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    "file_number": "2 U 108/15",
    "date": "2016-06-02",
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    "updated_date": "2020-12-10T14:43:54Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p/><p>I. Die Berufung des Beklagten gegen das Urteil der 12. Zivilkammer - Einzelrichter- des Landgerichts Stuttgart vom 24. Juli 2015 (Az.: 12 0 482/10) wird</p><p><strong><span style=\"text-decoration:underline\">z u r &#252; c k g e w i e s e n</span></strong>.</p><p>II. Die Kosten des Berufungsverfahrens tr&#228;gt der Beklagte.</p><p>III. Das Urteil ist vorl&#228;ufig vollstreckbar.</p><p>Dem Beklagten wird nachgelassen, die Zwangsvollstreckung des Kl&#228;gers aus der Hauptsache nebst Zinsen durch Sicherheitsleistung in H&#246;he 90.000,- EUR und diejenige aus dem Kostenpunkt durch Sicherheitsleistung in H&#246;he von 120% des vollstreckbaren Kostenbetrages abzuwenden, sofern nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in H&#246;he von 120% des beizutreibenden Betrages leistet.</p><p>IV. Die Revision wird nicht zugelassen.</p><p><strong><span style=\"text-decoration:underline\">Streitwert</span></strong> f&#252;r das Berufungsverfahren: <strong>80.099,07 EUR</strong>.</p>\n<h2>GrĂ¼nde</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    <table><tr><td/></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>I.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>1&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"1\"/>Der Kl&#228;ger begehrt als Insolvenzverwalter nach einer Insolvenzanfechtung Zahlung.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>2&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"2\"/>Wegen des Sachverhalts wird auf die Feststellungen in dem Urteil der 12. Zivilkammer - Einzelrichter - des Landgerichts Stuttgart vom 24. Juli 2015 (Az.: 12 0 482/10) Bezug genommen (&#167; 540 Abs. 1 ZPO).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>3&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"3\"/>Das Landgericht hat den Beklagten unter Klageabweisung im &#220;brigen - gest&#252;tzt auf &#167;&#167; 133, 143 InsO - verurteilt, an den Kl&#228;ger 80.099,07 EUR nebst Zinsen zu zahlen. Hierzu hat es ausgef&#252;hrt:</td></tr></table>\n            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>4&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"4\"/>Sowohl der Abschluss der Verpf&#228;ndungsvereinbarung als auch die sp&#228;ter von der Schuldnerin veranlasste Auszahlung des Ver&#228;u&#223;erungserl&#246;ses an den Beklagten stellten Rechtshandlungen im Sinne von &#167; 129 Abs. 1 InsO dar, n&#228;mlich Ma&#223;nahmen im Vorfeld einer Zwangsvollstreckung, aber nicht schon Ma&#223;nahmen der Zwangsvollstreckung selbst (vgl. BGH, Urteile vom 10.12.2009 - IX ZR 128/08, vom 27.05.2003 - IX ZR 169/02 und vom 10.02.2005 - IX ZR 211/02; BGH, Beschluss vom 19.02.2009 - IX ZR 22/07; zur Zwischenschaltung von Dritten M&#252;Ko-InsO/Kayser, 3. Aufl. 2013, &#167; 133 Rn. 7).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>5&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"5\"/>Diese seien innerhalb der Anfechtungsfrist des &#167; 133 Abs. 1 InsO vorgenommen worden.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>6&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"6\"/>Unstreitig habe der Beklagte von der Schuldnerin einen Betrag in H&#246;he von 80.099,07 EUR erhalten; mehr aber nicht. Den Betrag von 102,- EUR f&#252;r die Rechtsschutzversicherung k&#246;nne der Beklagte nicht abziehen; er habe ihn ohnehin zu bezahlen gehabt und sei durch die Zahlung von einer Verbindlichkeit befreit worden.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>7&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"7\"/>Durch die Verpf&#228;ndung der G... Aktien und die Auszahlung seien die Gl&#228;ubiger der Schuldnerin objektiv benachteiligt worden (&#167; 129 ZPO).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>8&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"8\"/>Dabei habe Vorsatz der Schuldnerin bestanden (vgl. zum Vorsatz BGH, Urteil vom 13.04.2006 - IX ZR 158/05; und vom 05.03.2009 - IX ZR 85/07), die Gl&#228;ubigergesamtheit zu benachteiligen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>9&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"9\"/>Beim Abschluss der Verpf&#228;ndungserkl&#228;rung wie auch bei der Auszahlung sei die Schuldnerin zahlungsunf&#228;hig gewesen (&#167; 17 InsO; s. dazu BGH, Urteil vom 24.05.2005 - IX ZR 123/04). Sofern bei Vornahme der fraglichen Rechtshandlung - wie vorliegend - f&#228;llige Verbindlichkeiten bestanden h&#228;tten, die bis zur Verfahrenser&#246;ffnung nicht mehr beglichen worden seien, sei regelm&#228;&#223;ig von der Zahlungsunf&#228;higkeit zu diesem Zeitpunkt auszugehen (BGH, Urteil vom 12.10.2006 - IX ZR 228/03). Etwas anderes gelte nur dann, wenn auf Grund konkreter Umst&#228;nde damals habe angenommen werden k&#246;nnen, der Schuldner werde rechtzeitig in der Lage sein, die Verbindlichkeiten zu erf&#252;llen. Solche Umst&#228;nde habe der Beklagte nicht vorgetragen. Vielmehr sei der Vortrag des Kl&#228;gers zu Verbindlichkeiten der Schuldnerin unstreitig geblieben. Der Vortrag im Schriftsatz vom 01.02.2015 (GA 96), wonach der vom Kl&#228;ger behauptete Sachverhalt unzutreffend sei, sofern er nicht ausdr&#252;cklich zugestanden werde, stelle keine ausreichende Erkl&#228;rung zur Behauptung des Kl&#228;gers im Sinne des &#167; 138 Abs. 2 ZPO dar. Ein pauschales Bestreiten gen&#252;ge angesichts des substantiierten und detaillierten Vortrags des Kl&#228;gers zur Zahlungsunf&#228;higkeit nicht.