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    "id": 166853,
    "slug": "lg-detmold-2015-03-19-9-o-19114",
    "court": {
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        "name": "Landgericht Detmold",
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        "jurisdiction": "Ordentliche Gerichtsbarkeit",
        "level_of_appeal": "Landgericht"
    },
    "file_number": "9 O 191/14",
    "date": "2015-03-19",
    "created_date": "2019-01-16T13:27:18Z",
    "updated_date": "2020-12-10T14:16:26Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "ECLI:DE:LGDT:2015:0319.9O191.14.00",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p>Die Klage wird abgewiesen.</p>\n<p>Die Kosten des Rechtsstreits tr&#228;gt der Kl&#228;ger.</p>\n<p>Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in H&#246;he von 120 %</p>\n<p>des zu vollstreckenden Betrags vorl&#228;ufig vollstreckbar.</p><br style=\"clear:both\">\n\n<span class=\"absatzRechts\">1</span><table class=\"absatzLinks\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\"><tbody><tr><td></td>\n<td></td>\n<td></td>\n</tr>\n<tr><td colspan=\"3\"></td>\n</tr>\n<tr><td colspan=\"3\"></td>\n</tr>\n<tr><td colspan=\"3\"></td>\n</tr>\n</tbody>\n</table>\n<span class=\"absatzRechts\">2</span><p class=\"absatzLinks\"><strong><span style=\"text-decoration:underline\">T&#160;a t b e s t a n d :</span></strong></p>\n<span class=\"absatzRechts\">3</span><p class=\"absatzLinks\">Der Kl&#228;ger ist Eigent&#252;mer eines landwirtschaftlich genutzten Grundst&#252;ckes in der fr&#252;heren Gemeinde.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">4</span><p class=\"absatzLinks\">Aufgrund eines notariellen Vertrags vom 08.09.1959 (UR-Nr. 636/1959 des Notars XY in &#214;) wurde der damaligen Gemeinde im Rahmen einer beschr&#228;nkten pers&#246;nlichen Dienstbarkeit u.a. das Recht einger&#228;umt, eine Pumpstation mit Bohrloch zu errichten und zu unterhalten (Bl. 20 &#8211; 22 d. A.).</p>\n<span class=\"absatzRechts\">5</span><p class=\"absatzLinks\">Im Grundbuch wurde als Inhalt der beschr&#228;nkten pers&#246;nlichen Dienstbarkeit u.a. eingetragen: &#8222;Dass auf dem belasteten Grundst&#252;cksteil eine Pumpstation einschlie&#223;lich Zu- und Ableitung und Zufahrtsweg errichtet und unterhalten werden darf&#8220;. Im &#220;brigen wurde auf die Eintragungsbewilligung Bezug genommen (Bl. 14 a d. A.).</p>\n<span class=\"absatzRechts\">6</span><p class=\"absatzLinks\">Im Rahmen des Gesetzes zur Neugliederung des Landkreises Lippe vom 05.11.1968 wurde die fr&#252;here selbst&#228;ndige Gemeinde ab dem 01.01.1969 in die Stadt &#214; eingemeindet. Die Wasserversorgung oblag dort zun&#228;chst den Stadtwerken als Eigenbetrieb. Durch notarielle Erkl&#228;rung vor dem Notar Dr. T2 vom 12.12.1972 wurde dieser Eigenbetrieb in eine GmbH, die jetzige Kl&#228;gerin, nach dem Umwandlungsgesetz vom 15.08.1969 umgewandelt (Bl. 49 &#8211; 53 d. A.). Nach einer weiteren Abtretungserkl&#228;rung vom 18.12.2014, Bl. 96 d. A., erfolgte im Januar 2015 die Umschreibung des Berechtigten auf die Beklagte im Grundbuch (Bl. 94 &#8211; 95 d. A.).</p>\n<span class=\"absatzRechts\">7</span><p class=\"absatzLinks\">In den Jahren 2012 und 2013 f&#252;hrte die Beklagte umfangreiche Bauarbeiten an dem Brunnen bzw. der Pumpstation durch. U.a. wurde das bisherige Bohrloch geschlossen und daneben ein neues Bohrloch gesetzt.