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    "id": 182730,
    "slug": "lg-karlsruhe-2017-05-12-19-s-2116",
    "court": {
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    "file_number": "19 S 21/16",
    "date": "2017-05-12",
    "created_date": "2019-02-10T19:41:53Z",
    "updated_date": "2020-12-10T14:55:23Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<p>1. Auf die Berufung der Kl&#228;gerin wird das Urteil des Amtsgerichts Karlsruhe-Durlach vom 16.02.2016, Az. 2 C 401/14, im Kostenpunkt aufgehoben und im &#220;brigen wie folgt abge&#228;ndert:</p>\n    <p>Der Beklagte wird verurteilt, an die Kl&#228;gerin 939,42 EURO nebst Zinsen hieraus in H&#246;he von f&#252;nf Prozentpunkten &#252;ber dem jeweiligen Basiszinssatz aus einem Betrag in H&#246;he von 774,57 EURO seit dem 09.11.2012 und aus einem Betrag in H&#246;he von 164,85 EURO seit dem 08.12.2012 zu bezahlen.</p>\n    <p>Der Beklagte wird weiter verurteilt, an die Kl&#228;gerin weitere 162,75 EURO nebst Zinsen hieraus in H&#246;he von f&#252;nf Prozentpunkten &#252;ber dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 10.07.2014 zu bezahlen.</p>\n    <p>2. Der Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits beider Instanzen zu tragen mit Ausnahme derjenigen Mehrkosten, die dadurch entstanden sind, dass die Kl&#228;gerin mit der Klage das Amtsgericht Karlsruhe angegangen ist. Diese Mehrkosten werden der Kl&#228;gerin auferlegt.</p>\n    <p>3. Das Urteil ist vorl&#228;ufig vollstreckbar.</p>\n    <p>4. Die Revision wird nicht zugelassen.</p>\n    <p/>\n\n<h2>GrĂ¼nde</h2>\n\n<table><tr><td>&#160;</td><td>                                                                                    <table style=\"margin-left:14pt\"><tr><td>I.</td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>1&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"1\"/>Die Parteien streiten um Entgelt f&#252;r Stromlieferungen auf das Vertragskonto &#8230; f&#252;r ein Ferienhaus an der Adresse &#8230; , im Zeitraum vom 01.01.2009 bis zum 17.08.2012.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>2&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"2\"/>Hinsichtlich der tats&#228;chlichen Feststellungen wird zun&#228;chst auf das Urteil des Amtsgerichts Karlsruhe-Durlach gem. &#167; 540 Abs. 1 ZPO Bezug genommen, soweit nachstehend keine entgegenstehenden Feststellungen getroffen werden.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>3&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"3\"/>Unstreitig wurde das Haus vom Beklagten als Mieter genutzt und der Beklagte wurde von der Kl&#228;gerin &#252;ber den Z&#228;hler &#8230; mit Energie versorgt. Der Beklagte nahm dieses Leistung - zumindest bis zu seinem Auszug - in Anspruch (AS I, 19, 123). Die vorliegend geltend gemachte Gesamtforderung beruht auf den in den Anlagen K 5 und K 6 geltend gemachten Betr&#228;gen von 774,57 EURO + 164,85 EURO = 939,42 EURO (AS I, 23, 53 und 59 zu den Einzelheiten). Hierin ist eine Abschlagszahlung des Beklagten in H&#246;he von 598,95 EURO ber&#252;cksichtigt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>4&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"4\"/>Hauptstreitpunkt ist die Frage, ob der Beklagte Vertragspartner des Energielieferungsverh&#228;ltnisses ist oder ob der Vermieter - der Zeuge &#8230; - der Vertragspartner ist. Hierzu hat der Beklagte zun&#228;chst in erster Instanz mit Schriftsatz vom 25.08.2014 <em>\"unstreitig gestellt, dass (...) ein Versorgungsvertrag mit der Kl&#228;gerin bestand.\" (AS I, 121). </em>Sp&#228;ter hat der mit Schriftsatz vom 12.01.2016 einen vorrangigen Vertragsschluss der Kl&#228;gerin mit dem Vermieter behauptet (AS I, 443).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>5&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"5\"/>Der Beklagte hat dar&#252;ber hinaus die Angaben zum Verbrauch mit Nichtwissen bestritten und einen Auszug im Mai 2010 behauptet (AS I, 123). Dar&#252;ber hinaus wurde die Funktionsf&#228;higkeit des Stromz&#228;hlers bestritten und - bereits in erster Instanz - die Einrede der Verj&#228;hrung erhoben (I, 231).