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>10&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"10\"/>Ein erhebliches Beweisanzeichen f&#252;r einen Benachteiligungsvorsatz des Schuldners sei regelm&#228;&#223;ig gegeben, wenn die von der angefochtenen Rechtshandlung betroffenen Gl&#228;ubiger eine Befriedigung oder Sicherung erhielten, die sie nicht, nicht in der Art oder nicht zu der Zeit h&#228;tten beanspruchen k&#246;nnen, mithin eine inkongruente Deckung im Sinne von &#167; 131 InsO (BGH, Urteil vom 08.12. 2011 - IX ZR 156/09). Eine solche liege hier vor.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>11&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"11\"/>Konkrete Anhaltspunkte daf&#252;r, dass die Schuldnerin w&#252;rde Liquidit&#228;t schaffen k&#246;nnen, um die f&#228;lligen Forderungen alsbald zu begleichen, habe der Beklagte nicht vorgetragen. Solches dr&#228;nge sich auch nicht auf.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>12&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"12\"/>Die Zahlung an den Beklagten lasse nicht auf Liquidit&#228;t schlie&#223;en. Sie sei zudem nicht aus dem liquiden Verm&#246;gen der Schuldnerin erfolgt. Dass die Schuldnerin in einem anderen Verfahren vor dem LG Stuttgart keinen Antrag auf Prozesskostenhilfe gestellt habe, weise nicht auf Liquidit&#228;t hin; ein Antrag h&#228;tte nach &#167; 116 S. 1 Nr. 2 ZPO kaum Aussichten auf Erfolg gehabt.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>13&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"13\"/>Unstreitig h&#228;tte die Vollstreckung der vorliegenden Titel die Insolvenz der Schuldnerin ausgel&#246;st.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>14&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"14\"/>Der Beklagte habe zum Zeitpunkt der anfechtbaren Handlungen auch jeweils Kenntnis vom Benachteiligungsvorsatz der Schuldnerin gehabt. Gem&#228;&#223; &#167; 133 Abs. 1 S. 2 InsO werde diese Kenntnis vermutet, wenn der andere Teil gewusst habe, dass die Zahlungsunf&#228;higkeit drohe und dass die Handlung die Gl&#228;ubiger benachteilige. Nach &#167; 166 Abs. 1 BGB sei auf die Kenntnis der Streithelferin abzustellen. Sie habe die wesentlichen Umst&#228;nde zur wirtschaftlichen Lage der Schuldnerin gekannt (OLG Karlsruhe, Beschluss vom 14.08.2014 - 6 U 58/14). Au&#223;erdem sei es gerade um eine Sicherung gegangen, was allein schon Zahlungsschwierigkeiten offenbare; zudem sei eine Zahlung von nur 10% in vier Monaten als verfallhindernd festgeschrieben worden. Der allgemein gehaltene Vortrag des Beklagten zu Rekapitalisierungsma&#223;nahmen reiche nicht aus. Der Beklagte h&#228;tte den ausf&#252;hrlichen Vortrag des Kl&#228;gers substantiiert bestreiten m&#252;ssen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>15&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"15\"/>Der Vortrag der Streithelferin hierzu werde zudem nach &#167;&#167; 296 Abs. 2, 282 Abs. 2, 129 Abs. 1 ZPO als versp&#228;tet zur&#252;ckgewiesen. Der Schriftsatz sei erst zwei Tage vor dem Verhandlungstermin eingegangen. Der Kl&#228;ger habe daher die zur Stellungnahme erforderlichen Erkundigungen bis zum Termin nicht einholen k&#246;nnen. Zwar sei ihm zur Gew&#228;hrung rechtlichen Geh&#246;rs ein Schriftsatzrecht nach &#167; 283 ZPO nachgelassen worden. Bei Ber&#252;cksichtigung des neuen Vortrages h&#228;tte jedoch Beweis erhoben werden m&#252;ssen, was zu einer Verz&#246;gerung des Rechtsstreits gef&#252;hrt h&#228;tte.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>16&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"16\"/>Daneben sei der Streithelferin mit Verf&#252;gung vom 13.04.2015 (GA 235), zugestellt am 16.04.2015 (GA 238), Gelegenheit zur Stellungnahme zum Kl&#228;gervortrag bis 04.05.2015 gew&#228;hrt worden. Die Frist sei fruchtlos abgelaufen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>17&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"17\"/>Die Versp&#228;tung beruhe auf grober Nachl&#228;ssigkeit. Die Streithelferin habe die ma&#223;gebenden Umst&#228;nde gekannt und sei dem Rechtsstreit bereits am 04.02.2015 beigetreten. Sie habe ausreichend Zeit gehabt, zum Klagevortrag Stellung zu nehmen. Das Prozessverhalten der Streithelferin f&#252;hre das Gericht dazu, sein Ermessen dahin auszu&#252;ben, den Vortrag zur&#252;ckzuweisen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"18\"/>Gem&#228;&#223; &#167; 143 InsO m&#252;sse dasjenige, was durch eine anfechtbare Handlung aus dem Verm&#246;gen der Schuldnerin weggegeben worden sei, zur Insolvenzmasse zur&#252;ckgew&#228;hrt werden. Hier m&#252;sse der Beklagte die 80.099,07 EUR zur&#252;ckzahlen; mehr aber nicht.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"19\"/>Der Anspruch sei nicht verj&#228;hrt (&#167; 146 Abs. 1 InsO, &#167;&#167; 195, 199 BGB). Zwar habe der Beklagte die Einrede der Verj&#228;hrung erhoben, die mit Klageeinreichung gem. &#167; 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB eingetretene Hemmung und die Hemmung durch Vergleichsverhandlungen f&#252;hre unabh&#228;ngig von einem etwaigen Verzicht des Beklagten auf die Einrede der Verj&#228;hrung aber dazu, dass die Verj&#228;hrung nicht eingetreten sei. Die Parteien h&#228;tten vereinbart, dass die vom Beklagten nicht substantiiert bestrittenen Vergleichsgespr&#228;che nur durch schriftliche Mitteilung beendet werden k&#246;nnten. Eine solche sei erst am 19.12.2014 durch den Kl&#228;ger abgegeben worden.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"20\"/>Die Streithelferin habe mit Wirkung f&#252;r den Beklagten Vergleichsverhandlungen mit dem Kl&#228;ger f&#252;hren k&#246;nnen. Ob der zugrundeliegende Anwaltsvertrag wegen Versto&#223;es gegen &#167; 43a Abs. 4 BRAO unwirksam sei, habe keinen Einfluss auf die Wirksamkeit der erteilten Vollmacht, unabh&#228;ngig davon, ob die Vollmacht zum F&#252;hren eines Rechtsstreits (Prozessvollmacht) oder zur Vornahme sonstiger Rechtshandlungen erteilt worden sei. Die Bevollm&#228;chtigung sei von dem ihr zugrundeliegenden Rechtsverh&#228;ltnis abstrakt. Die Vollmacht an einen Rechtsanwalt sei daher unabh&#228;ngig von dem zugrunde liegenden Mandatsverh&#228;ltnis wirksam (BGH, Urteile vom 19.03.1993 - V ZR 36/92; und vom 14.05.2009 - IX ZR 60/08); die Wirksamkeit von Rechtshandlungen eines Rechtsanwalts werde nicht durch einen Versto&#223; gegen ein berufsrechtliches T&#228;tigkeitsverbot ber&#252;hrt (BGH, Urteil vom 14.05.2009 - IX ZR 60/08).