List view for cases

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    "file_number": "V ZR 33/19",
    "date": "2021-03-12",
    "created_date": "2021-04-10T10:00:19Z",
    "updated_date": "2021-04-10T10:07:52Z",
    "type": "Urteil",
    "ecli": "ECLI:DE:BGH:2021:120321UVZR33.19.0",
    "content": "<h2>Tenor</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>Die Revision gegen das Urteil des 24. Zivilsenats des Oberlandesgerichts D&#252;sseldorf vom 15. Januar 2019 wird auf Kosten des Beklagten zur&#252;ckgewiesen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   \n<h2>Tatbestand</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_1\">1</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Kl&#228;ger erwarben von dem Beklagten mit notariellem Kaufvertrag vom 27. Februar 2014 eine Eigentumswohnung zum Preis von 79.800 &#8364; unter Ausschluss der Sachm&#228;ngelhaftung. In dem Kaufvertrag hei&#223;t es in Nr. III.1:</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p style=\"margin-left:36pt\">&#8222;(Abs. 4) Der Verk&#228;ufer verpflichtet sich, die Fassade zur Gartenseite und die rechte Fassadenseite zum Stellplatz hin bis zum 1. April 2014 auf seine Kosten sach- und fachgerecht zu isolieren und zu verputzen. F&#252;r diese Arbeiten &#252;bernimmt der Verk&#228;ufer die Gew&#228;hrleistung nach den Regeln des Werkvertragsrechts des B&#252;rgerlichen Gesetzbuches.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p style=\"margin-left:36pt\">(Abs. 5) Dem Verk&#228;ufer ist bekannt, dass es in der Vergangenheit an der Schlafzimmerwand Feuchtigkeit gab. Sollte es bis zum 31. Dezember 2015 erneut zu einer Feuchtigkeit im Schlafzimmer kommen, verpflichtet sich der Verk&#228;ufer, diese auf seine eigenen Kosten zu beheben.&#8220;</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_2\">2</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Nach &#220;bergabe der Wohnung trat Ende 2014 Feuchtigkeit in dem Schlafzimmer der Kl&#228;ger auf, zu deren Beseitigung die Kl&#228;ger den Beklagten erfolglos unter Fristsetzung aufforderten. Die Wohnungseigent&#252;mer erm&#228;chtigten die Kl&#228;ger durch Beschluss auch insoweit zur Behebung der Sch&#228;den, als das Gemeinschaftseigentum betroffen ist. Mit der Klage verlangen die Kl&#228;ger von dem Beklagten die Zahlung der voraussichtlichen M&#228;ngelbeseitigungskosten ohne Umsatzsteuer in H&#246;he von 12.312,90 &#8364; und den Ersatz vorgerichtlicher Rechtsanwaltskosten; ferner wollen sie feststellen lassen, dass der Beklagte weitere Sch&#228;den ersetzen muss.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_3\">3</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Das Landgericht hat den Beklagten zur Zahlung von 7.972,68 &#8364; nebst vorgerichtlichen Rechtsanwaltskosten verurteilt und die Ersatzpflicht f&#252;r weitere Sch&#228;den festgestellt; dabei hat es die Forderung, soweit sie Sch&#228;den am Gemeinschaftseigentum betrifft, auf den Kostenanteil der Kl&#228;ger beschr&#228;nkt. Das Oberlandesgericht hat die Berufung des Beklagten - soweit von Interesse - zur&#252;ckgewiesen. Mit der zugelassenen Revision, deren Zur&#252;ckweisung die Kl&#228;ger beantragen, will der Beklagte die Abweisung der Klage insgesamt erreichen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   \n<h2>Entscheidungsgründe</h2>\n\n<div>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>I.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_4\">4</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Das Berufungsgericht legt die in Nr. III.1 Abs. 5 des notariellen Vertrags vom 27. Februar 2014 getroffene Regelung dahingehend aus, dass der Beklagte im Hinblick auf die Beseitigung der Feuchtigkeitssch&#228;den im Schlafzimmer keine werkvertragliche Herstellungspflicht &#252;bernommen hat, sondern nach den Regeln der kaufrechtlichen Sachm&#228;ngelhaftung haftet; nach dem Parteiwillen habe der Beklagte das Risiko erneut auftretender Feuchtigkeit als Verk&#228;ufer tragen sollen. Die Verpflichtung zur Behebung der Feuchtigkeit umfasse die Behebung der Schadensursache auch insoweit, als diese im Gemeinschaftseigentum liege. Nach fruchtloser Fristsetzung sei der Beklagte aufgrund der festgestellten Feuchtigkeitsm&#228;ngel verpflichtet, Schadensersatz statt der Leistung gem&#228;&#223; &#167; 437 Nr. 3, &#167; 280, &#167; 281 Abs. 1 BGB zu leisten. Dieser Anspruch k&#246;nne - anders als im Werkvertragsrecht - anhand der voraussichtlich entstehenden M&#228;ngelbeseitigungskosten bemessen werden, und er setze nicht voraus, dass die M&#228;ngelbeseitigung bereits durchgef&#252;hrt sei.