List view for cases

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    "file_number": "2 A 2/20",
    "date": "2020-12-10",
    "created_date": "2021-03-18T11:00:08Z",
    "updated_date": "2021-03-18T11:05:01Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "ECLI:DE:BVerwG:2020:101220U2A2.20.0",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>Die Klage wird abgewiesen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>Der Kl&#228;ger tr&#228;gt die Kosten des Verfahrens.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   \n<h2>Tatbestand</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_1\">1</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Der 1981 geborene Kl&#228;ger ist als Fachkraft f&#252;r Kreislauf- und Abfallwirtschaft ausgebildet. Er steht seit April 2011 als Tarifbesch&#228;ftigter im Dienst der Beklagten und wird seit dieser Zeit beim Bundesnachrichtendienst (BND) verwendet. Derzeit ist er in die Entgeltgruppe 9a TV&#246;D eingruppiert.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_2\">2</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Mit Schreiben vom 4. Juli 2017 beantragte der Kl&#228;ger nach zwei erfolglos gebliebenen vorangegangenen Bewerbungen erneut seine &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis. Zur Begr&#252;ndung f&#252;hrte er aus, dass er nach einer Neubewertung seines Dienstpostens und der damit einhergehenden Wahrnehmung h&#246;herwertiger T&#228;tigkeiten die gesetzlichen Voraussetzungen f&#252;r seine Verbeamtung erf&#252;lle. Mit Bescheid vom 5. Oktober 2018 lehnte der BND den Antrag ab, weil der Kl&#228;ger &#252;ber kein f&#252;r die Auftragserf&#252;llung des BND besonderes fachliches Wissen verf&#252;ge, das nach den internen Richtlinien des BND f&#252;r eine Verbeamtung erforderlich sei. Mit Schreiben vom 30. Oktober 2018 erhob der Kl&#228;ger Widerspruch, der unbeschieden blieb.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_3\">3</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Mit seiner am 3. M&#228;rz 2020 erhobenen Klage verfolgt der Kl&#228;ger sein Begehren weiter und macht im Wesentlichen geltend: Er besitze die laufbahnrechtlich erforderliche Lebens- und Berufserfahrung f&#252;r eine Verbeamtung. Angesichts der T&#228;tigkeitsbeschreibung des von ihm innegehabten Dienstpostens sei er auch ohne Absolvieren eines besonderen Vorbereitungsdienstes aufgrund seiner abgeschlossenen Berufsausbildung als Fachkraft f&#252;r Kreislauf- und Abfallwirtschaft &#252;bernahmef&#228;hig. F&#252;r die in den BND-internen Richtlinien (sog. Kriterienkatalog) f&#252;r die &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis aufgestellte Forderung nach einem besonderen fachlichen Wissen fehle es an einer dies rechtfertigenden Grundlage. Dieses Kriterium sei zudem unscharf formuliert, untauglich, intransparent und er&#246;ffne ein willk&#252;rliches Ermessen. Es bestehe auch das erforderliche dienstliche Interesse an seiner Verbeamtung, weil er auf einem Dienstposten t&#228;tig sei, dessen T&#228;tigkeits- und Aufgabenbeschreibung seiner Ausbildung entspreche. Entgegen der Zwischennachricht im Widerspruchsverfahren handele es sich bei seinem Beruf um einen Mangelberuf.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_4\">4</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Der Kl&#228;ger beantragt,</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>den Bescheid des Pr&#228;sidenten des Bundesnachrichtendienstes vom 5. Oktober 2018 aufzuheben und die Beklagte zu verpflichten, &#252;ber den Antrag des Kl&#228;gers auf &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis auf Probe im mittleren technischen Verwaltungsdienst im Gesch&#228;ftsbereich des Bundesnachrichtendienstes unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts erneut zu entscheiden.