Urteil vom Amtsgericht Düsseldorf - 57 C 6777/95
Tenor
hat das Amtsgericht in Düsseldorf
auf die mündliche Verhandlung vom 14. Juni 1996
durch die Richterin am Amtsgericht X
für R e c h t erkannt:
Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 909,00 DM nebst
4 % Zinsen seit dem 26. Januar 1995 zu zahlen.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
Die Kosten des Rechtsstreits tragen zu 1/4 der Kläger und zu 3/4 die
Beklagte.
Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.
1
Tatbestand
2Der Kläger buchte bei der Beklagten für sich und seine Freundin eine Flugpauschalreise in die Türkei für die Zeit vom 8. bis 22. September 1994 zum Preis von 1.818,00 DM. Die Unterbringung mit Halbpension sollte im Hotel X erfolgen. Nach der Auskunft wurden der Kläger und seine Begleiterin in dem Hotel X untergebracht, weil das Hotel X überbucht war. Der Kläger verlangt Minderung des Reisepreises in Höhe von 70 %. Er trägt vor: Das Zimmer im Hotel X habe unterhalb eines Tag und Nacht in Betrieb gehaltenen Generators gelegen; das Zimmer sei nicht schallisoliert gewesen, so daß ein ungestörter Aufenthalt und ein ungestörter Schlaf nicht möglich gewesen sei. Die Wände und der Teppichboden des Zimmers hätten großflächige Feuchtigkeits- und Nässestellen aufgewiesen. An der Wand hätten sich großflächige Schimmelkulturen angesiedelt.
3Die Betten hätten aus zwei übereinandergelegten Matratzen bestanden. Zimmer und Balkon seien ständig feucht gewesen. Im Bad seien sämtliche Abflüsse verstopft gewesen. das Hotel habe über keinerlei Freizeiteinrichtungen verfügt. Die tägliche Verpflegung sei monoton, der Service mangelhaft gewesen. Alle Mängel seien gegenüber der örtlichen Reiseleitung der Beklagten gerügt worden.
4Der Kläger beantragt,
5die Beklagte zu verurteilen, an ihn 1.260,00 DM nebst 4 % Zinsen
6seit dem 26. Januar 1995 zu zahlen.
7Die Beklagte beantragt,
8die Klage abzuweisen.
9Sie trägt vor: Der Kläger sei nur teilweise aktivlegitimiert. Das Zimmer des Klägers im Hotel X habe keinen Anlaß zu Beanstandungen gegeben. Das Hotel verfüge über Wassersportmöglichkeiten.
10Wegen der Einzelheiten des Parteivorbringens wird auf den Inhalt der Schriftsätze Bezug genommen.
11Das Gericht hat Beweis erhoben.
12Auf die Niederschrift der Beweisaufnahme wird verwiesen.
13Entscheidungsgründe
14Die Klage ist in Höhe von 909,00 DM begründet, im Übrigen ist sie unbegründet.
15Der Kläger kann den Reisepreis nach § 651 d BGB mindern.
16Der Kläger ist zur Geltendmachung der Ansprüche gegen die Beklagte legitimiert. Wie sich aus der vom Kläger vorgelegten Rechnung und Reisebestätigung der Beklagten ergibt, ist Vertragspartner der Kläger; ihm gegenüber ist die Buchung bestätigt worden.
17Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme ist erwiesen, daß die Reise mangelhaft war.
18Die Nachtruhe des Klägers und seiner Begleiterin war durch Lärm beeinträchtigt. Wie die Zeugin X bekundet hat, lag das Zimmer unter dem Dach; auf dem Dach stand ein Generator, der auch nachts lief, so daß die Nachtruhe erheblich gestört war. Dies haben auch die Zeugin X und der Zeuge X bestätigt. Die wegen der Lärmbelästigung gerechtfertigte Minderung ist auf 15 % des Reisepreises, s. s. 272,70 DM, zu veranschlagen.
19Ein weiterer Mangel ist der Zustand des Zimmers. Wie die Zeugin X bekundet hat, war auf dem Teppichboden und an der Wand ein nasser Fleck; die Nässe breitete sich immer weiter aus, Wasser lief auf den Balkon. Das Bett bestand aus übereinander geschobenen Matratzen; die Abflüsse im Bad waren wiederholt verstopft. Die Schilderung der Zeugin über den Zustand des Zimmers wird durch die vorgelegten Fotos bestätigt. Auch die Aussagen der Zeugen X und X stimmen mit der Aussage der Zeugin X im wesentlichen überein.
20Wegen des Zustandes des Zimmers ist eine Minderung von 25 % des Reisepreises, das sind 454,50 DM, gerechtfertigt. Die im Prospekt angekündigten Freizeiteinrichtungen, wie türkisches Bad, Fitnessraum und Wassersportmöglichkeiten, fehlten. Dies haben die Zeugen übereinstimmend ausgesagt. Nach der Aussage der Zeugin X legten sie und der Kläger auf die angekündigten Freizeiteinrichtungen besonderen Wert und hätten sie auch genutzt. Wegen der fehlenden Freizeiteinrichtungen ist der Reisepreis um weitere 10 %, das sind 181,80 DM, zu mindern.
21Nach den Aussagen der Zeugen X und X hat der Kläger die Mängel gegenüber dem örtlichen Reiseleiter der Beklagten beanstandet.
22Weitere Minderungsansprüche stehen dem Kläger nicht zu. Daß der Service schlecht war, kann nicht als erhebliche Beeinträchtigung der Reise angesehen werden. Das vom Kläger dargelegte Verpflegungsangebot entspricht dem Reisepreis.
23Der Klageanspruch setzt sich wie folgt zusammen:
24Lärm 272,70 DM
25Zimmer 454,50 DM
26Freizeitmöglichkeiten 181,80 DM
27_________
28909,00 DM.
29Der Zinsanspruch beruht auf §§ 284, 288 BGB. Die Kostenentscheidung folgt aus § 92 ZPO, die Entscheidung über die vorläufige Vollstreckbarkeit aus §§ 708 Nr. 11, 713 ZPO.
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