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    "file_number": "2 O 319/13",
    "date": "2015-05-29",
    "created_date": "2019-02-10T12:04:50Z",
    "updated_date": "2022-10-18T14:19:51Z",
    "type": "Urteil",
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    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p>1. Die Klage wird abgewiesen.</p>\n    <p/>\n    <p>2. Die Kl&#228;gerin hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.</p>\n    <p>3</p>\n    <p>. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in H&#246;he von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrags vorl&#228;ufig vollstreckbar.</p>\n\n<h2>Tatbestand</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>1&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"1\"/>Die Kl&#228;gerin nimmt die Beklagten auf Herausgabe einer Schenkung wegen Notbedarfs in Anspruch.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>2&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"2\"/>Die am &#8230; 1926 geborene Kl&#228;gerin ist die Schwester der Mutter der Beklagten. Die Beklagten haben noch eine Schwester, Frau E. G.. Die kinderlose Kl&#228;gerin betrieb mit ihrem verstorbenen Ehemann fr&#252;her ein M&#246;belhaus im Geb&#228;ude K. Stra&#223;e in T..</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>3&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"3\"/>Mit notariell beurkundetem Vertrag vom 09.09.2003 schenkte die Kl&#228;gerin - teilweise in Erbengemeinschaft mit Herrn A. R. - im Wege der vorweggenommenen Erbfolge den Beklagten und E. G. Miteigentumsanteile bzw. Eigentum an insgesamt acht land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundst&#252;cken auf der Gemarkung S. und erkl&#228;rte die Auflassung. Gleichzeitig bewilligte und beantragte die Kl&#228;gerin die Eintragung des Eigentumswechsels im Grundbuch. Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten wird auf die Anlage B1 (Bl. 83-89 d.A.) verwiesen. Nachdem der Eintragungsantrag noch am selben Tag beim Grundbuchamt eingereicht worden war, wurde der Eigentumswechsel am 21.10.2013 in das Grundbuch eingetragen.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>4&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"4\"/>In der Folgezeit gerieten die Parteien in Streit, weswegen die Kl&#228;gerin die Schenkung widerrief und die Beklagten auf R&#252;ck&#252;bertragung von Miteigentumsanteilen bzw. Eigentum an den verschenkten Grundst&#252;cken in Anspruch nahm. Nachdem jene Klage durch Urteil des Landgerichts Rottweil vom 12.09.2012, Aktenzeichen 2 O 100/12, abgewiesen und die Kl&#228;gerin durch Beschluss des Oberlandesgerichts S. vom 21.12.2012, Aktenzeichen 19 U 166/12, des von ihr eingelegten Rechtsmittels der Berufung f&#252;r verlustig erkl&#228;rt worden war, erwirkten die Beklagten am 04.03.2013 einen Kostenfestsetzungsbeschluss &#252;ber 9.834,64 EUR nebst Zinsen und sp&#228;ter am 15.08.2013 einen Pf&#228;ndungs- und &#220;berweisungsbeschluss betreffend Mietzinsforderungen der Kl&#228;gerin gegen die Mieter des Geb&#228;udes K. Stra&#223;e in T..</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>5&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"5\"/>Mit Schreiben vom 05.09.2013, den Beklagte durch den Gerichtsvollzieher jeweils zugestellt am 13.09.2013, forderte die Kl&#228;gerin die Schenkung erstmals wegen Verarmung zur&#252;ck. Noch bis Oktober 2013 f&#252;hrten die Parteien Vergleichsverhandlungen, welche jedoch ergebnislos blieben, so dass sich die Beklagten veranlasst sahen, die Zwangsvollstreckungsma&#223;nahmen fortzuf&#252;hren. Die ersten Mietzinszahlungen gingen am 01.10.2013 auf das Konto der Beklagten ein. Mit Schriftsatz vom 19.12.2013, bei dem Landgericht Rottweil eingegangen am 20.12.2013, stellte die Kl&#228;gerin schlie&#223;lich Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe f&#252;r die Durchf&#252;hrung der vorliegenden Klage.