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_5\">5</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Beklagte beantragt,</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>die Klage abzuweisen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_6\">6</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Sie tr&#228;gt zur Begr&#252;ndung im Wesentlichen vor: Der Antrag des Kl&#228;gers auf &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis sei ermessensfehlerfrei abgelehnt worden. Der Kl&#228;ger habe keinen fachspezifischen Vorbereitungsdienst absolviert und deshalb nicht die Laufbahnbef&#228;higung f&#252;r den mittleren technischen Verwaltungsdienst erlangt. Ob der Kl&#228;ger die Laufbahnbef&#228;higung aufgrund einer hauptberuflichen T&#228;tigkeit von mindestens einem Jahr und sechs Monaten durch Anerkennung erf&#252;llen k&#246;nne, k&#246;nne dahinstehen, weil es jedenfalls an der erforderlichen Anerkennung dieser T&#228;tigkeit durch den Bundespersonalausschuss fehle. Au&#223;erdem erf&#252;lle der Kl&#228;ger nicht die Voraussetzungen der internen Leitlinien des BND zur &#220;bernahme von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in das Beamtenverh&#228;ltnis. Nach Ziff. 2.1 dieses Kriterienkatalogs sei neben den laufbahnrechtlichen Voraussetzungen erforderlich, dass der Bewerber zudem ein besonderes fachliches Wissen aufweise. Hieran fehle es. Das besondere fachliche Wissen m&#252;sse f&#252;r die Auftragserf&#252;llung des BND von besonderem Nutzen sein. Nach der aktuell geltenden Neufassung des Kriterienkatalogs vom 31. Juli 2020 geh&#246;rten die Fachkenntnisse des Kl&#228;gers nicht zu den Berufsbildern, bei denen dies der Fall sei. Ohne die vom Kl&#228;ger erworbenen Fachkenntnisse schm&#228;lern zu wollen und ohne in Abrede zu stellen, dass es deutschlandweit wohl nur eine &#252;berschaubare Anzahl von ausgebildeten Fachkr&#228;ften im abfallwirtschaftlichen Bereich gebe, sei das Fachwissen des Kl&#228;gers f&#252;r die Auftragserf&#252;llung des BND, n&#228;mlich die nachrichtendienstliche Gewinnung von Erkenntnissen &#252;ber das Ausland, nicht essentiell.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_7\">7</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten des Sach- und Streitstandes wird auf die Gerichtsakte und den Verwaltungsvorgang Bezug genommen, die Gegenstand der m&#252;ndlichen Verhandlung waren.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   \n<h2>Entscheidungsgründe</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_8\">8</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Klage, &#252;ber die zu entscheiden das Bundesverwaltungsgericht erst- und letztinstanzlich zust&#228;ndig ist (&#167; 50 Abs. 1 Nr. 4 VwGO), ist als Unt&#228;tigkeitsklage zul&#228;ssig (&#167; 75 VwGO), aber unbegr&#252;ndet. Der Kl&#228;ger hat keinen Anspruch auf erneute Entscheidung &#252;ber seinen Antrag auf &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis auf Probe in der Laufbahn des mittleren technischen Verwaltungsdienstes (&#167; 113 Abs. 5 Satz 2 VwGO). Die Beklagte hat den Antrag des Kl&#228;gers vom 4. Juli 2017 ermessensfehlerfrei abgelehnt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_9\">9</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Der Kl&#228;ger erf&#252;llt bereits nicht die mit Blick auf Art. 33 Abs. 2 GG geforderten laufbahnrechtlichen Voraussetzungen f&#252;r die &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis auf Probe im mittleren technischen Verwaltungsdienst (1.). Dar&#252;ber hinaus scheitert sein Klagebegehren daran, dass die Beklagte aufgrund ihres dem Schutzbereich des Art. 33 Abs. 2 GG vorgelagerten, allein &#246;ffentlichen Interessen dienenden Organisationsermessens f&#252;r eine solche &#220;bernahme bei Bewerbern im Gesch&#228;ftsbereich des Bundesnachrichtendienstes (BND) zul&#228;ssigerweise zus&#228;tzlich verlangt, dass sie &#252;ber ein f&#252;r die Aufgabenerf&#252;llung des BND essentielles besonderes fachliches Wissen verf&#252;gen, das der Kl&#228;ger nicht aufweist (2.)