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>6&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"6\"/>Nach dem unbestrittenen Vortrag der Kl&#228;gerin (AS II, 31; Beklagter AS II, 73, 167) ist aufgrund der Entflechtung des Netzbetriebs von der Energieversorgung der Netzanschluss und der Vertrag &#252;ber die Versorgung mit Strom getrennt voneinander zu betrachten. Es muss sowohl ein Vertrag hinsichtlich des Netzanschlusses, als auch hinsichtlich der jeweiligen Versorgung mit Energie geschlossen werden.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>7&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"7\"/>Das Amtsgericht hat die Klage nach Einvernahme des Zeugen &#8230; abgewiesen. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme stehe fest, dass der Zeuge &#8230; die Stromversorgung des Hauses bei der Kl&#228;gerin beantragt habe. Damit sei der Zeuge &#8230; Vertragspartner der Kl&#228;gerin. In einer sp&#228;teren vom Zeugen &#8230; vorgenommenen Anmeldung des Beklagten als Vertragspartner der Kl&#228;gerin sei ein Angebot auf Abschluss eines entsprechenden Stromversorgungsvertrags zwischen der Kl&#228;gerin und dem Beklagten zu sehen, verbunden mit dem Angebot auf Aufhebung des bisherigen Stromversorgungsvertrags. Bei Abgabe dieser Willenserkl&#228;rung habe der Zeuge &#8230; ohne Vollmacht des Beklagten gehandelt und damit als Vertreter ohne Vertretungsmacht. Ein Vertrag zwischen der Kl&#228;gerin und dem Beklagten sei damit nicht zustandegekommen. Dementsprechend bliebe es bei dem urspr&#252;nglichen Stromversorgungsvertrag zwischen der Kl&#228;gerin und dem Zeugen . Ein konkludenter Vertragsschluss durch Entnahme von Energie durch den Beklagten komme nicht in Betracht, da bereits ein Vertragsverh&#228;ltnis zwischen der Kl&#228;gerin und dem Zeugen &#8230; zustandegekommen gewesen sei.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>8&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"8\"/>Gegen das am 18.02.2016 zugestellte (AS I, 493) Urteil richtet sich die am 14.03.2016 eingegangene Berufung der Kl&#228;gerin, die innerhalb der um einen Monat verl&#228;ngerten Berufungsbegr&#252;ndungsfrist am 17.05.2016 begr&#252;ndet wurde (AS II, 1, 11, 21).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>9&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"9\"/>In dieser r&#252;gt die Kl&#228;gerin, dass vom Amtsgericht gegen den Beibringungsgrundsatz versto&#223;en worden sei, da es von Amts wegen den Zeugen &#8230; auch zum Vertragsschluss geh&#246;rt habe. Dar&#252;ber hinaus habe es entgegen &#167; 296 Abs. 2 ZPO versp&#228;tetes Vorbringen des Beklagten ber&#252;cksichtigt. Vor allem aber habe das Amtsgericht die Trennung zwischen Netzverh&#228;ltnis und Energielieferungsverh&#228;ltnis nicht erkannt. Diese beiden Vertr&#228;ge seien zu trennen. Im vorliegenden Fall sei ein konkludenter Energielieferungsvertrag mit der Energieentnahme durch den Beklagten zustandegekommen, hilfsweise jedoch durch die dreij&#228;hrige Nutzung und Abschlagszahlung ein solcher durch konkludente Genehmigung wirksam entstanden. Das dem Energielieferungsverh&#228;ltnis gegen&#252;berzustellende Netzverh&#228;ltnis schaffe erst die technischen M&#246;glichkeiten, einen Stromvertrag zu schlie&#223;en. Auch existiere keine gesetzliche Wertung, wonach der Strombezug des Mieters dem Vermieter aufzub&#252;rden sei (AS II, 89).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>10&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"10\"/>W&#228;hrend die Kl&#228;gerin erster Instanz noch vorgetragen hatte, dass eine An- und Abmeldung des Beklagten durch den Zeugen &#8230; erfolgt sei (I, 149, 455), hat sie diesen Vortrag in zweiter Instanz dahingehend ver&#228;ndert, dass der Zeuge &#8230; angegeben habe, dass sich der Beklagte selbst bei der Kl&#228;gerin angemeldet habe. Dies bedeute, dass der Zeuge &#8230; zwar die Installation f&#252;r Stromleitungen bei der Kl&#228;gerin beantragt hat. Dies beziehe sich jedoch nur auf diesen Netzanschluss. Der Netzanschluss sei jedoch von der jeweiligen Versorgung mit Energie getrennt zu betrachten. Da der Zeuge die Abnahmestelle - unstreitig - nicht bewohnte, habe es f&#252;r ihn jedoch keine Veranlassung gegeben, auch einen Liefervertrag abzuschlie&#223;en. Dieser sei konkludent zustande gekommen, indem der Beklagte erstmals Energie entnommen habe (AS II, 29).