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    "file_number": "5 S 114/14",
    "date": "2016-09-15",
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    "updated_date": "2022-10-18T13:48:14Z",
    "type": "Urteil",
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    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p/><p>Die Berufung des Kl&#228;gers gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 3. Mai 2013 - 4 K 2781/11 - wird zur&#252;ckgewiesen.</p><p>Der Kl&#228;ger tr&#228;gt die Kosten des Berufungsverfahrens.</p><p>Die Revision wird nicht zugelassen.</p>\n<h2>Tatbestand</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    <table><tr><td/></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>1&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"1\"/>Der Kl&#228;ger wendet sich gegen die Anordnung des Landratsamtes Karlsruhe, einen von ihm errichteten Wintergarten abzubrechen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>2&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"2\"/>Der Kl&#228;ger ist Eigent&#252;mer des Grundst&#252;cks Flst.-Nr. ... der Gemarkung F., S... Stra&#223;e x. Das Grundst&#252;ck ist mit einem Wohnhaus und einer Garage bebaut. Es liegt im Geltungsbereich des Bebauungsplans &#8222;B.&#8220; der Gemeinde F. vom 16.9.1968, zuletzt ge&#228;ndert am 22.6.1998.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>3&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"3\"/>Im Jahr 1999 teilte die Gemeinde F. dem Landratsamt Karlsruhe mit, der Nachbar des Kl&#228;gers, der Miteigent&#252;mer des Grundst&#252;cks Flst.-Nr. ..., habe angezeigt, dass der Kl&#228;ger auf seinem Grundst&#252;ck unter dem Balkon seines Hauses einen Wintergarten angebaut habe, der zu nahe an der Grundst&#252;cksgrenze stehe. Im Anschluss an eine Besichtigung durch den Kreisbaumeister am 23.8.1999 reichte der Kl&#228;ger am 30.8.1999 einen Bauantrag f&#252;r den Anbau eines Wintergartens ein. Die Eigent&#252;mer des Grundst&#252;cks Flst.-Nr. ... stimmten durch Unterschrift unter die Angrenzer-Erkl&#228;rung dem Bauvorhaben zu und unterschrieben auch die Bauvorlagen. Nach einem Aktenvermerk vom 16.9.1999 hielt die Baurechtsbeh&#246;rde des Landratsamtes den Bauantrag jedoch nicht f&#252;r genehmigungsf&#228;hig. Ein Bescheid erging allerdings nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>4&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"4\"/>Nachdem sich der Nachbar im Jahr 2009 erneut bei der Gemeinde F. beschwert hatte, bat die Gemeinde das Landratsamt um Mitteilung des Sachstandes. Mit Schreiben vom 27.1.2010 forderte das Landratsamt den Kl&#228;ger auf, einen Bauantrag f&#252;r die Errichtung des Wintergartens zu stellen. Der Kl&#228;ger teilte daraufhin telefonisch mit, das Bauvorhaben sei vor ca. neun Jahren genehmigt worden, entsprechende Unterlagen seien aber bei einem Wasserschaden in seinem Haus vernichtet worden. Die Recherche des Landratsamtes ergab jedoch, dass eine solche Genehmigung nicht erteilt worden war. Es teilte dem Kl&#228;ger mit, dass bereits im Jahr 1999 der Anbau des Wintergartens als nicht genehmigungsf&#228;hig eingestuft worden sei. An dieser Rechtsauffassung werde festgehalten. Es sei beabsichtigt, den Abbruch zu verf&#252;gen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>5&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"5\"/>Mit Bescheid vom 30.3.2011 ordnete das Landratsamt an, den errichteten Wintergarten innerhalb eines Monats nach Bestandskraft der Entscheidung zu beseitigen. Dem Kl&#228;ger sei keine Baugenehmigung erteilt und der Wintergarten somit rechtswidrig errichtet worden. Die f&#252;r den Wintergarten erforderlichen Abstandsfl&#228;chen l&#228;gen zum Teil auf dem Nachbargrundst&#252;ck Flst.-Nr. ... Nach Aktenlage und den gef&#252;hrten Gespr&#228;chen sei nicht davon auszugehen, dass die Eigent&#252;mer dieses Nachbargrundst&#252;cks bereit seien, f&#252;r diese Fl&#228;che eine Baulast zu bestellen. Zudem befinde sich der Wintergarten komplett au&#223;erhalb der im Bebauungsplan &#8222;B.&#8220; festgesetzten &#252;berbaubaren Grundst&#252;cksfl&#228;che. Eine Befreiung von der Festsetzung k&#246;nne nicht erteilt werden. Somit st&#252;nden weitere &#246;ffentliche Vorschriften dem Vorhaben entgegen. Die Beseitigung des Wintergartens sei nach pflichtgem&#228;&#223;er Ermessensaus&#252;bung zu verf&#252;gen. Die durch die Beseitigung auftretenden finanziellen Verluste k&#246;nnten nicht ber&#252;cksichtigt werden, da der Wintergarten ungenehmigt und im Widerspruch zu den Festsetzungen des Bebauungsplans errichtet worden sei.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>6&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"6\"/>Den gegen den Bescheid erhobenen Widerspruch wies das Regierungspr&#228;sidium Karlsruhe mit Widerspruchsbescheid vom 13.9.2011 zur&#252;ck. Rechtsgrundlage der Abbruchverf&#252;gung sei &#167; 65 LBO. Der Wintergarten sei weder genehmigt noch genehmigungsf&#228;hig, da die erforderlichen Abstandsfl&#228;chen zum Nachbargrundst&#252;ck nicht eingehalten w&#252;rden und das Bauvorhaben vollst&#228;ndig au&#223;erhalb des Baufensters liege. Der Abstand zwischen dem Wintergarten und der Nachbargrenze betrage nur zwischen 1,1 m und 1,9 m. Eine Ausnahme nach &#167; 6 Abs. 3 LBO komme nicht in Betracht, weil es an der erforderlichen Atypik fehle. Der Wintergarten z&#228;hle auch nicht zu den nach &#167; 6 Abs. 1 LBO privilegiert zul&#228;ssigen Vorhaben, da er als zus&#228;tzlicher Wohnraum dem Hauptgeb&#228;ude zuzuordnen sei. Eine Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 BauGB von der mit dem Wintergarten &#252;berschrittenen hinteren Baugrenze k&#246;nne nicht erteilt werden. Mit der Zulassung w&#252;rde in die Grundz&#252;ge der Planung eingegriffen. Sie w&#252;rde als Pr&#228;zedenzfall f&#252;r weitere Bauw&#252;nsche &#228;hnlicher Art herangezogen werden k&#246;nnen. Zudem seien weitere tatbestandliche Voraussetzungen des &#167; 31 Abs. 2 BauGB nicht erf&#252;llt. Das Landratsamt habe den Abbruch in ermessensfehlerfreier Weise verf&#252;gt. Das &#246;ffentliche Interesse an der Beseitigung baurechtswidriger Zust&#228;nde und damit die Verhinderung k&#252;nftiger Schwarzbauten durch konsequentes Einschreiten gegen bestehende Schwarzbauten habe in der Regel Vorrang vor den privaten Interessen des Bauherrn. Da der Kl&#228;ger ohne Genehmigung gebaut habe, trage er das Risiko der Beseitigung eines rechtswidrigen Zustands. Auch die H&#246;he der Abbruchkosten sei grunds&#228;tzlich kein geeigneter Grund, der dem Erlass einer Abbruchanordnung entgegenstehe. Ein milderes Mittel sei nicht erkennbar. Die Baurechtsbeh&#246;rde habe die Befugnis zum Einschreiten auch nicht verwirkt. Ordnungsrechtliche Eingriffsbefugnisse k&#246;nnten nicht verwirkt werden. Unabh&#228;ngig davon l&#228;gen die Voraussetzungen der Verwirkung nicht vor, weil das Landratsamt keinen Vertrauenstatbestand geschaffen habe, der beim Kl&#228;ger ein sch&#252;tzenswertes Vertrauen habe entstehen lassen k&#246;nnen. Zeitablauf allein f&#252;hre nicht zur Verwirkung. Au&#223;erdem fehle es an der erforderlichen Kausalit&#228;t zwischen dem Verhalten der Beh&#246;rde und einer Disposition des Verpflichteten, denn der Wintergarten sei bereits errichtet gewesen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>7&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"7\"/>Die gegen den Bescheid des Landratsamtes Karlsruhe vom 30.3.2011 und den Widerspruchsbescheid des Regierungspr&#228;sidiums Karlsruhe vom 13.9.2011 erhobene Anfechtungsklage hat das Verwaltungsgericht Karlsruhe nach Einnahme eines Augenscheins mit Urteil vom 3.5.2013 (- 4 K 2781/11 -) abgewiesen. Zur Begr&#252;ndung hat es ausgef&#252;hrt, der ohne Baugenehmigung erstellte Wintergarten sei materiell illegal. Er sei nach &#167; 5 Abs. 1 Satz 1 LBO abstandsfl&#228;chenpflichtig. Er z&#228;hle nicht zu den nach &#167; 6 Abs. 1 Nr. 3 LBO in den Abstandsfl&#228;chen ohne Einhaltung eigener Abstandsfl&#228;chen zul&#228;ssigen baulichen Anlagen, da er Wohnraumqualit&#228;t besitze. Die &#167;&#167; 5 und 6 LBO seien nicht durch Erkl&#228;rungen des Nachbarn verzichtbar. Die nach &#167; 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 LBO erforderliche &#246;ffentlich-rechtliche Sicherung, n&#228;mlich die &#220;bernahme einer Baulast, liege nicht vor. Der Wintergarten versto&#223;e zudem in planungsrechtlicher Hinsicht gegen &#167; 4 der schriftlichen Festsetzungen des Bebauungsplans &#8222;B.&#8220;, &#252;ber die Bautiefe. Die Voraussetzungen f&#252;r eine Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 BauGB l&#228;gen nicht vor. Es sei nicht aus Gr&#252;nden des Wohls der Allgemeinheit (&#167; 31 Abs. 2 Nr. 1 BauGB) geboten, das Vorhaben am vorgesehenen Standort zu verwirklichen. Der Befreiungstatbestand des &#167; 31 Abs. 2 Nr. 2 BauGB scheide ebenfalls aus, weil im Falle einer Befreiung mit dieser Begr&#252;ndung ein Grundzug der gemeindlichen Planung - die festgesetzte Bautiefe - ber&#252;hrt w&#252;rde. Eine Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 Nr. 3 BauGB komme ebenfalls nicht in Betracht, weil der erforderliche echte Sonderfall nicht vorliege. Die Abbruchanordnung verletze mangels vergleichbarer Anlagen in der Umgebung auch nicht den Gleichbehandlungsgrundsatz des Art. 3 GG. Eine wirksame Zusage des ehemaligen Kreisbaumeisters, dass der Wintergarten weitergebaut werden d&#252;rfe, liege mangels Schriftform nicht vor. Die Befugnis f&#252;r den Erlass der Abbruchanordnung sei auch nicht verwirkt. Das beklagte Land habe kein Verhalten an den Tag gelegt, das darauf schlie&#223;en lie&#223;e, es werde von der M&#246;glichkeit einer Abbruchanordnung keinen Gebrauch machen. Ferner k&#246;nnten ordnungsrechtliche Eingriffsbefugnisse, wie der Erlass einer Abbruchanordnung, nicht verwirkt werden.