</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_10\">10</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>1. Der Antrag des Kl&#228;gers scheitert bereits daran, dass er im Zeitpunkt dieser gerichtlichen Entscheidung, der f&#252;r die Beurteilung seines Neubescheidungsbegehrens nach dem materiellen Recht ma&#223;geblich ist (stRspr, vgl. etwa BVerwG, Urteil vom 20. September 2018 - 2 A 9.17 - BVerwGE 163, 112 Rn. 22), nicht die laufbahnrechtlichen Voraussetzungen f&#252;r die &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis auf Probe im mittleren technischen Verwaltungsdienst erf&#252;llt. Diese sind - neben weiteren Voraussetzungen - eine zul&#228;ssige gesetzliche und verordnungsrechtliche Konkretisierung der in Art. 33 Abs. 2 GG genannten Kriterien von Eignung, Bef&#228;higung und fachlicher Leistung, anhand derer &#252;ber ein &#220;bernahmebegehren von Verfassungs wegen zu entscheiden ist.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_11\">11</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Der Kl&#228;ger hat keinen fachspezifischen Vorbereitungsdienst absolviert, aufgrund dessen er die Laufbahnbef&#228;higung f&#252;r den mittleren technischen Verwaltungsdienst besitzt (&#167; 7 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. a) und &#167; 17 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a) BBG i.V.m. &#167; 7 Nr. 1 BLV). Der Kl&#228;ger hat die Laufbahnbef&#228;higung auch nicht - als allein in Betracht kommendes Surrogat zu Ersterem - aufgrund seiner hauptberuflichen T&#228;tigkeit von mindestens einem Jahr und sechs Monaten durch Anerkennung erlangt (&#167; 7 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b) und &#167; 17 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. c) BBG i.V.m. &#167; 7 Nr. 2 Buchst. b) BLV). Dies bed&#252;rfte einer positiven Entscheidung des Bundespersonalausschusses oder eines von diesem zu bestimmenden unabh&#228;ngigen Ausschusses (&#167; 19 BBG i.V.m. &#167; 8 Abs. 2 und &#167; 22 Abs. 1 bis 4 BLV), die - derzeit - nicht vorliegt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_12\">12</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>2. Unabh&#228;ngig davon ist die Ablehnung des &#220;bernahmeantrags auch deshalb ermessensfehlerfrei, weil sie dem Bereich der Organisationshoheit der Beklagten zuzurechnen ist, der von Betroffenen grunds&#228;tzlich nicht aufgrund subjektiv-rechtlicher Rechtspositionen in Frage gestellt werden kann (a). Hiernach darf die Beklagte eine &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis auf Probe vom Vorliegen eines von ihr f&#252;r die Aufgabenerf&#252;llung als wichtig erachteten besonderen fachlichen Wissens abh&#228;ngig machen (b). Auch eine unter dem Gesichtspunkt der Selbstbindung der Verwaltung (Art. 3 Abs. 1 GG) ausnahmsweise er&#246;ffnete gerichtliche Kontrolle auf Willk&#252;r oder Missbrauch verhilft der Klage nicht zum Erfolg, weil die Entscheidung, den Kl&#228;ger nicht vom Tarifangestellten- in das Beamtenverh&#228;ltnis zu &#252;bernehmen, nach diesem Ma&#223;stab nicht zu beanstanden ist (c).