingelassen und auch keine Antr&#228;ge gestellt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>II.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"20\"/>Das Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin ist unbegr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"21\"/>1. Nach &#167; 42 Abs. 2 ZPO setzt die Ablehnung einen Grund voraus, der geeignet ist, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit eines Vorsitzenden zu rechtfertigen. Gr&#252;nde f&#252;r ein solches Misstrauen sind gegeben, wenn ein Beteiligter von seinem Standpunkt aus bei vern&#252;nftiger, objektiver Betrachtung davon ausgehen kann, dass der Richter nicht unvoreingenommen entscheiden werde. Bei Anlegung dieses objektiven Ma&#223;stabes kommt es entscheidend darauf an, ob die Prozesspartei, die das Ablehnungsgesuch angebracht hat, von ihrem Standpunkt aus Anlass hat, Voreingenommenheit zu bef&#252;rchten. Es muss also die Bef&#252;rchtung bestehen, dass der abgelehnte Richter in die Verhandlung und Entscheidung des gerade anstehenden Falles sachfremde, unsachliche Momente mit einflie&#223;en lassen k&#246;nnte und den ihm unterbreiteten Fall nicht ohne Ansehen der Person nur aufgrund der sachlichen Gegebenheiten des Falles und allein nach Recht und Gesetz entscheidet. Unter Befangenheit ist danach ein Zustand zu verstehen, der eine vollkommen gerechte und von jeder falschen R&#252;cksicht freie Entscheidung zur Sache beeintr&#228;chtigt (BAG 06.08.1997 - 4 AZR 789/95 (A) -).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"22\"/>Entscheidend ist dabei nicht, ob der Richter wirklich befangen ist oder sich selbst f&#252;r befangen h&#228;lt, sondern allein, ob auch vom Standpunkt des Ablehnenden aus gesehen gen&#252;gend objektive, d. h. nicht nur in der Einbildung der Partei wurzelnde Gr&#252;nde vorliegen, die in den Augen eines vern&#252;nftigen Menschen geeignet sind, Misstrauen gegen die Unparteilichkeit des Vorsitzenden zu erzeugen (BAG 06.08.1997 - 4 AZR 789/95 (A) -).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"23\"/>2. In Anwendung dieser Grunds&#228;tze erweist sich das Ablehnungsgesuch als unbegr&#252;ndet. Der im Kammertermin am 14.02.2017 erteilte Hinweis der st&#228;ndigen Vorsitzenden, dass die Beklagte einen Antrag auf Erlass eines Vers&#228;umnisurteils (&#167; 330 ZPO) oder auf Entscheidung nach Aktenlage (&#167; 331a iVm. &#167; 251a ZPO) stellen k&#246;nne, begr&#252;ndet nicht die Besorgnis der Befangenheit. Der Hinweis ist von &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO gedeckt.</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"24\"/>a) Nach &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO hat das Gericht darauf hinzuwirken, dass die Parteien sachdienliche (Sach- und Prozess-)Antr&#228;ge stellen.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>25&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"25\"/>&#167; 139 ZPO dient der Erf&#252;llung des Anspruchs auf rechtliches Geh&#246;r, der Gew&#228;hrleistung eines fairen Verfahrensablaufs sowie der Erzielung eines richtigen Prozessergebnisses. Unter Ber&#252;cksichtigung dieses Normzwecks ist dem Richter gem. &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 ZPO auferlegt, sachdienliche Antr&#228;ge anzuregen. Danach hat der Richter aber nicht erst dann einzugreifen, wenn die zur Entscheidung gestellten Antr&#228;ge unklar oder unbestimmt sind. Bei der Hinweispflicht nach &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO wegen sachdienlicher Antr&#228;ge geht es darum, den bereits in den Prozess eingef&#252;hrten und auf diese Weise angedeuteten Willen der Parteien in eine prozessual zul&#228;ssige Form zu bringen, so dass er als Antrag ber&#252;cksichtigt werden kann. Davon ausgehend kann das Gericht unter Umst&#228;nden verpflichtet sein, einen neuen Klageantrag oder Hilfsantrag oder eine Widerklage anzuregen, wenn das Vorbringen der Partei auf ein bestimmtes Prozessziel deutet, das nach der aktuellen Prozesslage nur auf diese Art und Weise erreichbar ist (vgl. M&#252;KoZPO/Fritsche ZPO &#167; 139 Rn. 25 ff., beck-online).