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"21\"/>Da die Vergleichsverhandlungen erst durch das Schreiben des Kl&#228;gers vom 19.12.2014 beendet worden seien und die Aufnahme des Gerichtsverfahrens mit Schriftsatz vom 22.12.2014 beantragt worden sei, sei Verj&#228;hrung nach Ma&#223;gabe der &#167;&#167; 203, 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB nicht eingetreten.</td></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"22\"/>Gegen dieses Urteil hat der Beklagte form- und fristgerecht Berufung eingelegt und sein Rechtsmittel prozessordnungsgem&#228;&#223; begr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"23\"/>Der Beklagte tr&#228;gt unter Beweisantritt vor:</td></tr></table>\n            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"24\"/>Er habe eine Zahlungsunf&#228;higkeit bzw. andauernde Zahlungsunf&#228;higkeit erstinstanzlich substantiiert bestritten. Bereits im Schriftsatz vom 01.02.2015 sei vorgetragen, dass der vollst&#228;ndige Ausgleich der Forderung gegen&#252;ber dem Beklagten durch die Schuldnerin f&#252;r die Liquidit&#228;t der Schuldnerin spreche.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>25&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"25\"/>Der Vortrag des Streitverk&#252;ndeten best&#228;tige dies und sei nicht versp&#228;tet, da der Kl&#228;ger auf den Vortrag des Beklagten vom 01.02.2015 h&#228;tte vortragen k&#246;nnen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>26&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"26\"/>Im Verhandlungstermin vom 03.07.2015 habe der Kl&#228;ger ausdr&#252;cklich einen Schriftsatznachlass auf die Schrifts&#228;tze des Beklagten vom 29.06.2015 und der Streithelferin vom 01.07.2015 beantragt und erhalten. Er habe unter dem 13.07.2015 auf den Schriftsatz des Beklagten vom 29.06.2015 und der Streithelferin vom 01.07.2015 Stellung genommen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>27&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"27\"/>2005 seien zahlreiche Urteile gegen die Schuldnerin ergangen. Aus diesem Grund sei es mit den wesentlichen Gl&#228;ubigervertretern zu Kontakten gekommen mit unterbreiteten L&#246;sungsm&#246;glichkeiten durch sogenannte Deinvestments. Zudem h&#228;tten durch sogenannte Konzeptionsvertr&#228;ge der Gesellschaft als Emissionshaus j&#228;hrlich mehrere Millionen Euro Einnahmen generiert werden sollen. Dieser Sachverhalt sei dem Kl&#228;ger als Insolvenzverwalter bekannt gewesen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>28&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"28\"/>Aus den Unterlagen habe sich ergeben, dass mit den Deinvestments bereits begonnen gewesen sei und kurzfristig realisierbare Verm&#246;genswerte im mindestens mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zur Verf&#252;gung gestanden h&#228;tten.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>29&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"29\"/>Aus den begonnenen Deinvestitionen h&#228;tten auch Mandanten der Streitverk&#252;ndeten bereits im August 2005 Zahlungen erhalten. Ab Mitte 2005 bis Ende 2005 seien aus der Sicht der Streitverk&#252;ndeten mit den wesentlichen Gl&#228;ubigern langfristig Zahlungsvereinbarungen bzw. endg&#252;ltige Zahlungsvereinbarungen geschlossen worden und damit sei Zeit f&#252;r die weiteren Deinvestitionen zur Verf&#252;gung gestellt gewesen; so auch mit dem gr&#246;&#223;ten Gl&#228;ubiger. Damit sei im November 2005 die Zahlungsunf&#228;higkeit beseitigt gewesen. Dies ergebe sich aus den Feststellungen der Staatsanwaltschaft B... (Gutachten zur Zahlungsunf&#228;higkeit vom 02.03.2009, S. 24/26, 41 f.).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>30&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"30\"/>Von Darlehensk&#252;ndigungen sei der Streitverk&#252;ndeten zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt gewesen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>31&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"31\"/>Das Landgericht habe dieses Vorbringen nebst dem angebotenen Beweis f&#228;lschlicherweise als versp&#228;tet angesehen und daher &#252;bergangen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>32&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"32\"/>Dar&#252;ber hinaus habe es die Verj&#228;hrungseinrede, welche aufrecht erhalten werde, falsch behandelt. Im Verhandlungstermin am 20.03.2015 sei beklagtenseits vorgetragen worden, dass die vormalige Vertretung des Beklagten durch die hiesige Streithelferin aufgrund des bestehenden Interessenkonfliktes unwirksam gewesen sei, was dem Kl&#228;ger und der Streitverk&#252;ndeten aus Parallelverfahren seit 2011 bekannt gewesen sei (Interessenkonflikt im Sinne des &#167; 43 a Abs. 4 BRAO; Nichtigkeit des Auftrages gem. &#167; 134 BGB). Da der Kl&#228;ger seit 2011 von dem Interessenkonflikt gewusst habe, k&#246;nne er sich nicht auf den Rechtsschein der Vollmacht oder auf eine Anscheinsvollmacht berufen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>33&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"33\"/>Am 01.03.2011 sei das Ruhen des Verfahrens beschlossen worden, so dass die Verj&#228;hrung nicht weiter gehemmt worden sei (vgl. BGH, Urteil vom 21.02.1983 - VIII ZR 4/82). In ihrem Antrag vom 23.02.2011 habe die Streithelferin nicht erkl&#228;rt, dass w&#228;hrend des Ruhens des Verfahrens auf die Einrede der Verj&#228;hrung verzichtet werde. Der Ruhensantrag habe gestellt werden k&#246;nnen, da Prozesshandlungen von der Nichtigkeit der Vollmacht nicht erfasst seien (BGH, Urteil vom 14.05.2006 - IX ZR 60/08).