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_13\">13</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>a) Dem Schutzbereich des Art. 33 Abs. 2 GG ist ein davon abzugrenzender Bereich der allein &#246;ffentlichen Interessen dienenden Organisationshoheit des Dienstherrn vorgelagert. Diese Organisationshoheit ist mit einem weiten Gestaltungs-, Beurteilungs- und Ermessensspielraum verbunden; Betroffenen steht keine subjektiv-rechtliche Rechtsposition zu, kraft der sie auf dem Organisationsermessen des Dienstherrn beruhende Entscheidungen zur gerichtlichen &#220;berpr&#252;fung stellen k&#246;nnten. Zu diesem Bereich geh&#246;rt auch die hier in Rede stehende Einsch&#228;tzung der Beklagten, die Entscheidung, ob sie einen Bediensteten im Tarifangestellten- oder im Beamtenverh&#228;ltnis an sich binden will, davon abh&#228;ngig zu machen, ob dieser &#252;ber ein - allein von ihr zu definierendes - f&#252;r die Aufgabenerf&#252;llung n&#252;tzliches besonderes fachliches Wissen verf&#252;gt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_14\">14</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>aa) Nach st&#228;ndiger h&#246;chstrichterlicher Rechtsprechung bestimmt allein die jeweils zust&#228;ndige &#246;ffentlich-rechtliche K&#246;rperschaft im Rahmen ihrer Organisationsgewalt Zahl und Art der Arbeitspl&#228;tze im &#246;ffentlichen Dienst (BVerfG, Urteil vom 11. Juni 1958 - 1 BvR 596/56 - BVerfGE 7, 377 &lt;398&gt; und Beschluss vom 5. Mai 1964 - 1 BvL 8/62 - BVerfGE 17, 371 &lt;377&gt;). Die Ausbringung von Planstellen im Haushaltsplan durch den Haushaltsgesetzgeber erfolgt gem&#228;&#223; dessen organisatorischer Gestaltungsfreiheit nach den Bed&#252;rfnissen der Verwaltung. Die gleiche Dispositionsfreiheit kommt beim exekutiven Vollzug des Haushalts - im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben des Haushalts- und Besoldungsrechts - dem Dienstherrn bei der Stellenbewirtschaftung zu (BVerwG, Urteile vom 25. April 1996 - 2 C 21.95 - BVerwGE 101, 112 &lt;114&gt; und vom 26. Oktober 2000 - 2 C 31.99 - Buchholz 11 Art. 33 Abs. 4 GG Nr. 4 S. 2). Ihm allein obliegt es, dar&#252;ber zu entscheiden, ob und zu welchem Zeitpunkt er eine Stelle besetzen will; die zeitliche Dimension eines Stellenbesetzungsverfahrens wird daher - abgesehen von Missbrauchsf&#228;llen - nicht durch subjektive Rechtspositionen der Bewerber eingeschr&#228;nkt (BVerwG, Urteil vom 17. November 2016 - 2 C 27.15 - BVerwGE 156, 272 LS 2 und Rn. 35 &lt;zu einem nur ausnahmsweise denkbaren Anspruch auf Bef&#246;rderung nach Abbruch eines Auswahlverfahrens&gt;). Der Bewerbungsverfahrensanspruch aus Art. 33 Abs. 2 GG erstreckt sich insbesondere nicht auf die Frage, ob eine Stellenbesetzung im Beamtenverh&#228;ltnis oder im Angestelltenverh&#228;ltnis erfolgt (BVerfG, Kammerbeschluss vom 25. November 2011 - 2 BvR 2305/11 - NVwZ 2012, 368 Rn. 20).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_15\">15</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Dieses aus dem Organisationsrecht des Dienstherrn erwachsende organisations- und verwaltungspolitische Ermessen bei der haushaltsrechtlichen Ausbringung und Bewirtschaftung von Planstellen des &#246;ffentlichen Dienstes ist ein anderes als das bei der Stellenbesetzung zu beachtende \"Auswahlermessen\" (genauer: als der dort bestehende Beurteilungsspielraum). Es ist dem Anwendungs- und Schutzbereich des Art. 33 Abs. 2 GG vorgelagert (BVerwG, Urteile vom 25. April 1996 - 2 C 21.95 - BVerwGE 101, 112 &lt;114&gt; und vom 26. Oktober 2000 - 2 C 31.99 - Buchholz 11 Art. 33 Abs. 4 GG Nr. 4 S. 2). Denn die Bereitstellung und Ausgestaltung von Stellen und deren Bewirtschaftung dienen grunds&#228;tzlich allein dem &#246;ffentlichen Interesse an einer bestm&#246;glichen Erf&#252;llung der &#246;ffentlichen Aufgaben. Hierdurch nimmt der Dienstherr keine Verpflichtung gegen&#252;ber seinen Bediensteten wahr.