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>II.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_5\">5</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Diese Ausf&#252;hrungen halten rechtlicher Nachpr&#252;fung stand.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_6\">6</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>1. Nach Ansicht des Berufungsgerichts haftet der Beklagte f&#252;r die Feuchtigkeitssch&#228;den in dem Schlafzimmer nach den Bestimmungen des Kaufrechts. Dies ergebe sich unter anderem daraus, dass die Herstellungsverpflichtung des Beklagten im Hinblick auf die Fassade (III.1 Abs. 4 des Vertrags) ausdr&#252;cklich dem Werkvertragsrecht unterstellt worden sei, w&#228;hrend eine solche Regelung hinsichtlich der Feuchtigkeit im Schlafzimmer (III.1 Abs. 5 des Vertrags) fehle. Diese tatrichterliche Auslegung, die revisionsrechtlich ohnehin nur eingeschr&#228;nkt &#252;berpr&#252;fbar ist (st. Rspr., vgl. nur Senat, Urteil vom 16. Oktober 2009 - V ZR 203/08, NJW 2010, 146 Rn. 10), l&#228;sst Rechtsfehler nicht erkennen und wird auch von der Revision nicht beanstandet; dasselbe gilt f&#252;r die Ansicht des Berufungsgerichts, wonach der Haftungsausschluss nicht eingreift.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_7\">7</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>2. Infolgedessen ist der Beklagte aufgrund der festgestellten Feuchtigkeitsm&#228;ngel gem&#228;&#223; &#167; 437 Nr. 3, &#167; 280, &#167; 281 Abs. 1 BGB zum Schadensersatz verpflichtet. Der kaufvertragliche Anspruch auf Schadensersatz statt der Leistung (kleiner Schadensersatz) gem&#228;&#223; &#167; 437 Nr. 3, &#167;&#167; 280, 281 BGB kann - wie es die Kl&#228;ger verlangen - anhand der voraussichtlich erforderlichen, aber (noch) nicht aufgewendeten (&#8222;fiktiven&#8220;) M&#228;ngelbeseitigungskosten bemessen werden.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_8\">8</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>a) Die von dem Berufungsgericht vorgenommene Bemessung des kaufvertraglichen Schadensersatzes statt der Leistung gem&#228;&#223; &#167; 437 Nr. 3, &#167; 280, &#167; 281 Abs. 1 BGB entspricht der gefestigten h&#246;chstrichterlichen Rechtsprechung. Danach kann der K&#228;ufer im Rahmen des kleinen Schadensersatzes entweder Ausgleich des mangelbedingten Minderwerts oder Ersatz der voraussichtlich erforderlichen M&#228;ngelbeseitigungskosten verlangen, wobei es unerheblich ist, ob der Mangel tats&#228;chlich beseitigt wird. Dies haben der V. und anschlie&#223;end der VIII. Zivilsenat im Wesentlichen mit dem Gleichlauf zwischen werkvertraglichem und kaufrechtlichem Nacherf&#252;llungsanspruch infolge der Schuldrechtsreform begr&#252;ndet; dabei haben sie sich auf die bisherige Rechtsprechung des VII. Zivilsenats zum Werkvertragsrecht in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung bezogen (vgl. Senat, Urteil vom 15. Juni 2012 - V ZR 198/11, BGHZ 193, 326 Rn. 31; Urteil vom 4. April 2014 - V ZR 275/12, BGHZ 200, 350 Rn. 33; Urteil vom 11. Dezember 2015 - V ZR 26/15, BauR 2016, 1035 Rn. 21; BGH, Urteil vom 29. April 2015 - VIII ZR 104/14, NJW 2015, 2244 Rn. 12).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_9\">9</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>b) F&#252;r den werkvertraglichen Anspruch auf kleinen Schadensersatz gem&#228;&#223; &#167; 634 Nr. 4, &#167; 280, &#167; 281 Abs. 1 BGB in der seit dem 1. Januar 2002 geltenden Fassung hat der VII. Zivilsenat seine langj&#228;hrige Rechtsprechung, nach der der Schaden anhand der voraussichtlich erforderlichen M&#228;ngelbeseitigungskosten bemessen werden konnte, allerdings inzwischen aufgegeben (Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17, BGHZ 218, 1 Rn. 31 ff.). Wie das Berufungsgericht zutreffend erkennt, l&#228;sst sich dies auf die kaufrechtliche Sachm&#228;ngelhaftung gem&#228;&#223; &#167; 437 Nr. 3, &#167; 280, &#167; 281 Abs. 1 BGB nicht &#252;bertragen. Ein Abgehen von der Kontinuit&#228;t der Rechtsprechung kann nur ausnahmsweise hingenommen werden, wenn deutlich &#252;berwiegende oder sogar schlechthin zwingende Gr&#252;nde daf&#252;r sprechen (vgl. BGH, Beschluss vom 4. Oktober 1982 - GSZ 1/82, BGHZ 85, 64, 66). Diese Voraussetzungen sind f&#252;r die mittlerweile langj&#228;hrig anerkannte und praktizierte kaufrechtliche Schadensbemessung zu verneinen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_10\">10</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>aa) Dass f&#252;r das Kaufrecht die weitaus &#252;berwiegenden Argumente f&#252;r die bisherige L&#246;sung sprechen, hat der Senat bereits in seinem Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 ausf&#252;hrlich begr&#252;ndet (V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 33 ff.), und er h&#228;lt an diesen Erw&#228;gungen uneingeschr&#228;nkt fest.