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>11&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"11\"/><strong>Die Kl&#228;gerin beantragt </strong>(AS II, 129, 145):</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>12&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"12\"/>1. Das Urteil vom 19.01.2016 des Amtsgerichts Karlsruhe-Durlach, Az. 2 C 404/14, aufzuheben und den Beklagten zu verurteilen, an die Kl&#228;gerin 939,42 EUR nebst Zinsen hieraus in H&#246;he von f&#252;nf Prozentpunkten &#252;ber dem jeweiligen Basiszinssatz aus einem Betrag in H&#246;he von 744,57 EUR seit dem 09.11.2012 und aus einem Betrag in H&#246;he von 164,85 EUR seit dem 08.12.2012 zu bezahlen.</td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>13&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"13\"/>2. Der Beklagte wird verurteilt, die Kosten in H&#246;he von 162,75 EUR nebst Zinsen hieraus in H&#246;he von f&#252;nf Prozentpunkten &#252;ber dem jeweiligen Basiszinssatz seit Rechtsh&#228;ngigkeit zu bezahlen.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>14&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"14\"/><strong>Der </strong><strong>Beklagte beantragt (AS II, 47)</strong></td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>15&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"15\"/>Zur&#252;ckweisung der Berufung.</td></tr></table>\n                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>16&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"16\"/>Der Beklagte verteidigt das erstinstanzliche Urteil. Der Zeuge &#8230; sei nicht von einer Differenzierung zwischen Netzanschluss und Verbraucher ausgegangen und haben den \"Erstvertrag\" geschlossen. Auch sei dem Mietvertrag nicht zu entnehmen, dass Stromkosten entgegen der gesetzlichen Wertung vom Beklagten zu tragen seien. Es gebe auch in tats&#228;chlicher Hinsicht keinerlei Anhaltspunkte, dass der Beklagte durch eine Stromabnahme zum Ausdruck bringen wollte, Vertragspartner der Kl&#228;gerin zu sein (AS II, 73). Da zum Zeitpunkt der Stromentnahme durch den Beklagten bereits ein Vertrag zwischen der Kl&#228;gerin und dem Zeugen &#8230; bestanden habe, scheide ein konkludenter Vertragsschluss mit dem Beklagten aus. Auch gehe das Gesetz zun&#228;chst davon aus, dass der Vermieter die abh&#228;ngigen Verbrauchskosten trage (AS II, 75). Im &#220;brigen k&#246;nne selbst unter Zugrundelegung eines konkludent geschlossenen Vertrages dieser wieder konkludent beendet werden. &#167; 20 Abs. 1 StromGVV stehe dem nicht entgegen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>17&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"17\"/>Hinsichtlich der Einzelheiten wird auf die gewechselten Schrifts&#228;tze nebst Anlagen sowie die Protokolle der m&#252;ndlichen Verhandlungen verwiesen. Das Gericht hat die Sache gem. &#167; 526 ZPO auf den Einzelrichter &#252;bertragen und Beweis erhoben durch erneute Einvernahme des Zeugen &#8230; . Hinsichtlich des Ergebnisses wird auf das Protokoll der Verhandlung vom 18.04.2017 AS II, 129 ff. verwiesen. Der Beklagte konnte nicht informatorisch angeh&#246;rt werden, da sein Aufenthalt unbekannt ist und auch sein Rechtsanwalt seit Januar 2015 keinen Kontakt mehr zu ihm hat. Das zun&#228;chst angegangene Amtsgericht Karlsruhe hat sich f&#252;r unzust&#228;ndig erkl&#228;rt und den Rechtsstreit gem. &#167; 281 ZPO an das Amtsgericht Karlsruhe-Durlach verwiesen.</td></tr></table>\n                                                                                    <table style=\"margin-left:14pt\"><tr><td>II.</td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>18&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"18\"/>Die zul&#228;ssige Berufung hat in der Sache Erfolg.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>19&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"19\"/>A. Die Berufung ist zul&#228;ssig, insbesondere wurde sie form- und fristgerecht eingelegt und begr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>20&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"20\"/>Soweit erstmals im Termin vom 18.04.2017 ein konkreter Berufungsantrag gestellt wurde, hindert dies nicht die Zul&#228;ssigkeit der Berufung. Bereits mit Berufungseinlegung vom 14.03.2017 wurde eine Abschrift des angefochtenen Urteils nebst der hierin genannten in erster Instanz gestellten Antr&#228;ge vorgelegt. Mit der Berufungsbegr&#252;ndung wurde sodann ausgef&#252;hrt, dass \"das erstinstanzliche Urteil vollumf&#228;nglich angegriffen und zur &#220;berpr&#252;fung des Gerichts gestellt\" wird (AS II, 25). Bei dieser Sachlage ist mit hinreichender Deutlichkeit zu entnehmen, dass die erstinstanzlichen Antr&#228;ge vollumf&#228;nglich weiter verfolgt werden sollen. Dass diese erstmals im Termin vom 18.04.2017 ausdr&#252;cklich formuliert wurden, hindert die Zul&#228;ssigkeit der Berufung nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>21&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"21\"/>B. Die Berufung ist auch begr&#252;ndet.