Warnung: Dieser Gesetzestext ist möglicherweise veraltet, da der Inhalt nicht aktiv gepflegt wird. Bitte prüfen Sie die offiziellen Quellen.

StPO § 143a Verteidigerwechsel

Strafprozeßordnung

(1) Die Bestellung des Pflichtverteidigers ist aufzuheben, wenn der Beschuldigte einen anderen Verteidiger gewählt und dieser die Wahl angenommen hat. Dies gilt nicht, wenn zu besorgen ist, dass der neue Verteidiger das Mandat demnächst niederlegen und seine Beiordnung als Pflichtverteidiger beantragen wird, oder soweit die Aufrechterhaltung der Bestellung aus den Gründen des § 144 erforderlich ist.

(2) Die Bestellung des Pflichtverteidigers ist aufzuheben und ein neuer Pflichtverteidiger zu bestellen, wenn

1.
der Beschuldigte, dem ein anderer als der von ihm innerhalb der nach § 142 Absatz 5 Satz 1 bestimmten Frist bezeichnete Verteidiger beigeordnet wurde oder dem zur Auswahl des Verteidigers nur eine kurze Frist gesetzt wurde, innerhalb von drei Wochen nach Bekanntmachung der gerichtlichen Entscheidung über die Bestellung beantragt, ihm einen anderen von ihm bezeichneten Verteidiger zu bestellen, und dem kein wichtiger Grund entgegensteht;
2.
der anlässlich einer Vorführung vor den nächsten Richter gemäß § 115a bestellte Pflichtverteidiger die Aufhebung seiner Beiordnung aus wichtigem Grund, insbesondere wegen unzumutbarer Entfernung zum künftigen Aufenthaltsort des Beschuldigten, beantragt; der Antrag ist unverzüglich zu stellen, nachdem das Verfahren gemäß § 115a beendet ist; oder
3.
das Vertrauensverhältnis zwischen Verteidiger und Beschuldigtem endgültig zerstört ist oder aus einem sonstigen Grund keine angemessene Verteidigung des Beschuldigten gewährleistet ist.
In den Fällen der Nummern 2 und 3 gilt § 142 Absatz 5 und 6 entsprechend.

(3) Für die Revisionsinstanz ist die Bestellung des bisherigen Pflichtverteidigers aufzuheben und dem Beschuldigten ein neuer, von ihm bezeichneter Pflichtverteidiger zu bestellen, wenn er dies spätestens binnen einer Woche nach Beginn der Revisionsbegründungsfrist beantragt und der Bestellung des bezeichneten Verteidigers kein wichtiger Grund entgegensteht. Der Antrag ist bei dem Gericht zu stellen, dessen Urteil angefochten wird.

(4) Beschlüsse nach den Absätzen 1 bis 3 sind mit der sofortigen Beschwerde anfechtbar.

Referenzen

Zitiert von

Beschluss vom Bundesgerichtshof - 1 StR 537/25
31. Dezember 2025
1 StR 537/25 31. Dezember 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - 5 StR 603/25
23. Dezember 2025
5 StR 603/25 23. Dezember 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - StB 66/25
17. Dezember 2025
StB 66/25 17. Dezember 2025
Beschluss vom Oberlandesgericht Dresden (1. Strafsenat) - 1 Ws 380/25
20. November 2025
1 Ws 380/25 20. November 2025
Beschluss vom Landgericht Halle (10a. Strafkammer) - 10a Qs 126/25
10. November 2025
10a Qs 126/25 10. November 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - 2 StR 637/24
29. Oktober 2025
2 StR 637/24 29. Oktober 2025
Stattgebender Kammerbeschluss vom Bundesverfassungsgericht - 2 BvR 1552/24
21. Oktober 2025
2 BvR 1552/24 21. Oktober 2025
Urteil vom Verwaltungsgericht Greifswald (11. Kammer) - 11 A 1239/24 HGW
14. Oktober 2025
11 A 1239/24 HGW 14. Oktober 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - StB 49/25
2. Oktober 2025
StB 49/25 2. Oktober 2025
Beschluss vom Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht (1. Strafsenat) - 1 Ws 133/25
9. September 2025
1 Ws 133/25 9. September 2025