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_11\">11</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(1) Der Schadensersatz kann anhand der Kosten f&#252;r die (ausgebliebene) Nachlieferung oder Nachbesserung bemessen werden, f&#252;r die der K&#228;ufer nunmehr selbst Sorge tragen muss. Diese Kosten werden durch die M&#228;ngelbeseitigungskosten zutreffend abgebildet, ohne dass es darauf ankommt, ob sie tats&#228;chlich aufgewendet werden. Ein Ergebnis, wonach der K&#228;ufer einer Sache die beabsichtigte M&#228;ngelbeseitigung vorfinanzieren muss, w&#228;re nicht vertretbar. Hierzu w&#228;re der K&#228;ufer nach der klaren gesetzlichen Regelung gezwungen, und er m&#252;sste Nachteile und Risiken der Vorfinanzierung tragen, nachdem und weil der Verk&#228;ufer die ihm obliegenden Pflichten nicht erf&#252;llt hat. Denn ein Selbstvornahmerecht mit einem Vorschussanspruch, wie er in &#167; 637 Abs. 3 BGB vorgesehen ist, gibt es im Kaufrecht nicht (n&#228;her Senat, Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 41 ff. mwN).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_12\">12</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(2) Das Vorfinanzierungsrisiko wird auch nicht dadurch kompensiert, dass der K&#228;ufer vor Durchf&#252;hrung der M&#228;ngelbeseitigung den Ausgleich des mangelbedingten Minderwerts verlangen k&#246;nnte. Zwar h&#228;lt es auch der VII. Zivilsenat in geeigneten F&#228;llen nach wie vor f&#252;r zul&#228;ssig, den mangelbedingten Minderwert anhand der M&#228;ngelbeseitigungskosten zu sch&#228;tzen (BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 81 ff.). Im Kaufrecht ist aber kein Anlass daf&#252;r ersichtlich, den K&#228;ufer, der vollen Ersatz seines Schadens verlangt, zun&#228;chst auf den Ersatz des mangelbedingten Minderwerts zu beschr&#228;nken und erst dann, wenn im Zuge der M&#228;ngelbeseitigung h&#246;here Kosten entstehen, eine sp&#228;tere &#196;nderung der zun&#228;chst gew&#228;hlten Schadensbemessung zuzulassen. Denn der mangelbedingte Minderwert l&#228;sst sich - wovon auch der VII. Zivilsenat ausgeht - nur in geeigneten F&#228;llen anhand der M&#228;ngelbeseitigungskosten sch&#228;tzen; ist er geringer, m&#252;sste der K&#228;ufer ggf. erhebliche Vorleistungen erbringen. Ohnehin ist in der Sache f&#252;r das Kaufrecht nicht erkennbar, dass die bisherige Rechtsprechung zu unangemessenen Ergebnissen gef&#252;hrt h&#228;tte. Auch insoweit nimmt der Senat Bezug auf seine Ausf&#252;hrungen in dem Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 (V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 45 ff.).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_13\">13</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>bb) Allerdings muss die Umsatzsteuer nur ersetzt werden, wenn und soweit sie tats&#228;chlich angefallen ist. Dies hat der VII. Zivilsenat f&#252;r das Werkvertragsrecht in Anlehnung an den Rechtsgedanken des &#167; 249 Abs. 2 Satz 2 BGB bereits im Jahr 2010 entschieden (vgl. BGH, Urteil vom 22. Juli 2010 - VII ZR 176/09, BGHZ 186, 330 Rn. 12 ff.). Der V. Zivilsenat hat diese Sichtweise f&#252;r das Kaufrecht &#252;bernommen (Senat, Urteil vom 11. Dezember 2015 - V ZR 26/15, BauR 2016, 1035 Rn. 26; Urteil vom 9. Februar 2018 - V ZR 274/16, NJW 2018, 1954 Rn. 29). Da die Umsatzsteuer einen durchlaufenden und abgrenzbaren Posten darstellt, ist in diesem Punkt der Rechtsgedanke des &#167; 249 Abs. 2 Satz 2 BGB &#252;bertragbar, und die Erw&#228;gungen, die den Gesetzgeber zu der Einf&#252;gung dieser Norm bewogen haben (BT-Drucks. 14/7752 S. 13 f.), k&#246;nnen herangezogen werden; auf diese Weise wird insoweit ein Gleichlauf mit dem deliktischen Rechtsschutz hergestellt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_14\">14</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>3. Eine Vorlage an den Gro&#223;en Senat f&#252;r Zivilsachen ist weder wegen Divergenz (&#167; 132 Abs. 2 GVG) noch wegen grunds&#228;tzlicher Bedeutung (&#167; 132 Abs. 4 GVG) erforderlich, nachdem der VII. Zivilsenat die Begr&#252;ndung der Rechtsprechungs&#228;nderung in seinem Beschluss vom 8. Oktober 2020 (VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53) im Hinblick auf die Verankerung im Werk- und Architektenvertragsrecht vertieft und erg&#228;nzt hat.