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>6&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"6\"/>Seit dem 09.01.2014 befindet sich die Kl&#228;gerin in einem Pflegeheim in Kurzzeitpflege, finanziert durch ein ab dem 05.11.2013 gew&#228;hrtes Darlehen des Landkreises T. gem&#228;&#223; &#167; 91 SGB XII. Sie verf&#252;gt &#252;ber ein monatliches Einkommen in H&#246;he von mindestens 1.453,93 EUR. Die H&#246;he der Pflegekosten und des von der Pflegekasse &#252;bernommenen Betrages steht zwischen den Parteien im Streit.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>7&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"7\"/>Die Kl&#228;gerin behauptet, sie sei verarmt, nachdem die Beklagten die Zwangsvollstreckung in ihr Verm&#246;gen betrieben h&#228;tten. Auch aus diesem Grunde sei sie in das Pflegeheim gezogen. Die Heimunterbringungskosten w&#252;rden sich auf monatlich 2.600,00 EUR belaufen. Hiervon w&#252;rde die Pflegekasse einen Betrag von 1.023,00 EUR &#252;bernehmen, so dass ihr mangels sonstigen Verm&#246;gens ein ungedeckter Bedarf von monatlich mindestens 128,00 EUR verbleiben w&#252;rde. Der Wert der streitgegenst&#228;ndlichen Grundst&#252;cke l&#228;ge im Hinblick auf die ihr verbleibenden Lebensjahre noch unter dem zu erwartenden laufenden Notbedarf.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>8&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"8\"/>Die Kl&#228;gerin beantragt:</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>9&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"9\"/>Die Beklagten werden verurteilt, folgende Willenserkl&#228;rungen in notarieller Form abzugeben:</td></tr></table>\n                <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n        <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td>1.</td></tr></table>\n                <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>10&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"10\"/>a) Der Erstbeklagte wird verurteilt, das Eigentum am Flst. 230 der Gemarkung S., Landwirtschaftsfl&#228;che, 29 ar 97 qm auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>b) Der Erstbeklagte wird verurteilt, den Miteigentumsanteil von 1/2 am Grundst&#252;ck Flst. 2255 der Gemarkung S., 29.792 qm, Wald, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>c) Der Erstbeklagte wird verurteilt, den Miteigentumsanteil von 1/2 am Grundst&#252;ck Flst. 2255/1 der Gemarkung S., 55 qm, Wald, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>d) Der Erstbeklagte wird verurteilt, den Miteigentumsanteil zu 1/3 am Grundst&#252;ck Flst. 1830 der Gemarkung S., 7.446 qm, landwirtschaftliche Fl&#228;che, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>e) Der Erstbeklagte wird verurteilt, den Miteigentumsanteil zu 1/6 am Grundst&#252;ck, Flst. 1280, der Gemarkung S., 4.704 qm, landwirtschaftliche Fl&#228;che, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>f) Der Erstbeklagte wird verurteilt, den Miteigentumsanteil zu 1/2 am Grundst&#252;ck Flst. 1285/2 der Gemarkung S., 1.095 qm, Bauplatz, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.</td></tr></table>\n                <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n        <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td>2.