</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>26&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"26\"/>b) Die Anwendung des &#167; 139 ZPO begr&#252;ndet keinen Ablehnungsgrund wegen Besorgnis der Befangenheit, selbst wenn dadurch die Prozesschancen einer Partei verringert werden (vgl. Z&#246;ller/Vollkommer ZPO 31. Aufl. &#167; 42 Rn. 26).</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>27&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"27\"/>Dies ist erst der Fall, wenn der Richter bei der Erf&#252;llung seiner Hinweispflichten in unsachlicher Weise die eine Partei bevorzugen und die andere benachteiligen w&#252;rde. Denn dann w&#252;rde er die Pflicht zur Neutralit&#228;t verletzen. Das ist nach der Gesetzesbegr&#252;ndung der Fall, wenn das Gericht durch Fragen oder Hinweise die Einf&#252;hrung neuer Anspruchsgrundlagen, Einreden oder Antr&#228;ge anregt, die in dem streitigen Vorbringen der Parteien nicht wenigstens andeutungsweise bereits eine Grundlage haben oder etwa im Sinne einer Parallelwertung in der Laiensph&#228;re im Ansatz vorgetragen sind. Die Grenze ist &#252;berschritten, wenn das Verf&#252;gungsrecht der Parteien &#252;ber das Streitverh&#228;ltnis und deren alleinige Befugnis zur Beibringung des Prozessstoffs nicht mehr gewahrt sind. Das Gericht ist daher gehindert, die Einbringung neuer selbstst&#228;ndiger Angriffs- und Verteidigungsmittel (&#167; 146 ZPO), weiterer Klagegr&#252;nde, die Aus&#252;bung von Gestaltungsrechten und von Leistungsverweigerungsrechten anzuregen (M&#252;KoZPO/Fritsche ZPO &#167; 139 Rn. 7 f., beck-online).</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>28&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"28\"/>c) Das Gericht darf in Anwendung des &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO in einer S&#228;umnissituationen auch auf die M&#246;glichkeit der Entscheidung nach Aktenlage hinweisen.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>29&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"29\"/>Ist der Rechtsstreit nach Einsch&#228;tzung des Gerichts entscheidungsreif und liegen auch die weiteren Voraussetzungen f&#252;r eine Entscheidung nach Aktenlage gem. &#167; 331a iVm. &#167; 251a ZPO vor, ist ein Hinweis des Gerichts auf den Antrag gem. &#167; 331a ZPO bzw. dessen Anregung von &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO gedeckt.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>30&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"30\"/>Ist der Rechtsstreit nach Einsch&#228;tzung des Gerichts hingegen nicht entscheidungsreif, besteht auch kein Anlass, auf die Entscheidung nach Aktenlage hinzuweisen oder einen solchen Antrag anzuregen. Dies ist bspw. der Fall, wenn der Rechtsstreit nicht ausreichend vorbereitet wurde (vgl. &#167; 56 Abs. 1 ArbGG, &#167; 139 ZPO) bzw. auf die Folgen versp&#228;teten Vorbringens nicht hingewiesen wurde (vgl. &#167; 56 Abs. 2, &#167; 61a Abs. 5 ArbGG) oder sich erst im Laufe des Rechtsstreits weitere entscheidungsrelevanten Gesichtspunkte ergeben haben, auf deren Aufkl&#228;rungsbed&#252;rftigkeit das Gericht noch nicht hinweisen konnte.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>31&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"31\"/>Ob der Rechtsstreit in einer S&#228;umnissituation entscheidungsreif ist oder nicht, unterliegt der Einsch&#228;tzung des Gerichts (vgl. Musielak/Stadler 13. Aufl. &#167; 331a Rn. 3 mwN). Dies ist der Fall, wenn der nach Aktenlage zu ber&#252;cksichtigende Prozessstoff eine abschlie&#223;ende, auf der rechtlichen und tats&#228;chlichen W&#252;rdigung dieses Prozessstoffes beruhende gerichtliche Entscheidung gestattet. Dabei begr&#252;ndet weder die Bejahung der Entscheidungsreife noch die Ablehnung eines Antrags auf Entscheidung nach Aktenlage die Besorgnis der Befangenheit. Die Einsch&#228;tzung der Entscheidungsreife unterliegt der richterlichen Unabh&#228;ngigkeit, die - wie jede im Rahmen der Prozessleitung ge&#228;u&#223;erte nicht willk&#252;rliche Rechtsansicht - keiner &#220;berpr&#252;fung im Rahmen eines Ablehnungsgesuchs unterliegt.