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>8&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"8\"/>Mit Beschluss vom 13.1.2014 (&#8211; 5 S 1231/13 &#8211;) hat der Senat auf Antrag des Kl&#228;gers die Berufung gegen das Urteil wegen ernstlicher Zweifel an dessen Richtigkeit zugelassen. Der Beschluss wurde dem Kl&#228;ger am 21.1.2014 zugestellt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>9&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"9\"/>Am 20.2.2014 hat der Kl&#228;ger seine Berufung im Wesentlichen wie folgt begr&#252;ndet: Der Wintergarten sei mit materiellem Baurecht vereinbar. Es bestehe ein Anspruch auf Zulassung geringerer Tiefen der Abstandsfl&#228;chen nach &#167; 6 Abs. 3 Nr. 2 LBO. Eine Beleuchtung mit Tageslicht sei gew&#228;hrleistet, weil der Wintergarten &#252;berwiegend aus Glas hergestellt sei und aufgrund seiner Lage an der nord&#246;stlichen Geb&#228;udewand sowie des Verlaufs der Sonne das Grundst&#252;ck des Nachbarn nicht beeintr&#228;chtige. Es sei auch nicht ersichtlich, dass negative Einwirkungen auf die Bel&#252;ftung eintreten und dass Gr&#252;nde des Brandschutzes entgegenstehen k&#246;nnten. Die Eigent&#252;mer des Nachbargrundst&#252;cks seien nicht schutzw&#252;rdig, weil sie dem Bauvorhaben bereits am 30.07.1999 zugestimmt und sich &#252;ber zehn Jahre nicht (mehr) gegen den Wintergarten zur Wehr gesetzt h&#228;tten. Diese Umst&#228;nde stellten zudem eine atypische Situation dar. Wegen der &#220;berschreitung der hinteren Baugrenze sei eine Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 Nr. 2 BauGB zu erteilen. Bei dieser Festsetzung handele es sich nicht um einen Grundzug der Planung. Den Bebauungsplanunterlagen sei nicht zu entnehmen, dass die Baugrenze f&#252;r die Gemeinde von wesentlicher Bedeutung gewesen sei. Die Bebauungsplanbegr&#252;ndung schweige sich hierzu aus, w&#228;hrend andere Festsetzungen zum Ma&#223; der baulichen Nutzung ausdr&#252;cklich begr&#252;ndet worden seien. Zudem sei die mit der hinteren Baugrenze in engem, unaufl&#246;slichem Zusammenhang stehende Festsetzung der Haustiefe nur eine Sollvorschrift. F&#252;r eine untergeordnete Bedeutung der hinteren Baugrenze spr&#228;chen auch die zahlreichen genehmigten &#220;berschreitungen. Zudem sei davon auszugehen, dass die Zahl der &#220;berschreitungen aufgrund der tats&#228;chlichen Entwicklung des Baugebiets weit h&#246;her sei. Das notwendige Einvernehmen der Gemeinde habe nur deshalb nicht hergestellt werden k&#246;nnen, weil das Landratsamt sich geweigert habe, den Bauantrag aus dem Jahr 1996 an die Gemeinde weiterzuleiten.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>10&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"10\"/>Der mit der Festsetzung in &#167; 4 des Bebauungsplans &#252;ber die zul&#228;ssigen Bautiefen verfolgte Grundzug der Planung eines einheitlichen Ortsbildes, werde durch den Wintergarten nicht beeintr&#228;chtigt. Durch ihre lange Unt&#228;tigkeit in Kenntnis der Existenz des Wintergartens habe die Gemeinde zu erkennen gegeben, dass sie sich an dem Wintergarten nicht st&#246;re, also Grundz&#252;ge ihrer Planung durch eine Befreiung nicht als ber&#252;hrt ansehe. Im &#220;brigen sei auch nicht ersichtlich, dass der Wintergarten eine negative Vorbildfunktion auf die Umgebung aus&#252;ben w&#252;rde. Die Befreiung sei zudem st&#228;dtebaulich vertretbar und auch unter W&#252;rdigung nachbarlicher Interessen mit den &#246;ffentlichen Belangen vereinbar.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>11&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"11\"/>Das Landratsamt Karlsruhe habe im &#220;brigen sein Recht zum bauaufsichtlichen Einschreiten verwirkt. Aufgrund einer &#196;u&#223;erung des ehemaligen Kreisbaumeisters zu einem Zeitpunkt, als erst das Fundament des Wintergartens errichtet gewesen sei, habe er (der Kl&#228;ger) darauf vertraut, dass die Beh&#246;rde gegen den Bau nicht einschreiten werde und habe den Wintergarten auf dem bereits vorhandenen Fundament errichtet. Ordnungsbeh&#246;rdliche Eingriffsbefugnisse k&#246;nnten nur dann nicht verwirkt werden, wenn gravierende Allgemeingefahren in Rede st&#252;nden. Das sei hier nicht der Fall. Die Abbruchanordnung sei aber jedenfalls - insbesondere wegen des widerspr&#252;chlichen und nachl&#228;ssigen Handelns der Baurechtsbeh&#246;rde - unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig. Es sei unerheblich, ob es sich bei der Aussage des Kreisbaumeisters um eine Zusicherung im Sinne von &#167; 38 LVwVfG handele. Entscheidend sei allein, dass er das Verhalten der Baurechtsbeh&#246;rde habe dahingehend auffassen d&#252;rfen, dass diese mit der Errichtung des Wintergartens einverstanden sei. Schlie&#223;lich sei nicht gepr&#252;ft worden, ob eine Teilabrissverf&#252;gung in Betracht komme.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>12&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"12\"/>Der Kl&#228;ger beantragt,</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>13&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"13\"/>das Urteil des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vom 3.5.2013 - 4 K 2781/11 - zu &#228;ndern und den Bescheid des Landratsamts Karlsruhe vom 30.3.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids des Regierungspr&#228;sidiums Karlsruhe vom 13.9.2011 aufzuheben.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>14&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"14\"/>Der Beklagte beantragt,</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>15&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"15\"/>die Berufung zur&#252;ckzuweisen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>16&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"16\"/>Der Wintergarten sei nicht genehmigt und nicht genehmigungsf&#228;hig. Er halte die erforderlichen Abstandsfl&#228;chen nicht ein. Der Zulassung geringerer Abstandsfl&#228;chentiefen st&#252;nden brandschutzrechtliche Gesichtspunkte entgegen. Ferner werde der Nachbar die erforderliche Baulast nicht &#252;bernehmen. Der Wintergarten versto&#223;e dar&#252;ber hinaus gegen die Festsetzungen des Bebauungsplans im Hinblick auf die dort geregelten Baugrenzen. Die Tatbestandsvoraussetzungen einer Befreiung l&#228;gen nicht vor.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>17&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"17\"/>Zu Fragen des Brandschutzes hat das Landratsamt auf Anforderung des Senats mitgeteilt, der Wintergarten entspreche dem derzeitigen Stand der Technik und erf&#252;lle mit Ausnahme des zu geringen Abstandes zur Nachbargrenze die brandschutztechnischen Anforderungen. Dieser Mangel sowie die Gefahr eines Brand&#252;berschlages k&#246;nnten durch verschiedene, im einzelnen dargestellte Ma&#223;nahmen kompensiert werden. Der Kl&#228;ger hat daraufhin erkl&#228;rt, er sei grunds&#228;tzlich bereit, die vorgeschlagene Variante &#8222;a.&#8220; umzusetzen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"18\"/>Mit Beschluss vom 27.1.2016 hat der Senat dem Landratsamt aufgegeben, Lagepl&#228;ne zu denjenigen Bauvorhaben vorzulegen, die auf - im Einzelnen bezeichneten - 20 Grundst&#252;cken im Umfeld des Grundst&#252;cks des Kl&#228;gers genehmigt worden sind, und auf denen die Tiefe der Hauptgeb&#228;ude sowie die Lage der hinteren Baugrenze verzeichnet sind. Aus den daraufhin vorgelegten Unterlagen ergibt sich, dass auf f&#252;nf dieser Grundst&#252;cke &#220;berschreitungen der Baugrenze mit Hauptgeb&#228;uden genehmigt wurden. Darunter befindet sich auch das Nachbargrundst&#252;ck Flst.-Nr. ...</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"19\"/>Dem Senat liegen die das Bauvorhaben betreffenden Akten des Landratsamtes Karlsruhe sowie die Widerspruchsakte des Regierungspr&#228;sidiums Karlsruhe und der Bebauungsplan &#8222;B.&#8220; mit s&#228;mtlichen &#196;nderungen vor. Wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts und des Vorbringens der Beteiligten wird auf diese Akten sowie die zwischen den Beteiligten gewechselten Schrifts&#228;tze verwiesen.</td></tr></table>\n</td></tr></table>\n<h2>Entscheidungsgründe</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    <table><tr><td/></tr></table>\n    <table><tr><td>A.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"20\"/>Die aufgrund der Zulassung durch den Senat gem&#228;&#223; &#167; 124 Abs. 1 VwGO statthafte Berufung des Kl&#228;gers ist zul&#228;ssig, insbesondere ist sie innerhalb der Berufungsbegr&#252;ndungsfrist begr&#252;ndet worden (&#167; 124a Abs. 3 Satz 1 bis 4 VwGO).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>B.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"21\"/>Die Berufung ist jedoch nicht begr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"22\"/>Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Klage gegen die angefochtene Abbruchanordnung im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Die Abbruchanordnung ist rechtm&#228;&#223;ig und verletzt den Kl&#228;ger nicht in seinen Rechten (&#167; 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO). Die tatbestandlichen Voraussetzungen des &#167; 65 Satz 1 LBO f&#252;r ihren Erlass liegen vor, weil der Wintergarten des Kl&#228;gers &#246;ffentlich rechtlichen Vorschriften widerspricht (I. 1.) und auf andere Weise keine rechtm&#228;&#223;igen Zust&#228;nde hergestellt werden k&#246;nnen (I. 2.). Die Anordnung, den gesamten Wintergarten zu beseitigen, weist auch keine Ermessensfehler auf (II.).