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">8</span><p class=\"absatzLinks\">Der Kl&#228;ger tr&#228;gt vor, die Beklagte sei zur Nutzung seines Grundst&#252;cks, insbesondere zur F&#246;rderung von Wasser durch den Brunnen und zum Betreiben der Pumpstation, nicht berechtigt. Die urspr&#252;nglich f&#252;r die Gemeinde bestellte beschr&#228;nkte pers&#246;nliche Dienstbarkeit sei nicht wirksam auf die Beklagte &#252;bergegangen. Es fehle die Erkl&#228;rung der zust&#228;ndigen Landesbeh&#246;rde nach &#167; 1059 a Abs. 1 Nr. 2 BGB. Die Bezeichnung der &#252;bertragenen Verm&#246;gensgegenst&#228;nde in der Umwandlungserkl&#228;rung aus dem Jahr 1972 sei nicht ausreichend bestimmt. Dementsprechend sei auch die Eintragung der Beklagten als neue Rechtsinhaberin im Grundbuch zu Unrecht erfolgt. Die Inhaltsbezeichnung des Rechtes im Grundbuch sei nicht ausreichend; insbesondere werde dort der Brunnen nicht angef&#252;hrt. Die in den letzten Jahren ausgef&#252;hrten Bauarbeiten seien ohne seine Zustimmung und in rechtswidriger Weise erfolgt. Die Vorschrift des &#167; 1020 BGB sei nicht ber&#252;cksichtigt worden. Man habe das alte Bohrloch instand setzen k&#246;nnen, anstatt ein neues zu setzen. Die neue Brunnen- bzw. Pumpenanlage sei wesentlich gr&#246;&#223;er dimensioniert als die fr&#252;here. Es werde auch weitaus mehr Wasser gef&#246;rdert, als f&#252;r die Versorgung der Gemeinde erforderlich sei. Mittlerweile diene der Brunnen auch der Versorgung anderer Gemeinden. Die Beklagte sei daher verpflichtet, &#252;ber das zu Unrecht gef&#246;rderte Wasser und die daraus erzielten Erl&#246;se Rechnung zu legen. Im &#220;brigen sei die in Rede stehende Pumpstation mit Bohrloch als wesentlicher Bestandteil seines Grundst&#252;ckes in sein, des Kl&#228;gers, Eigentum &#252;bergegangen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">9</span><p class=\"absatzLinks\">Der Kl&#228;ger beantragt,</p>\n<span class=\"absatzRechts\">10</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 1.)</p>\n<span class=\"absatzRechts\">11</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; die Beklagte zu verurteilen, es ab sofort bei Meidung eines</p>\n<span class=\"absatzRechts\">12</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Ordnungsgeldes bis zu 250.000,-- &#8364;, ersatzweise Ordnungshaft,</p>\n<span class=\"absatzRechts\">13</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; oder Ordnungshaft, zu unterlassen, die auf seinem Grundbesitz</p>\n<span class=\"absatzRechts\">14</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; G1, Flur X, Flurst&#252;ck X, Geb&#228;ude- und Freifl&#228;che,</p>\n<span class=\"absatzRechts\">15</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Landwirtschaftsfl&#228;che, N, zur Gr&#246;&#223;e von 1 ha 63 a 27 qm</p>\n<span class=\"absatzRechts\">16</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; befindliche Pumpstation mit Bohrloch zu betreiben, insbesondere</p>\n<span class=\"absatzRechts\">17</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Wasser zu f&#246;rdern;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">18</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 2.)</p>\n<span class=\"absatzRechts\">19</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; die Beklagte zu verurteilen, ihm Auskunft zu erteilen &#252;ber den Beginn</p>\n<span class=\"absatzRechts\">20</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; und den Umfang der Verletzungshandlung gem. Ziff. 1.), und zwar</p>\n<span class=\"absatzRechts\">21</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; unter Angabe der mit dem Vertrieb des gef&#246;rderten Wassers erzielten</p>\n<span class=\"absatzRechts\">22</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Erl&#246;se, sowie Rechnung zu legen durch Vorlage eines geordneten</p>\n<span