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>22&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"22\"/>Die Kl&#228;gerin hat einen Anspruch gegen den Beklagten auf Zahlung restlicher Verg&#252;tung f&#252;r die Stromlieferung aus &#167; 433, 453 BGB i.V.m. mit einem von der Kl&#228;gerin mit dem Beklagten abgeschlossenen Stromlieferungsvertrag. Der Beklagte ist Vertragspartner der Kl&#228;gerin (hierzu 1.) und der Anspruch besteht in der geltend gemachten H&#246;he (hierzu 2.). Der Beklagte ist dar&#252;ber hinaus nicht gem. &#167; 214 BGB zur Verweigerung der Leistung berechtigt (hierzu 3.).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>23&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"23\"/>1. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme und des in zweiter Instanz erfolgten Vortrags ist - entgegen der Auffassung des Amtsgerichts - ein Vertrag mit dem Beklagten und nicht mit dem Zeugen Kaltenbach &#252;ber die Stromlieferung zustande gekommen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>24&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"24\"/>In dem Leistungsangebot eines Versorgungsunternehmens ist grunds&#228;tzlich ein Vertragsangebot zum Abschluss eines Versorgungsvertrages in Form einer sogenannten Realofferte zu sehen, die von demjenigen konkludent angenommen wird, der aus dem Leitungsnetz des Versorgungsunternehmens Elektrizit&#228;t entnimmt. Empf&#228;nger der Offerte ist typischerweise derjenige, der die tats&#228;chliche Verf&#252;gungsgewalt &#252;ber den Versorgungsanschluss im &#220;bergabezeitpunkt aus&#252;bt. Im Fall einer Vermietung oder Verpachtung ist dies der Mieter oder P&#228;chter. Es kommt hierbei - &#228;hnlich wie bei unternehmensbezogenen Gesch&#228;ften - nicht darauf an, ob dem Energieversorger die Identit&#228;t des Inhabers der tats&#228;chlichen Verf&#252;gungsgewalt bekannt ist (so ausdr&#252;cklich BGH, Urteil vom 02.07.2014 - VIII ZR 316/13, NJW 2014 3148, 3149). Im vorliegenden Fall war der Beklagte Mieter und damit Inhaber der tats&#228;chlichen Verf&#252;gungsgewalt. Dies ergibt sich aus dem unstreitigen Vortrag der Parteien sowie dem in zweiter Instanz erhobenen Mietvertrag vom 27.05.2004 (AS II, 119). Der Beklagte selbst hat in erster Instanz vorgetragen, die Leistung der Kl&#228;gerin in Anspruch genommen zu haben (AS I, 123).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>25&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"25\"/>Soweit der Beklagte darauf abgestellt hat, dass diese Grunds&#228;tze dann nicht gelten, wenn gegenl&#228;ufige Anhaltspunkte vorhanden sind, die einen Vertragsschluss mit einer anderen Person begr&#252;nden w&#252;rden, f&#252;hrt dies zu keinem anderen Ergebnis. Zwar hat der Bundesgerichtshof angenommen, dass im Einzelfall ein Vertragsschluss mit dem Inhaber der tats&#228;chlichen Verf&#252;gungsgewalt dann ausscheidet, wenn \"gegenl&#228;ufige Anhaltspunkte vorhanden sind, die im Einzelfall un&#252;bersehbar in eine andere Richtung weisen, oder wenn der Abnehmer der Versorgungsleistung bereits anderweitig feststeht, weil das Versorgungsunternehmen oder der Abnehmer zuvor mit einem Dritten eine Liefervereinbarung geschlossen hat (BGH, a.a.O.). Im vorliegenden Fall liegen derartige Umst&#228;nde jedoch nicht vor. Es kam vielmehr ein konkludenter Stromabnahmevertrag mit dem Beklagten durch Entgegennahme des Stroms zustande. Ein vorrangiger Vertrag des Zeugen &#8230; mit der Kl&#228;gerin bestand nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>26&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"26\"/>Im Einzelnen:</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>27&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"27\"/>Der Beklagte war zum Zeitpunkt des Einbaus der Stromversorgung der Mieter des Objekts und nahm dort die Leistung der Kl&#228;gerin auch nach seinem Vortrag in Anspruch (AS I, 123). Hiermit kam ein Vertrag mit dem Beklagten zustande.