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>I.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"23\"/>Rechtsgrundlage der angefochtenen Abbruchanordnung ist &#167; 65 Satz 1 LBO. Nach dieser Vorschrift kann der teilweise oder vollst&#228;ndige Abbruch einer Anlage, die im Widerspruch zu &#246;ffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet wurde, angeordnet werden, wenn nicht auf andere Weise rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde hergestellt werden k&#246;nnen. Die Frage, ob eine Anlage im Widerspruch zu &#246;ffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet wurde, beantwortet sich - wie der Wortlaut des &#167; 65 Satz 1 LBO (&#8222;errichtet wurde&#8220;) zeigt - nach der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt ihrer wesentlichen Fertigstellung. Soweit es um die weitere tatbestandliche Voraussetzung geht, ob auf andere Weise rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde hergestellt werden k&#246;nnen, kommt es dagegen grunds&#228;tzlich auf den Zeitpunkt der letzten Beh&#246;rdenentscheidung an. Anderes gilt ausnahmsweise, wenn die betroffene bauliche Anlage in der Zeit danach rechtm&#228;&#223;ig geworden ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 6.12.1985 - 4 C 23.83 und 4 C 24.83 -,BauR 1986,195; Urteil vom 14.11.1957 - 1 C 168.56 -, BVerwGE 5, 351; offengelassen von VGH Bad.-W&#252;rtt., Urteil vom 16.6.2003 - 3 S 2436/02 -, VBlBW 2004, 263).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"24\"/>Nach diesen Grunds&#228;tzen wurde der Wintergarten des Kl&#228;gers in Widerspruch zu &#246;ffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet, denn eine Genehmigung lag nicht vor und der Wintergarten verstie&#223; gegen materielle baurechtliche Vorschriften (1.). Die Herstellung rechtm&#228;&#223;iger Zust&#228;nde auf andere Weise ist - bis heute - nicht m&#246;glich (2.).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>25&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"25\"/>1. Der Wintergarten, f&#252;r dessen Errichtung unstreitig keine Genehmigung erteilt worden ist, war im Zeitpunkt seiner Fertigstellung auch materiell illegal, denn er verstie&#223; zum einen gegen die Abstandsfl&#228;chenvorschrift des &#167; 5 LBO 1995 (a)) und zum anderen gegen die im Bebauungsplan festgesetzte hintere Baugrenze (b)).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>26&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"26\"/>a) Nach &#167; 5 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 LBO 1995 m&#252;ssen vor den Au&#223;enw&#228;nden von Geb&#228;uden Abstandsfl&#228;chen auf dem Baugrundst&#252;ck liegen, die von oberirdischen baulichen Anlagen freizuhalten sind. Ihre Tiefe bemisst sich nach der Wandh&#246;he (&#167; 5 Abs. 4 Satz 1 LBO 1995) und gegebenenfalls der Gebietsart (&#167; 5 Abs. 7 Satz 1 LBO 1995). Sie darf jedoch bei W&#228;nden &#252;ber 5 m Breite 2,5 m nicht unterschreiten; bei W&#228;nden bis 5 m muss die Tiefe der Abstandsfl&#228;chen mindestens 2 m betragen (&#167; 5 Abs. 7 Satz 2 LBO 1995). Der Wintergarten des Kl&#228;gers ist an seiner s&#252;d&#246;stlichen Seite zwar nur 4,7 m breit. Er h&#228;lt jedoch den Mindestabstand von 2 m zur Grenze nicht ein. Nach dem vom Kl&#228;ger zur Genehmigung gestellten Lageplan betr&#228;gt der Grenzabstand nur zwischen 1,1 und 1,9 m. Es liegt auch kein Sonderfall nach &#167; 6 Abs. 1 Satz 2 LBO 1995 vor, da der Wintergarten nicht nur einen Nebenraum enth&#228;lt, sondern Teil des Wohnraums ist.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>27&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"27\"/>b) Der Wintergarten &#252;berschreitet dar&#252;ber hinaus die im Bebauungsplan festgesetzte hintere Baugrenze. Der Bebauungsplan enth&#228;lt in seiner Ursprungsfassung f&#252;r jedes Grundst&#252;ck ein Baufenster, das durch eine hintere und eine seitliche Baugrenze sowie eine vordere Baulinie gebildet wird. Die Festsetzung der seitlichen Baugrenze wurde durch &#196;nderungssatzung vom 22.6.1998 aufgehoben, die hintere Baugrenze dagegen nicht. Ein Versto&#223; gegen die Festsetzung der Baugrenze l&#228;ge nur dann nicht vor, wenn die Festsetzung funktionslos geworden w&#228;re. Das vermag der Senat jedoch nicht festzustellen. Auf dem Bebauungsplan ist zwar der - rechtlich nicht bindende - Vermerk vom 16.8.1989 &#8222;Baufenster schon &#252;berschritten, Baugrenzen gegenstandslos, Baulinie ist weiterhin zu beachten&#8220; angebracht. Dieser Vermerk ist jedoch mit einem Pfeil versehen, der auf das vom Grundst&#252;ck des Kl&#228;gers weit entfernte Grundst&#252;ck Flst.-Nr. ... am n&#246;rdlichen Rand des Plangebiets verweist. Der weitere Vermerk vom 12.7.1991: &#8222;Baufenster sind durch WiGa schon &#252;berschritten&#8220; l&#228;sst zwar nicht eindeutig erkennen, ob er sich auf das gesamte Plangebiet oder nur ein bestimmtes Teilgebiet bezieht. Aus ihm kann jedoch jedenfalls nicht der Schluss gezogen werden, dass im Jahr 1999, dem Jahr der Errichtung des Wintergartens, die &#220;berschreitungen bereits so zahlreich und gravierend waren, dass von einer Funktionslosigkeit der Festsetzung ausgegangen werden m&#252;sste. Das behauptet auch der Kl&#228;ger nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>28&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"28\"/>2. Rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde k&#246;nnen auch nicht auf andere Weise hergestellt werden. Die Zulassung geringerer Abstandsfl&#228;chentiefen nach &#167; 6 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 LBO in der Fassung vom 5.3.2010 (LBO 2010) scheidet aus, weil Gr&#252;nde des Brandschutzes dem entgegenstehen (a)). Die Erteilung einer Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 BauGB von der bauplanungsrechtlichen Festsetzung der hinteren Baugrenze scheitert an den Voraussetzungen der Vorschrift (b)). Auch eine Verkleinerungsverf&#252;gung scheidet aus (c)).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>29&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"29\"/>a) Der Wintergarten ist nicht nach &#167; 6 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 LBO 2010 bauordnungsrechtlich genehmigungsf&#228;hig. Nach dieser Vorschrift sind geringere Tiefen der Abstandsfl&#228;chen zuzulassen, wenn Beleuchtung mit Tageslicht sowie Bel&#252;ftung in ausreichendem Ma&#223;e gew&#228;hrleistet bleiben, Gr&#252;nde des Brandschutzes nicht entgegenstehen und nachbarliche Belange nicht erheblich beeintr&#228;chtigt werden. Beleuchtung mit Tageslicht ist aufgrund der verglasten Au&#223;enfl&#228;chen des Wintergartens in ausreichendem Ma&#223;e gew&#228;hrleistet. Auch f&#252;r eine Beeintr&#228;chtigung der Bel&#252;ftung bestehen keine Anhaltspunkte. Allerdings stehen jedenfalls Gr&#252;nde des Brandschutzes der Zulassung geringerer Tiefen der Abstandsfl&#228;chen entgegen. Es kommt daher nicht darauf an, ob nachbarliche Belange deshalb nicht beeintr&#228;chtigt sind, weil die Eigent&#252;mer des angrenzenden Grundst&#252;cks Flst.-Nr. ... der Errichtung des Wintergartens zugestimmt hatten (vgl. zu einem solchen Fall VGH Baden-W&#252;rtt., Urteil vom 24.3.2014 &#8211; 8 S 1938/12 &#8211;, BauR 2014,1752).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>30&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"30\"/>&#167; 27 LBO 2010 enth&#228;lt Anforderungen u.a. an raumabschlie&#223;ende Bauteile. Nach seinem Absatz 4 m&#252;ssen Brandw&#228;nde als raumabschlie&#223;ende Bauteile zum Abschluss von Geb&#228;uden (Geb&#228;udeabschlusswand) ausreichend lang die Brandausbreitung auf andere Geb&#228;ude oder Brandabschnitte verhindern. &#167; 7 LBOAVO regelt, in welchen F&#228;llen Brandw&#228;nde erforderlich sind. Nach dem hier einschl&#228;gigen &#167; 7 Abs. 1 Nr. 1 LBOAVO sind Brandw&#228;nde als Geb&#228;udeabschlusswand erforderlich, wenn diese Abschlussw&#228;nde an oder mit einem Abstand von weniger als 2,5 m gegen&#252;ber der Nachbargrenze oder mit einem Abstand von weniger als 5 m zu bestehenden oder baurechtlich zul&#228;ssigen Geb&#228;uden auf demselben Grundst&#252;ck errichtet werden, es sei denn, dass der Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zul&#228;ssigen k&#252;nftigen Geb&#228;uden gesichert ist. Diese Anforderungen erf&#252;llt der Wintergarten des Kl&#228;gers, der in einem Abstand von weniger als 2,5 m zu Grenze steht, unstreitig nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>31&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"31\"/>b) Die Voraussetzungen f&#252;r die Erteilung einer Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 BauGB von der im Bebauungsplan festgesetzten hinteren Baugrenze liegen ebenfalls nicht vor. Nach dem hier ausschlie&#223;lich in Betracht kommenden &#167; 31 Abs. 2 Nr. 2 BauGB kann von den Festsetzungen des Bebauungsplans befreit werden, wenn die Grundz&#252;ge der Planung nicht ber&#252;hrt werden und die Abweichung st&#228;dtebaulich vertretbar ist und wenn die Abweichung auch unter W&#252;rdigung nachbarlicher Interessen mit den &#246;ffentlichen Belangen vereinbar ist.