class=\"absatzRechts\">23</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; Verzeichnisses, das die Daten, Mengen und Preise der Lieferungen</p>\n<span class=\"absatzRechts\">24</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; sowie die Gestehungskosten, die Vertriebskosten und den Gemeinkosten-</p>\n<span class=\"absatzRechts\">25</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; anteil f&#252;r das gelieferte Wasser enthalte;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">26</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 3.)</p>\n<span class=\"absatzRechts\">27</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; festzustellen, dass die Beklagte verpflichtet sei, ihm jeglichen Schaden</p>\n<span class=\"absatzRechts\">28</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; zu ersetzen, welcher ihm aus Handlungen gem. Ziff. 1.) entstanden sei</p>\n<span class=\"absatzRechts\">29</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; und/oder noch entstehen werde;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">30</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 4.)</p>\n<span class=\"absatzRechts\">31</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; festzustellen, dass die im Antrag zu 1.) genannte, von der Beklagten</p>\n<span class=\"absatzRechts\">32</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; neu errichtete Pumpstation mit Bohrloch in seinem, des Kl&#228;gers, Eigentum</p>\n<span class=\"absatzRechts\">33</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; stehe;</p>\n<span class=\"absatzRechts\">34</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; 5.)</p>\n<span class=\"absatzRechts\">35</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; die Beklagte zu verurteilen, an ihn vorgerichtliche Anwaltskosten</p>\n<span class=\"absatzRechts\">36</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; in H&#246;he von 1.706,94 &#8364; mit Zinsen in H&#246;he von 5 Prozentpunkten &#252;ber</p>\n<span class=\"absatzRechts\">37</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; dem Basiszinssatz seit Rechtsh&#228;ngigkeit zu zahlen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">38</span><p class=\"absatzLinks\">Die Beklagte beantragt,</p>\n<span class=\"absatzRechts\">39</span><p class=\"absatzLinks\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160; die Klage abzuweisen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">40</span><p class=\"absatzLinks\">Sie tr&#228;gt vor, sie sei aufgrund der Eingemeindung der Gemeinde und der Umwandlungserkl&#228;rung aus dem Jahr 1972 Berechtigte der beschr&#228;nkt pers&#246;nlichen Dienstbarkeit geworden.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">41</span><p class=\"absatzLinks\">Die vom Kl&#228;ger beanstandeten Bauma&#223;nahmen seien erforderlich geworden, weil das alte Bohrloch verockert sei. Eine &#220;berbohrung sei aus geologischen Gr&#252;nden nicht m&#246;glich gewesen. Stattdessen habe man in unmittelbarer Nachbarschaft des alten Bohrloches ein neues gesetzt. An der Art und Gr&#246;&#223;e der Pumpe sei nichts Wesentliches ver&#228;ndert worden. Es werde auch nicht mehr Wasser gef&#246;rdert, insbesondere nicht f&#252;r andere Gemeinden. Es bestehe aufgrund eines Zusammenschlusses der Netze nur die M&#246;glichkeit, in Notf&#228;llen, z. B. beim Ausfall eines anderen Brunnens, auch die Versorgung anderer Gebiete mit sicher zu stellen. Ein Schaden sei dem Kl&#228;ger nicht entstanden, weil er keine Berechtigung habe, selbst Wasser zu f&#246;rdern. Eigent&#252;mer des Brunnens bzw. der Pumpstation sei er nicht geworden, weil diese nur zu einem vor&#252;bergehenden Zweck Bestandteil des Grundst&#252;cks geworden sei.