</td></tr></table>\n                <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>11&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"11\"/>a) Der Beklagte Ziffer 2 wird verurteilt, den Miteigentumsanteil zu 1/3 am Grundst&#252;ck Flst. 1830 der Gemarkung S., 7.446 qm, landwirtschaftliche Fl&#228;che, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>b) Der Beklagte Ziffer 2 wird verurteilt, seinen Miteigentumsanteil zu 1/6 am Grundst&#252;ck Flst. 1280 der Gemarkung S., 4.704 qm, landwirtschaftliche Fl&#228;che, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>c) Der Beklagte Ziffer 2 wird verurteilt, seinen Miteigentumsanteil von 1/2 am Grundst&#252;ck Flst. 1285/2 der Gemarkung S., 1.095 qm, Bauplatz, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>d) Der Beklagte Ziffer 2 wird verurteilt, das Eigentum am Grundst&#252;ck Flst. 626 der Gemarkung S., 3.333 qm, landwirtschaftliche Fl&#228;che, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.<br/><br/>e) Der Beklagte Ziffer 2 wird verurteilt, seinen Miteigentumsanteil von 1/2 am Grundst&#252;ck Flst. 452/1 der Gemarkung S., 5.334 qm, Waldfl&#228;che, auf die Kl&#228;gerin zu &#252;bertragen.</td></tr></table>\n                <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>12&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"12\"/>3. hilfsweise:</td></tr></table>\n                <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>13&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"13\"/>Die Beklagten werden verurteilt, als Gesamtschuldner ab September 2003 monatlich im Voraus bis zum 3. eines jeden Monats die r&#252;ckst&#228;ndigen Betr&#228;ge sofort neben E. G., S., monatlich 240,00 EUR zu bezahlen.</td></tr></table>\n        <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>14&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"14\"/>Die Beklagten beantragen</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>15&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"15\"/>Klagabweisung.</td></tr></table>\n        <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>16&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"16\"/>Die Beklagten erheben die Einrede der &#8222;Verj&#228;hrung&#8220; gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB. Sie meinen, dass die Schenkung bereits mit dem Eintragungsantrag vom 09.03.2003 bzw. mit der Einreichung des Eintragungsantrags beim Grundbuchamt am selben Tag, sp&#228;testens aber mit der Eintragung des Eigentumswechsels im Grundbuch am 21.10.2003 vollzogen worden sei. Notbedarf sei, wenn &#252;berhaupt, erst nach Ablauf von zehn Jahren eingetreten, sei es zum Zeitpunkt des Zugangs des Schreibens vom 05.09.2013, mit welchem die Kl&#228;gerin die Schenkung erstmals wegen Verarmung zur&#252;ckforderte, nach Gew&#228;hrung des Darlehens zum 05.11.2013 oder zum Zeitpunkt der Antragstellung auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe vom 19.12.2013.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>17&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"17\"/>Das Gericht hat die Parteien in der Sitzung vom 06.03.2015 angeh&#246;rt und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben. Wegen des Ergebnisses der Anh&#246;rung wird auf das Sitzungsprotokoll vom 06.03.2015 (Bl. 129-133 d.A.) verwiesen. Wegen des weiteren Vortrags der Parteien wird auf die gewechselten Schrifts&#228;tze nebst Anlagen verwiesen.