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_15\">15</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>a) Der V. Zivilsenat kann an der bisherigen kaufrechtlichen Rechtsprechung festhalten, ohne im Sinne von &#167; 132 Abs. 2 GVG von der mit Beschluss vom 8. Oktober 2020 (VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53) pr&#228;zisierten Rechtsprechung des VII. Zivilsenats abzuweichen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_16\">16</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>aa) Zu seinem Anfragebeschluss vom 13. M&#228;rz 2020 hat sich der V. Zivilsenat in erster Linie wegen der Begr&#252;ndung, die der VII. Zivilsenat zun&#228;chst f&#252;r seine Rechtsprechungs&#228;nderung gegeben hatte, veranlasst gesehen (V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 10, 23). Er hat zugleich darauf hingewiesen, dass Regelungen des besonderen Schuldrechts Unterschiede in der Schadensbemessung rechtfertigen k&#246;nnten, weil die &#167;&#167; 437, 634 BGB jeweils nur unter dem Vorbehalt, dass &#8222;nicht ein anderes bestimmt ist&#8220;, auf die &#167;&#167; 280, 281 BGB verweisen (V ZR 33/19, aaO Rn. 26).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_17\">17</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>bb) In seinem Beschluss vom 8. Oktober 2020 (VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53) hat der VII. Zivilsenat nunmehr vertiefend erl&#228;utert, dass und warum er die &#196;nderung seiner Rechtsprechung ma&#223;geblich auf die Neugestaltung der werkvertraglichen M&#228;ngelrechte durch die Schuldrechtsmodernisierung und insbesondere auf die Ausgestaltung des Vorschussanspruchs st&#252;tzt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_18\">18</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(1) Danach beschr&#228;nkt sich der werkvertragliche Vorschussanspruch gem&#228;&#223; &#167; 634 Nr. 2, &#167; 637 Abs. 3 BGB nicht auf das Erf&#252;llungsstadium. Er stehe dem Besteller auch dann zu, wenn dieser bereits Schadensersatz statt der Leistung verlangt habe und ein Anspruch auf die Leistung infolgedessen gem&#228;&#223; &#167; 281 Abs. 4 BGB ausgeschlossen sei (Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 54 ff.). Aus dem letzten Halbsatz des &#167; 637 Abs. 1 BGB lasse sich nichts Anderes herleiten (so bereits Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17, BGHZ 218, 1 Rn. 50 f.). Diese zentrale Pr&#228;misse des VII. Zivilsenats ist spezifisch werkvertraglicher Natur und f&#228;llt in dessen alleinigen Zust&#228;ndigkeitsbereich.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_19\">19</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(2) Dar&#252;ber hinaus hat der VII. Zivilsenat klargestellt, dass er im Hinblick auf die Haftung des Architekten (bzw. des Ingenieurs) - f&#252;r die er ebenfalls allein zust&#228;ndig ist - einen Vorschussanspruch zwar auf den Schadensersatzanspruch gem&#228;&#223; &#167; 634 Nr. 4, &#167; 280 Abs. 1 BGB st&#252;tzt, dies aber wegen der besonders engen Verkn&#252;pfung von Werk- und Architektenvertrag allein aus dem Rechtsgedanken des (nicht direkt anwendbaren) &#167; 634 Nr. 2, &#167; 637 Abs. 3 BGB ableitet, um auf diese Weise der gesamtschuldnerischen Haftung von Architekt und Unternehmer Rechnung zu tragen (Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 77). Eine allgemeine schadensersatzrechtliche Aussage, die folgerichtig auf andere Vertragstypen und insbesondere auf das Kaufrecht zu &#252;bertragen w&#228;re, soll damit ausdr&#252;cklich nicht verbunden sein (Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, aaO Rn. 78).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_20\">20</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(3) Insgesamt st&#252;tzt sich der VII. Zivilsenat in seinem Beschluss vom 8. Oktober 2020 ma&#223;geblich auf den normativen Schadensbegriff; es sei stets eine schadensrechtliche Wertung erforderlich, die neben den allgemeinen Grunds&#228;tzen auch die Besonderheiten des jeweiligen Vertragstyps in den Blick zu nehmen habe (VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 25). Sein Konzept, wonach der Schadensersatzanspruch nur bereits aufgewandte M&#228;ngelbeseitigungskosten umfasst, leitet der VII. Zivilsenat aus der Ausgestaltung der werkvertraglichen M&#228;ngelrechte, insbesondere des Selbstvornahmerechts (&#167; 637 BGB), und nicht mehr (auch) aus verallgemeinerungsf&#228;higen schadensrechtlichen &#220;berlegungen wie dem Zeitpunkt der Schadensentstehung (vgl. Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17, BGHZ 218, 1 Rn. 32) oder dem Herausforderungsgedanken (vgl. Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17, aaO Rn. 46) her.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_21\">21</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>cc) Ausgehend von den genannten - durch den V. Zivilsenat hinzunehmenden - werkvertraglichen Pr&#228;missen bestehen Unterschiede, die im Kaufrecht eine andere Schadensbemessung erfordern. Ein mit einem Vorschussanspruch flankiertes Selbstvornahmerecht gibt es - wie oben ausgef&#252;hrt (Rn. 11) - im Kaufrecht nicht. Aus grunds&#228;tzlichen Erw&#228;gungen l&#228;sst sich ein zweckgebundener und abzurechnender Vorfinanzierungsanspruch auch nicht aus dem allgemeinen Schadensersatzrecht herleiten. Dies st&#252;nde n&#228;mlich nicht nur im Widerspruch zu allgemeinen Grunds&#228;tzen des Schadensersatzrechts, namentlich der Dispositionsfreiheit des Gesch&#228;digten, sondern verwischte auch die dogmatischen Unterschiede zwischen Vorschuss- und Schadensersatzanspr&#252;chen (n&#228;her Senat, Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 44 mwN). Eine Ausnahme im Bereich der Architektenhaftung l&#228;sst sich nur werkvertraglich in dem Rechtsgedanken des &#167; 634 Nr. 2, &#167; 637 Abs. 3 BGB verankern; dass der Vorschussanspruch gegen den Architekten in diesen Normen wurzelt, hat der VII. Zivilsenat nunmehr klargestellt. Auf andere Vertragstypen und insbesondere auf das Kaufrecht sind diese Erw&#228;gungen nicht &#252;bertragbar und sollen es auch nach Ansicht des VII. Zivilsenats nicht sein. Dieser hat f&#252;r das Werkvertragsrecht ausdr&#252;cklich klargestellt, dass der Besteller, soweit er Schadensersatz verlangen k&#246;nne, in der Verwendung des von dem Unternehmer geschuldeten Betrags frei sei (Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, aaO Rn. 33 a.E.). Anders sieht es der VII. Zivilsenat bei dem Schadensersatzanspruch gegen den Architekten nur deshalb, weil dieser wie ein werkvertraglicher Vorschussanspruch behandelt werden soll. Damit bleiben die grunds&#228;tzlichen dogmatischen Unterschiede zwischen Vorschuss- und Schadensersatzanspr&#252;chen gewahrt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_22\">22</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>b) Ebenso wenig bedarf es einer Vorlage an den Gro&#223;en Senat f&#252;r Zivilsachen wegen grunds&#228;tzlicher Bedeutung (&#167; 132 Abs. 4 GVG).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_23\">23</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>aa) Allerdings steht einer Vorlage wegen Grundsatzbedeutung nicht von vornherein entgegen, dass die Rechtsfrage einerseits das Kaufrecht, andererseits das Werkvertragsrecht und damit unterschiedliche Normen betrifft. Denn die gleiche Rechtsfrage kann auch dann zur Entscheidung stehen, wenn der gleiche Rechtsgrundsatz, mag er auch in mehreren Gesetzesbestimmungen seinen Niederschlag gefunden haben, von zwei Senaten unterschiedlich aufgefasst und gehandhabt wird (vgl. BGH, Beschluss vom 30. M&#228;rz 1953 - GSZ 1-3/53, BGHZ 9, 179, 181; Gemeinsamer Senat der obersten Gerichtsh&#246;fe des Bundes, Beschluss vom 6. Februar 1973 - GmS-OGB 1/72, BGHZ 60, 392, 394; BVerfG, wistra 2009, 307, 309). Aus diesem Grund setzt die Zul&#228;ssigkeit einer Vorlage gem&#228;&#223; &#167; 132 Abs. 4 GVG (im Unterschied zu einer Divergenzvorlage gem&#228;&#223; &#167; 132 Abs. 2 GVG) richtigerweise auch nicht die Ergebnisrelevanz im konkreten Einzelfall voraus (eingehend Gro&#223;/Pamp, ZZP 113 [2000], 467, 473 ff. mwN). Eine Grundsatzbedeutung kam schon deshalb ernsthaft in Betracht, weil die zun&#228;chst gegebene Begr&#252;ndung des VII. Zivilsenats f&#252;r die Rechtsprechungs&#228;nderung eine breite Diskussion in Rechtsprechung und Literatur zu deren &#220;bertragbarkeit auf andere Vertragstypen des besonderen Schuldrechts angesto&#223;en hat (n&#228;her Senat, Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 28 mwN; aus j&#252;ngster Zeit LG N&#252;rnberg-F&#252;rth, NJW 2020, 251, 252; Riehm, NJW 2021, 27 f.). Zudem war ein st&#228;rkerer Gleichlauf von Kauf- und Werkvertragsrecht erkl&#228;rtes Ziel der Schuldrechtsreform (n&#228;her Senat, Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, aaO Rn. 25 mwN).