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>32&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"32\"/>d) Davon ausgehend begegnet es keinen Bedenken, dass die st&#228;ndige Vorsitzende im Kammertermin am 14.02.2017 auch auf die M&#246;glichkeit der Entscheidung nach Aktenlage hinwies. Es handelt sich um eine von &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO gedeckte prozessleitende und -f&#246;rdernde Ma&#223;nahme.</td></tr></table>\n                                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>33&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"33\"/>aa) Die Kl&#228;gerin war im Kammertermin am 14.02.2017 wegen Nichtverhandelns s&#228;umig (&#167; 333 ZPO). In dieser Prozesslage war der von der st&#228;ndigen Vorsitzenden erteilte Hinweis auf die in Betracht kommenden Antr&#228;ge von &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO gedeckt. Die st&#228;ndige Vorsitzende war gehalten, auf die Stellung sachdienlicher Antr&#228;ge hinzuwirken, die der konkreten Prozesssituation gerecht werden. Wegen der S&#228;umnis der Kl&#228;gerin kam neben dem Antrag auf Erlass eines Vers&#228;umnisurteils (&#167; 330 ZPO) auch ein Antrag auf Erlass einer Entscheidung nach Aktenlage (&#167; 331a iVm. &#167; 251a ZPO) in Betracht. Hierauf wurde lediglich hingewiesen. Dies ergibt sich &#252;bereinstimmend aus dem Ablehnungsgesuch und der dienstlichen Stellungnahme der st&#228;ndigen Vorsitzenden. Darin liegt weder eine Bevorzugung der Beklagten noch eine Benachteiligung der Kl&#228;gerin.</td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>34&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"34\"/>bb) Wenn die st&#228;ndige Vorsitzende zur Auffassung gelangt sein sollte, dass der Rechtsstreit entscheidungsreif ist bzw. diese Auffassung im Kammertermin am 14.02.2017 vertreten haben sollte. begr&#252;ndet dies aus den bereits genannten Gr&#252;nden keine Besorgnis der Befangenheit. Die Kl&#228;gerin kann die Rechtsauffassung der st&#228;ndigen Vorsitzenden bzw. die hierauf beruhende Entscheidung mit dem vom Gesetzgeber vorgesehenen Rechtsmittel der Berufung angreifen.</td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>35&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"35\"/>cc) Die st&#228;ndige Vorsitzende hat auch auf keinen Antrag hingewiesen, der nicht bereits im Vortrag der Beklagten bzw. deren Antr&#228;gen angelegt war. Die Entscheidung nach Aktenlage entsprach dem erkennbaren Prozesswillen der Beklagten. Diese hat mit dem Klageabweisungsantrag klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass sie eine abschlie&#223;ende Entscheidung in erster Instanz anstrebt. Zur Erreichung dieses Prozessziels war nach bereits durchgef&#252;hrter G&#252;teverhandlung und Vorbereitung des Kammertermins durch Auflagen und Schriftsatzfristen der Antrag auf Entscheidung nach Aktenlage mindestens ebenso sachdienlich wie der Antrag auf Erlass eines Vers&#228;umnisurteils.</td></tr></table>\n                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>36&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"36\"/>e) Die Kl&#228;gerin kann das Ablehnungsgesuch nicht mit Erfolg darauf st&#252;tzen, dass der Beklagtenvertreter keine Kenntnis vom Antrag nach &#167; 331a ZPO hatte.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>37&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"37\"/>Der Beklagtenvertreter hatte im Kammertermin offenkundig keine pr&#228;sente Kenntnis dar&#252;ber, welche prozessualen M&#246;glichkeiten ihm im Hinblick auf die S&#228;umnis der Kl&#228;gerin zur Verf&#252;gung standen. Daraus folgt allerdings nicht, dass die st&#228;ndige Vorsitzende der Beklagten mit dem Hinweis einen unzul&#228;ssigen prozessualen Vorteil verschafft hat. Aus der f&#252;r das Gericht erkennbaren Unkenntnis des Beklagtenvertreters folgt im Gegenteil, dass ein typischer Anwendungsfall des &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO vorlag. Dem folgend begegnet es keinen Bedenken, dass die st&#228;ndige Vorsitzende in Ansehung an die S&#228;umnissituation nicht nur auf den f&#252;r die Kl&#228;gerin g&#252;nstigeren Antrag nach &#167; 330 ZPO hinwies. Denn nach der gesetzlichen Konzeption steht die Entscheidung nach Aktenlage bei Entscheidungsreife gleichrangig neben der M&#246;glichkeit eines Vers&#228;umnisurteils.