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_16\">16</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>bb) Aus Art. 33 Abs. 4 GG ergibt sich nichts Anderes. Zwar sieht diese Verfassungsbestimmung vor, dass die st&#228;ndige Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben in der Regel Beamten &#252;bertragen wird. Sie verbietet jedoch nicht generell, daf&#252;r auch Angestellte bzw. Tarifbesch&#228;ftigte einzusetzen (BVerfG, Beschluss vom 2. M&#228;rz 1993 - 1 BvR 1213/85 - BVerfGE 88, 103 &lt;114&gt;). Der Funktionsvorbehalt des Art. 33 Abs. 4 GG begr&#252;ndet vor allem keine Individualrechte. Er enth&#228;lt lediglich eine objektivrechtliche Verfassungsregelung und dient nicht dem Schutz oder den Interessen des Einzelnen. Die Vorschrift garantiert lediglich institutionell das Strukturprinzip, dass hoheitsrechtliche Befugnisse in der Regel durch Beamte wahrgenommen werden.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_17\">17</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>cc) Ein Beamter hat - im Grundsatz (zu Ausnahmen nachfolgend unter b) - auch keinen Anspruch auf rechtsfehlerfreie (ermessensfehlerfreie) Aus&#252;bung des Organisationsermessens. Es fehlt insoweit an der daf&#252;r notwendigen subjektiv-rechtlichen Rechtsgrundlage (BVerwG, Urteile vom 4. November 1976 - 2 C 40.74 - BVerwGE 51, 264 &lt;267&gt;, vom 11. Mai 1989 - 3 C 63.87 - Buchholz 451.512 MGVO Nr. 17 S. 74 f., vom 26. Februar 1993 - 8 C 20.92 - Buchholz 448.0 &#167; 21 WPflG Nr. 47 S. 14 und vom 26. Oktober 2000 - 2 C 31.99 - Buchholz 11 Art. 33 Abs. 4 GG Nr. 4 S. 2). Demgem&#228;&#223; hat ein Tarifbesch&#228;ftigter keinen Anspruch auf ermessensfehlerfreie Entscheidung &#252;ber seinen Antrag auf Umwandlung seines Dienstpostens in eine Beamtenstelle und anschlie&#223;ende &#220;bernahme in ein Beamtenverh&#228;ltnis. Dies gilt auch dann, wenn der Tarifbesch&#228;ftigte auf seinem Dienstposten hoheitliche Befugnisse aus&#252;bt (BVerwG, Urteil vom 26. Oktober 2000 - 2 C 31.99 - Buchholz 11 Art. 33 Abs. 4 GG Nr. 4 LS und S. 2).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_18\">18</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>b) Bei Anwendung dieser Ma&#223;st&#228;be geh&#246;rt die streitgegenst&#228;ndliche Entscheidung der Beklagten, eine &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis auf Probe vom Vorliegen eines vom zust&#228;ndigen BND f&#252;r die Aufgabenerf&#252;llung als essentiell erachteten besonderen fachlichen Wissens abh&#228;ngig zu machen, zum Bereich des vorstehend beschriebenen Organisationsermessens - mit den aufgezeigten rechtlichen Konsequenzen:</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_19\">19</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Hiernach ist es allein Sache des Dienstherrn festzulegen, ob und ggf. unter welchen weiteren von seiner Organisationshoheit getragenen Voraussetzungen er mit einem Bewerber (einschlie&#223;lich der bereits bei ihm t&#228;tigen Bediensteten) anstatt eines Tarifangestelltenverh&#228;ltnisses die besondere Bindung eines Beamtenverh&#228;ltnisses eingehen will. Ebenso obliegt es allein seiner Entscheidung, ob er f&#252;r Letzteres zur Voraussetzung macht, dass der Bewerber &#252;ber ein - allein im &#246;ffentlichen Interesse begr&#252;ndetes und allein vom Dienstherrn festzulegendes - besonderes fachliches Wissen verf&#252;gt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_20\">20</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>So liegt der vorliegende Fall. Die Beklagte hat mit den vom Pr&#228;sidenten des BND verf&#252;gten \"Kriterien f&#252;r die Berufung in das Beamtenverh&#228;ltnis bei Antrag auf &#220;bernahme in das Beamtenverh&#228;ltnis (&#167;&#167; 19 - 21 BLV)\" vom 18. Oktober 2010, beh&#246;rdenintern bekanntgemacht mit Schreiben vom 3. November 2010 (sog. Kriterienkatalog), solche Voraussetzungen aufgestellt. Schon im einleitenden Absatz dieses Katalogs hei&#223;t es am Ende, dass neben den allgemeinen Voraussetzungen (nach BBG und BLV) in jedem Fall ein dienstliches Interesse an der Aufgabenerf&#252;llung durch Beamte bestehen muss. In Konkretisierung dieser allgemeinen Vorgabe wird f&#252;r den Bereich des mittleren Dienstes (u.a.) unter Ziff. 2.1 Satz 4 Nr. 1 bestimmt, dass