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>28&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"28\"/>Ein vorrangiger Vertrag mit dem Vermieter - dem Zeugen &#8230; - bestand nicht.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>29&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"29\"/>Der Vermieter hat in seiner Einvernahme &#252;berzeugend geschildert, dass er das Haus im Jahr 2004 zun&#228;chst ohne einen Stromanschluss an den Beklagten vermietet hatte. Sp&#228;ter sei das Haus dann an das Stromnetz angeschlossen worden. Allerdings bekr&#228;ftigte der Zeuge zugleich mehrfach, dass er keinen Stromvertrag mit der Kl&#228;gerin geschlossen habe (AS II, 131). Er konnte dies durch eine vorgelegte Vertragsbest&#228;tigung untermauern, wonach die Kl&#228;gerin einen Vertrag mit ihm erst zum 18.08.2012 und damit zum Zeitraum nach der hiesigen Abrechnungsperiode schloss (AS II, 131, 147).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>30&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"30\"/>Zugleich hat der Zeuge bestimmt und sicher angegeben, den Beklagten keinesfalls bei der Kl&#228;gerin angemeldet zu haben (AS II, 135) und damit den von der Kl&#228;gerin in zweiter Instanz gehaltenen Vortrag best&#228;tigt. Auf die noch in erster Instanz aufgeworfene Frage, eines Handelns in Vertretungsmacht des Beklagten kam es daher nicht mehr an.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>31&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"31\"/>Die Angaben des Zeugen waren &#252;berzeugend. Auch der Umstand, dass dem Zeugen der Streit verk&#252;ndet wurde und er daher ein Motiv haben k&#246;nnte, eine Vertragspartnerschaft des Beklagten zu behaupten, wurde vom Gericht gesehen, ohne dass dies den Angaben die &#220;berzeugungskraft nahm.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>32&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"32\"/>Soweit der Beklagtenvertreter im Termin einen Vertragsschluss des Zeugen &#8230; mit der Kl&#228;gerin in einer angeblich vom Zeugen &#8230; erkl&#228;rten Anweisung, die Leitung unter Strom zu setzen, erblickt hatte (AS II, 141), hat die Kl&#228;gervertreterin diese angebliche Weisung bestritten (AS II, 141) und der Beklagte hierf&#252;r keinen Beweis angeboten. Auch hat - entgegen der Auffassung des Beklagtenvertreters im Schriftsatz zur Beweisw&#252;rdigung (AS II, 167) - die Beweisaufnahme keine derartige Weisung des Beklagten ergeben, sodass es nicht darauf ankommt, ob sich hieraus &#252;berhaupt ein Vertragsschluss mit dem Zeugen &#8230; ergeben w&#252;rde.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>33&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"33\"/>Bei der Beweisw&#252;rdigung war dar&#252;ber hinaus als gravierendes Indiz f&#252;r einen Vertragsschluss mit dem Beklagten zu w&#252;rdigen, dass dieser zumindest eine Teilzahlung auf die Stromrechnungen i.H.v. 598,95 EUR brutto (AS II, 91) geleistet hat. Diese ergibt sich aus dem unbestrittenen Vortrag der Kl&#228;gerin sowie der als Anlage K 2 (AS I, 41) vorgelegten Abrechnung, wo eine Abschlagszahlung von 503,30 EUR netto = 598,95 EUR brutto abgezogen wird. Es ist f&#252;r das Gericht nicht nachvollziehbar, dass der Beklagte eine Teilzahlung in dieser H&#246;he leistete und nunmehr bestreitet, der Vertragspartner zu sein. Vielmehr spricht der Umstand der Abschlagszahlung - oder gar mehrerer Abschlagszahlungen (AS II, 89, 91) - daf&#252;r, dass der Beklagte sich - bevor er unauffindbar wurde - ebenfalls als Vertragspartner angesehen hat und von einer vertraglichen Bindung zur Kl&#228;gerin ausgegangen ist.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>34&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"34\"/>Schlie&#223;lich war bei der Beweisw&#252;rdigung zu ber&#252;cksichtigen, dass der Beklagte zun&#228;chst in der Klageerwiderung vom 25.08.2014 <em>\"unstreitig gestellt, [hat] dass (...) ein Versorgungsvertrag mit der Kl&#228;gerin bestand.\" (AS I, 121). Erst </em>sp&#228;ter hat er mit Schriftsatz vom 12.01.2016 einen vorrangigen Vertragsschluss der Kl&#228;gerin mit dem Zeugen &#8230; behauptet (AS I, 443). Zu diesem Zeitpunkt hatte der Beklagtenvertreter jedoch bereits seit einem Jahr keinen Kontakt zu seinem Mandanten (AS I, 329, 337).