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_24\">24</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>bb) Diese Aspekte f&#252;hren im Ergebnis nicht dazu, dass den ma&#223;geblichen Rechtsfragen grunds&#228;tzliche Bedeutung zukommt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_25\">25</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(1) Die von dem VII. Zivilsenat vorgenommene Bemessung des kleinen Schadensersatzes statt der Leistung ist angesichts der pr&#228;zisierten und klarer konturierten werkvertraglichen Verankerung nicht auf andere Vertragstypen des besonderen Schuldrechts &#252;bertragbar. Insbesondere ist f&#252;r die Rechtspraxis nunmehr eindeutig gekl&#228;rt, dass die Rechtsprechung des VII. Zivilsenats dogmatisch nicht im allgemeinen Leistungsst&#246;rungsrecht (&#167;&#167; 280, 281 BGB), sondern im besonderen Schuldrecht zu verorten ist; das besondere Schuldrecht ist den f&#252;r den jeweiligen Vertragstyp zust&#228;ndigen Senaten des Bundesgerichtshofs in alleiniger Verantwortung zugewiesen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_26\">26</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(2) Ebenso wenig begr&#252;ndet der fehlende Gleichlauf zwischen Werk- und Kaufvertragsrecht die Grundsatzbedeutung. Allerdings kann eine unterschiedliche Schadensbemessung gerade in Grenzbereichen zwischen Werk- und Kaufvertragsrecht, etwa bei dem Erwerb relativ neuer Immobilien oder bei Werklieferungsvertr&#228;gen (&#167; 650 BGB), zu misslichen Abgrenzungsschwierigkeiten f&#252;hren (vgl. hierzu Senat, Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 27). Eine unterschiedliche Behandlung von Kauf- und Werkvertragsrecht erfordert daher zumindest triftige Gr&#252;nde. Solche Gr&#252;nde liegen vor. Denn der VII. Zivilsenat hat sein zentrales Argument, wonach die Schadensbemessung anhand noch nicht aufgewandter M&#228;ngelbeseitigungskosten im Werkvertragsrecht zu einer erheblichen und mit dem Bereicherungsverbot unvereinbaren &#220;berkompensation f&#252;hren k&#246;nne, n&#228;her begr&#252;ndet und nachvollziehbar erl&#228;utert, und seine Erw&#228;gungen sind auf das Kaufrecht nicht &#252;bertragbar. Die durch den V. Zivilsenat insoweit erhobenen Bedenken (Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, aaO Rn. 27) sind damit ausger&#228;umt.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_27\">27</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(a) Der VII. Zivilsenat hat herausgearbeitet, dass individuelle Leistungsbeschreibungen f&#252;r das Werkvertragsrecht weitaus gr&#246;&#223;ere Bedeutung haben als f&#252;r das Kaufrecht. Infolgedessen komme es bei Abweichungen von der vereinbarten Beschaffenheit h&#228;ufig zu Sachm&#228;ngeln, mit denen der Besteller &#8222;leben&#8220; k&#246;nne. Dadurch entstehe ein (Fehl-)Anreiz, die ggf. hohen M&#228;ngelbeseitigungskosten zu vereinnahmen und von der Beseitigung abzusehen (eingehend BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 41 bis 53). Gesteigert werde diese Problematik durch die Reichweite des Nacherf&#252;llungsanspruchs. Da die Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit der Nacherf&#252;llung gem&#228;&#223; &#167; 635 Abs. 3 BGB nur in seltenen Ausnahmef&#228;llen angenommen werde, treffe den Unternehmer eine nahezu unbegrenzte Nacherf&#252;llungspflicht (n&#228;her BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, aaO Rn. 64 bis 66; zu diesem Aspekt bereits BGH, Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17, BGHZ 218, 1 Rn. 71).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_28\">28</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(b) Die Ausgangslage im Kaufrecht ist grundlegend anders. Namentlich beim Kauf gebrauchter Immobilien, der eine besondere N&#228;he zum Baurecht aufweist, stellen diejenigen M&#228;ngel, mit denen der K&#228;ufer &#8222;leben kann&#8220;, jedenfalls nicht die Regel dar. Da ein mit einem Bestandsgeb&#228;ude bebautes Grundst&#252;ck regelm&#228;&#223;ig in dem vorhandenen Zustand verkauft wird, spielen individuelle Leistungsbeschreibungen eine weitaus geringere Rolle als bei einem zu errichtenden Geb&#228;ude. Selbst objektiv nachteilige Eigenschaften einer gebrauchten Immobilie begr&#252;nden nicht ohne weiteres einen Sachmangel, sofern sie bauzeittypisch sind (vgl. Senat, Beschluss vom 10. Oktober 2019 - V ZR 4/19, NJW-RR 2020, 121 Rn. 14; n&#228;her Kr&#252;ger, ZNotP 2010, 42 ff.). Zudem haftet der Verk&#228;ufer wegen des in der Praxis &#252;blichen Haftungsausschlusses vornehmlich dann, wenn er einen Sachmangel arglistig verschwiegen hat (&#167; 444 BGB). Aus diesen Gr&#252;nden kommt praktische Bedeutung nach der Erfahrung des V. Zivilsenats vor allem solchen Sachm&#228;ngeln zu, die die Eignung der Kaufsache f&#252;r die nach dem Vertrag vorausgesetzte oder die gew&#246;hnliche Verwendung in Frage stellen (&#167; 434 Abs. 1 Satz 2 