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>32&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"32\"/>Die Erteilung einer Befreiung scheitert im vorliegenden Fall jedenfalls daran, dass dadurch ein Grundzug der Planung ber&#252;hrt w&#252;rde. Bei der Festsetzung der hinteren Baugrenze handelt es sich um einen solchen Grundzug der Planung. Die Begr&#252;ndung zum Bebauungsplan ist insoweit zwar unergiebig. Unter Nr. 5 Satz 2 hei&#223;t es lediglich:</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>33&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"33\"/>&#8222;Auf den Baugrundst&#252;cken ist die Stellung der Haupt- und Nebengeb&#228;ude durch Baulinien und Baugrenzen dargestellt.&#8220;</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>34&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"34\"/>Ob es sich bei einer Festsetzung um einen Grundzug der Planung handelt, ist jedoch nicht allein aufgrund der Begr&#252;ndung des Bebauungsplans zu beurteilen, sondern kann sich - wie hier - auch aus der Festsetzung selbst ergeben. Eine hintere Baugrenze ist im Bebauungsplan &#8222;B.&#8220; auf s&#228;mtlichen Grundst&#252;cken im Plangebiet festgesetzt: Sie dient daher im Sinne eines planerischen Grundkonzepts erkennbar dazu, die hinteren Grundst&#252;cksteile im gesamten Plangebiet von einer Bebauung mit Hauptgeb&#228;uden freizuhalten und zudem ein einheitliches Ortsbild herzustellen. In den hinteren Grundst&#252;cksteilen sind nur Nebengeb&#228;ude vorgesehen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>35&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"35\"/>Dieser Grundzug der Planung w&#252;rde durch eine Befreiung ber&#252;hrt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>36&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"36\"/>Ein von den Festsetzungen des Bebauungsplans abweichendes Vorhaben ber&#252;hrt die Grundz&#252;ge der Planung, wenn es dem planerischen Grundkonzept zuwider l&#228;uft. Je tiefer die Befreiung in das Interessengeflecht der Planung eingreift, desto eher liegt der Schluss auf eine &#196;nderung in der Planungskonzeption nahe, die nur im Wege der (Um-)Planung m&#246;glich ist (BVerwG, Urteil vom 18.11.2010 - 4 C 10.09 -, BVerwGE 138, 166). Die Grundz&#252;ge der Planung sind somit nur dann nicht ber&#252;hrt, wenn die Abweichung geringes Gewicht besitzt, sodass sie noch von dem im jeweiligen Plan zum Ausdruck gekommenen planerischen Willen der Gemeinde umfasst ist. Von einer &#196;nderung geringen Gewichts kann angesichts der Gr&#246;&#223;e des Wintergartens und des damit verbundenen Ma&#223;es der &#220;berschreitung der hinteren Baugrenze nicht gesprochen werden. Denn der Wintergarten ragt mit einer Breite von ca. 8 m und einer Tiefe von 3,6 m in den nach dem Willen des Plangebers nicht &#252;berbaubaren hinteren Grundst&#252;cksteil hinein. Zudem entfaltet die Zulassung einer &#220;berschreitung der hinteren Baugrenze Vorbildwirkung f&#252;r andere Grundst&#252;cke. Denn die Gr&#252;nde, die f&#252;r eine solche Befreiung tragend w&#228;ren, lie&#223;en sich f&#252;r eine Vielzahl von Grundst&#252;cken im Plangebiet anf&#252;hren (vgl. dazu S&#246;fker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB Kommentar, &#167; 31 Rn. 36).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>37&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"37\"/>Ein Grundzug der Planung kann durch ein Vorhaben dar&#252;ber hinaus auch dann nicht mehr ber&#252;hrt werden, wenn er bereits durch die bisherige tats&#228;chliche Entwicklung im Baugebiet so nachhaltig gest&#246;rt ist, dass das Hinzutreten des Vorhabens nicht mehr ins Gewicht f&#228;llt (vgl. BVerwG, Urteil vom 18.11.2010 - 4 C 10.09 -, BVerwGE 138, 166). Das insoweit ma&#223;gebende Baugebiet kann ein Teil des Bebauungsplangebiets sein, f&#252;r den der Bebauungsplan einheitliche Festsetzungen enth&#228;lt. Ist das einheitlich &#252;berplante Gebiet - wie hier - sehr gro&#223;, kommt es dagegen auf die Situation im Umfeld des Baugrundst&#252;cks an. Denn bei der Pr&#252;fung, ob die planerische Grundkonzeption bereits so sehr gest&#246;rt ist, dass eine weitere St&#246;rung nicht mehr ins Gewicht f&#228;llt, ist der Einfluss der vorhandenen Bebauung auf das Baugrundst&#252;ck sowie umgekehrt die Beziehung des Baugrundst&#252;cks zu seiner Umgebung zu betrachten. Das setzt eine gewisse r&#228;umliche N&#228;he voraus. Die Umgebung muss das Baugrundst&#252;ck und - umgekehrt - das Baugrundst&#252;ck seine Umgebung im Sinne einer st&#228;dtebaulichen Ordnung (&#167; 1 Abs. 3 BauGB) beeinflussen k&#246;nnen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>38&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"38\"/>Eine solche St&#246;rung in der r&#228;umlichen N&#228;he des Grundst&#252;cks des Kl&#228;gers liegt hier nicht vor. Ma&#223;gebend ist insoweit die Situation auf dem Bebauungsdreieck, das durch die S... Stra&#223;e, die E... Stra&#223;e sowie den Weg auf Flst.-Nr. ... gebildet wird, sowie dar&#252;ber hinaus diejenige auf der dem Grundst&#252;ck des Kl&#228;gers gegen&#252;berliegenden Seite der S... Stra&#223;e von dem Weg auf Flst.-Nr. ... bis auf H&#246;he der Einm&#252;ndung der E... Stra&#223;e und diejenige auf der n&#246;rdlichen Seite der E... Stra&#223;e beginnend ab der Einm&#252;ndung in die S... Stra&#223;e bis zum Haus Nr. ... (Flst.-Nr. ...). Es handelt sich insgesamt um 20 Grundst&#252;cke. In diesem Bereich ist die Zahl der abweichend von der im Bebauungsplan festgesetzten hinteren Baugrenze genehmigten und errichteten Hauptgeb&#228;ude gering. Es befinden sich dort - einschlie&#223;lich des Geb&#228;udes des Kl&#228;gers - nur f&#252;nf Geb&#228;ude, die mit Geb&#228;udeteilen die hintere Baugrenze &#252;berschreiten. Es handelt sich um die Geb&#228;ude auf den Grundst&#252;cken Flst.-Nr. ..., ..., ..., ... und ... (E... Stra&#223;e ..., S... Stra&#223;e ..., ..., ... und ...). Diese f&#252;nf Einzelf&#228;lle st&#246;ren die planerische Gesamtkonzeption nicht in dem Ma&#223;e, dass das mit der Festsetzung der hinteren Baugrenze verfolgte planerische Leitbild durch die Zulassung des Wintergartens des Kl&#228;gers in der r&#228;umlichen N&#228;he dessen Grundst&#252;cks nicht mehr ber&#252;hrt werden k&#246;nnte. Es kommt hinzu, dass die Grundfl&#228;chen derjenigen Teile dieser Geb&#228;ude, die die hintere Baugrenze &#252;berschreiten, deutlich geringer sind als die Grundfl&#228;che des Wintergartens des Kl&#228;gers. Eine bereits vorhandene St&#246;rung w&#252;rde deshalb durch die Zulassung der &#220;berschreitung durch den Wintergarten des Kl&#228;gers deutlich gesteigert. Auf weiteren Grundst&#252;cken befinden sich im nicht &#252;berbaubaren hinteren Grundst&#252;cksbereich nur Terrassen, Garagen oder sonstige Nebenanlagen. Sie sind daher bei der Pr&#252;fung, ob der Grundzug der Planung durch die Zulassung von Hauptgeb&#228;uden jenseits der hinteren Baugrenze bereits nachhaltig gest&#246;rt ist, nicht zu ber&#252;cksichtigen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>39&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"39\"/>c) Eine Verkleinerungsverf&#252;gung (&#167; 47 Abs. 1 LBO) zur Beseitigung des Versto&#223;es gegen die hintere Baugrenze kam ebenfalls nicht in Betracht. Zum einen hat der Kl&#228;ger keinen Vorschlag f&#252;r eine genehmigungsf&#228;hige Verkleinerung des Wintergartens unterbreitet. Zum anderen ist weder vorgetragen noch erkennbar, dass eine Verkleinerung &#252;berhaupt m&#246;glich ist. Denn es handelte sich nur dann um eine Verkleinerung, wenn dadurch die Identit&#228;t des Bauwerk nicht ver&#228;ndert w&#252;rde. Muss der Wintergarten nahezu vollst&#228;ndig abgerissen und anschlie&#223;end neu aufgebaut werden, fehlte es an dieser Identit&#228;t. Es l&#228;ge ein neues Bauvorhaben vor. Da der Wintergarten nahezu vollst&#228;ndig die hintere Baugrenze &#252;berschreitet und dar&#252;ber hinaus den seitlichen Grenzabstand nicht einh&#228;lt, ist eine identit&#228;tserhaltende Verkleinerung nicht m&#246;glich. Dies belegt auch der Aktenvermerk des Landratsamtes vom 28.5.2010, wonach der Kl&#228;ger gebeten habe, auf einen R&#252;ckbau zu verzichten, weil dadurch die Konstruktion des Wintergartens zerst&#246;rt w&#252;rde.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>II.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>40&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"40\"/>Aufgrund der festgestellten, nicht auf andere Weise zu beseitigenden Verst&#246;&#223;e gegen &#167; 5 LBO und gegen die im Bebauungsplan festgesetzte hintere Baugrenze sind die tatbestandlichen Voraussetzungen f&#252;r den Erlass einer Abbruchanordnung nach &#167; 65 Satz 1 LBO gegeben.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>41&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"41\"/>Das Recht des Landratsamtes zum Einschreiten ist nicht verwirkt, denn eine Verwirkung hoheitlicher Befugnisse ist nicht m&#246;glich (vgl. VGH Baden-W&#252;rtt., Urteil vom 18.12.2012 - 10 S 744/12 -, VBlBW 2013, 189; OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 12.6.2012 - 8 A 10291/12 - BauR 2012, 1634; BayVGH, Beschluss vom 18.7.2008 - 9 ZB 05.365 -, juris; OVG Berlin, Beschluss vom 25.6.2007 - 10 S 9.07 -, juris). Allenfalls kann das Recht der Beh&#246;rde auf der Ermessensebene beschr&#228;nkt sein, falls die Voraussetzungen der Verwirkung vorliegen (vgl. OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 12.6.2012, a.a.O; Sauter, LBO Kommentar, &#167; 47 Rn. 48, &#167; 65 Rn. 60). Das ist hier jedoch nicht der Fall.