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>38&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"38\"/>Das Hinwirken auf die Stellung sachdienlicher Antr&#228;ge gilt f&#252;r alle Parteien: W&#228;re die Beklagte im Kammertermin am 14.02.2017 s&#228;umig gewesen, w&#228;re ein der Kl&#228;gerin erteilter Hinweis auf &#167; 331a ZPO ebenso von &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO gedeckt gewesen.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>39&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"39\"/>Die Kl&#228;gerin verkennt in diesem Zusammenhang zudem, dass die Entscheidung nach Aktenlage gem. &#167; 331a iVm. &#167; 251a ZPO, soweit sie denn ergeht und nicht abgelehnt wird, sowohl zugunsten der Beklagten als auch zu deren Lasten ausfallen kann.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>40&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"40\"/>f) Aus der Kommentarliteratur zu &#167; 331a ZPO folgt keine andere Bewertung.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>41&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"41\"/>Im ZPO-Kommentar von Baumbach/Lauterbach/Albers/Hartmann (74. Aufl. &#167; 331a Rn. 3 ff.) hei&#223;t es auszugsweise wie folgt:</td></tr></table>\n                                                                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>42&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"42\"/><em>&#8222;Die Vorschrift </em>[Anmerkung: &#167; 331a ZPO]<em> soll der &#8222;Flucht in die S&#228;umnis&#8220; entgegenwirken.</em><br/><em>&#8230;</em></td></tr></table>\n                                                                                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>43&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"43\"/><strong><em>Antrag, S. 1.</em></strong><em> Das Gericht regt ihn </em>[Anmerkung: Antrag auf Entscheidung nach Aktenlage]<em> zu selten an.</em><br/><em>&#8230;</em></td></tr></table>\n                                                                                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>44&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"44\"/><strong><em>Auslegung:</em></strong><em> Oft ist zweifelhaft, was ein Antrag bezweckt. Die Auslegung (&#8230;) mu&#223; zeigen, ob die Partei einen f&#246;rmlichen Antrag aus &#167; 331a stellt oder ob sie anheimstellt, aus &#167; </em><em>251a von Amts wegen nach der Aktenlage zu entscheiden, oder ob sie eine schriftliche Entscheidung nach &#167; 128 II beantragt und annimmt, der Gegner werde sp&#228;ter erscheinen und sich anschlie&#223;en. Wegen der verschiedenen Tragweite aller dieser Ma&#223;nahmen f&#252;r die Hauptsache und die Kosten mu&#223; das Gericht nach &#167; </em><em>139 eine ganz eindeutige Erkl&#228;rung herbeif&#252;hren. Soweit das Gericht nicht auf die erschienen Partei einredet, besteht nach &#167; 42 Rn. 39 auch keine begr&#252;ndete Ablehnungsgefahr. Eine blo&#223;e Anregung d&#252;rfte zwecks notwendiger Kl&#228;rung zul&#228;ssig sein.&#8220;</em></td></tr></table>\n                                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>45&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"45\"/><em>Stadler</em> f&#252;hrt hierzu aus (in: Musielak ZPO &#167; 331a 13. Aufl. &#167; 331a Rn. 1):</td></tr></table>\n                                                                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>46&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"46\"/><em>&#8222;Ob eine Aktenlageentscheidung (s. die Entschuldigungsm&#246;glichkeit nach &#167; </em><em>251a Abs. 2 S. 4), ein Vers&#228;umnisurteil (beachte &#167;&#167; 338, 342) oder ggf. ein unechtes Vers&#228;umnisurteil (etwa bei unzul&#228;ssiger oder unschl&#252;ssiger Klage und S&#228;umnis des Kl&#228;gers) g&#252;nstiger ist, muss die erschienene Partei im Einzelfall abw&#228;gen. Ggf. ist nach &#167; 139 auf die unterschiedlichen Folgen hinzuweisen.