List view for cases

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    "id": 164122,
    "slug": "lg-detmold-2015-07-15-10-s-4315",
    "court": {
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        "name": "Landgericht Detmold",
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        "jurisdiction": "Ordentliche Gerichtsbarkeit",
        "level_of_appeal": "Landgericht"
    },
    "file_number": "10 S 43/15",
    "date": "2015-07-15",
    "created_date": "2019-01-16T11:08:42Z",
    "updated_date": "2022-10-18T13:35:04Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "ECLI:DE:LGDT:2015:0715.10S43.15.00",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p>Auf die Berufung des Beklagten wird das am 10.02.2015 verk&#252;ndete Urteil des Amtsgerichts Lemgo abge&#228;ndert:</p>\n<p>Der Beklagte bleibt verurteilt, an die Kl&#228;gerin ein Schmerzensgeld in H&#246;he von 1.000,--&#160;&#8364;, weitere 682,43&#160;&#8364; sowie 255,85&#160;&#8364; an vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten jeweils nebst Zinsen in H&#246;he von f&#252;nf Prozentpunkten &#252;ber dem Basiszinssatz ab dem 20.05.2014 zu zahlen.</p>\n<p>Im &#220;brigen wird die Klage abgewiesen.</p>\n<p>Die weitergehende Berufung wird zur&#252;ckgewiesen.</p>\n<p>Die Kosten des Rechtsstreits I. und II. Instanz werden gegeneinander aufgehoben.</p>\n<p>Das Urteil ist vorl&#228;ufig vollstreckbar.</p><br style=\"clear:both\">\n\n<span class=\"absatzRechts\">1</span><p class=\"absatzLinks\">I.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">2</span><p class=\"absatzLinks\">Von der Darstellung der tats&#228;chlichen Feststellungen wird gem. &#167;&#167;&#160;540 Abs. 2, 313a Abs.&#160;1 S.&#160;1 ZPO in Verbindung mit &#167;&#160;544 Abs.&#160;1 S.&#160;1 ZPO, &#167;&#160;26 Nr.&#160;8 EGZPO abgesehen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">3</span><p class=\"absatzLinks\">II.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">4</span><p class=\"absatzLinks\">Die zul&#228;ssige Berufung ist &#8211; soweit sie nach der teilweisen R&#252;cknahme im Termin am 15.07.2015 noch weiterverfolgt wird &#8211; &#252;berwiegend begr&#252;ndet.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">5</span><p class=\"absatzLinks\">1. Die Kl&#228;gerin hat gegen den Beklagten in der Hauptsache nur einen Anspruch auf die Zahlung eines Schmerzensgeldes i.H.v. 1.000,--&#160;&#8364; sowie weiteren Schadensersatzes i.H.v. 682,43&#160;&#8364; aus &#167;&#167;&#160;823 Abs.&#160;1, 253 Abs.&#160;2 BGB.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">6</span><p class=\"absatzLinks\">a) Dass der Beklagte zumindest zu einem Anteil von 50&#160;% f&#252;r die Folgen des Unfalls vom 03.09.2013 haftet, steht nach der teilweisen R&#252;cknahme der Berufung nicht mehr im Streit.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">7</span><p class=\"absatzLinks\">b) Der Beklagte haftet jedoch nicht zu mehr als 50&#160;%, da die Kl&#228;gerin den Unfall durch ihr Fahrverhalten mitverursacht hat. Insofern nimmt die Kammer zur Vermeidung von Wiederholungen auf den Prozesskostenhilfebeschluss vom 29.06.2015 Bezug.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">8</span><p class=\"absatzLinks\">Soweit der Kl&#228;gervertreter im Anschluss an diesen Beschluss zutreffend darauf hinweist, dass das Rechtsfahrgebot aus &#167;&#160;2 Abs.&#160;2 StVO nicht dem Schutz des einbiegenden Verkehrs dient, f&#252;hrt dies im Ergebnis nicht zu einer anderen Bewertung, weil das Verhalten der Kl&#228;gerin auch einen Versto&#223; gegen das R&#252;cksichtnahmegebot aus &#167;&#160;1 StVO darstellt. Insofern h&#228;tte die Kl&#228;gerin &#8211; ebenso wie der Beklagte &#8211; die M&#246;glichkeit gehabt, den Unfall dadurch zu vermeiden, dass sie auf der f&#252;r sie rechten Seite der Fahrradstra&#223;e gefahren w&#228;re.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">9</span><p class=\"absatzLinks\">Die Mitverursachung des Unfalls ist bei der Schmerzensgeldbemessung als ein wesentlicher Bewertungsfaktor zu ber&#252;cksichtigen (Gr&#252;neberg in Palandt, BGB, 74. Aufl. 2015, &#167; 253 Rn.