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>42&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"42\"/>F&#252;r die Verwirkung eines Rechts gen&#252;gt es nicht, dass der Berechtigte &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum unt&#228;tig geblieben ist. Er muss vielmehr zus&#228;tzlich durch ein Verhalten bei dem Verpflichteten das berechtigte Vertrauen erweckt haben, dass er sein Recht nicht mehr geltend machen werde, und der Verpflichtete muss tats&#228;chlich darauf vertraut haben (Vertrauensgrundlage). Dar&#252;ber hinaus muss sich der Verpflichtete infolge seines Vertrauens in seinen Vorkehrungen und Ma&#223;nahmen so eingerichtet haben, dass ihm durch die versp&#228;tete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstehen w&#252;rde (Vertrauenstatbestand) (vgl. zu den Voraussetzungen der Verwirkung BVerwG, Urteil vom 20.3.2014 - 4 C 11.13 -, BVerwGE 149, 211, Rn. 30). Im vorliegenden Fall fehlt es bereits an einer Vertrauensgrundlage. Denn f&#252;r die von dem Kl&#228;ger behauptete &#196;u&#223;erung des Kreisbaumeisters zu Beginn der Bauarbeiten, auf die er vertraut und deshalb den Bau vollendet haben will, ist in den Akten kein Anhaltspunkt zu finden. Ausweislich der Akten benachrichtigte die Gemeinde F. das Landratsamt Karlsruhe mit Schreiben vom 9.6.1999 von Baut&#228;tigkeiten zur Errichtung eines Wintergartens. Bei der Besprechung mit dem Bediensteten des Landratsamtes am 23.8.1999 vor Ort war der Bau bereits fertig gestellt. Eine Besichtigung des Bauvorhabens durch einen Beh&#246;rdenmitarbeiter vor Fertigstellung - wie der Kl&#228;ger sie behauptet - ist in den Akten des Landratsamtes nicht dokumentiert, sodass davon auszugehen ist, dass eine etwaige Besichtigung jedenfalls nicht durch einen Mitarbeiter des Landratsamtes erfolgte. Es erscheint zwar nicht v&#246;llig ausgeschlossen, dass in der Zwischenzeit bereits ein Bediensteter der Gemeinde F. das Bauvorhaben besichtigt hatte. Dies w&#228;re hier jedoch nicht ma&#223;gebend, da die Gemeinde F. nicht Baurechtsbeh&#246;rde ist. Es kommt ausschlie&#223;lich auf das Handeln des Landratsamtes als Baurechtsbeh&#246;rde an; ein etwaiges Handeln der Gemeinde F. ist ihr nicht zuzurechnen. Der Beweisanregung des Kl&#228;gers in seinem Schriftsatz vom 20.2.2014, den fr&#252;heren Kreisbaumeister als Zeuge zu vernehmen, brauchte der Senat bei dieser Sachlage nicht nachzugehen. Einen f&#246;rmlichen Beweisantrag hat der Kl&#228;ger nicht gestellt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>43&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"43\"/>Die angefochtene Abbruchanordnung ist auch frei von Ermessensfehlern. Das Landratsamt und das Regierungspr&#228;sidium haben ber&#252;cksichtigt, dass durch den Abbruch ein Verm&#246;genswert vernichtet wird und weitere Kosten verursacht werden. Sie haben diesem Umstand jedoch zu Recht kein &#252;berwiegendes Gewicht beigemessen, weil der Kl&#228;ger ohne die erforderliche Genehmigung und damit auf eigenes Risiko gebaut hat. Der Wintergarten des Kl&#228;gers z&#228;hlt nicht zu den verfahrensfreien Vorhaben nach &#167; 50 Abs. 1 LBO in der Fassung vom 8.8.1995 i.V.m. dem Anhang zu dieser Vorschrift, denn er f&#228;llt nicht unter die im Anhang unter Nr. 1 bis 12 genannten Geb&#228;ude und Geb&#228;udeteile. Eine solche Zuordnung scheitert schon daran, dass der Wintergarten die Qualit&#228;t eines Aufenthaltsraumes besitzt, denn er erweitert den Wohnraum im Geb&#228;ude des Kl&#228;gers. Es h&#228;tte zwar grunds&#228;tzlich nach &#167; 51 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &#167; 2 Abs. 12 und &#167; 51 Abs. 2 Nr. 1 LBO 1995 auch ein Kenntnisgabeverfahren durchgef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Wegen der Unterschreitung der erforderlichen Tiefe der Abstandsfl&#228;chen und der Abweichung von den Festsetzungen des Bebauungsplans w&#228;re jedoch die Zulassung einer Abweichung und die Erteilung einer Befreiung erforderlich gewesen. Eine solche Entscheidung der Baurechtsbeh&#246;rde ist nicht ergangen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>44&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"44\"/>Auch dem von dem Kl&#228;ger hervorgehobenen langen Zuwarten bis zum Erlass der Abbruchanordnung musste die Baurechtsbeh&#246;rde kein ausschlaggebendes Gewicht beimessen. Die Vorbildwirkung wird nicht dadurch beseitigt, dass der Wintergarten schon lange besteht. Das gilt auch dann, wenn es - wie der Kl&#228;ger vortr&#228;gt - in der Vergangenheit keine Nachahmer gegeben haben sollte.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>45&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"45\"/>Der Senat teilt des Weiteren nicht die in der m&#252;ndlichen Verhandlung ge&#228;u&#223;erte Ansicht des Kl&#228;gers, es liege ein Versto&#223; gegen die Beratungspflicht der Beh&#246;rde vor, der einen Ermessensfehler nach sich ziehe, weil die Baurechtsbeh&#246;rde dem Kl&#228;ger eine M&#246;glichkeit zu einem genehmigungsf&#228;higen Umbau h&#228;tte aufzeigen m&#252;ssen. Die Baurechtsbeh&#246;rde ist nicht verpflichtet, die M&#246;glichkeiten einer &#196;nderung des Bauwerks zur Beseitigung des Baurechtsversto&#223;es von Amts wegen zu pr&#252;fen und dem Bauherrn geeignete Vorschl&#228;ge zu unterbreiten (vgl. BVerwG, Beschluss vom 8.2.1994 - 4 B 21.94 -, juris). Vielmehr ist es Sache des Bauherrn, der Beh&#246;rde geeignete Abhilfema&#223;nahmen vorzuschlagen. Das gilt hier umso mehr, als der Wintergarten des Kl&#228;gers sowohl gegen die Vorschriften &#252;ber die einzuhaltenden Abstandsfl&#228;chen als auch gegen die festgesetzte hintere Baugrenze verst&#246;&#223;t, sodass weder das &#8222;Ob&#8220; noch das &#8222;Wie&#8220; einer &#196;nderung auf der Hand liegen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>46&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"46\"/>Es stand auch kein milderes Mittel zur Verf&#252;gung, das den Erlass der Abbruchanordnung nicht erforderlich gemacht h&#228;tte, um bauordnungsrechtlich rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde herbeizuf&#252;hren. Die im Berufungsverfahren eingeholte fachliche Stellungnahme zum Brandschutz zeigt zwar auf, dass es M&#246;glichkeiten gibt, den Wintergarten brandschutztechnisch zu ert&#252;chtigen. Mit einer der vorgeschlagenen Vorgehensweisen hat sich der Kl&#228;ger auch grunds&#228;tzlich einverstanden erkl&#228;rt. Eine solche Ert&#252;chtigung ist jedoch allenfalls geeignet, um geringere Abstandsfl&#228;chen zur seitlichen Grenze zuzulassen. Sie beseitigt indessen nicht den Versto&#223; gegen die festgesetzte hintere Baugrenze.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>47&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"47\"/>Die Abbruchanordnung verst&#246;&#223;t schlie&#223;lich nicht gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG. Nach dem genehmigten Lageplan f&#252;r ein Bauvorhaben auf dem s&#252;d&#246;stlich angrenzenden Grundst&#252;ck Flst.-Nr. ... wurde dort zwar eine &#220;berschreitung der hinteren Grundst&#252;cksgrenze mit einem Wintergarten genehmigt. Dieser Wintergarten ist jedoch mit dem des Kl&#228;gers nicht vergleichbar, da er eine deutlich geringere Grundfl&#228;che aufweist. Die Genehmigung des Wintergartens auf dem Nachbargrundst&#252;ck f&#252;hrt daher nicht zur Rechtswidrigkeit der Abbruchanordnung aus Gleichheitsgr&#252;nden. Eine Verkleinerungsverf&#252;gung auf das seinem Nachbarn genehmigte Ma&#223; kam aus den bereits ausgef&#252;hrten Gr&#252;nden nicht in Betracht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>48&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"48\"/>Auch die auf weiteren Grundst&#252;cken genehmigten &#220;berschreitungen der hinteren Baugrenze mit Teilen der jeweiligen Hauptgeb&#228;ude sind mit der &#220;berschreitung durch den Wintergarten des Kl&#228;gers nicht vergleichbar. Sofern sie nicht ohnehin nach &#167; 23 Abs. 5 Satz 2 BauNVO zul&#228;ssig sind, wie wohl beispielsweise auf dem Grundst&#252;ck Flst.-Nr. ..., nehmen diese &#220;berschreitungen jedenfalls eine deutlich geringere Grundst&#252;cksfl&#228;che in Anspruch als der Wintergarten des Kl&#228;gers. Dieser Unterschied rechtfertigt eine unterschiedliche Behandlung.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>C.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>49&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"49\"/>Die Kostenentscheidung folgt aus &#167; 154 Abs. 2 VwGO. Die Revision ist nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen des &#167; 132 Abs. 2 VwGO nicht vorliegen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>50&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"50\"/><strong>Beschluss vom 14. September 2016</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>51&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"51\"/>Der Streitwert f&#252;r das Verfahren in beiden Rechtsz&#252;gen wird unter Ab&#228;nderung der Streitwertfestsetzung des Verwaltungsgerichts nach &#167; 47 Abs. 1 Satz 1, &#167; 52 Abs. 1, &#167; 63 Abs. 3 GKG in Anlehnung an Nr. 9.5 des Streitwertkataloges 2013 auf jeweils 10.000 EUR festgesetzt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>52&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"52\"/>Der Beschluss ist unanfechtbar.</td></tr></table>\n</td></tr></table>\n<h2>Gründe</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>    <table><tr><td/></tr></table>\n    <table><tr><td>A.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"20\"/>Die aufgrund der Zulassung durch den Senat gem&#228;&#223; &#167; 124 Abs. 1 VwGO statthafte Berufung des Kl&#228;gers ist zul&#228;ssig, insbesondere ist sie innerhalb der Berufungsbegr&#252;ndungsfrist begr&#252;ndet worden (&#167; 124a Abs. 3 Satz 1 bis 4 VwGO).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>B.