Beschluss vom Oberlandesgericht Köln - 19 W 58/99
Tenor
1
Aufgrund des Inhalts von Bürgschaftsverträgen obliegen den Gläubigern regelmäßig keine Obhutspflichten gegegnüber den Bürgen (vgl. Palandt-Heinrichs, BGB, 59. Aufl., § 276 Rn 84; BGH NJW 1996, 1206). Der Gläubiger ist wegen der Rechtsnatur der anzubahnenden Verpflichtung nur ausnahmsweise für eine vorvertragliche Aufklärung des Bürgen verantwortlich; insbesondere ist in aller Regel davon auszugehen, daß der Bürge die Tragweite des von ihm zu übernehmenden Risikos selbst kennt (BGHZ 106, 269, 272; BGH WM 1986, 11, 12; NJW-RR 1991, 170; ZIP 1992, 233, 235 = MDR 1989, 445; 1991, 337). Das verbürgte Risiko ist die bleibende Zahlungsfähigkeit des Hauptschuldners (BGH MDR 1995, 60; ZIP 1987, 774; NJW 1988, 2173, 2174; BGHZ 107, 92, 104; BGH WM 1987, 1420; 1987, 1481, 1483 = MDR 1987, 666; 1988, 772; 1989, 630; 1988, 312); hierauf brauchte die Antragsgegnerin nicht hinzuweisen, weshalb es ihr schon aus diesem Grund auch nicht oblag, die Antragstellerin darüber aufzuklären, dass ihre eventuellen Rückgriffsansprüche (§ 774 BGB) gegen den weiterhin zahlungsunfähigen Hauptschuldner durch die Jahre später in Kraft tretende Insolvenzordnung erschwert werden könnten.
Zitiert von
Bislang zitiert keine andere Entscheidung dieses Urteil.
Referenzen
- NJW 1996, 1206 1x (nicht zugeordnet)
- BGHZ 106, 269, 272 1x (nicht zugeordnet)
- WM 1986, 11, 12 1x (nicht zugeordnet)
- NJW-RR 1991, 170 1x (nicht zugeordnet)
- ZIP 1992, 233, 235 1x (nicht zugeordnet)
- MDR 1989, 445 1x (nicht zugeordnet)
- MDR 1995, 60 1x (nicht zugeordnet)
- ZIP 1987, 774 1x (nicht zugeordnet)
- NJW 1988, 2173, 2174 1x (nicht zugeordnet)
- BGHZ 107, 92, 104 1x (nicht zugeordnet)
- WM 1987, 1420 1x (nicht zugeordnet)
- MDR 1987, 666 1x (nicht zugeordnet)
- BGB § 774 Gesetzlicher Forderungsübergang 1x