BGB), wie etwa Feuchtigkeit, Schadstoffbelastung, Sch&#228;dlingsbefall oder auch eine fehlende Baugenehmigung. Das sind regelm&#228;&#223;ig M&#228;ngel, mit denen der Immobilienk&#228;ufer nicht oder jedenfalls deutlich schlechter &#8222;leben&#8220; kann als mit der mangelfreien Immobilie, und die durch die M&#228;ngelbeseitigungskosten meist angemessen abgebildet werden. Gerade insoweit sind die Unterschiede zum Baurecht deshalb gering, weil der VII. Zivilsenat, wie er ausdr&#252;cklich klargestellt hat, in Fallgestaltungen dieser Art die Sch&#228;tzung des mangelbedingten Minderwerts anhand der M&#228;ngelbeseitigungskosten weiterhin f&#252;r zul&#228;ssig h&#228;lt (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 81; Urteil vom 22. Februar 2018 - VII ZR 46/17, BGHZ 218, 1 Rn. 27 und 30 und dazu Senat, Beschluss vom 13. M&#228;rz 2020 - V ZR 33/19, ZfIR 2020, 501 Rn. 53). Infolgedessen m&#252;ssen in solchen F&#228;llen - jedenfalls im Ergebnis - die noch nicht angefallenen M&#228;ngelbeseitigungskosten unabh&#228;ngig von der Rechtsnatur des Vertrags ersetzt werden.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_29\">29</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(c) Daneben gibt es aber auch beim Kauf beweglicher oder unbeweglicher Sachen nicht selten Fallgestaltungen, in denen die M&#228;ngelbeseitigungskosten den mangelbedingten Minderwert nicht zutreffend abbilden, sondern diesen erheblich &#252;berschreiten. Vornehmlich in solchen F&#228;llen wirkt sich die Einordnung des Vertrags in das Kauf- oder in das Werkvertragsrecht k&#252;nftig auf die Ersatzf&#228;higkeit noch nicht angefallener M&#228;ngelbeseitigungskosten aus. Daf&#252;r gibt es aber triftige Gr&#252;nde. Der K&#228;ufer kann den Ersatz der voraussichtlich entstehenden M&#228;ngelbeseitigungskosten, wie bereits ausgef&#252;hrt, schon deshalb verlangen, weil ihm die Vorfinanzierung der M&#228;ngelbeseitigung nicht zuzumuten w&#228;re (vgl. Rn. 11). Dar&#252;ber hinaus wird einer unangemessenen &#220;berkompensation im Kaufrecht durch die Begrenzung des Nacherf&#252;llungsanspruchs entgegengewirkt. Aus der Reichweite des jeweiligen Nacherf&#252;llungsanspruchs in &#167; 439 BGB und in &#167; 635 BGB ergeben sich - wie der VII. Zivilsenat zutreffend darlegt (vgl. BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 63 ff.) - entscheidende Unterschiede zwischen Kauf- und Werkvertragsrecht, die einem Gleichlauf beider Rechtsgebiete gerade bei einem Auseinanderfallen von M&#228;ngelbeseitigungskosten und mangelbedingtem Minderwert ohnehin entgegenstehen.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_30\">30</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(aa) F&#252;r das Kaufrecht hat der V. Zivilsenat den Nacherf&#252;llungsanspruch begrenzt, indem er aus &#167; 439 Abs. 4 Satz 2 BGB Vorgaben f&#252;r die Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit der Nacherf&#252;llung abgeleitet hat (vgl. Senat, Urteil vom 4. April 2014 - V ZR 275/12, BGHZ 200, 350 Rn. 41 ff.). Diese Begrenzung wirkt sich unmittelbar auf die H&#246;he des nachfolgenden Schadensersatzanspruchs aus und verhindert eine &#220;berkompensation des K&#228;ufers. Kann n&#228;mlich der Verk&#228;ufer die Nacherf&#252;llung verweigern, weil sie mit unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Kosten verbunden ist, beschr&#228;nkt sich der Schadensersatzanspruch des K&#228;ufers auf den Ersatz des mangelbedingten Minderwerts (vgl. Senat, Urteil vom 4. April 2014 - V ZR 275/12, aaO Rn. 34 ff.). Als erster Anhaltspunkt kann davon ausgegangen werden, dass die Kosten der M&#228;ngelbeseitigung unverh&#228;ltnism&#228;&#223;ig sind, wenn sie den Verkehrswert des Grundst&#252;cks in mangelfreiem Zustand oder 200 % des mangelbedingten Minderwerts &#252;bersteigen (vgl. Senat, Urteil vom 4. April 2014 - V ZR 275/12, aaO Rn. 41 ff.).</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_31\">31</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Infolgedessen weicht die Schadensbemessung im Kaufrecht jedenfalls nicht signifikant von derjenigen nach altem Schuldrecht ab. Beispielsweise spricht viel daf&#252;r, dass der Sachverhalt, der dem von dem VII. Zivilsenat mehrfach herangezogenen Urteil des V. Zivilsenats vom 16. November 2007 (V ZR 45/07, NJW 2008, 436) zugrunde lag, nach neuem Kaufrecht nicht anders zu beurteilen w&#228;re. Damals hatte der Senat die nach altem Schuldrecht allein zul&#228;ssige vereinfachte Berechnung des Minderwerts anhand der M&#228;ngelbeseitigungskosten deshalb versagt, weil die mangelbedingte Wertminderung des