List view for cases

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    "file_number": "VIII ZR 255/17",
    "date": "2019-02-27",
    "created_date": "2019-03-19T11:00:14Z",
    "updated_date": "2020-12-10T15:12:59Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "ECLI:DE:BGH:2019:270219UVIIIZR255.17.0",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>Die Revision der Kl&#228;gerin gegen das Urteil der 3. Zivilkammer des Landgerichts Mainz vom 25. Oktober 2017 wird zur&#252;ckgewiesen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>Die Kl&#228;gerin hat die Kosten des Revisionsverfahrens zu tragen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>Von Rechts wegen</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   \n<h2>Tatbestand</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_1\">1</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Beklagte ist seit 2010 Mieterin einer im Dachgeschoss gelegenen Dreizimmerwohnung der Kl&#228;gerin in Mainz. Mit Schreiben vom 26. August 2014 verlangte die Kl&#228;gerin die Zustimmung der Beklagten zu einer Erh&#246;hung der seit Mietbeginn unver&#228;nderten monatlichen Nettokaltmiete von 738 &#8364; auf 798,62 &#8364;, beginnend mit dem 1. November 2014, was die Beklagte verweigerte.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_2\">2</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Im Mietvertrag ist eine bestimmte Wohnfl&#228;che nicht vereinbart. In dem Mieterh&#246;hungsverlangen hei&#223;t es unter anderem:</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p style=\"margin-left:36pt\">\"Die Mietsache [&#8230;] ist im Jahre 1998 fertiggestellt worden und hat eine Wohnfl&#228;che von 92,54 qm. Die von Ihnen angemietete Maisonette-Wohnung ist in das Mietspiegelfeld \"gut\" einzuordnen, wonach bis zu 9,36 &#8364; pro Quadratmeter orts&#252;blich sind. Die aktuelle Nettokaltmiete betr&#228;gt 7,97 &#8364; pro Quadratmeter monatlich, insgesamt 738,00 &#8364;. Diese Miete wird um 0,66 &#8364; pro Quadratmeter Wohnfl&#228;che erh&#246;ht, so dass die neue Nettokaltmiete sich auf 8,63 &#8364; pro Quadratmeter, das bedeutet auf 798,62 &#8364; monatlich bel&#228;uft. [&#8230;]\"</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_3\">3</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Das Amtsgericht hat die auf Zustimmung zur Mieterh&#246;hung gerichtete Klage abgewiesen. Die dagegen von der Kl&#228;gerin eingelegte Berufung ist erfolglos geblieben. Auf die Revision der Kl&#228;gerin hat der Senat (Urteil vom 31. Mai 2017 - VIII ZR 181/16, NJW-RR 2017, 842) die Entscheidung des Berufungsgerichts aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zur&#252;ckverwiesen. Im wiederer&#246;ffneten Berufungsverfahren hat die Beklagte nunmehr eine Berechnung vorgelegt, nach der die Wohnfl&#228;che nur 80,674 qm betr&#228;gt. Der Kl&#228;gervertreter hat dem Berufungsgericht auf Nachfrage mitgeteilt, einen Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens nicht stellen zu wollen. Das Berufungsgericht hat die Berufung der Kl&#228;gerin erneut zur&#252;ckgewiesen. Mit der vom Berufungsgericht zugelassenen Revision verfolgt die Kl&#228;gerin ihr Klagebegehren weiter.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   \n<h2>Entscheidungsgründe</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_4\">4</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Revision hat keinen Erfolg.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>I.