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>34&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"34\"/>Vergleichsverhandlungen h&#228;tten zwischen den Parteien nicht gef&#252;hrt werden k&#246;nnen, da die Streithelferin den Beklagten nicht habe vertreten k&#246;nnen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>35&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"35\"/>Die Verj&#228;hrung der Anspr&#252;che des Kl&#228;gers habe mit Er&#246;ffnung des Insolvenzverfahrens der Schuldnerin im Jahre 2007 begonnen und w&#228;re somit mit Ablauf des 31.12.2010 eingetreten, sei jedoch mit der Klageerhebung vom 07.12.2010 am 10.12.2010, gehemmt worden, bis zum Beschluss &#252;ber das Ruhen des Verfahrens vom 01.03.2011 bzw. sechs Monate nach der letzten Verfahrenshandlung am 01.09.2011 (&#167; 204 Abs. 2 BGB). Dies f&#252;hre zur Verj&#228;hrung seit 02.09.2011 bzw. sp&#228;testens seit Oktober 2011.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>36&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"36\"/>Weder liege ein Einredeverzicht vor, noch ein anderer Hemmungstatbestand. Da schon die zugrunde liegende Vereinbarung unwirksam gewesen sei, habe entgegen LGU 18 die Beendigung von Vertragsverhandlungen nicht der Schriftform bedurft.</td></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>37&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"37\"/>Der Beklagte beantragt,</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>38&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"38\"/>I. im Falle einer eigenen Sachentscheidung des Berufungsgerichts ab&#228;ndernd die Klage abzuweisen;</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>39&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"39\"/>II. hilfsweise unter Aufhebung des angefochtenen Urteils den Rechtsstreit zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht Stuttgart zur&#252;ckzuverweisen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>40&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"40\"/>Der Kl&#228;ger beantragt:</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>41&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"41\"/>die Berufung des Beklagten zur&#252;ckzuweisen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>42&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"42\"/>Der Kl&#228;ger verteidigt das landgerichtliche Urteil und tr&#228;gt vor:</td></tr></table>\n            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>43&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"43\"/>Einzelne Zahlungen, ggf. sogar betr&#228;chtliche Zahlungen, st&#252;nden der Zahlungsunf&#228;higkeit nicht entgegen (BGH, ZInsO 2011, 1410).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>44&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"44\"/>Der Vortrag der Berufung zu &#8222;Deinvestitionen\" und kurzfristig realisierbaren Verm&#246;genswerten in einem mittlerem zweistelligen Millionen-EUR-Bereich bleibe in allgemeinen Formulierungen stecken. Es fehle jegliches substantiierte Vorbringen zu diesen angeblich kurzfristig realisierbaren Verm&#246;genswerten. Folglich sei dieses Vorbringen bereits in erster Instanz umf&#228;nglich bestritten worden.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>45&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"45\"/>Der Hinweis auf angebliche Feststellungen der Staatsanwaltschaft G... sei ungeeignet, die detailliert dargelegte Zahlungsunf&#228;higkeit der Schuldnerin zu den hier ma&#223;geblichen Zeitpunkten zu entkr&#228;ften. Im Gegenteil komme sie zu dem Ergebnis, dass zum Ende des Jahres 2005 bei f&#228;lligen Verbindlichkeiten in H&#246;he von 6.995.960,33 EUR eine Liquidit&#228;tsunterdeckung in H&#246;he von 6.376.896,45 EUR, mithin eine Liquidit&#228;tsl&#252;cke von 91,15% der f&#228;lligen Gesamtverbindlichkeiten bestanden habe. Im Jahr 2005 habe bereits Zahlungsunf&#228;higkeit gedroht, sp&#228;testens zum 31.12.2005 sei sie eingetreten.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>46&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"46\"/>Zudem habe das Landgericht den bestrittenen Vortrag der Streithelferin nach &#167;&#167; 296 Abs. 2, 282 Abs. 2 ZPO zur&#252;ckgewiesen. Er bleibe damit in der Berufungsinstanz ausgeschlossen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>47&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"47\"/>Verj&#228;hrung sei nicht eingetreten. Die Erkl&#228;rungen der Streithelferin zum Einredeverzicht seien wirksam. Die Parteien seien sich nicht dar&#252;ber einig gewesen, dass die bevollm&#228;chtigten Rechtsanw&#228;lte wegen eines Interessenkonflikts die Anleger nicht mehr h&#228;tten vertreten d&#252;rfen. Erstmals mit Schriftsatz vom 01.07.2015 habe der Prozessbevollm&#228;chtigte des Beklagten ein dahingehendes Urteil &#252;ber eine m&#246;gliche Pflichtverletzung der Streithelferin vorgelegt. Ob dieses &#252;berhaupt in Rechtskraft erwachsen sei, sei weiterhin offen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>48&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"48\"/>Die vorgenommenen Rechtshandlungen seien davon ohnehin unber&#252;hrt. Die Nichtigkeit des Gesch&#228;ftsbesorgungsvertrages ber&#252;hre die Wirksamkeit der Vollmacht nicht (BGH, Urteil vom 14.05.2009 - IX ZR 60/08).</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>49&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"49\"/>Rechtzeitig vor dem 31.12.2014 sei das anh&#228;ngige Verfahren fortgef&#252;hrt worden.