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"21\"/>Die Berufung ist jedoch nicht begr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"22\"/>Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat die Klage gegen die angefochtene Abbruchanordnung im Ergebnis zu Recht abgewiesen. Die Abbruchanordnung ist rechtm&#228;&#223;ig und verletzt den Kl&#228;ger nicht in seinen Rechten (&#167; 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO). Die tatbestandlichen Voraussetzungen des &#167; 65 Satz 1 LBO f&#252;r ihren Erlass liegen vor, weil der Wintergarten des Kl&#228;gers &#246;ffentlich rechtlichen Vorschriften widerspricht (I. 1.) und auf andere Weise keine rechtm&#228;&#223;igen Zust&#228;nde hergestellt werden k&#246;nnen (I. 2.). Die Anordnung, den gesamten Wintergarten zu beseitigen, weist auch keine Ermessensfehler auf (II.).</td></tr></table>\n    <table><tr><td>I.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"23\"/>Rechtsgrundlage der angefochtenen Abbruchanordnung ist &#167; 65 Satz 1 LBO. Nach dieser Vorschrift kann der teilweise oder vollst&#228;ndige Abbruch einer Anlage, die im Widerspruch zu &#246;ffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet wurde, angeordnet werden, wenn nicht auf andere Weise rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde hergestellt werden k&#246;nnen. Die Frage, ob eine Anlage im Widerspruch zu &#246;ffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet wurde, beantwortet sich - wie der Wortlaut des &#167; 65 Satz 1 LBO (&#8222;errichtet wurde&#8220;) zeigt - nach der Sach- und Rechtslage im Zeitpunkt ihrer wesentlichen Fertigstellung. Soweit es um die weitere tatbestandliche Voraussetzung geht, ob auf andere Weise rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde hergestellt werden k&#246;nnen, kommt es dagegen grunds&#228;tzlich auf den Zeitpunkt der letzten Beh&#246;rdenentscheidung an. Anderes gilt ausnahmsweise, wenn die betroffene bauliche Anlage in der Zeit danach rechtm&#228;&#223;ig geworden ist (vgl. BVerwG, Urteil vom 6.12.1985 - 4 C 23.83 und 4 C 24.83 -,BauR 1986,195; Urteil vom 14.11.1957 - 1 C 168.56 -, BVerwGE 5, 351; offengelassen von VGH Bad.-W&#252;rtt., Urteil vom 16.6.2003 - 3 S 2436/02 -, VBlBW 2004, 263).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"24\"/>Nach diesen Grunds&#228;tzen wurde der Wintergarten des Kl&#228;gers in Widerspruch zu &#246;ffentlich-rechtlichen Vorschriften errichtet, denn eine Genehmigung lag nicht vor und der Wintergarten verstie&#223; gegen materielle baurechtliche Vorschriften (1.). Die Herstellung rechtm&#228;&#223;iger Zust&#228;nde auf andere Weise ist - bis heute - nicht m&#246;glich (2.).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>25&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"25\"/>1. Der Wintergarten, f&#252;r dessen Errichtung unstreitig keine Genehmigung erteilt worden ist, war im Zeitpunkt seiner Fertigstellung auch materiell illegal, denn er verstie&#223; zum einen gegen die Abstandsfl&#228;chenvorschrift des &#167; 5 LBO 1995 (a)) und zum anderen gegen die im Bebauungsplan festgesetzte hintere Baugrenze (b)).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>26&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"26\"/>a) Nach &#167; 5 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Satz 1 LBO 1995 m&#252;ssen vor den Au&#223;enw&#228;nden von Geb&#228;uden Abstandsfl&#228;chen auf dem Baugrundst&#252;ck liegen, die von oberirdischen baulichen Anlagen freizuhalten sind. Ihre Tiefe bemisst sich nach der Wandh&#246;he (&#167; 5 Abs. 4 Satz 1 LBO 1995) und gegebenenfalls der Gebietsart (&#167; 5 Abs. 7 Satz 1 LBO 1995). Sie darf jedoch bei W&#228;nden &#252;ber 5 m Breite 2,5 m nicht unterschreiten; bei W&#228;nden bis 5 m muss die Tiefe der Abstandsfl&#228;chen mindestens 2 m betragen (&#167; 5 Abs. 7 Satz 2 LBO 1995). Der Wintergarten des Kl&#228;gers ist an seiner s&#252;d&#246;stlichen Seite zwar nur 4,7 m breit. Er h&#228;lt jedoch den Mindestabstand von 2 m zur Grenze nicht ein. Nach dem vom Kl&#228;ger zur Genehmigung gestellten Lageplan betr&#228;gt der Grenzabstand nur zwischen 1,1 und 1,9 m. Es liegt auch kein Sonderfall nach &#167; 6 Abs. 1 Satz 2 LBO 1995 vor, da der Wintergarten nicht nur einen Nebenraum enth&#228;lt, sondern Teil des Wohnraums ist.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>27&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"27\"/>b) Der Wintergarten &#252;berschreitet dar&#252;ber hinaus die im Bebauungsplan festgesetzte hintere Baugrenze. Der Bebauungsplan enth&#228;lt in seiner Ursprungsfassung f&#252;r jedes Grundst&#252;ck ein Baufenster, das durch eine hintere und eine seitliche Baugrenze sowie eine vordere Baulinie gebildet wird. Die Festsetzung der seitlichen Baugrenze wurde durch &#196;nderungssatzung vom 22.6.1998 aufgehoben, die hintere Baugrenze dagegen nicht. Ein Versto&#223; gegen die Festsetzung der Baugrenze l&#228;ge nur dann nicht vor, wenn die Festsetzung funktionslos geworden w&#228;re. Das vermag der Senat jedoch nicht festzustellen. Auf dem Bebauungsplan ist zwar der - rechtlich nicht bindende - Vermerk vom 16.8.1989 &#8222;Baufenster schon &#252;berschritten, Baugrenzen gegenstandslos, Baulinie ist weiterhin zu beachten&#8220; angebracht. Dieser Vermerk ist jedoch mit einem Pfeil versehen, der auf das vom Grundst&#252;ck des Kl&#228;gers weit entfernte Grundst&#252;ck Flst.-Nr. ... am n&#246;rdlichen Rand des Plangebiets verweist. Der weitere Vermerk vom 12.7.1991: &#8222;Baufenster sind durch WiGa schon &#252;berschritten&#8220; l&#228;sst zwar nicht eindeutig erkennen, ob er sich auf das gesamte Plangebiet oder nur ein bestimmtes Teilgebiet bezieht. Aus ihm kann jedoch jedenfalls nicht der Schluss gezogen werden, dass im Jahr 1999, dem Jahr der Errichtung des Wintergartens, die &#220;berschreitungen bereits so zahlreich und gravierend waren, dass von einer Funktionslosigkeit der Festsetzung ausgegangen werden m&#252;sste. Das behauptet auch der Kl&#228;ger nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>28&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"28\"/>2. Rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde k&#246;nnen auch nicht auf andere Weise hergestellt werden. Die Zulassung geringerer Abstandsfl&#228;chentiefen nach &#167; 6 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 LBO in der Fassung vom 5.3.2010 (LBO 2010) scheidet aus, weil Gr&#252;nde des Brandschutzes dem entgegenstehen (a)). Die Erteilung einer Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 BauGB von der bauplanungsrechtlichen Festsetzung der hinteren Baugrenze scheitert an den Voraussetzungen der Vorschrift (b)). Auch eine Verkleinerungsverf&#252;gung scheidet aus (c)).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>29&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"29\"/>a) Der Wintergarten ist nicht nach &#167; 6 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 LBO 2010 bauordnungsrechtlich genehmigungsf&#228;hig. Nach dieser Vorschrift sind geringere Tiefen der Abstandsfl&#228;chen zuzulassen, wenn Beleuchtung mit Tageslicht sowie Bel&#252;ftung in ausreichendem Ma&#223;e gew&#228;hrleistet bleiben, Gr&#252;nde des Brandschutzes nicht entgegenstehen und nachbarliche Belange nicht erheblich beeintr&#228;chtigt werden. Beleuchtung mit Tageslicht ist aufgrund der verglasten Au&#223;enfl&#228;chen des Wintergartens in ausreichendem Ma&#223;e gew&#228;hrleistet. Auch f&#252;r eine Beeintr&#228;chtigung der Bel&#252;ftung bestehen keine Anhaltspunkte. Allerdings stehen jedenfalls Gr&#252;nde des Brandschutzes der Zulassung geringerer Tiefen der Abstandsfl&#228;chen entgegen. Es kommt daher nicht darauf an, ob nachbarliche Belange deshalb nicht beeintr&#228;chtigt sind, weil die Eigent&#252;mer des angrenzenden Grundst&#252;cks Flst.-Nr. ... der Errichtung des Wintergartens zugestimmt hatten (vgl. zu einem solchen Fall VGH Baden-W&#252;rtt., Urteil vom 24.3.2014 &#8211; 8 S 1938/12 &#8211;, BauR 2014,1752).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>30&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"30\"/>&#167; 27 LBO 2010 enth&#228;lt Anforderungen u.a. an raumabschlie&#223;ende Bauteile. Nach seinem Absatz 4 m&#252;ssen Brandw&#228;nde als raumabschlie&#223;ende Bauteile zum Abschluss von Geb&#228;uden (Geb&#228;udeabschlusswand) ausreichend lang die Brandausbreitung auf andere Geb&#228;ude oder Brandabschnitte verhindern. &#167; 7 LBOAVO regelt, in welchen F&#228;llen Brandw&#228;nde erforderlich sind. Nach dem hier einschl&#228;gigen &#167; 7 Abs. 1 Nr. 1 LBOAVO sind Brandw&#228;nde als Geb&#228;udeabschlusswand erforderlich, wenn diese Abschlussw&#228;nde an oder mit einem Abstand von weniger als 2,5 m gegen&#252;ber der Nachbargrenze oder mit einem Abstand von weniger als 5 m zu bestehenden oder baurechtlich zul&#228;ssigen Geb&#228;uden auf demselben Grundst&#252;ck errichtet werden, es sei denn, dass der Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zul&#228;ssigen k&#252;nftigen Geb&#228;uden gesichert ist. Diese Anforderungen erf&#252;llt der Wintergarten des Kl&#228;gers, der in einem Abstand von weniger als 2,5 m zu Grenze steht, unstreitig nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>31&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"31\"/>b) Die Voraussetzungen f&#252;r die Erteilung einer Befreiung nach &#167; 31 Abs. 2 BauGB von der im Bebauungsplan festgesetzten hinteren Baugrenze liegen ebenfalls nicht vor. Nach dem hier ausschlie&#223;lich in Betracht kommenden &#167; 31 Abs. 2 Nr. 2 BauGB kann von den Festsetzungen des Bebauungsplans befreit werden, wenn die Grundz&#252;ge der Planung nicht ber&#252;hrt werden und die Abweichung st&#228;dtebaulich vertretbar ist und wenn die Abweichung auch unter W&#252;rdigung nachbarlicher Interessen mit den &#246;ffentlichen Belangen vereinbar ist.