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>35&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"35\"/>Soweit der Beklagte darauf verweist, dass der Mietvertrag vom 27.05.2004 (AS II, 119) keine Regelung zu den Stromkosten enthalte, &#228;ndert dies nichts daran, dass diese vom Mieter zu begleichen sind. Es entspricht n&#228;mlich der Vertragserwartung, dass der Mieter derartige Kosten begleicht (Schmidt-Futterer/Eisenschmid, Mietrecht, 12. Auflage 2015, &#167; 535 Rn. 541: <em>Liegt &#252;ber den Strombezug keine Vereinbarung der Parteien vor, ist der Mieter im Zweifel selbst f&#252;r den Bezug verantwortlich</em>). Im Gegenteil w&#228;re es aus Sicht des Gerichts nicht nachvollziehbar, warum der Zeuge &#8230; angesichts des Umstandes, dass er das Ferienhaus auf 10 Jahre f&#252;r 200,00 EUR im Monat vermietet hat, das letztlich un&#252;bersehbare Risiko eines Stromverbrauchs durch den Beklagten &#252;bernehmen sollte. Auch hat der Zeuge &#8230; nach seinen glaubw&#252;rdigen Angaben im Termin dem Beklagten niemals zugesagt, die Stromkosten zu begleichen (AS II, 137).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>36&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"36\"/>Nach dem Vorstehenden kommt es auf den Umstand, dass mehrere Rechnungen &#252;ber Jahre hinweg an den Beklagten adressiert wurden (AS II, 89 und die Angaben des Zeugen &#8230; AS II, 137) nicht mehr entscheidend an, sodass dem Bestreiten des Erhalts der Rechnungen (AS I, 267) ebenfalls keine Bedeutung zukommt.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>37&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"37\"/>B. Soweit der Beklagte die H&#246;he des Verbrauchs und die Funktionsf&#228;higkeit des Stromz&#228;hlers bestritten hat (AS I, 123) hat, vermag dies kein anderes Ergebnis zu begr&#252;nden.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>38&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"38\"/>1. Gem&#228;&#223; &#167; 17 Abs. 1 Satz 2 der dem Vertrag zugrunde liegenden Strom-GVV berechtigen Einw&#228;nde gegen Rechnungen und Abschlagsberechnungen gegen&#252;ber dem Grundversorger zum Zahlungsaufschub oder zur Zahlungsverweigerung nur,</td></tr></table>\n                        </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>39&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"39\"/><em>1. soweit die ernsthafte M&#246;glichkeit eines offensichtlichen Fehlers besteht oder</em></td></tr></table>\n                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>40&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:8pt\"><tr><td><rd nr=\"40\"/><em>2. sofern</em></td></tr></table>\n                                                    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>41&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"41\"/><em>a) der in einer Rechnung angegebene Verbrauch ohne ersichtlichen Grund mehr als doppelt so hoch wie der vergleichbare Verbrauch im vorherigen Abrechnungszeitraum ist und</em></td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>42&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"42\"/><em>b) der Kunde eine Nachpr&#252;fung der Messeinrichtung verlangt</em></td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>43&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:10pt\"><tr><td><rd nr=\"43\"/><em>und solange durch die Nachpr&#252;fung nicht die ordnungsgem&#228;&#223;e Funktion des Messger&#228;ts festgestellt ist.</em></td></tr></table>\n                            </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>44&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"44\"/>2. Zum konkreten Fall hat der hierf&#252;r darlegungs- und beweisbelastete Beklagte diese Voraussetzungen nicht dargetan, worauf im Termin hingewiesen wurde.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>45&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"45\"/>a. Die Verwendung eines Baustellenmessger&#228;ts zur Stromversorgung begr&#252;ndet keine gem &#167; 17 Strom-GVV beachtlichen Umst&#228;nde.