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_5\">5</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Das Berufungsgericht hat zur Begr&#252;ndung seiner Entscheidung im Wesentlichen ausgef&#252;hrt:</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_6\">6</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Da die f&#252;r die Wohnungsgr&#246;&#223;e beweisbelastete Kl&#228;gerin keinen Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens gestellt habe, obwohl die Beklagte eine um ca. 11 qm abweichende Berechnung der Wohnungsgr&#246;&#223;e vorgelegt habe, sei die Berufung gegen das klageabweisende Urteil des Amtsgerichts erneut zur&#252;ckzuweisen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_7\">7</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Zwar habe die Beklagte die erstinstanzlich von der Kl&#228;gerin vorgetragene Wohnfl&#228;che von 92,54 qm im ersten Durchlauf des Berufungsverfahrens nicht substantiiert bestritten. Nach &#167; 138 Abs. 3 ZPO werde ein Gest&#228;ndnis fingiert, allerdings ohne eine Bindungswirkung wie in der Vorschrift des &#167; 290 ZPO vorgesehen, so dass ein sp&#228;teres Bestreiten zul&#228;ssig bleibe. Im wiederer&#246;ffneten Berufungsverfahren habe die Beklagte die Wohnungsgr&#246;&#223;e aber nunmehr substantiiert bestritten, indem sie eine eigene Berechnung vorgelegt habe, wonach die Wohnfl&#228;che lediglich 80,674 qm betrage.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_8\">8</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Dabei handele es sich um eine im Berufungsverfahren neu vorgebrachte Tatsache gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Nr. 2 ZPO, die jedoch gem&#228;&#223; &#167; 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO zul&#228;ssig sei. Denn h&#228;tte das Berufungsgericht die sp&#228;ter vom Bundesgerichtshof f&#252;r zutreffend erachtete Rechtsauffassung, n&#228;mlich dass ein unsubstantiiertes Bestreiten der Beklagten und damit ein Fall des &#167; 138 Abs. 3 ZPO vorliege, bereits fr&#252;her geteilt, dann h&#228;tte ein entsprechender Hinweis an die Beklagte erfolgen und ihr Gelegenheit zur &#196;u&#223;erung gegeben werden m&#252;ssen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_9\">9</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Weil nunmehr ein substantiiertes Bestreiten der Wohnungsgr&#246;&#223;e durch die Beklagte vorliege, das in der wiederer&#246;ffneten Berufungsinstanz zu ber&#252;cksichtigen sei, und da die Kl&#228;gerin die tats&#228;chliche Gr&#246;&#223;e der Wohnung zu beweisen habe, sie es aber trotz ausdr&#252;cklichen Hinweises und Befragens des Berufungsgerichts im Termin zur m&#252;ndlichen Verhandlung am 19. September 2017 ausdr&#252;cklich abgelehnt habe, einen Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens zur Gr&#246;&#223;e der Wohnfl&#228;che zu stellen, sei sie insoweit beweisf&#228;llig geblieben.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_10\">10</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Daher sei die Klage auf Zustimmung zur Mieterh&#246;hung im Ergebnis zu Recht abgewiesen worden.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>II.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_11\">11</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Diese Beurteilung h&#228;lt rechtlicher Nachpr&#252;fung stand; die Revision ist daher zur&#252;ckzuweisen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_12\">12</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Zu Recht hat das Berufungsgericht die Kl&#228;gerin f&#252;r die tats&#228;chliche Wohnungsgr&#246;&#223;e als beweisf&#228;llig angesehen und folgerichtig einen Anspruch der Kl&#228;gerin auf Zustimmung zu der begehrten Mieterh&#246;hung (&#167; 558 Abs. 1 BGB) rechtsfehlerfrei verneint.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_13\">13</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>1. Dabei ist das Berufungsgericht zutreffend davon ausgegangen, dass gem&#228;&#223; &#167; 558 Abs. 1 Satz 1 BGB der Vermieter die Zustimmung zur Erh&#246;hung der Miete bis zur orts&#252;blichen Vergleichsmiete verlangen kann, wenn die Miete - wie hier - in dem Zeitpunkt, zu dem die Erh&#246;hung eintreten soll, seit 15 Monaten unver&#228;ndert ist und dass f&#252;r die Berechnung der Mieterh&#246;hung gem&#228;&#223; &#167; 558 Abs. 1 BGB wie auch f&#252;r den hiernach vorzunehmenden Abgleich mit der orts&#252;blichen Vergleichsmiete (&#167; 558 Abs. 2 Satz 1 BGB) die tats&#228;chliche Gr&#246;&#223;e der vermieteten Wohnung ma&#223;geblich ist (Senatsurteile vom 18. November 2015 - VIII ZR 266/14, BGHZ 208, 18 Rn. 10; vom 31. Mai 2017 - VIII ZR 181/16, aaO Rn. 10 f.).