</td></tr></table>\n        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>50&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"50\"/>Wegen der weiteren Einzelheiten des Parteivortrages im zweiten Rechtszug wird auf die im Berufungsverfahren eingereichten Schrifts&#228;tze nebst Anlagen sowie die Sitzungsniederschrift vom 19. Mai 2016 Bezug genommen.</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>II.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>51&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"51\"/>Die Berufung ist zul&#228;ssig, aber unbegr&#252;ndet. Die Klage ist zul&#228;ssig und, soweit im Berufungsverfahren noch streitgegenst&#228;ndlich, begr&#252;ndet, wie vom Landgericht erkannt. Das erstinstanzliche Urteil leidet nicht an von Amts wegen zu beachtenden Verfahrensfehlern. Die Berufung erhebt weder durchgreifende Verfahrensr&#252;gen, noch begr&#252;ndet sie Zweifel an der Richtigkeit der landgerichtlichen Tatsachenfeststellungen; diese sind damit f&#252;r das Berufungsverfahren bindend. Auf Grundlage ihrer hat das Landgericht richtig entschieden. Dem Kl&#228;ger steht als Insolvenzverwalter der vom Landgericht zugesprochene R&#252;ckforderungsanspruch (&#167; 143 Abs. 1 InsO) nach der unstreitig erkl&#228;rten Insolvenzanfechtung nach &#167; 133 Abs. 1 InsO in der Hauptsache zu. Hinzu kommt der zugesprochene Zinsanspruch, den die Berufung - zul&#228;ssigerweise - nicht gesondert bek&#228;mpft, sondern nur inzident mit ihren Angriffen gegen die Hauptforderung.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>A</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>52&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"52\"/>Die Verfahrensr&#252;gen der Beklagten verfangen nicht.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>1.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>53&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"53\"/>Das Landgericht hat nicht gegen den Anspruch des Beklagten auf rechtliches Geh&#246;r (Art. 103 Abs. 1 GG) versto&#223;en. Es hat insbesondere nicht ein wirksames Bestreiten des Beklagten zur Zahlungsunf&#228;higkeit der Schuldnerin bzw. zu deren andauernder Zahlungsunf&#228;higkeit &#252;bergangen, noch entscheidungserheblichen Beweisantritt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>a)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>54&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"54\"/>Der Beklagte bezieht sich hierzu auf seinen erstinstanzlich gehaltenen Vortrag, den das Landgericht aber in seinem Urteil aufgearbeitet hat. Es hat dabei insbesondere zutreffend ausgef&#252;hrt, dass der Vortrag des Beklagten zu Versuchen der Schuldnerin, sich Liquidit&#228;t zu verschaffen, nicht hinreichend substantiiert war. Dieser war lediglich ganz allgemein gehalten und lie&#223; weder erkennen, durch welche konkreten Ma&#223;nahmen ein Liquidit&#228;tszufluss erwirkt werden sollte, noch in welcher H&#246;he er realistischerweise zu erwarten war, noch in welchen Zeitl&#228;uften. Damit lie&#223; dieser Vortrag nicht erkennen, dass die vom Landgericht zutreffend beschriebene Zahlungsunf&#228;higkeit h&#228;tte vollst&#228;ndig behoben werden k&#246;nnen (zum Ma&#223;stab f&#252;r die Beseitigung einer Zahlungskrise noch unten II. B).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>b)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>55&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"55\"/>Schon im Ansatz verfehlt ist der Vortrag, die Zahlung an den Beklagten belege, dass die Schuldnerin zum Ausgleich ihrer Schulden im Stande gewesen w&#228;re und damit nicht illiquide. Diese Betrachtung beschr&#228;nkt sich auf die Forderung des Beklagten, l&#228;sst aber au&#223;er Acht, dass das Insolvenzrecht nach der Gesamtheit der Verbindlichkeiten fragt. Das insolvenzrechtliche Anfechtungsrecht hat gerade auch die F&#228;lle im Blick, in denen ein Gl&#228;ubiger bevorzugt und zum Nachteil der anderen befriedigt wird, was immer voraussetzt, dass zwar gen&#252;gend Mittel vorhanden sind, ihn zu befriedigen, aber nicht gen&#252;gend, um alle Schulden abzutragen. S&#228;he der Gesetzgeber in der M&#246;glichkeit, einzelne Gl&#228;ubiger zu befriedigen, einen Wegfall der Zahlungsunf&#228;higkeit, so ginge dieses Anfechtungsrecht weithin ins Leere; die Auslegung, die der Beklagte hier zugrunde liegt, ist gesetzeszweckwidrig.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>56&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"56\"/>Daher hatte das Landgericht hierzu keinen Beweis einzuholen, und auch der Senat hat dies nicht zu tun.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>2.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>57&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"57\"/>Den Vortrag des Streitverk&#252;ndeten hat das Landgericht zurecht und mit zutreffender Begr&#252;ndung als versp&#228;tet zur&#252;ckgewiesen. Die Berufung setzt sich mit dem Verfahrensgang nicht detailliert auseinander, sondern setzt lediglich ihre eigene Rechtsauffassung an die Stelle derjenigen des Landgerichts. Damit kann sie keinen Erfolg haben. Der zur&#252;ckgewiesene Vortrag bleibt nebst den zugeh&#246;rigen Beweisantritten pr&#228;kludiert.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>a)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>58&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"58\"/>Eine Partei, die eine gerichtlich gesetzte Stellungnahmefrist verstreichen l&#228;sst, verh&#228;lt sich regelm&#228;&#223;ig grob nachl&#228;ssig. Ein anderes gilt nur, wenn Gr&#252;nde vorliegen, die sie gehindert haben, die Frist einzuhalten und dar&#252;ber hinaus auch, rechtzeitig einen Fristverl&#228;ngerungsantrag zu stellen.