die Bewerber zudem \"ein besonderes fachliches Wissen aufweisen\" m&#252;ssen; insoweit werden beispielhaft bestimmte berufliche Ausbildungen angef&#252;hrt (\"z.B. im Bibliotheks-/Archiv- und Fremdsprachenwesen sowie Informatik- und Kartografiebereich\"). In der dem Senat im Klageverfahren vorgelegten aktualisierten Fassung dieses \"Priorisierungskatalogs\" vom 31. Juli 2020, auf die es hier allein ankommt, ist der Bereich von \"Berufsuntergruppen und Studienf&#228;chern\", bei denen das geforderte besondere Fachwissen bejaht wird, deutlich ausgeweitet worden, insbesondere im Bereich Informationstechnik (IT-Bereich).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_21\">21</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Der Kl&#228;ger, dessen Ausbildung als Fachkraft f&#252;r Kreislauf- und Abfallwirtschaft unter keine dieser beruflichen Ausbildungen f&#228;llt, hat diese Festlegung hinzunehmen. Er verf&#252;gt insbesondere &#252;ber keine subjektiv-rechtliche Rechtsposition, kraft der er eine Erweiterung der aufgelisteten Berufsfelder auch um seine eigene Ausbildung beanspruchen k&#246;nnte.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_22\">22</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>c) Die hierauf fu&#223;ende Ablehnung des &#220;bernahmeantrags des Kl&#228;gers ist auch weder willk&#252;rlich noch missbr&#228;uchlich.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_23\">23</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>aa) Im grunds&#228;tzlich objektiv-rechtlichen Bereich der Organisationsgewalt des Dienstherrn kann sich - ausnahmsweise - ein subjektiv-rechtlicher Anspruch auf eine ermessensfehlerfreie, insbesondere willk&#252;r- und missbrauchsfreie Entscheidung aus Art. 3 Abs. 1 GG unter dem Gesichtspunkt der Selbstbindung der Verwaltung ergeben, wenn der Dienstherr Verwaltungsvorschriften erlassen hat, um sein Verwaltungshandeln gleichm&#228;&#223;ig zu steuern. Dem entsprechend hat der Senat bereits entschieden, dass etwa Festlegungen des Dienstherrn in einer Aufgabenbeschreibung und Dienstpostenbewertung zwar zum objektiv-rechtlichen Bereich der Organisationsgewalt geh&#246;ren, diese aber auf eine entsprechende Klage des Beamten hin einer gerichtlichen Kontrolle auf Willk&#252;r und Missbrauch zug&#228;nglich sind (BVerwG, Urteile vom 20. Oktober 2016 - 2 A 2.14 - BVerwGE 156, 193 LS und Rn. 20, 22 sowie vom 1. August 2019 - 2 A 3.18 - Buchholz 240 &#167; 18 BBesG Nr. 32 LS 1 und Rn. 24 ff.).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_24\">24</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>bb) Im Streitfall hat sich der BND aufgrund seiner Verpflichtung und seines Selbstanspruchs als rechtsstaatlich und f&#252;r die betroffenen Bewerber transparent handelnde Verwaltungsbeh&#246;rde einer solchen Selbstbindung durch Verwaltungsvorschriften in Gestalt des oben erw&#228;hnten Kriterienkatalogs unterworfen. An diesem muss er sich messen lassen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_25\">25</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Eine hiernach allein m&#246;gliche, aber auch gebotene gerichtliche Kontrolle der Ablehnung des &#220;bernahmeantrags des Kl&#228;gers auf Willk&#252;r oder Missbrauch vermag der Klage ebenfalls nicht zum Erfolg zu verhelfen. Es bestehen keine Anhaltspunkte daf&#252;r, dass das Aufstellen des Merkmals eines \"besonderen fachlichen Wissens\" oder die Festlegung der Berufsfelder, bei denen der BND ein solches - derzeit - bejaht, auf willk&#252;rlichen oder rechtsmissbr&#228;uchlichen Erw&#228;gungen beruhen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_26\">26</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &#167; 154 Abs. 1 VwGO.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   "
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