Beschluss vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen - 18 A 3662/06
Tenor
Das Verfahren wird eingestellt.
Das Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 18. August 2006 ist unwirksam, soweit der Beklagte darin zur Bescheidung des Antrags des Klägers vom 17. Januar 2005 verpflichtet wurde und ihm zwei Drittel der erstinstanzlichen Verfahrenskosten auferlegt wurden.
Von den erstinstanzlichen Verfahrenskosten trägt der Beklagte ein Drittel und der Kläger ein weiteres Drittel. Die Kosten des Zulassungs- und Berufungsverfahrens tragen der Kläger und der Beklagte je zur Hälfte.
Der Streitwert wird für das Berufungsverfahren auf 5.000,-- EUR festgesetzt.
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G r ü n d e:
2Nachdem die Hauptbeteiligten das Verfahren, soweit es in zweiter Instanz anhängig war, übereinstimmend für in der Hauptsache erledigt erklärt haben, ist es in entsprechender Anwendung des § 92 Abs. 3 Satz 1 VwGO einzustellen und das ergangene Urteil des Verwaltungsgerichts diesbezüglich für unwirksam zu erklären (§ 173 VwGO i.V.m. § 269 Abs. 3 Satz 1 ZPO).
3Über die Kosten des Verfahrens hat das Gericht (gemäß § 87 a Abs. 1 und 3 VwGO durch die Berichterstatterin) gemäß § 161 Abs. 2 VwGO nach billigem Ermessen unter Berücksichtigung des bisherigen Sach- und Streitstandes zu entscheiden. Hier entspricht es billigem Ermessen, die Kosten des Verfahrens, soweit es auf die Rechtsmitteleinlegung seitens des Beklagten in zweiter Instanz anhängig war, dem Kläger und dem Beklagten je zur Hälfte aufzuerlegen und dementsprechend auch die erstinstanzliche Kostenentscheidung zu ändern.
4Dabei stellt der Senat maßgeblich darauf ab, dass er bei Stellung des Antrags auf Zulassung der Berufung durch den Beklagten wegen einer zu diesem Zeitpunkt entscheidungserheblichen und zwischen den Beteiligten strittigen Frage von grundsätzlicher Bedeutung
5vgl. dazu Senatsbeschluss vom 1. Dezember 2006 - 18 A 3662/06 -
6ohne eingehende Prüfung der Rechtslage, die sich im Rahmen einer solchen Kostenentscheidung jedoch verbietet,
7vgl. hierzu nur den Senatsbeschluss vom 22. April 2005 - 18 A 3465/03 - mit weiteren Nachweisen,
8nicht hinreichend verlässlich beurteilen konnte, welchen Ausgang das Verfahren im Falle einer streitigen Entscheidung letztlich genommen hätte.
9Der Umstand, dass der Beklagte nunmehr letztlich dem Begehren der Kläger entsprochen hat, fällt demgegenüber vorliegend nicht als allein maßgeblich ins Gewicht. Denn eine derartige Tatsache ist als solche nicht etwa abstrakt zu werten. Entscheidend sind vielmehr die Gründe, die zur Klaglosstellung geführt haben.
10Vgl. BVerwG, Urteil vom 1. September 1988 - 3 C 62.86 -, Buchholz 427.6 § 4 BFG Nr. 45 = BayVBl. 1989, 316 = NVwZ-RR 1989, 218 (nur LS); Senatsbeschlüsse vom 15. Mai 2002 - 18 B 1563/01 -, vom 10. Februar 2005 - 18 A 3780/04 - und vom 24. August 2006 - 18 A 2801/05 -.
11Das war hier der Umstand, dass der Beklagte wegen Zeitablaufs während des Rechtsmittelverfahrens die Erfüllung der Sieben-Jahres-Frist des § 26 Abs. 4 Satz 1 AufenthG durch den Kläger nicht mehr bestritten und sich dementsprechend - dem Hinwirken der Berichterstatterin auf eine unstreitige Beilegung des Rechtsstreits folgend - zur Bescheidung des Antrags des Klägers auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis bereiterklärt hat.
12Die Streitwertfestsetzung beruht auf §§ 47 Abs. 1, 52 Abs. 1 und 2, 53 Abs. 3 GKG.
13Dieser Beschluss unanfechtbar.
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