verkauften Grundst&#252;cks (46.016,27 &#8364;) deutlich hinter den Kosten f&#252;r die Herstellung der fehlenden, aber zugesicherten Dachgeschosswohnungen (217.099,78 &#8364;) zur&#252;ckblieb (Urteil vom 16. November 2007 - V ZR 45/07, aaO Rn. 11 f.). Auch nach heutiger Rechtslage k&#246;nnte der K&#228;ufer nicht ohne weiteres den Ersatz der M&#228;ngelbeseitigungskosten als Schadensersatz verlangen. Da die M&#228;ngelbeseitigungskosten den mangelbedingten Minderwert um mehr als 400 % &#252;berstiegen, l&#228;ge n&#228;mlich ein erster Anhaltspunkt f&#252;r die Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit der Nacherf&#252;llung vor, so dass - vorbehaltlich besonderer Umst&#228;nde des Einzelfalls - heute wie damals nur der Ersatz des mangelbedingten Minderwerts geschuldet w&#228;re.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_32\">32</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(bb) Im Werkvertragsrecht hat eine solche Begrenzung der Nacherf&#252;llung - und damit zugleich des nachfolgenden Schadensersatzanspruchs - keine Entsprechung (n&#228;her BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 43, 66). Wird, wie es der VII. Zivilsenat aufgrund des Erfolgsversprechens des Unternehmers nachvollziehbar f&#252;r richtig h&#228;lt, der Nacherf&#252;llungsanspruch hochgehalten, indem der Unternehmer die Nacherf&#252;llung nur in seltenen Ausnahmef&#228;llen wegen unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Kosten (&#167; 635 Abs. 3 BGB) verweigern darf, ergibt sich ein dem Kaufrecht fremdes Dilemma. Denn je strenger die Anforderungen an die Unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igkeit der Nacherf&#252;llung ausgestaltet werden, desto h&#246;her k&#246;nnen die M&#228;ngelbeseitigungskosten ausfallen und desto gr&#246;&#223;er wird das Problem der schadensersatzrechtlichen &#220;berkompensation durch eine von der Durchf&#252;hrung der M&#228;ngelbeseitigung losgel&#246;ste Ersatzf&#228;higkeit der M&#228;ngelbeseitigungskosten. Das gilt insbesondere bei solchen Sachm&#228;ngeln, mit denen der Besteller &#8222;leben&#8220; kann und die er daher - zumal, wenn die Beseitigung tiefgreifende Eingriffe in das Bauwerk unter Einschluss anderer Gewerke erfordert - nicht ohne weiteres beseitigen wird.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_33\">33</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>(d) Schlie&#223;lich stellen sich auch die Probleme der Leistungskette, deren praktische Relevanz im Werkvertragsrecht der VII. Zivilsenat eingehend dargelegt hat (BGH, Beschluss vom 8. Oktober 2020 - VII ARZ 1/20, NJW 2021, 53 Rn. 48 ff.), im Kaufrecht nicht in gleicher Weise.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_34\">34</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>4. Die angefochtene Entscheidung h&#228;lt auch im &#220;brigen der rechtlichen &#220;berpr&#252;fung stand. Im Hinblick auf die Anspruchsh&#246;he, die Nebenforderungen sowie die Zuerkennung des Feststellungsantrags erhebt auch die Revision keine Einwendungen. Soweit das Gemeinschaftseigentum betroffen ist, ist die Verurteilung des Beklagten in den Vorinstanzen auf den Ersatz der nach dem Miteigentumsanteil bestimmten anteiligen Kosten beschr&#228;nkt worden.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p>III.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt>\n               <a name=\"rd_35\">35</a>\n            </dt>\n            <dd>\n               <p>Die Kostenentscheidung beruht auf &#167; 97 Abs. 1 ZPO.</p>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <table class=\"Rsp\">\n                  <tr>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Stresemann&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Schmidt-R&#228;ntsch&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Br&#252;ckner</p>\n                     </td>\n                  </tr>\n                  <tr>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">G&#246;bel&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">Haberkamp&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                     <td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n                        <p style=\"text-align:left\">&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;&#160;</p>\n                     </td>\n                  </tr>\n               </table>\n            </dd>\n         </dl>\n         <dl class=\"RspDL\">\n            <dt/>\n            <dd>\n               <p/>\n            </dd>\n         </dl>\n      </div>\n   "
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