</td></tr></table>\n</td></tr></table>\n<h2>Entscheidungsgründe</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"18\"/>1. Der trotz gerichtlichen Hinweises so aufrechterhaltene Hauptantrag ist dahin auszulegen, dass die Kl&#228;gerin von den Beklagten die Mitwirkung an der Auflassung und Bewilligung der Eintragung als Eigent&#252;merin der streitgegenst&#228;ndlichen Grundst&#252;cke verlangt. Die Klage ist zul&#228;ssig, aber unbegr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"19\"/>Die Kl&#228;gerin hat gegen die Beklagten keinen Anspruch auf R&#252;ck&#252;bertragung von Eigentum bzw. Miteigentumsanteilen an den streitgegenst&#228;ndlichen Grundst&#252;cken gem&#228;&#223; &#167; 528 Abs. 1 Satz 1 BGB. Es kann dahinstehen, ob die Kl&#228;gerin im Sinne dieser Vorschrift verarmt ist oder nicht. Der Anspruch ist jedenfalls wegen Ablaufs der Zehn-Jahres-Frist gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB und der Berufung der Beklagten hierauf ausgeschlossen. Danach ist der Anspruch auf Herausgabe des Geschenkes ausgeschlossen, wenn der Schenker zur Zeit des Eintritts seiner Bed&#252;rftigkeit seit der Leistung des geschenkten Gegenstandes zehn Jahre verstrichen sind.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"20\"/>a) Die Frist begann mit Stellung des Eintragungsantrags am 09.09.2003 zu laufen. Dies entspricht dem Zeitpunkt der Leistung im Sinne von &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB, n&#228;mlich dem Zeitpunkt, zu dem die Schenkung vollzogen worden ist. Denn nach dem Sinn und Zweck der Norm, einen Ausgleich zwischen dem Bed&#252;rfnis des Schenkers und dem Vertrauen des Beschenkten auf die Rechtsbest&#228;ndigkeit des schenkweisen Erwerbs zu schaffen, gen&#252;gt es zur Leistung des Geschenkes, dass der Beschenkte nach dem formgerechten Abschluss des Schenkungsvertrags und der Auflassung einen Antrag auf Eintragung des Eigentumswechsels beim Grundbuchamt eingereicht hat (BGH NJW 2011, 3082). In diesem Stadium hat der Beschenkte zwar noch nicht die Rechtsstellung erlangt, die ihm dem Schenkungsversprechen zufolge zukommen soll. Er kann aber davon ausgehen, dass er diese Rechtsstellung erlangen wird und dass der Rechtserwerb ohne seine Mitwirkung weder vom Schenker noch von Dritten verhindert werden kann, sondern nur noch vom Vollzug der Eintragungshandlung durch das Grundbuchamt abh&#228;ngt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"21\"/>b) Bei Fristablauf am 09.09.2013 war ein Notbedarf der Kl&#228;gerin, wenn &#252;berhaupt, noch nicht eingetreten. &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB stellt nicht auf einen drohenden Notbedarf, sondern auf eine bereits eingetretene Bed&#252;rftigkeit ab. Es gen&#252;gt deshalb nicht, wenn vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist die Umst&#228;nde eingetreten sind, aus denen sich fr&#252;her oder sp&#228;ter eine Ersch&#246;pfung des Verm&#246;gens des Beschenkten ergeben kann oder voraussichtlich ergeben wird; es ist vielmehr erforderlich, dass die Ersch&#246;pfung des Verm&#246;gens innerhalb der Zehn-Jahres-Frist bereits eingetreten ist (BGH NJW 2000, 728; Koch, in: M&#252;nchKomm-BGB, 6. Aufl. 2012, &#167; 529 Rn. 3). Folgt man dem Kl&#228;gervortrag ist Notbedarf fr&#252;hestens eingetreten, nachdem die Beklagten aufgrund Pf&#228;ndungs- und &#220;berweisungsbeschlusses vom 15.08.2013 die Zwangsvollstreckung in das Verm&#246;gen der Kl&#228;gerin betrieben hatten. Nach &#220;berzeugung des Gerichts zeichnete sich ab diesem Zeitpunkt aber allenfalls eine Verschlechterung der Verm&#246;genssituation der Kl&#228;gerin ab, zumal die Kl&#228;gerin erstmals mit Schreiben vom 05.09.2013 ihre Verarmung geltend gemacht und bis zur Stellung des Antrags auf Prozesskostenhilfe vom 19.12.2013 offenbar selber keinen akuten Handlungsbedarf gesehen hat, ihre