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>46&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"46\"/>Nach den glaubhaften und in sich schl&#252;ssigen Ausf&#252;hrungen des Zeugen &#8230; ist davon auszugehen, dass der Kl&#228;ger selbstst&#228;ndig das im vorliegenden Fall verwendete Baustellenmessger&#228;t angeschafft und verwendet hat (AS II, 137, 139). Zwar konnte der Zeuge keine Angaben aus eigener Anschauung machen, wo der Beklagte das Ger&#228;t her hatte. Er ging jedoch davon aus, das er es gebraucht gekauft habe. Allerdings konnte der Zeuge sicher angeben, dass er - der Zeuge - das Ger&#228;t jedenfalls nicht angeschlossen habe (AS II, 131). Auch hat der Zeuge weiter angegeben, dass der Beklagte von dem Baukastenverteiler aus das gesamte Haus mit Verl&#228;ngerungkabeln mit Strom versorgt habe (AS II, 131). Selbst wenn man jedoch zugrundelegt, dass der Beklagte seinem Rechtsanwalt erz&#228;hlt hat, dass er den Stromverteiler von der Fa. &#8230; erhalten hat und dies zutreffend sei (AS II, 141), &#228;ndert dies nichts daran, dass der Beklagte diesen bewusst verwendet hat, ohne auf eine Nachpr&#252;fung der Messeinrichtung zu bestehen. Soweit der Beklagte dies in der Berufungsverhandlung bestritten hat, &#228;ndert dies nichts daran, dass das Gericht aufgrund der Aussage des Zeugen &#8230; hiervon &#252;berzeugt ist.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>47&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"47\"/>Daher h&#228;tte es am Kl&#228;ger gelegen gem&#228;&#223; &#167; 17 Abs. 1 Nr. 2 eine Nachpr&#252;fung gem&#228;&#223; der Messeinrichtung zu verlangen. Gem. &#167; 17 Strom-GVVV ist es dem Beklagten verwehrt, &#252;ber Jahre hinweg bewusst einen Z&#228;hler in einem Ferienhaus zu verwenden und sich anschlie&#223;end im Prozess darauf beruht, dass dieses nicht zur Stromz&#228;hlung geeignet gewesen sei. Dar&#252;ber hinaus ist weder dargetan, noch ersichtlich, dass sich der Verbrauch im Verh&#228;ltnis zur vorherigen Abrechnungsperiode verdoppelt hat.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>48&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"48\"/>b. Es besteht keine ernsthafte M&#246;glichkeit eines offensichtlichen Fehlers der Stromablesung.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>49&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"49\"/>Der konkret berechnete Betrag beruht auf einer vom Zeugen &#8230; vorgenommenen Ablesung, die er im Termin vom 18.04.2017 nochmals f&#252;r das Gericht in jeder Hinsicht glaubw&#252;rdig unter Erinnerung an den ungef&#228;hren seinerzeit mitgeteilten Z&#228;hlerstand best&#228;tigt hat (AS II, 135, 153). Dar&#252;ber hinaus hat der Zeuge &#8230; - ohne dass es hierauf noch im Einzelnen ankommt - best&#228;tigt, dass der Mitarbeiter der Kl&#228;gerin - Herr &#8230; - den Stromverbrauch nochmals pers&#246;nliche &#252;berpr&#252;ft habe (AS II, 135). Ein Stromverbrauch durch eine dem Beklagten nicht zuzurechnende Person kommt nach den &#252;berzeugenden Angaben des Zeugen &#8230; ebenfalls nicht in Betracht, sodass dahingestellt bleiben kann, ob dies rechtlich relevant w&#228;re.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>50&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"50\"/>Da der Verbrauch durch eine Ablesung ermittelt wurde, kommt es auf die zwischen den Parteien umstrittene Frage, ob die Kl&#228;gerin zur Sch&#228;tzung berechtigt w&#228;re (AS I, 153, 191, 237 f, 263 ff, 283 ff.) nicht entscheidend an. Der zun&#228;chst auf Grundlage einer Sch&#228;tzung abgerechnete Betrag wurde n&#228;mlich sp&#228;ter auf einen nunmehr streitgegenst&#228;ndlichen konkret abgerechneten Betrag reduziert.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>51&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"51\"/>c. Schlie&#223;lich wurde der Vertrag nicht durch den Beklagten beendet, sodass w&#228;hrend des gesamten Abrechnungszeitraums ein Vertragsverh&#228;ltnis mit dem Beklagten besteht. &#167; 20 Abs. 1 Strom-GVV schlie&#223;t eine \"konkludente Beendigung\" durch einen der Kl&#228;gerin nicht mitgeteilten Auszug oder schlichten Nichtweiterbezug der Leistung aus. Dies gilt nach Auffassung des Gerichts auch dann, wenn der Vertrag selbst konkludent bzw. per Realofferte geschlossen wurde. Im &#220;brigen hat der Zeuge &#8230; &#252;berzeugend angegeben, dass der Beklagte im gesamten streitgegenst&#228;ndlichen Zeitraum zumindest noch Gegenst&#228;nde in dem Haus zur&#252;ckgelassen hatte.