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>b)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>59&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"59\"/>Ebenso verst&#246;&#223;t eine Partei regelm&#228;&#223;ig - auch ohne gerichtliche Fristsetzung - gegen ihre Prozessf&#246;rderungspflicht, wenn sie erst zwei Tage vor einem angesetzten Termin zur m&#252;ndlichen Verhandlung neuen Sachvortrag h&#228;lt, obwohl sie diesen unter Beachtung der berechtigten Interessen ihres Prozessgegners an einer sachgerechten Terminvorbereitung und des Gerichts an einer ordnungsgem&#228;&#223;en Terminvorbereitung unter Beachtung der gesetzlichen Regelfristen h&#228;tte halten k&#246;nnen. Gem&#228;&#223; &#167; 132 Abs. 1 ZPO ist der vorbereitende Schriftsatz, der neue Tatsachen oder ein anderes neues Vorbringen enth&#228;lt, so rechtzeitig einzureichen, dass er mindestens eine Woche vor der m&#252;ndlichen Verhandlung zugestellt werden kann; zugrunde zu legen ist der gew&#246;hnliche Gesch&#228;ftsgang. Gem&#228;&#223; &#167; 282 Abs. 2 ZPO sind Angriffs- und Verteidigungsmittel, auf die der Gegner voraussichtlich ohne vorhergehende Erkundigung keine Erkl&#228;rung abgeben kann, vor der m&#252;ndlichen Verhandlung durch Vorbereiten eines Schriftsatzes so zeitig mitzuteilen, dass der Gegner die erforderliche Erkundigungen noch einzuziehen vermag. Damit ist der Umfang der Prozessf&#246;rderungspflicht in Bezug auf die Rechtzeitigkeit neuen Vorbringens vom Gesetzgeber festgelegt (vgl. LG N&#252;rnberg-F&#252;rth, Urteil vom 11. November 2013 &#8211; 6 O 2137/13, bei juris Rz. 20 f.; s. auch die allerdings geb&#252;hrenrechtlich i.E. kritisch zu sehende Rechtsprechung in OLG D&#252;sseldorf, MDR 1995, 752, bei juris Rz. 4).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>c)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>60&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"60\"/>Gegen alle drei Vorgaben hat die Streithelferin gr&#246;blich versto&#223;en. Dies hat das Landgericht in seinem Urteil ebenso eingehend aufgezeigt, wie die daraus resultierende Verz&#246;gerung des Rechtsstreits im Falle der Ber&#252;cksichtigung des versp&#228;teten Vortrages. Hierf&#252;r ist entscheidend, dass das Gericht bei Ber&#252;cksichtigung des neuen Vortrages einen neuen Verhandlungstermin h&#228;tte bestimmen m&#252;ssen, w&#228;hrend der Rechtsstreit ohne diesen Vortrag entscheidungsreif war.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>d)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>61&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"61\"/>Infolge dessen konnte dieser Vortrag auch keinen Grund zu einer Beweiserhebung geben. Daran &#228;ndert auch nichts, dass der Kl&#228;ger einen Schriftsatznachlass erhalten und innert offener Frist (bestreitend) vorgetragen hat. Dieses Vorgehen ist geboten, damit das Gericht entscheiden kann, ob der versp&#228;tete Vortrag zu einer Verz&#246;gerung des Rechtsstreits f&#252;hrt. Davon zu trennen sind die vorgelagerte Feststellung der grob nachl&#228;ssig herbeigef&#252;hrten Versp&#228;tung und die nachgelagerte dazu, ob eine Verz&#246;gerung des Rechtsstreits eintr&#228;te, w&#252;rde der Vortrag ber&#252;cksichtigt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>B</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>62&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"62\"/>Die Berufung vermag auch im &#220;brigen nicht durchzudringen. Der Senat nimmt vorab auf die eingehende, zutreffende Begr&#252;ndung des landgerichtlichen Urteils Bezug, um Wiederholungen zu vermeiden. Erg&#228;nzend zu den Berufungsangriffen:</td></tr></table>\n    <table><tr><td>1.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>63&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"63\"/>Im Ausgangspunkt war die Schuldnerin zu den beiden ma&#223;gebenden Zeitpunkten in einem Umfang in Zahlungsr&#252;ckst&#228;nde geraten, dass eine Insolvenzreife im Sinne des &#167; 17 InsO (Zahlungsunf&#228;higkeit) vorgelegen hat, wie vom Landgericht dargelegt. An den vom Landgericht hierzu festgestellten Tatsachen weckt das Berufungsvorbringen keinen Zweifel. Der einzige Ansatzpunkt hierzu ist die pauschale Bezugnahme auf ein im Auftrag der ermittelnden Staatsanwaltschaft eingeholtes Gutachten. Er f&#252;hrt aber nicht &#252;ber die dramatische Kapitalunterdeckung hinweg, die seinerzeit unstreitig bei &#252;ber 90% lag. Auch an den titulierten Forderungen in siebenstelliger H&#246;he, die gleichfalls unstreitig seinerzeit bestanden, nimmt dieser Vortrag nichts weg.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>2.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>64&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"64\"/>Die Schuldnerin hat ihre Liquidit&#228;t auch weder wiedererlangt, noch bestanden konkrete Anhaltspunkte, die dies auch nur h&#228;tten tragf&#228;hig erwarten lassen.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>a)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>65&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"65\"/>Das Landgericht hat erkannt, dass eine solche Insolvenzreife sp&#228;ter wieder entfallen kann, so dass auch eine Zahlung, die ab diesem Zeitpunkt erfolgt, nicht mehr ohne weiteres als gl&#228;ubigerbenachteiligend angesehen werden kann, dass es dazu aber nicht ausreicht, wenn einzelne Forderungen beglichen werden. Denn das Begleichen einzelner Forderungen setzt nur einen Durchfluss an liquiden Mitteln voraus, besagt aber nichts aus &#252;ber das Verh&#228;ltnis zwischen diesen und den Gesamtverbindlichkeiten, also nichts &#252;ber &#220;berschuldung, noch &#252;ber eine Zahlungsunf&#228;higkeit in Bezug auf die Gesamtverbindlichkeiten, also auch nichts &#252;ber die Insolvenzreife.