Beschluss vom Landgericht Duisburg - 11 T 40/11
Tenor
Die Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts Duisburg vom 04.02.2011 - 11 II 1039/10 BerH - wird zurückgewiesen.
Die Entscheidung ergeht gerichtsgebührenfrei, außergerichtliche Kosten
werden nicht erstattet.
Die weitere Beschwerde wird nicht zugelassen.
Beschwerdewert: 96,15 EUR
1
G r ü n d e:
2Die zulässige Beschwerde hat in der Sache keinen Erfolg.
3Das Amtsgericht hat zu Recht und mit zutreffender Begründung die Erinnerung der Beschwerdeführer gegen den Beschluss des Rechtspflegers, mit dem lediglich Beratungshilfe in Höhe von 60,93 EUR unter Anrechnung einer Zahlung von 96,15 EUR bewilligt wurde, zurückgewiesen.
4Nach dem eindeutigen Wortlaut des § 58 Abs. 1 RVG sind Zahlungen, die der Rechtsanwalt gem. § 9 Beratungshilfegesetz erhält, auf die aus der Landeskasse zu leistende Vergütung anzurechnen. Der Rechtsanwalt kann also Zahlungen des erstattungspflichtigen Gegners nicht zunächst auf die Differenz zwischen Beratungshilfe- und Wahlanwaltsgebühren verrechnen (Kalthoener/ Büttner/Wrobel-Sachs, Prozess- und Verfahrenskostenhilfe, Beratungshilfe Rz.998). Diese Regelung dient damit zugleich der Entlastung der Landeskasse (Schmahl in Riedel-Süßbauer RVG § 58 Rz 4). Es besteht kein Anspruch des Rechtsanwalts darauf, dass er die Vergütung eines Wahlanwaltes in voller Höhe erhält. Die Beratungshilfe will dem Rechtsanwalt einer mittellosen Partei allein eine Mindestvergütung sichern, mehr nicht (OLG Bamberg, Beschluss vom 16.01.2009 - 4 W 171/08 -).
5Soweit sich die Beschwerdeführer auf die Anrechnungspraxis im Rahmen des Prozesskostenhilfeverfahrens beruft, ist darauf hinzuweisen, dass sich § 58 Abs. 2 und 3 RVG allein auf die Gebühren nach Teil 3 bezw. 4-6 des Vergütungsverzeichnisses beziehen nicht aber auf den vorliegenden Fall. Die Absätze 2 und 3 des § 58 RVG können angesichts des eindeutigen Wortlautes des § 58 Abs. 1 RVG auch nicht analog herangezogen werden (OLG Bamberg aaO, Müller-Rabe in Gerold/Schmidt RVG § 58 Rz 10 u.12).
6Die Kostenentscheidung beruht auf § 56 As. 2 RVG.
7Da sich die Kammer der Auffassung des OLG Bamberg und der überwiegenden Meinung im Schrifttum anschließt, besteht keine Notwendigkeit, die weitere Beschwerde zur Vereinheitlichung der Rechtsprechung zuzulassen.
Verwandte Urteile
Keine verwandten Inhalte vorhanden.
Referenzen
Dieser Inhalt enthält keine Referenzen.