&#8220;</em></td></tr></table>\n                                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>47&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"47\"/><em>Herget</em> f&#252;hrt hierzu aus (in: Z&#246;ller 31. Aufl. &#167; 331a ZPO Rn. 1):</td></tr></table>\n                                                                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>48&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"48\"/><em>&#8222;Zweck: Die M&#246;glichkeit der Entscheidung nach Aktenlage will der Gefahr vorbeugen, dass eine Partei unter Inkaufnahme des relativ ungef&#228;hrl (&#167;&#167; 342, 719) VU in Verschleppungsabsicht dem Termin fern bleibt. Wo diese Absicht des S&#228;umigen erkennbar ist, sollte das Gericht bei entscheidungsreifer Sache (&#167; 300) Antrag gem &#167; 331a anregen. Doch muss die anwesende Partei vor Antragstellung beachten, dass hier (anders als bei &#167; 331) kein Gest&#228;ndnis des S&#228;umigen fingiert wird, vielmehr fr&#252;heres Bestreiten die Beweislast ausl&#246;st (RGZ 132, 330).&#8220;</em></td></tr></table>\n                                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>49&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"49\"/>Den zutreffenden Ausf&#252;hrungen <em>Hergets</em> folgend lag in der m&#252;ndlichen Verhandlung am 14.02.2017 eine Prozesssituation vor, die einen lehrbuchartigen Anwendungsfall des &#167; 331a ZPO darstellt. Das Prozessverhalten l&#228;sst auf eine Verschleppungsabsicht der Kl&#228;gerin schlie&#223;en. Die Sach- und Rechtslage wurde bereits im G&#252;tetermin er&#246;rtert. Der Kammertermin wurde mit Verf&#252;gung vom 06.10.2016 umfassend vorbereitet. Die Kl&#228;gerin nahm zur ausf&#252;hrlichen Klageerwiderung der Beklagten keine Stellung. Im Kammertermin erkl&#228;rte sie, keinen Antrag zu stellen. Die Prozessverschleppungsabsicht hat die Kl&#228;gervertreterin mit dem Ablehnungsgesuch ausdr&#252;cklich best&#228;tigt, indem sie ausf&#252;hrt, sie habe im Kammertermin am 14.02.2017 in die S&#228;umnis fliehen wollen. Der von der st&#228;ndigen Vorsitzenden erteilte Hinweis auf die prozessualen M&#246;glichkeiten ist danach ohne Weiteres von &#167; 139 Abs. 1 Satz 2 Alt. 3 ZPO. Dem zitierten Schrifttum folgend w&#228;re es angesichts der Verschleppungsabsicht der Kl&#228;gerin sogar unbedenklich gewesen, wenn die st&#228;ndige Vorsitzenden einen Antrag auf Entscheidung nach Aktenlage angeregt h&#228;tte.</td></tr></table>\n                            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>50&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"50\"/>3. Die Kl&#228;gerin kann das Ablehnungsgesuch nicht mit Erfolg darauf st&#252;tzen, dass im ersten Kammertermin keine Entscheidung nach Lage der Akten ergehen k&#246;nne.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>51&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"51\"/>In der Rechtsprechung und im Schrifttum ist sehr umstritten, ob im arbeitsgerichtlichen Verfahren bereits im ersten Kammertermin eine Entscheidung nach Aktenlage ergehen kann<em> (</em><strong><em>daf&#252;r</em></strong><em>: ArbG Stuttgart 05.12.2013 - 5 Ca 5903/13 - mwN; LAG Berlin 03.02.1997 - 9 Sa </em><em>133/96</em><em> -; Hessisches LAG 31.10.2000 - 9 Sa 2072/99 -; ArbG K&#246;ln 08.03.2013 - 2 Ca 4314/12 - und 02.09.2011 - 2 Ca 2969/11 -; Schwab/Weth-Korinth, 4. Aufl. &#167; </em><em>59</em><em> ArbGG Rn. 53; Natter/Gross-Rieker ArbGG &#167; </em><em>55</em><em> ArbGG Rn. 9; Gravenhorst, jurisPR-ArbR 31/2011, Anm. 6; </em><strong><em>dagegen</em></strong><em>: Hessisches LAG 10.11.2015 - 15 Sa 476/15 -; LAG Hamm 04.03.2011 - 18 Sa 907/19 -; Hessisches LAG 05.11.2010 - 3 Sa 602/10 -; LAG Bremen 25.06.2003 - 2 Sa 67/03 -; GMP-Germelmann ArbGG 8. Aufl. &#167; 55 Rn. 17; ErfK/Koch 16. Aufl.