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>66&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"66\"/>Vielmehr muss bei einer Gesamtbetrachtung festgestellt werden k&#246;nnen, dass die vormalige Zahlungsunf&#228;higkeit nicht mehr besteht. Diese Ver&#228;nderung der tats&#228;chlichen Verh&#228;ltnisse steht als ihm g&#252;nstig zur Darlegungs- und Beweislast des Beklagten, nachdem die Zahlungsunf&#228;higkeit des Unternehmens f&#252;r einen vorausgegangenen Zeitpunkt feststeht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>67&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"67\"/>Es kann dahinstehen, ob den Kl&#228;ger als Insolvenzverwalter eine sekund&#228;re Darlegungslast f&#252;r Umst&#228;nde trifft, aus denen sich das Fortbestehen einer nach &#167; 17 Abs. 1 und Abs. 2 InsO eingetretenen Insolvenzreife ergibt. Denn eine sekund&#228;re Darlegungslast f&#252;hrt nicht zur Beweislastumkehr, sondern lediglich dazu, dem Gegner, der aus eigener Kenntnis nichts zu einem bestimmten Vorgang vortragen kann, die M&#246;glichkeit zu er&#246;ffnen, der ihm prim&#228;r obliegenden Darlegungslast nachzukommen und Beweis anzutreten.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>68&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"68\"/>Vorliegend hat der Kl&#228;ger substantiiert vorgetragen, dass die Zahlungsunf&#228;higkeit der Schuldnerin zu den fraglichen Zeitpunkten vorgelegen habe. Dies zu widerlegen h&#228;tte dem Beklagten oblegen.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>b)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>69&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"69\"/>Der Beklagte hat aber weder erstinstanzlich noch im Berufungsverfahren Tatsachen vorgetragen, die darauf schlie&#223;en lie&#223;en, dass die Zahlungsunf&#228;higkeit der Schuldnerin entfallen sei.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>aa)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>70&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"70\"/>Der Vortrag zu aufschiebenden bzw. endg&#252;ltigen Zahlungsvereinbarungen mit den gr&#246;&#223;ten Gl&#228;ubigern der Schuldnerin bleibt substanzlos. Daher kommt es nicht darauf an, dass, dieses Vorbringen als im Ergebnis richtig unterstellt, nicht verst&#228;ndlich ist, weshalb die Schuldnerin danach trotzdem in Insolvenz gefallen ist und - unstreitig - zahlreiche bereits vor Ablauf des Jahres 2005 titulierte Forderungen nicht beglichen wurden.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>bb)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>71&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"71\"/>Der Vortrag zu &#8222;Deinvestments&#8220; bzw. &#8222;Deinvestitionen&#8220; und &#8222;Konzeptionsvertr&#228;gen&#8220; bleibt g&#228;nzlich substanzlos, so dass es nicht darauf ankommt, dass die Substantiierung dieses im ersten Rechtszug nur ganz allgemein gehaltenen Vortrages im Berufungsverfahren als neues Vorbringen einzustufen w&#228;re und der Schranke der &#167;&#167; 529 Abs. 1, 531 Abs. 2 ZPO unterl&#228;ge (Krause, in: jurisPR-MedizinR, 1/2016, Anm. 2, der zur Abgrenzung zur erg&#228;nzenden Substantiierung bereits erstinstanzlich hinreichenden Vortrages verweist auf BGH, Beschl&#252;sse vom 21. Dezember 2006 - VII ZR 279/05; vom 02. April 2009 - V ZR 177/08; und vom 10. M&#228;rz 2015 - VI ZB 28/14).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>3.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>72&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"72\"/>Das Wissen der Streitverk&#252;ndeten um die wirtschaftliche Lage der Schuldnerin zieht das Berufungsvorbringen gleichfalls nicht in Zweifel. Allein die vom Landgericht - unangegriffen - festgestellten, mit Hilfe der Streitverk&#252;ndeten titulierten Summen legten eine Zahlungsunf&#228;higkeit der Schuldnerin nahe. Hinzu kommt, dass - wie vom Landgericht zurecht hervorgehoben - in einer Vielzahl von F&#228;llen ebenso wie beim Beklagten eine Sicherung gesucht wurde, was impliziert, dass die titulierte Forderung aus Sicht der Streitverk&#252;ndeten - und damit auch des Beklagten - nicht sicher realisierbar war.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>4.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>73&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"73\"/>Auch die Verj&#228;hrungseinrede hat das Landgericht zurecht f&#252;r nicht durchgreifend erachtet.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>a)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>74&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"74\"/>Die Berufung greift nicht die Tatsachenfeststellungen des Landgerichts zum zeitlichen Ablauf an, sondern hebt weiterhin auf eine Nichtigkeit des Gesch&#228;ftsbesorgungsvertrages zwischen der Streithelferin und dem Beklagten ab, aus der sie ableitet, die Streithelferin habe keine Verhandlungen mit Wirkung f&#252;r und gegen den Beklagten vornehmen und ihn nicht in Abreden binden k&#246;nnen. Dies geht aber aus den gleichfalls vom Landgericht zutreffend wiedergegebenen Rechtsgr&#252;nden fehl und an den Gr&#252;nden des landgerichtlichen Urteils vorbei. Das Landgericht hat nicht auf einen Rechtsschein der Vollmacht abgestellt, sondern darauf, dass diese von dem Gesch&#228;ftsbesorgungsvertrag abstrakt ist und folglich von einer Unwirksamkeit jenes Vertrages nicht erfasst wird. Einer Bindung aus Rechtsschein bedarf es dann nicht.