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_14\">14</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>2. Wie auch die Revision nicht verkennt, liegt die Beweislast f&#252;r die in Ansatz zu bringende tats&#228;chliche Wohnungsgr&#246;&#223;e nach allgemeinen Grunds&#228;tzen bei der Kl&#228;gerin als Vermieterin der Wohnung, die eine Mieterh&#246;hung verlangt (Senatsurteil vom 31. Mai 2017 - VIII ZR 181/16, aaO Rn. 13). Den Beweis f&#252;r die von ihr vorgetragene Wohnfl&#228;che von 92,54 qm hat die Kl&#228;gerin indes nicht erbracht.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_15\">15</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Nachdem die Beklagte die von der Kl&#228;gerin vorgetragene Wohnungsgr&#246;&#223;e von 92,54 qm unter Vorlage des Messergebnisses der einzelnen R&#228;ume und einer sich hieraus nach ihrer Berechnung ergebenden Wohnfl&#228;che von 80,674 qm substantiiert bestritten hatte, oblag es daher der Kl&#228;gerin, Beweis f&#252;r die Richtigkeit der von ihr behaupteten Gr&#246;&#223;e der Wohnung anzutreten. Dies hat sie vers&#228;umt. Die - anwaltlich vertretene - Kl&#228;gerin hat im Termin zur m&#252;ndlichen Berufungsverhandlung vom 19. August 2017 auf Nachfrage des Berufungsgerichts, ob sie die Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens zur Gr&#246;&#223;e der Wohnfl&#228;che beantragen wolle, die Stellung eines solchen Beweisantrags ausdr&#252;cklich abgelehnt und auch kein anderes Beweismittel angeboten.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_16\">16</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>a) Das Berufungsgericht hat den in der wiederer&#246;ffneten Berufungsverhandlung erstmalig von der Beklagten gehaltenen substantiierten Vortrag einer um ca. 11 qm vom Kl&#228;gervortrag abweichenden Wohnfl&#228;che zutreffend gem&#228;&#223; &#167; 529 Abs. 1 Nr. 2, &#167; 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO als ber&#252;cksichtigungsf&#228;hig zugelassen. Dies ist aus revisionsrechtlicher Sicht nicht zu beanstanden, wovon auch die Revision ausgeht. Denn es ist bereits nicht erkennbar, dass das Berufungsgericht die Voraussetzungen des &#167; 531 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 ZPO unzutreffend beurteilt h&#228;tte. Zudem k&#246;nnte nach st&#228;ndiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs selbst eine fehlerhafte Ber&#252;cksichtigung von neuem Tatsachenvortrag mit der Revision nicht mit Erfolg ger&#252;gt werden (BGH, Urteile vom 6. Dezember 2007 - III ZR 146/07, NJW-RR 2008, 459 Rn. 10; vom 2. M&#228;rz 2005 - VIII ZR 174/04, NJW-RR 2005, 866 unter II 1; jeweils mwN). Damit oblag es der Kl&#228;gerin, den Nachweis f&#252;r die Richtigkeit der von ihr behaupteten Wohnfl&#228;che zu erbringen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_17\">17</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>b) Entgegen der Auffassung der Revision war das Berufungsgericht nicht verpflichtet, den Vortrag der Beklagten zum Anlass zu nehmen, nach &#167; 144 Abs. 1 Satz 1 ZPO von Amts wegen ein Sachverst&#228;ndigengutachten zur Ermittlung der tats&#228;chlichen Wohnungsgr&#246;&#223;e einzuholen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_18\">18</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>aa) Nach &#167; 144 Abs. 1 Satz 1 ZPO kann zwar das Gericht auch ohne Antrag des Beweispflichtigen die Begutachtung durch Sachverst&#228;ndige anordnen. Die Anordnung steht dabei im pflichtgem&#228;&#223;en Ermessen und kann auch nur hinsichtlich der Aus&#252;bung des Ermessens vom Revisionsgericht &#252;berpr&#252;ft werden (BGH, Urteil vom 9. Dezember 2014 - X ZR 13/14, juris Rn. 34). Durch die M&#246;glichkeit, ein Gutachten von Amts wegen einzuholen, sind die Parteien aber nicht von ihrer Darlegungs- und Beweislast befreit (BGH, Urteil vom 9. Dezember 2014 - X ZR 13/14, aaO). Dementsprechend ist ein Tatrichter, dem die erforderliche Sachkunde zur Beurteilung einer Fachwissen voraussetzenden Frage fehlt und der davon absehen will, von Amts wegen gem&#228;&#223; &#167; 144 ZPO sachverst&#228;ndige Hilfe in Anspruch zu nehmen, grunds&#228;tzlich nur gehalten, die beweisbelastete Partei auf die Notwendigkeit eines Beweisantrags nach &#167; 403 ZPO hinzuweisen (BGH, Urteil vom 16. Oktober 1986 - III ZR 121/85, NJW 1987, 591 unter III 2; vgl. auch BGH, Urteil vom 24. Juni 2015 - IV ZR 181/14, VersR 2015, 1119 Rn. 16).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_19\">19</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Revision, die den Tatrichter trotz Erteilung eines solchen Hinweises allgemein verpflichtet sieht, bei mangelnder eigener Sachkunde von Amts wegen einen Sachverst&#228;ndigen hinzuziehen, verkennt, dass die Durchf&#252;hrung des Zivilprozesses einschlie&#223;lich der Beweiserhebung von dem Grundsatz der Parteiherrschaft gepr&#228;gt wird. Grunds&#228;tzlich bestimmen die Parteien dar&#252;ber, wor&#252;ber und mit welchen Erkenntnismitteln Beweis erhoben werden soll (Z&#246;ller/Greger, ZPO, 32. Aufl., Vor &#167; 128 Rn. 10 ff., Vor &#167; 284 Rn. 2). Danach obliegt es in erster Linie der beweisbelasteten Partei - hier der Kl&#228;gerin - beziehungsweise ihrem Prozessbevollm&#228;chtigten, selbst dar&#252;ber zu entscheiden, welche Beweismittel angeboten werden. Dies gilt insbesondere bei der Einholung eines grunds&#228;tzlich mit einem h&#246;heren Kostenaufwand verbundenen Sachverst&#228;ndigengutachtens, wie hier eines solchen zur Ermittlung der tats&#228;chlichen Wohnfl&#228;che der vermieteten Wohnung. Vor diesem Hintergrund ist es regelm&#228;&#223;ig nicht ermessensfehlerhaft, wenn der Tatrichter - wie auch im Streitfall - wegen des nach einem erteilten Hinweis auf die Erforderlichkeit eines entsprechenden Beweisantritts offen ausgesprochenen entgegenstehenden Willens der beweisbelasteten Partei von der amtswegigen Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens absieht (OLG M&#252;nchen, NJW-RR 2014, 1123 f.; OLG Frankfurt am Main, NJW-RR 1993, 169 f.). Besondere Gr&#252;nde, die eine abweichende Beurteilung rechtfertigen k&#246;nnten, zeigt die Revision nicht auf.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_20\">20</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>bb) Auch ansonsten hat das Berufungsgericht verfahrensfehlerfrei die Einholung eines Sachverst&#228;ndigengutachtens von Amts wegen unterlassen. Das Berufungsgericht war - entgegen der Auffassung der Revision - nicht gehalten, die Kl&#228;gerin gem&#228;&#223; &#167; 139 ZPO zu befragen, ob sie einen Auslagenvorschuss (vgl. &#167; 17 Abs. 3 GKG) leisten oder hiervon absehen werde. Denn wenn eine anwaltlich vertretene Partei - wie hier - auf Nachfrage ausdr&#252;cklich erkl&#228;rt, zu einer vom Gericht f&#252;r beweisbed&#252;rftig erachteten Frage keinen Sachverst&#228;ndigenbeweis antreten zu wollen und gleichzeitig an ihrer abweichenden Auffassung festh&#228;lt, dass die betreffende Behauptung wegen &#167; 138 Abs. 3 ZPO als zugestanden gelte, bringt sie damit zum Ausdruck, dass aus ihrer Sicht eine Beweiserhebung nicht erforderlich sei. Bei dieser Sachlage er&#252;brigt sich die nachgeordnete Frage, ob die Partei zur Leistung eines Kostenvorschusses bereit w&#228;re.