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">42</span><p class=\"absatzLinks\">Das Gericht hat die Parteien nach &#167; 141 ZPO geh&#246;rt. Auf das Protokoll vom 03.02.2015 (Bl. 97 &#8211; 98 d. A.) wird Bezug genommen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">43</span><p class=\"absatzLinks\"><strong><span style=\"text-decoration:underline\">Entscheidungsgr&#252;nde:</span></strong></p>\n<span class=\"absatzRechts\">44</span><p class=\"absatzLinks\">Die Klage ist nicht begr&#252;ndet.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">45</span><p class=\"absatzLinks\">Dem Kl&#228;ger steht ein Unterlassungsanspruch gegen die Beklagte nicht zu, weil diese aufgrund der ihr zustehenden beschr&#228;nkt pers&#246;nlichen Dienstbarkeit den Brunnen und die Pumpstation zu Recht betreibt.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">46</span><p class=\"absatzLinks\">Die Bezeichnung des Rechtes im Grundbuch als Pumpstation einschlie&#223;lich Zu- und Ableitung ist ausreichend. Aufgrund der Bezugnahme auf die Eintragungsbewilligung umfasst dies auch den Brunnen, der dort als Bohrloch bezeichnet wird.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">47</span><p class=\"absatzLinks\">Die Beklagte ist Inhaberin dieses Rechts geworden. Es ist im Rahmen der Eingemeindung von der Gemeinde auf die Stadt &#214; &#252;bergegangen, die zun&#228;chst die Wasserversorgung im Rahmen eines kommunalen Eigenbetriebs betrieben hat. Durch die Umwandlungserkl&#228;rung vom 12.12.1972 ist das Recht auf die jetzige Beklagte &#252;bergegangen. Zwar mag eine &#220;bertragbarkeit nach &#167; 1092 Abs. 3 BGB fraglich sein, weil das Recht nicht nur die Weiterleitung des Wassers umfasste, sondern auch seine F&#246;rderung. Die &#220;bertragung war aber jedenfalls nach &#167; 1092 Abs. 2 in Verbindung mit &#167; 1059 a Abs. 1 Nr. 1 BGB zul&#228;ssig. Bei dem &#220;bergang nach dem Unwandlungsgesetz handelt es sich um einen Fall der Gesamtrechtsnachfolge. Die Erkl&#228;rung der zust&#228;ndigen Landesbeh&#246;rde nach &#167; 1059 a Abs. 1 Nr. 2 BGB war daher entbehrlich. Im &#220;brigen w&#228;re sie aber auch keine Wirksamkeitsvoraussetzung, sondern dient nur als Beweismittel. Im vorliegenden Fall, bei der Umwandlung eines kommunalen Eigenbetriebs in eine GmbH, w&#252;rde sie sich als reiner Formalismus darstellen. Der Einwand des Kl&#228;gers, in der Umwandlungserkl&#228;rung seien die Verm&#246;gensgegenst&#228;nde nicht ausreichend bestimmt genug bezeichnet worden, ist nicht nachvollziehbar. Die Eintragung der Rechts&#228;nderung im Grundbuch ist mittlerweile erfolgt.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">48</span><p class=\"absatzLinks\">Dass die Beklagte durch die in den letzten Jahren durchgef&#252;hrten Bauma&#223;nahmen die ihr einger&#228;umten Befugnisse &#252;berschritten oder das Recht entgegen &#167; 1020 BGB nicht schonend ausge&#252;bt hat, l&#228;sst sich nicht feststellen. Es ist nicht zu beanstanden, dass die Beklagte das alte Bohrloch nicht instandgesetzt oder &#252;berbohrt, sondern ein neues Bohrloch gesetzt hat. Unstreitig ist das alte Bohrloch geschlossen worden, so dass auch weiterhin nur ein Bohrloch vorhanden ist. Der&#160; Brunnen und die Pumpstation wurden seit 1959 betrieben, so dass die Notwendigkeit gr&#246;&#223;erer &#220;berholungsma&#223;nahmen naheliegend sein d&#252;rfte. Ob es sinnvoller war, das alte Bohrloch zu &#252;berbohren oder ein neues zu setzen, ist eine technische Entscheidung, die im Ermessen der Beklagten lag. Dass dem Kl&#228;ger durch die gew&#228;hlte Verfahrensweise ein Nachteil entstanden ist, ist nicht zu erkennen. Zwar befindet sich auf seinem Grundst&#252;ck jetzt neben dem aktiven Bohrloch noch ein weiteres, das verschlossen wurde. Die Beklagte ist jedoch verpflichtet, bei Beendigung der Nutzung auch dieses verschlossene Bohrloch zu beseitigen. Dass der Kl&#228;ger die Stelle, wo sich jetzt das verschlossene Bohrloch befindet, zurzeit anderweitig nutzen, z. B. landwirtschaftlich bearbeiten k&#246;nnte, ist nicht ersichtlich.