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>32&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"32\"/>Die Erteilung einer Befreiung scheitert im vorliegenden Fall jedenfalls daran, dass dadurch ein Grundzug der Planung ber&#252;hrt w&#252;rde. Bei der Festsetzung der hinteren Baugrenze handelt es sich um einen solchen Grundzug der Planung. Die Begr&#252;ndung zum Bebauungsplan ist insoweit zwar unergiebig. Unter Nr. 5 Satz 2 hei&#223;t es lediglich:</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>33&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:6pt\"><tr><td><rd nr=\"33\"/>&#8222;Auf den Baugrundst&#252;cken ist die Stellung der Haupt- und Nebengeb&#228;ude durch Baulinien und Baugrenzen dargestellt.&#8220;</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>34&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"34\"/>Ob es sich bei einer Festsetzung um einen Grundzug der Planung handelt, ist jedoch nicht allein aufgrund der Begr&#252;ndung des Bebauungsplans zu beurteilen, sondern kann sich - wie hier - auch aus der Festsetzung selbst ergeben. Eine hintere Baugrenze ist im Bebauungsplan &#8222;B.&#8220; auf s&#228;mtlichen Grundst&#252;cken im Plangebiet festgesetzt: Sie dient daher im Sinne eines planerischen Grundkonzepts erkennbar dazu, die hinteren Grundst&#252;cksteile im gesamten Plangebiet von einer Bebauung mit Hauptgeb&#228;uden freizuhalten und zudem ein einheitliches Ortsbild herzustellen. In den hinteren Grundst&#252;cksteilen sind nur Nebengeb&#228;ude vorgesehen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>35&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"35\"/>Dieser Grundzug der Planung w&#252;rde durch eine Befreiung ber&#252;hrt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>36&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"36\"/>Ein von den Festsetzungen des Bebauungsplans abweichendes Vorhaben ber&#252;hrt die Grundz&#252;ge der Planung, wenn es dem planerischen Grundkonzept zuwider l&#228;uft. Je tiefer die Befreiung in das Interessengeflecht der Planung eingreift, desto eher liegt der Schluss auf eine &#196;nderung in der Planungskonzeption nahe, die nur im Wege der (Um-)Planung m&#246;glich ist (BVerwG, Urteil vom 18.11.2010 - 4 C 10.09 -, BVerwGE 138, 166). Die Grundz&#252;ge der Planung sind somit nur dann nicht ber&#252;hrt, wenn die Abweichung geringes Gewicht besitzt, sodass sie noch von dem im jeweiligen Plan zum Ausdruck gekommenen planerischen Willen der Gemeinde umfasst ist. Von einer &#196;nderung geringen Gewichts kann angesichts der Gr&#246;&#223;e des Wintergartens und des damit verbundenen Ma&#223;es der &#220;berschreitung der hinteren Baugrenze nicht gesprochen werden. Denn der Wintergarten ragt mit einer Breite von ca. 8 m und einer Tiefe von 3,6 m in den nach dem Willen des Plangebers nicht &#252;berbaubaren hinteren Grundst&#252;cksteil hinein. Zudem entfaltet die Zulassung einer &#220;berschreitung der hinteren Baugrenze Vorbildwirkung f&#252;r andere Grundst&#252;cke. Denn die Gr&#252;nde, die f&#252;r eine solche Befreiung tragend w&#228;ren, lie&#223;en sich f&#252;r eine Vielzahl von Grundst&#252;cken im Plangebiet anf&#252;hren (vgl. dazu S&#246;fker, in: Ernst/Zinkahn/Bielenberg/Krautzberger, BauGB Kommentar, &#167; 31 Rn. 36).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>37&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"37\"/>Ein Grundzug der Planung kann durch ein Vorhaben dar&#252;ber hinaus auch dann nicht mehr ber&#252;hrt werden, wenn er bereits durch die bisherige tats&#228;chliche Entwicklung im Baugebiet so nachhaltig gest&#246;rt ist, dass das Hinzutreten des Vorhabens nicht mehr ins Gewicht f&#228;llt (vgl. BVerwG, Urteil vom 18.11.2010 - 4 C 10.09 -, BVerwGE 138, 166). Das insoweit ma&#223;gebende Baugebiet kann ein Teil des Bebauungsplangebiets sein, f&#252;r den der Bebauungsplan einheitliche Festsetzungen enth&#228;lt. Ist das einheitlich &#252;berplante Gebiet - wie hier - sehr gro&#223;, kommt es dagegen auf die Situation im Umfeld des Baugrundst&#252;cks an. Denn bei der Pr&#252;fung, ob die planerische Grundkonzeption bereits so sehr gest&#246;rt ist, dass eine weitere St&#246;rung nicht mehr ins Gewicht f&#228;llt, ist der Einfluss der vorhandenen Bebauung auf das Baugrundst&#252;ck sowie umgekehrt die Beziehung des Baugrundst&#252;cks zu seiner Umgebung zu betrachten. Das setzt eine gewisse r&#228;umliche N&#228;he voraus. Die Umgebung muss das Baugrundst&#252;ck und - umgekehrt - das Baugrundst&#252;ck seine Umgebung im Sinne einer st&#228;dtebaulichen Ordnung (&#167; 1 Abs. 3 BauGB) beeinflussen k&#246;nnen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>38&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"38\"/>Eine solche St&#246;rung in der r&#228;umlichen N&#228;he des Grundst&#252;cks des Kl&#228;gers liegt hier nicht vor. Ma&#223;gebend ist insoweit die Situation auf dem Bebauungsdreieck, das durch die S... Stra&#223;e, die E... Stra&#223;e sowie den Weg auf Flst.-Nr. ... gebildet wird, sowie dar&#252;ber hinaus diejenige auf der dem Grundst&#252;ck des Kl&#228;gers gegen&#252;berliegenden Seite der S... Stra&#223;e von dem Weg auf Flst.-Nr. ... bis auf H&#246;he der Einm&#252;ndung der E... Stra&#223;e und diejenige auf der n&#246;rdlichen Seite der E... Stra&#223;e beginnend ab der Einm&#252;ndung in die S... Stra&#223;e bis zum Haus Nr. ... (Flst.-Nr. ...). Es handelt sich insgesamt um 20 Grundst&#252;cke. In diesem Bereich ist die Zahl der abweichend von der im Bebauungsplan festgesetzten hinteren Baugrenze genehmigten und errichteten Hauptgeb&#228;ude gering. Es befinden sich dort - einschlie&#223;lich des Geb&#228;udes des Kl&#228;gers - nur f&#252;nf Geb&#228;ude, die mit Geb&#228;udeteilen die hintere Baugrenze &#252;berschreiten. Es handelt sich um die Geb&#228;ude auf den Grundst&#252;cken Flst.-Nr. ..., ..., ..., ... und ... (E... Stra&#223;e ..., S... Stra&#223;e ..., ..., ... und ...). Diese f&#252;nf Einzelf&#228;lle st&#246;ren die planerische Gesamtkonzeption nicht in dem Ma&#223;e, dass das mit der Festsetzung der hinteren Baugrenze verfolgte planerische Leitbild durch die Zulassung des Wintergartens des Kl&#228;gers in der r&#228;umlichen N&#228;he dessen Grundst&#252;cks nicht mehr ber&#252;hrt werden k&#246;nnte. Es kommt hinzu, dass die Grundfl&#228;chen derjenigen Teile dieser Geb&#228;ude, die die hintere Baugrenze &#252;berschreiten, deutlich geringer sind als die Grundfl&#228;che des Wintergartens des Kl&#228;gers. Eine bereits vorhandene St&#246;rung w&#252;rde deshalb durch die Zulassung der &#220;berschreitung durch den Wintergarten des Kl&#228;gers deutlich gesteigert. Auf weiteren Grundst&#252;cken befinden sich im nicht &#252;berbaubaren hinteren Grundst&#252;cksbereich nur Terrassen, Garagen oder sonstige Nebenanlagen. Sie sind daher bei der Pr&#252;fung, ob der Grundzug der Planung durch die Zulassung von Hauptgeb&#228;uden jenseits der hinteren Baugrenze bereits nachhaltig gest&#246;rt ist, nicht zu ber&#252;cksichtigen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>39&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"39\"/>c) Eine Verkleinerungsverf&#252;gung (&#167; 47 Abs. 1 LBO) zur Beseitigung des Versto&#223;es gegen die hintere Baugrenze kam ebenfalls nicht in Betracht. Zum einen hat der Kl&#228;ger keinen Vorschlag f&#252;r eine genehmigungsf&#228;hige Verkleinerung des Wintergartens unterbreitet. Zum anderen ist weder vorgetragen noch erkennbar, dass eine Verkleinerung &#252;berhaupt m&#246;glich ist. Denn es handelte sich nur dann um eine Verkleinerung, wenn dadurch die Identit&#228;t des Bauwerk nicht ver&#228;ndert w&#252;rde. Muss der Wintergarten nahezu vollst&#228;ndig abgerissen und anschlie&#223;end neu aufgebaut werden, fehlte es an dieser Identit&#228;t. Es l&#228;ge ein neues Bauvorhaben vor. Da der Wintergarten nahezu vollst&#228;ndig die hintere Baugrenze &#252;berschreitet und dar&#252;ber hinaus den seitlichen Grenzabstand nicht einh&#228;lt, ist eine identit&#228;tserhaltende Verkleinerung nicht m&#246;glich. Dies belegt auch der Aktenvermerk des Landratsamtes vom 28.5.2010, wonach der Kl&#228;ger gebeten habe, auf einen R&#252;ckbau zu verzichten, weil dadurch die Konstruktion des Wintergartens zerst&#246;rt w&#252;rde.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>II.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>40&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"40\"/>Aufgrund der festgestellten, nicht auf andere Weise zu beseitigenden Verst&#246;&#223;e gegen &#167; 5 LBO und gegen die im Bebauungsplan festgesetzte hintere Baugrenze sind die tatbestandlichen Voraussetzungen f&#252;r den Erlass einer Abbruchanordnung nach &#167; 65 Satz 1 LBO gegeben.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>41&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"41\"/>Das Recht des Landratsamtes zum Einschreiten ist nicht verwirkt, denn eine Verwirkung hoheitlicher Befugnisse ist nicht m&#246;glich (vgl. VGH Baden-W&#252;rtt., Urteil vom 18.12.2012 - 10 S 744/12 -, VBlBW 2013, 189; OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 12.6.2012 - 8 A 10291/12 - BauR 2012, 1634; BayVGH, Beschluss vom 18.7.2008 - 9 ZB 05.365 -, juris; OVG Berlin, Beschluss vom 25.6.2007 - 10 S 9.07 -, juris). Allenfalls kann das Recht der Beh&#246;rde auf der Ermessensebene beschr&#228;nkt sein, falls die Voraussetzungen der Verwirkung vorliegen (vgl. OVG Rheinl.