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>aa)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>75&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"75\"/>Anders als in der vom Bundesgerichtshof zum Rechtsberatungsgesetz entschiedenen Konstellation (vgl. BGHZ 154, 283, 286 f, BGH, Urteile vom 17. Oktober 2006 - XI ZR 185/05, WM 2007, 110, 112; und vom 22. Mai 2007 - XI ZR 338/05, MittBayNot 2008, 204, 205) und als m&#246;glicherweise bei einem Verlust der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft (vgl. BGHZ 166, 117, 123, Rn. 16; BGH, Beschluss vom 22. April 2008 - X ZB 18/07, MDR 2008, 873, 874) gebietet der Schutz des Mandanten im Falle einer Interessenkollision keine Erstreckung der etwaigen Unwirksamkeit des Gesch&#228;ftsbesorgungsvertrages nach &#167; 43a BRAO auf die damit einhergehende, rechtlich aber abstrakte Vollmacht. Das Bed&#252;rfnis, die Mandanten vor ungeeigneten Rechtsvertretern zu sch&#252;tzen (BGHZ 166, 117, 123, Rn. 16; BGH, Beschluss vom 22. April 2008 - X ZB 18/07), wird hier nicht ber&#252;hrt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>76&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"76\"/>Der Schutzzweck der Norm geht hier vielmehr dahin, einen Interessenkonflikt im konkreten Fall zu verhindern, um einer daraus resultierenden sch&#228;digenden Schlechterf&#252;llung des Mandats vorzubeugen und den Rechtsanwaltsstand vor Integrit&#228;tszweifeln und Ansehensverlust zu bewahren, die der Stellung des Rechtsanwalts als Organ der Rechtspflege abtr&#228;glich w&#228;ren.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>77&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"77\"/>Soweit das &#246;ffentliche Interesse hieran nicht lediglich einen Reflex darstellt, ist es bereits durch die Erkl&#228;rung des Rechtsanwalts tangiert, das Mandat zu &#252;bernehmen. Es bezieht sich nur auf den Gesch&#228;ftsbesorgungsvertrag selbst. Die Norm ist zumindest im &#220;brigen privatn&#252;tzig.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>bb)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>78&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"78\"/>Bei einer Erstreckung der Nichtigkeitsfolge des Anwaltsvertrages auf die Vollmacht w&#252;rde zudem das Vertrauen des Beklagten sowie der &#252;brigen Beteiligten, dass die Erkl&#228;rungen des beauftragten Rechtsanwalts wirksam seien, au&#223;er Acht gelassen (vgl. BGH, Urteile vom 19. M&#228;rz 1993 - V ZR 36/92; und vom 14. Mai 2009 &#8211; IX ZR 60/08, MDR 2009, 996, bei juris Rz. 9 ff.). Dies gilt gleicherma&#223;en wie f&#252;r den Bereich der Prozessf&#252;hrung auch f&#252;r das au&#223;ergerichtliche Auftreten.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>cc)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>79&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"79\"/>Die interessengerechte Rechtsfolge auf das sch&#228;digende Aus&#252;ben einer Vollmacht liefert das Schadensersatzrecht. Erstreckte man die - hier nur unterstellte - Unwirksamkeit des Gesch&#228;ftsbesorgungsvertrages auf eine parallel erteilte Vollmacht, so wirkte &#167; 43a BRAO zweckwidrigerweise partiell zum Nachteil des Mandanten. Er h&#228;tte regelm&#228;&#223;ig die Nachteile aus der Unwirksamkeit der Vollmacht zu tragen. Dass die Nichtigkeit im Einzelfall auch Vorteile f&#252;r den Mandanten haben kann, steht dem nicht entgegen. Denn hierbei handelt es sich um Ausnahmef&#228;lle, insbesondere im Falle von Pflichtverletzungen durch den beauftragten Rechtsanwalt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>b)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>80&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"80\"/>Selbst dies kann aber dahinstehen. Denn die ratio, aus der heraus Vergleichsverhandlungen die Verj&#228;hrung hemmen, liegt darin, dass nach Treu und Glauben dem Gl&#228;ubiger, der mit seinem Kontrahenten verhandelt, nicht vorgehalten werden kann, dass er seine Rechte nicht parallel gerichtlich einfordert. F&#252;r diese Wertung spielt es keine Rolle, ob sich eine der Parteien bei den Verhandlungen vertreten l&#228;sst, ohne dass insoweit eine materiell-rechtlich wirksame Vollmacht vorliegt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>c)</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>81&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"81\"/>Dahinstehen kann daher auch, dass der Berufung nicht darin zu folgen ist, dass die Verj&#228;hrung der Anspr&#252;che des Kl&#228;gers mit Er&#246;ffnung des Insolvenzverfahrens &#252;ber das Verm&#246;gen der Schuldnerin im Jahre 2007 begonnen habe. In diesem Zeitpunkt ist der Anfechtungsanspruch des Kl&#228;gers entstanden; mit dem Zugang der Anfechtung der R&#252;ckgew&#228;hranspruch (vgl. auch LG Dresden, ZIP 2013, 1440).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>82&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"82\"/>Davon zu trennen ist das f&#252;r den Beginn der hier in Rede stehenden kenntnisabh&#228;ngigen Verj&#228;hrung erforderliche Wissen (oder Wissenm&#252;ssen) des Insolvenzverwalters von Anspruch und Anspruchsgegner. Auch der Insolvenzverwalter muss zun&#228;chst einmal Kenntnis von Forderung und Schuldner erlangen, ehe er die Rechte der Masse durchsetzen kann. Der Kenntnis steht es gleich, wenn er diese Tatsachen kennen musste, wobei auf die zu &#167; 852 Abs. 2 BGB a.F. entwickelten strengen Grunds&#228;tze zur&#252;ckgegriffen werden kann.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>83&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"83\"/>Daran geht der Vortrag des insoweit darlegungsbelasteten Beklagten vorbei. Tragf&#228;higer Vortrag zum Zeitpunkt der Kenntniserlangung fehlt.</td></tr></table>\n    <table><tr><td><strong>III.</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>84&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"84\"/>Die Kostenentscheidung beruht auf &#167; 97 Abs. 1 ZPO, die Entscheidung &#252;ber die vorl&#228;ufige Vollstreckbarkeit auf &#167;&#167; 708 Nr. 10, 711 ZPO, die Streitwertfestsetzung auf &#167;&#167; 47 Abs. 1, 43 Abs. 1, 48 Abs. 1 GKG i.V.m. &#167;&#167; 3 ff. ZPO.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>85&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"85\"/>Die Revision zuzulassen, gibt der Fall keinen Grund (&#167; 543 Abs. 2 ZPO).</td></tr></table>\n</td></tr></table>"
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