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">49</span><p class=\"absatzLinks\">Es ist auch nicht substantiiert vorgetragen oder sonst ersichtlich, dass die jetzige Anlage gr&#246;&#223;enm&#228;&#223;ige Dimensionen aufweist, die durch das Recht nicht mehr gedeckt werden. Zwar mag es sein, dass einzelne Bestandteile anders aussehen oder gr&#246;&#223;er ausfallen als bei der alten Anlage. Die Bewilligung enth&#228;lt jedoch keine konkreten Gr&#246;&#223;enangaben mit Ausnahme der Bezeichnung der Gr&#246;&#223;e der Grundfl&#228;che, die unstreitig nicht &#252;berschritten ist. Dass im Laufe vieler Jahre technische &#196;nderungen und Neuerungen eintreten, war auch schon 1959 absehbar. Die Beklagte kann nicht gehindert werden, davon Gebrauch zu machen. Es erscheint auch abwegig zu verlangen, dass bei &#220;berholungs- oder Erneuerungsarbeiten der Stand der Technik des Jahres 1959 beibehalten werden m&#252;sste. Auch hier ist nicht zu erkennen, dass Interessen des Kl&#228;gers ber&#252;hrt werden.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">50</span><p class=\"absatzLinks\">Soweit der Kl&#228;ger geltend macht, dass mit der neuen Anlage wesentlich mehr Wasser gef&#246;rdert werde als vorher, hat er dies nicht substantiiert vorgetragen. Der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Beklagten hat im Termin vorgetragen, dass im Durchschnitt etwa 80.000 Kubikmeter Wasser im Jahr gef&#246;rdert w&#252;rden. Der gemessene und verkaufte Wert in der Gemeinde liege bei etwa 67.000 Kubikmetern. Dazu k&#228;men noch weitere Mengen durch Wasserverlust, kostenlose L&#246;schversuche der Feuerwehr oder Rohrsp&#252;lungen.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">51</span><p class=\"absatzLinks\">Demgegen&#252;ber hat auch der Kl&#228;ger nicht konkret vorgetragen, dass gr&#246;&#223;ere Mengen in andere Gemeinden oder Ortsteile geleitet w&#252;rden. Soweit Netzkopplungen bestehen, um in Notf&#228;llen, z. B. beim Ausfall anderer Brunnen, auch andere Gebiete mitzuversorgen, ist dies eine Technik, die m&#246;glicherweise 1959 noch nicht zur Verf&#252;gung stand, die aber im Rahmen technischer Weiterentwicklung noch von dem Recht umfasst ist. Im umgekehrten Fall w&#252;rde auch die Gemeinde von anderen Brunnen mitversorgt werden k&#246;nnen, wenn die dortige Anlage ausfallen sollte.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">52</span><p class=\"absatzLinks\">Weil die Beklagte das Wasser in berechtigter Weise f&#246;rdert, stehen dem Kl&#228;ger auch keine Auskunfts- oder Schadensersatzanspr&#252;che zu.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">53</span><p class=\"absatzLinks\">Eigent&#252;mer der Anlagen ist der Kl&#228;ger nicht geworden, weil diese nach der Bestellungsurkunde nur zu einem vor&#252;bergehenden Zweck mit dem Grundst&#252;ck verbunden worden sind und die Beklagte sie nach Beendigung der Nutzung wieder entfernen muss.</p>\n<span class=\"absatzRechts\">54</span><p class=\"absatzLinks\">Nebenentscheidungen: &#167;&#167; 91, 709 ZPO.</p>\n      "
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