vermeintlichen Anspr&#252;che gerichtlich zu verfolgen. Wirklich prek&#228;r konnte die Verm&#246;genssituation der Kl&#228;gerin ohnehin erst werden, nachdem ihr ab dem 01.10.2013 die Mieteinnahmen weggebrochen waren und sie zum 09.01.2014 in ein Pflegeheim umgezogen ist. Dabei ist zu ber&#252;cksichtigen, dass die Kl&#228;gerin den Notbedarf gerade mit den hohen Heimunterbringungskosten begr&#252;ndet, die bis zum 09.09.2013 noch gar nicht angefallen sein k&#246;nnen. Von daher bedarf es keiner Entscheidung, ob der Anspruch aus &#167; 528 Abs. 1 Satz 1 BGB ausnahmsweise dann noch geltend gemacht werden kann, wenn ein laufendes Bed&#252;rfnis vor Fristablauf eingetreten ist (so Koch, in: M&#252;nchKomm-BGB, 6. Aufl. 2012, &#167; 529 Rn. 3).</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"22\"/>c) Die Beklagten sind mit der Einrede des &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB schlie&#223;lich auch nicht gem&#228;&#223; &#167; 242 BGB ausgeschlossen. Umst&#228;nde, die auf eine unzul&#228;ssige Rechtsaus&#252;bung schlie&#223;en lassen, sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"23\"/>2. Der auf wiederkehrende Leistungen gerichtete zul&#228;ssige, wenn auch nicht vollstreckungsf&#228;hige Hilfsantrag ist ebenfalls unbegr&#252;ndet, weil der Anspruch analog &#167; 528 Abs. 1 Satz 2 BGB aus den vorgenannten Gr&#252;nden gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB ausgeschlossen ist.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"24\"/>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &#167; 91 Abs. 1 ZPO, diejenige zur vorl&#228;ufigen Vollstreckbarkeit auf &#167; 709 Satz 1, Satz 2 ZPO.</td></tr></table>\n</td></tr></table>\n<h2>Gründe</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"18\"/>1. Der trotz gerichtlichen Hinweises so aufrechterhaltene Hauptantrag ist dahin auszulegen, dass die Kl&#228;gerin von den Beklagten die Mitwirkung an der Auflassung und Bewilligung der Eintragung als Eigent&#252;merin der streitgegenst&#228;ndlichen Grundst&#252;cke verlangt. Die Klage ist zul&#228;ssig, aber unbegr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"19\"/>Die Kl&#228;gerin hat gegen die Beklagten keinen Anspruch auf R&#252;ck&#252;bertragung von Eigentum bzw. Miteigentumsanteilen an den streitgegenst&#228;ndlichen Grundst&#252;cken gem&#228;&#223; &#167; 528 Abs. 1 Satz 1 BGB. Es kann dahinstehen, ob die Kl&#228;gerin im Sinne dieser Vorschrift verarmt ist oder nicht. Der Anspruch ist jedenfalls wegen Ablaufs der Zehn-Jahres-Frist gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB und der Berufung der Beklagten hierauf ausgeschlossen. Danach ist der Anspruch auf Herausgabe des Geschenkes ausgeschlossen, wenn der Schenker zur Zeit des Eintritts seiner Bed&#252;rftigkeit seit der Leistung des geschenkten Gegenstandes zehn Jahre verstrichen sind.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"20\"/>a) Die Frist begann mit Stellung des Eintragungsantrags am 09.09.2003 zu laufen. Dies entspricht dem Zeitpunkt der Leistung im Sinne von &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB, n&#228;mlich dem Zeitpunkt, zu dem die Schenkung vollzogen worden ist. Denn nach dem Sinn und Zweck der Norm, einen Ausgleich zwischen dem Bed&#252;rfnis des Schenkers und dem Vertrauen des Beschenkten auf die Rechtsbest&#228;ndigkeit des schenkweisen Erwerbs zu schaffen, gen&#252;gt es zur Leistung des Geschenkes, dass der Beschenkte nach dem formgerechten Abschluss des Schenkungsvertrags und der Auflassung einen Antrag auf Eintragung des Eigentumswechsels beim Grundbuchamt eingereicht hat (BGH NJW 2011, 3082). In