&#160;20) und f&#252;hrt bzgl. der &#252;brigen Schadenspositionen zu einer K&#252;rzung des Anspruchs gem&#228;&#223; &#167;&#160;254 Abs.&#160;1 BGB.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">10</span><p class=\"absatzLinks\">c) Da die einzelnen vom Amtsgericht angenommenen Schadenspositionen der H&#246;he nach mit der Berufung nicht angegriffen werden, ergeben sich die aus dem Tenor ersichtlichen Betr&#228;ge.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">11</span><p class=\"absatzLinks\">2. Ihre vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten kann die Kl&#228;gerin dem Grunde nach ebenfalls gem&#228;&#223; &#167;&#160;823 Abs.&#160;1 BGB ersetzt verlangen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">12</span><p class=\"absatzLinks\">Die H&#246;he des ersatzf&#228;higen Betrages berechnet sich dabei nicht unter Zugrundelegung des urspr&#252;nglichen Streitwerts und anschlie&#223;ender K&#252;rzung der Gesamtkosten um den Mitverursachungsanteil. Vielmehr sind die Kosten zu ersetzen, die f&#252;r die Geltendmachung des berechtigten Teils der Hauptforderung angefallen w&#228;re. Dies sind auf der Basis eines Streitwertes i.H.v. 1.682,43&#160;&#8364;:</p>\n<span class=\"absatzRechts\">13</span><p class=\"absatzLinks\">1,3-Gesch&#228;ftsgeb&#252;hr&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 195,00&#160;&#8364;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">14</span><p class=\"absatzLinks\">Auslagenpauschale&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; &#160;<span style=\"text-decoration: underline;\">&#160; 20,00&#160;&#8364;</span></p>\n<span class=\"absatzRechts\">15</span><p class=\"absatzLinks\">= netto&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; &#160;&#160;&#160;&#160; 215,00&#160;&#8364;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">16</span><p class=\"absatzLinks\">zzgl. USt.&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; &#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;<span style=\"text-decoration: underline;\">&#160; 40,85&#160;&#8364;</span></p>\n<span class=\"absatzRechts\">17</span><p class=\"absatzLinks\">=&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; &#160;&#160; <strong><span style=\"text-decoration: underline;\">255,85&#160;&#8364;</span></strong></p>\n<span class=\"absatzRechts\">18</span><p class=\"absatzLinks\">Soweit der Beklagte eine weitergehende Reduzierung dieser Kosten begehrt, ist seine Berufung unbegr&#252;ndet.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">19</span><p class=\"absatzLinks\">3. Die in der Hauptsache zu zahlenden Betr&#228;ge und die vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten sind ab dem 20.05.2014 zu verzinsen, weil der Beklagte durch das Verstreichenlassen der im Schreiben vom 05.05.2014 gesetzten Zahlungsfrist bis zum 19.05.2014 in Verzug geraten ist (&#167;&#167;&#160;280 Abs.&#160;1, Abs.&#160;2, 286 Abs.&#160;1, Abs.&#160;2 Nr.&#160;1, 288 Abs.&#160;1 BGB).</p>\n<span class=\"absatzRechts\">20</span><p class=\"absatzLinks\">4. Die Kostenentscheidung und die Entscheidung zur vorl&#228;ufigen Vollstreckbarkeit folgen aus &#167;&#167;&#160;92 Abs.&#160;1, 516 Abs.&#160;3 S.&#160;1, 708 Nr.&#160;10, 711, 713 ZPO.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">21</span><p class=\"absatzLinks\">5. Der Streitwert f&#252;r die II.&#160;Instanz wird</p>\n<span class=\"absatzRechts\">22</span><p class=\"absatzLinks\">f&#252;r die Zeit bis zum Termin am 15.07.2014 auf&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 3.364,85&#160;&#8364;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">23</span><p class=\"absatzLinks\">und f&#252;r die Folgezeit auf&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; &#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 1.682,43&#160;&#8364;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">24</span><p class=\"absatzLinks\">festgesetzt.</p>\n      "
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