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_21\">21</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>c) Schlie&#223;lich musste das Berufungsgericht die Kl&#228;gerseite - entgegen der Auffassung der Revision - auch nicht gem&#228;&#223; &#167; 139 ZPO zus&#228;tzlich darauf hinweisen, dass das \"Entscheidungsprogramm\" des wiederer&#246;ffneten Berufungsverfahrens durch das vorangegangene Revisionsurteil des Senats in keiner Weise vorgezeichnet sei und es keine Bindung des Berufungsgerichts dahin gebe, dass es jetzt nur noch die Feststellungen zu den sonstigen Voraussetzungen des Mieterh&#246;hungsverlangens zu treffen habe. Dass das Berufungsgericht auch nach der Zur&#252;ckverweisung eines Rechtsstreits neue Angriffs- und Verteidigungsmittel in den Grenzen des &#167; 531 Abs. 2 ZPO zulassen darf, entspricht gefestigter h&#246;chstrichterlicher Rechtsprechung (vgl. etwa BGH, Urteil vom 2. April 2004 - V ZR 107/03, NJW 2004, 2382 unter II 4 a; Senatsbeschluss vom 23. August 2016 - VIII ZR 178/15, NJW-RR 2017, 72 Rn. 19). Dies ergibt sich bereits aus dem Wortlaut des &#167; 531 Abs. 2 ZPO, der keine Unterscheidung zwischen verschiedenen Stadien des Berufungsverfahrens trifft. Vor diesem Hintergrund war weder der Senat gehalten, in seinem in der vorliegenden Sache ergangenen Revisionsurteil vom 31. Mai 2017 (VIII ZR 181/16, aaO) auf diesen Gesichtspunkt gesondert einzugehen, noch das Berufungsgericht verpflichtet, der Kl&#228;gerin einen entsprechenden Hinweis zu erteilen. Davon abgesehen hat das Berufungsgericht dem Kl&#228;gervertreter ausweislich des Verhandlungsprotokolls unmissverst&#228;ndlich zu verstehen gegeben, dass es das neue Beklagtenvorbringen zur tats&#228;chlichen Wohnungsgr&#246;&#223;e ber&#252;cksichtigen werde und die Kl&#228;gerin nunmehr Beweis f&#252;r die von ihr behauptete Wohnfl&#228;che anzutreten habe. Es hat also f&#252;r alle Prozessbeteiligten erkennbar gerade nicht beabsichtigt, allein noch Feststellungen zu den sonstigen Voraussetzungen des Mieterh&#246;hungsverlangens zu treffen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_22\">22</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>3. Ebenfalls ohne Rechtsfehler hat das Berufungsgericht die Kl&#228;gerin f&#252;r ihr Mieterh&#246;hungsverlangen in voller H&#246;he als beweisf&#228;llig angesehen. Entgegen der Auffassung der Revision ist das Mieterh&#246;hungsverlangen auch ausgehend von einer als orts&#252;blich anzusetzenden Mietspanne von \"bis zu 9,36 &#8364;\" pro qm nicht - auch nicht teilweise - in H&#246;he von 755,11 &#8364; (80,674 qm x 9,36 &#8364;) begr&#252;ndet.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_23\">23</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Nach dem klaren Wortlaut des Mieterh&#246;hungsverlangens der Kl&#228;gerin vom 26. August 2014, das der Senat, weil weitere Feststellungen nicht in Betracht kommen, selbst auslegen kann (vgl. Senatsurteil vom 10. Dezember 2014 - VIII ZR 25/14, NJW 2015, 473 Rn. 29), sollte die Miete nicht um den obersten Wert der Spanne des Mietspiegelfeldes erh&#246;ht werden, sondern \"um 0,66 &#8364; pro Quadratmeter Wohnfl&#228;che [&#8230;], so dass die neue Nettokaltmiete sich auf 8,63 &#8364; pro Quadratmeter [&#8230;] bel&#228;uft\". Damit hat die Kl&#228;gerin die f&#252;r die Wohnung angemessene Miete auf 8,63 &#8364; pro Quadratmeter festgelegt und gerade nicht den obersten Wert der Spanne angesetzt. Hiernach ergibt sich kein &#252;ber die derzeitige Nettokaltmiete von 738 &#8364; hinausgehender Betrag.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <table class=\"Rsp\">\n                  <tr>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Dr. Fetzer&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Dr. Hessel&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Dr. B&#252;nger</p>\n                     </td>\n                  </tr>\n                  <tr>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Kosziol&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Dr. Schmidt&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                  </tr>\n               </table>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   "
}