&#167; 55 ArbGG Rn. 4).</em></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>52&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"52\"/>Welcher Auffassung zu folgen ist, kann dahinstehen. Sollte die st&#228;ndige Vorsitzende der Auffassung sein, dass im arbeitsgerichtlichen Verfahren bereits im ersten Kammertermin eine Entscheidung nach Aktenlage ergehen kann, handelt es sich dabei um eine gut vertretbare Rechtsansicht. Diese von der richterlichen Unabh&#228;ngigkeit gedeckte rechtliche Bewertung unterliegt nicht der &#220;berpr&#252;fung im Rahmen eines Ablehnungsgesuchs, sondern dem vom Gesetz daf&#252;r vorgesehenen Rechtsmittel der Berufung bzw. durch das Berufungsgericht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>53&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"53\"/>4. Die R&#252;ge der Kl&#228;gerin, dass keine &#8222;Ausschlussfristen&#8220; gesetzt worden seien, greift nicht durch. Bei verst&#228;ndiger W&#252;rdigung des Vortrags will die Kl&#228;gervertreterin wohl sagen, dass das Gericht keine Schriftsatzfristen gesetzt und auch nicht auf die Folgen versp&#228;teten Vorbringens hingewiesen habe. Beides ist unzutreffend. Der Kl&#228;gerin wurde mit Verf&#252;gung vom 06.10.2016 eine konkrete Schriftsatzfrist nebst Auflagen und Hinweisen gesetzt. Die Verf&#252;gung enth&#228;lt auch einen Versp&#228;tungshinweis gem. &#167; 56 Abs. 2 bzw. &#167; 61 Abs. 5 ArbGG. Die Kl&#228;gervertreterin hat den Erhalt der Verf&#252;gung ausdr&#252;cklich best&#228;tigt. Damit ist ein ggf. bestehender Mangel der Zustellung gem. &#167; 174 ZPO durch den best&#228;tigten Erhalt der Verf&#252;gung gem. &#167; 189 ZPO jedenfalls als geheilt anzusehen.</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>III.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>54&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"54\"/>F&#252;r die Entscheidung &#252;ber das Ablehnungsgesuch der Kl&#228;gerin war gem. &#167; 49 Abs. 1 ArbGG die Kammer zust&#228;ndig.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>55&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"55\"/>Die Vorsitzende war von der Entscheidung &#252;ber das Ablehnungsgesuch gem. &#167; 45 Abs. 2 ZPO ausgeschlossen. Die Entscheidung erfolgte unter Mitwirkung des nach dem Gesch&#228;ftsverteilungsplan f&#252;r das Ablehnungsgesuch gegen die st&#228;ndige Vorsitzende der Ka. 25 zust&#228;ndigen Zweitvertreter, mithin des Vorsitzenden der Ka. 30, und mit den am 07.03.2017 zur Entscheidung berufenen ehrenamtlichen Richtern der Ka. 25.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>56&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"56\"/>Den Parteien wurde ausreichend rechtliches Geh&#246;r gew&#228;hrt. Die st&#228;ndige Vorsitzende hat in &#220;bereinstimmung mit &#167; 44 Abs. 3 ZPO eine dienstliche Erkl&#228;rung abgegeben. Diese wurde den Parteien mit Verf&#252;gung vom 23.02.2017 &#252;bermittelt. Die Parteien erhielten Gelegenheit zur Stellungnahme bis zum 03.03.2017. Die Parteien wurden zugleich daraufhin hingewiesen, dass beabsichtigt sei, am 07.03.2017 mit den an diesem Tag zur Entscheidung berufenen ehrenamtlichen Richtern &#252;ber da Ablehnungsgesuch zu entscheiden.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>57&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"57\"/>Die Entscheidung &#252;ber das Ablehnungsgesuch konnte ohne m&#252;ndliche Verhandlung ergehen (&#167; 128 Abs. 4 ZPO).</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>C.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>58&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"58\"/>Die Entscheidung ist unanfechtbar (&#167; 49 Abs. 3 ArbGG).</td></tr></table>\n</td></tr></table>"
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