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>52&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"52\"/>C. Der Beklagte ist nicht gem&#228;&#223; &#167; 214 BGB zur Verweigerung der Leistung berechtigt. Es h&#228;tte - worauf hingewiesen wurde (AS II, 129) - am Beklagten gelegen, konkret vorzutragen, dass s&#228;mtlicher streitgegenst&#228;ndlicher Verbrauch bereits im Jahr 2009 vorgelegen habe.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>53&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"53\"/>Dies hat er weder behauptet, noch hat die Beweisaufnahme dies in sonstiger Weise ergeben. Im Gegenteil hat der Vermieter ausweislich seiner Angaben im Termin das Haus erst im Jahr 2013 von dem vom Beklagten bei seinem Auszug dort zur&#252;ckgelassene Gegenst&#228;nden ger&#228;umt und keine exakten Angaben &#252;ber die vorherige Nutzung des Beklagten machen k&#246;nnen (AS I, 135 und das Aufforderungsschreiben AS II, 123). Auch war der Beklagte am 17.04.2013 und am 03.07.2013 noch mit einer \"Nebenwohnung\" bzw. \"weiteren Wohnung\" in dem Haus gemeldet (vgl. die Best&#228;tigungen Anlage K 1 (AS I, 39) und K 11 (AS I, 83)). Daher geht das Gericht davon aus, dass ein Strombezug bis zum Ende der streitgegenst&#228;ndlichen Abrechnungsperiode stattgefunden haben kann und daher der Anspruch nicht verj&#228;hrt ist. Einen vom Beklagten behaupteten - von der Kl&#228;gerin bestrittenen - Auszug im Mail 2010 hat der Beklagte jedenfalls nicht bewiesen.</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>54&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"54\"/>Auf die verj&#228;hrungshemmende Wirkung der Zustellung des Mahnbescheids am 13.11.2013 (AS I, 9) kommt es daher nicht mehr entscheidend an.</td></tr></table>\n                                                                                    <table style=\"margin-left:14pt\"><tr><td>III.</td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>55&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"55\"/>Der Ausspruch zu den Zinsen beruht auf den mit den Abrechnungen vom 24.10.2012 (Anlage K 5) und 22.11.2012 (Anlage K 6) begr&#252;ndeten Verzug (AS I, 23, 53 und 59). Das Bestreiten des Zugangs der Rechnungen ist angesichts des sich der Kl&#228;gerin entziehenden Verhaltens des Beklagten gem. &#167; 286 Abs. 2 Nr. 4 BGB unbeachtlich (Palandt-Gr&#252;neberg, &#167; 76. Auflage, &#167; 286 Rn. 25).</td></tr></table>\n    </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>56&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"56\"/>Die Verurteilung zur Zahlung von 162, 75 EURO beruht auf den - der H&#246;he nach nicht bestrittenen (AS I, 127) - und von der Kl&#228;gerin nachvollziehbar dargestellten Mahn-, Auskunfts- und vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten (vgl. AS I, 23, f, 33,ff und 93 ff sowie die Urkunden Anlage K 8 bis K 12 (AS I, 67 ff.) hinsichtlich der Einzelheiten). Diese sind zum einen als Verzugsschaden gem. &#167;&#167; 280, 286 BGB zu ersetzen. Dar&#252;ber hinaus begr&#252;ndet das schlichte &#252;ber mehrere Jahre andauernde verziehen und Nichtreagieren innerhalb eines Vertragsverh&#228;ltnisses eine Pflichtverletzung, die zum Ersatz der hierdurch verursachten angemessenen Erkundigungskosten gem. &#167; 280 BGB verpflichtet. Zinsen waren - wie beantragt (&#167; 308 ZPO) - auf diesen Betrag ab dem Tag nach der Zustellung der Klageschrift (AS I, 90) gem. &#167; 291 BGB zuzusprechen.</td></tr></table>\n                                                                                    <table style=\"margin-left:14pt\"><tr><td>IV.</td></tr></table>\n                                                                </td></tr><tr><td valign=\"top\"><table><tr><td>57&#160;</td></tr></table></td><td><table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td><rd nr=\"57\"/>Die Kostenentscheidung beruht auf &#167; 91 ZPO. Die durch das Angehen des unzust&#228;ndigen Amtsgerichts Karlsruhe (AS I, 173, 167) verursachten Kosten waren der Kl&#228;gerin gem. &#167; 281 Abs. 3 S. 2 ZPO aufzuerlegen. Der Ausspruch zur vorl&#228;ufigen Vollstreckbarkeit beruht auf &#167; 708 Nr. 10 ZPO. Gr&#252;nde, die Revision zuzulassen, bestanden nicht, da es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt und die ma&#223;geblichen Rechtsfragen durch die Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 02.07.2014 gekl&#228;rt sind.</td></tr></table>\n    <table style=\"margin-left:3pt\"><tr><td/></tr></table>\n</td></tr></table>"
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