diesem Stadium hat der Beschenkte zwar noch nicht die Rechtsstellung erlangt, die ihm dem Schenkungsversprechen zufolge zukommen soll. Er kann aber davon ausgehen, dass er diese Rechtsstellung erlangen wird und dass der Rechtserwerb ohne seine Mitwirkung weder vom Schenker noch von Dritten verhindert werden kann, sondern nur noch vom Vollzug der Eintragungshandlung durch das Grundbuchamt abh&#228;ngt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"21\"/>b) Bei Fristablauf am 09.09.2013 war ein Notbedarf der Kl&#228;gerin, wenn &#252;berhaupt, noch nicht eingetreten. &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB stellt nicht auf einen drohenden Notbedarf, sondern auf eine bereits eingetretene Bed&#252;rftigkeit ab. Es gen&#252;gt deshalb nicht, wenn vor Ablauf der Zehn-Jahres-Frist die Umst&#228;nde eingetreten sind, aus denen sich fr&#252;her oder sp&#228;ter eine Ersch&#246;pfung des Verm&#246;gens des Beschenkten ergeben kann oder voraussichtlich ergeben wird; es ist vielmehr erforderlich, dass die Ersch&#246;pfung des Verm&#246;gens innerhalb der Zehn-Jahres-Frist bereits eingetreten ist (BGH NJW 2000, 728; Koch, in: M&#252;nchKomm-BGB, 6. Aufl. 2012, &#167; 529 Rn. 3). Folgt man dem Kl&#228;gervortrag ist Notbedarf fr&#252;hestens eingetreten, nachdem die Beklagten aufgrund Pf&#228;ndungs- und &#220;berweisungsbeschlusses vom 15.08.2013 die Zwangsvollstreckung in das Verm&#246;gen der Kl&#228;gerin betrieben hatten. Nach &#220;berzeugung des Gerichts zeichnete sich ab diesem Zeitpunkt aber allenfalls eine Verschlechterung der Verm&#246;genssituation der Kl&#228;gerin ab, zumal die Kl&#228;gerin erstmals mit Schreiben vom 05.09.2013 ihre Verarmung geltend gemacht und bis zur Stellung des Antrags auf Prozesskostenhilfe vom 19.12.2013 offenbar selber keinen akuten Handlungsbedarf gesehen hat, ihre vermeintlichen Anspr&#252;che gerichtlich zu verfolgen. Wirklich prek&#228;r konnte die Verm&#246;genssituation der Kl&#228;gerin ohnehin erst werden, nachdem ihr ab dem 01.10.2013 die Mieteinnahmen weggebrochen waren und sie zum 09.01.2014 in ein Pflegeheim umgezogen ist. Dabei ist zu ber&#252;cksichtigen, dass die Kl&#228;gerin den Notbedarf gerade mit den hohen Heimunterbringungskosten begr&#252;ndet, die bis zum 09.09.2013 noch gar nicht angefallen sein k&#246;nnen. Von daher bedarf es keiner Entscheidung, ob der Anspruch aus &#167; 528 Abs. 1 Satz 1 BGB ausnahmsweise dann noch geltend gemacht werden kann, wenn ein laufendes Bed&#252;rfnis vor Fristablauf eingetreten ist (so Koch, in: M&#252;nchKomm-BGB, 6. Aufl. 2012, &#167; 529 Rn. 3).</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"22\"/>c) Die Beklagten sind mit der Einrede des &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB schlie&#223;lich auch nicht gem&#228;&#223; &#167; 242 BGB ausgeschlossen. Umst&#228;nde, die auf eine unzul&#228;ssige Rechtsaus&#252;bung schlie&#223;en lassen, sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"23\"/>2. Der auf wiederkehrende Leistungen gerichtete zul&#228;ssige, wenn auch nicht vollstreckungsf&#228;hige Hilfsantrag ist ebenfalls unbegr&#252;ndet, weil der Anspruch analog &#167; 528 Abs. 1 Satz 2 BGB aus den vorgenannten Gr&#252;nden gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Var. 2 BGB ausgeschlossen ist.</td></tr></table>\n    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"24\"/>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &#167; 91 Abs. 1 ZPO, diejenige zur vorl&#228;ufigen Vollstreckbarkeit auf &#167; 709 Satz 1, Satz 2 ZPO.</td></tr></table>\n</td></tr></table>"
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