-Pfalz, Urteil vom 12.6.2012, a.a.O; Sauter, LBO Kommentar, &#167; 47 Rn. 48, &#167; 65 Rn. 60). Das ist hier jedoch nicht der Fall.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>42&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"42\"/>F&#252;r die Verwirkung eines Rechts gen&#252;gt es nicht, dass der Berechtigte &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum unt&#228;tig geblieben ist. Er muss vielmehr zus&#228;tzlich durch ein Verhalten bei dem Verpflichteten das berechtigte Vertrauen erweckt haben, dass er sein Recht nicht mehr geltend machen werde, und der Verpflichtete muss tats&#228;chlich darauf vertraut haben (Vertrauensgrundlage). Dar&#252;ber hinaus muss sich der Verpflichtete infolge seines Vertrauens in seinen Vorkehrungen und Ma&#223;nahmen so eingerichtet haben, dass ihm durch die versp&#228;tete Durchsetzung des Rechts ein unzumutbarer Nachteil entstehen w&#252;rde (Vertrauenstatbestand) (vgl. zu den Voraussetzungen der Verwirkung BVerwG, Urteil vom 20.3.2014 - 4 C 11.13 -, BVerwGE 149, 211, Rn. 30). Im vorliegenden Fall fehlt es bereits an einer Vertrauensgrundlage. Denn f&#252;r die von dem Kl&#228;ger behauptete &#196;u&#223;erung des Kreisbaumeisters zu Beginn der Bauarbeiten, auf die er vertraut und deshalb den Bau vollendet haben will, ist in den Akten kein Anhaltspunkt zu finden. Ausweislich der Akten benachrichtigte die Gemeinde F. das Landratsamt Karlsruhe mit Schreiben vom 9.6.1999 von Baut&#228;tigkeiten zur Errichtung eines Wintergartens. Bei der Besprechung mit dem Bediensteten des Landratsamtes am 23.8.1999 vor Ort war der Bau bereits fertig gestellt. Eine Besichtigung des Bauvorhabens durch einen Beh&#246;rdenmitarbeiter vor Fertigstellung - wie der Kl&#228;ger sie behauptet - ist in den Akten des Landratsamtes nicht dokumentiert, sodass davon auszugehen ist, dass eine etwaige Besichtigung jedenfalls nicht durch einen Mitarbeiter des Landratsamtes erfolgte. Es erscheint zwar nicht v&#246;llig ausgeschlossen, dass in der Zwischenzeit bereits ein Bediensteter der Gemeinde F. das Bauvorhaben besichtigt hatte. Dies w&#228;re hier jedoch nicht ma&#223;gebend, da die Gemeinde F. nicht Baurechtsbeh&#246;rde ist. Es kommt ausschlie&#223;lich auf das Handeln des Landratsamtes als Baurechtsbeh&#246;rde an; ein etwaiges Handeln der Gemeinde F. ist ihr nicht zuzurechnen. Der Beweisanregung des Kl&#228;gers in seinem Schriftsatz vom 20.2.2014, den fr&#252;heren Kreisbaumeister als Zeuge zu vernehmen, brauchte der Senat bei dieser Sachlage nicht nachzugehen. Einen f&#246;rmlichen Beweisantrag hat der Kl&#228;ger nicht gestellt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>43&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"43\"/>Die angefochtene Abbruchanordnung ist auch frei von Ermessensfehlern. Das Landratsamt und das Regierungspr&#228;sidium haben ber&#252;cksichtigt, dass durch den Abbruch ein Verm&#246;genswert vernichtet wird und weitere Kosten verursacht werden. Sie haben diesem Umstand jedoch zu Recht kein &#252;berwiegendes Gewicht beigemessen, weil der Kl&#228;ger ohne die erforderliche Genehmigung und damit auf eigenes Risiko gebaut hat. Der Wintergarten des Kl&#228;gers z&#228;hlt nicht zu den verfahrensfreien Vorhaben nach &#167; 50 Abs. 1 LBO in der Fassung vom 8.8.1995 i.V.m. dem Anhang zu dieser Vorschrift, denn er f&#228;llt nicht unter die im Anhang unter Nr. 1 bis 12 genannten Geb&#228;ude und Geb&#228;udeteile. Eine solche Zuordnung scheitert schon daran, dass der Wintergarten die Qualit&#228;t eines Aufenthaltsraumes besitzt, denn er erweitert den Wohnraum im Geb&#228;ude des Kl&#228;gers. Es h&#228;tte zwar grunds&#228;tzlich nach &#167; 51 Abs. 1 Nr. 1 i.V.m. &#167; 2 Abs. 12 und &#167; 51 Abs. 2 Nr. 1 LBO 1995 auch ein Kenntnisgabeverfahren durchgef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Wegen der Unterschreitung der erforderlichen Tiefe der Abstandsfl&#228;chen und der Abweichung von den Festsetzungen des Bebauungsplans w&#228;re jedoch die Zulassung einer Abweichung und die Erteilung einer Befreiung erforderlich gewesen. Eine solche Entscheidung der Baurechtsbeh&#246;rde ist nicht ergangen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>44&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"44\"/>Auch dem von dem Kl&#228;ger hervorgehobenen langen Zuwarten bis zum Erlass der Abbruchanordnung musste die Baurechtsbeh&#246;rde kein ausschlaggebendes Gewicht beimessen. Die Vorbildwirkung wird nicht dadurch beseitigt, dass der Wintergarten schon lange besteht. Das gilt auch dann, wenn es - wie der Kl&#228;ger vortr&#228;gt - in der Vergangenheit keine Nachahmer gegeben haben sollte.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>45&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"45\"/>Der Senat teilt des Weiteren nicht die in der m&#252;ndlichen Verhandlung ge&#228;u&#223;erte Ansicht des Kl&#228;gers, es liege ein Versto&#223; gegen die Beratungspflicht der Beh&#246;rde vor, der einen Ermessensfehler nach sich ziehe, weil die Baurechtsbeh&#246;rde dem Kl&#228;ger eine M&#246;glichkeit zu einem genehmigungsf&#228;higen Umbau h&#228;tte aufzeigen m&#252;ssen. Die Baurechtsbeh&#246;rde ist nicht verpflichtet, die M&#246;glichkeiten einer &#196;nderung des Bauwerks zur Beseitigung des Baurechtsversto&#223;es von Amts wegen zu pr&#252;fen und dem Bauherrn geeignete Vorschl&#228;ge zu unterbreiten (vgl. BVerwG, Beschluss vom 8.2.1994 - 4 B 21.94 -, juris). Vielmehr ist es Sache des Bauherrn, der Beh&#246;rde geeignete Abhilfema&#223;nahmen vorzuschlagen. Das gilt hier umso mehr, als der Wintergarten des Kl&#228;gers sowohl gegen die Vorschriften &#252;ber die einzuhaltenden Abstandsfl&#228;chen als auch gegen die festgesetzte hintere Baugrenze verst&#246;&#223;t, sodass weder das &#8222;Ob&#8220; noch das &#8222;Wie&#8220; einer &#196;nderung auf der Hand liegen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>46&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"46\"/>Es stand auch kein milderes Mittel zur Verf&#252;gung, das den Erlass der Abbruchanordnung nicht erforderlich gemacht h&#228;tte, um bauordnungsrechtlich rechtm&#228;&#223;ige Zust&#228;nde herbeizuf&#252;hren. Die im Berufungsverfahren eingeholte fachliche Stellungnahme zum Brandschutz zeigt zwar auf, dass es M&#246;glichkeiten gibt, den Wintergarten brandschutztechnisch zu ert&#252;chtigen. Mit einer der vorgeschlagenen Vorgehensweisen hat sich der Kl&#228;ger auch grunds&#228;tzlich einverstanden erkl&#228;rt. Eine solche Ert&#252;chtigung ist jedoch allenfalls geeignet, um geringere Abstandsfl&#228;chen zur seitlichen Grenze zuzulassen. Sie beseitigt indessen nicht den Versto&#223; gegen die festgesetzte hintere Baugrenze.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>47&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"47\"/>Die Abbruchanordnung verst&#246;&#223;t schlie&#223;lich nicht gegen den Gleichheitssatz des Art. 3 Abs. 1 GG. Nach dem genehmigten Lageplan f&#252;r ein Bauvorhaben auf dem s&#252;d&#246;stlich angrenzenden Grundst&#252;ck Flst.-Nr. ... wurde dort zwar eine &#220;berschreitung der hinteren Grundst&#252;cksgrenze mit einem Wintergarten genehmigt. Dieser Wintergarten ist jedoch mit dem des Kl&#228;gers nicht vergleichbar, da er eine deutlich geringere Grundfl&#228;che aufweist. Die Genehmigung des Wintergartens auf dem Nachbargrundst&#252;ck f&#252;hrt daher nicht zur Rechtswidrigkeit der Abbruchanordnung aus Gleichheitsgr&#252;nden. Eine Verkleinerungsverf&#252;gung auf das seinem Nachbarn genehmigte Ma&#223; kam aus den bereits ausgef&#252;hrten Gr&#252;nden nicht in Betracht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>48&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"48\"/>Auch die auf weiteren Grundst&#252;cken genehmigten &#220;berschreitungen der hinteren Baugrenze mit Teilen der jeweiligen Hauptgeb&#228;ude sind mit der &#220;berschreitung durch den Wintergarten des Kl&#228;gers nicht vergleichbar. Sofern sie nicht ohnehin nach &#167; 23 Abs. 5 Satz 2 BauNVO zul&#228;ssig sind, wie wohl beispielsweise auf dem Grundst&#252;ck Flst.-Nr. ..., nehmen diese &#220;berschreitungen jedenfalls eine deutlich geringere Grundst&#252;cksfl&#228;che in Anspruch als der Wintergarten des Kl&#228;gers. Dieser Unterschied rechtfertigt eine unterschiedliche Behandlung.</td></tr></table>\n    <table><tr><td>C.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>49&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"49\"/>Die Kostenentscheidung folgt aus &#167; 154 Abs. 2 VwGO. Die Revision ist nicht zuzulassen, da die Voraussetzungen des &#167; 132 Abs. 2 VwGO nicht vorliegen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>50&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"50\"/><strong>Beschluss vom 14. September 2016</strong></td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>51&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"51\"/>Der Streitwert f&#252;r das Verfahren in beiden Rechtsz&#252;gen wird unter Ab&#228;nderung der Streitwertfestsetzung des Verwaltungsgerichts nach &#167; 47 Abs. 1 Satz 1, &#167; 52 Abs. 1, &#167; 63 Abs. 3 GKG in Anlehnung an Nr. 9.5 des Streitwertkataloges 2013 auf jeweils 10.000 EUR festgesetzt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>52&#160;</td></tr></table></td><td><table><tr><td><rd nr=\"52\"/>Der Beschluss ist unanfechtbar.</td></tr></table>\n</td></tr></table>"
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