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AO 1977 § 155 Steuerfestsetzung

Abgabenordnung

(1) Die Steuern werden, soweit nichts anderes vorgeschrieben ist, von der Finanzbehörde durch Steuerbescheid festgesetzt. Steuerbescheid ist der nach § 122 Absatz 1 bekannt gegebene Verwaltungsakt. Dies gilt auch für die volle oder teilweise Freistellung von einer Steuer und für die Ablehnung eines Antrags auf Steuerfestsetzung.

(2) Ein Steuerbescheid kann erteilt werden, auch wenn ein Grundlagenbescheid noch nicht erlassen wurde.

(3) Schulden mehrere Steuerpflichtige eine Steuer als Gesamtschuldner, so können gegen sie zusammengefasste Steuerbescheide ergehen. Mit zusammengefassten Steuerbescheiden können Verwaltungsakte über steuerliche Nebenleistungen oder sonstige Ansprüche, auf die dieses Gesetz anzuwenden ist, gegen einen oder mehrere der Steuerpflichtigen verbunden werden. Das gilt auch dann, wenn festgesetzte Steuern, steuerliche Nebenleistungen oder sonstige Ansprüche nach dem zwischen den Steuerpflichtigen bestehenden Rechtsverhältnis nicht von allen Beteiligten zu tragen sind.

(4) Die Finanzbehörden können Steuerfestsetzungen sowie Anrechnungen von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen auf der Grundlage der ihnen vorliegenden Informationen und der Angaben des Steuerpflichtigen ausschließlich automationsgestützt vornehmen, berichtigen, zurücknehmen, widerrufen, aufheben oder ändern, soweit kein Anlass dazu besteht, den Einzelfall durch Amtsträger zu bearbeiten. Das gilt auch

1.
für den Erlass, die Berichtigung, die Rücknahme, den Widerruf, die Aufhebung und die Änderung von mit den Steuerfestsetzungen sowie Anrechnungen von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen verbundenen Verwaltungsakten sowie,
2.
wenn die Steuerfestsetzungen sowie Anrechnungen von Steuerabzugsbeträgen und Vorauszahlungen mit Nebenbestimmungen nach § 120 versehen oder verbunden werden, soweit dies durch eine Verwaltungsanweisung des Bundesministeriums der Finanzen oder der obersten Landesfinanzbehörden allgemein angeordnet ist.
Ein Anlass zur Bearbeitung durch Amtsträger liegt insbesondere vor, soweit der Steuerpflichtige in einem dafür vorgesehenen Abschnitt oder Datenfeld der Steuererklärung Angaben im Sinne des § 150 Absatz 7 gemacht hat. Bei vollständig automationsgestütztem Erlass eines Verwaltungsakts gilt die Willensbildung über seinen Erlass und über seine Bekanntgabe im Zeitpunkt des Abschlusses der maschinellen Verarbeitung als abgeschlossen.

(5) Die für die Steuerfestsetzung geltenden Vorschriften sind auf die Festsetzung einer Steuervergütung sinngemäß anzuwenden.

Referenzen

Zitiert von

Urteil vom Bundesfinanzhof - VI R 5/23
20. November 2025
VI R 5/23 20. November 2025
Urteil vom Bundesfinanzhof - VI R 5/24
19. November 2025
VI R 5/24 19. November 2025
Urteil vom Bundesfinanzhof - VI R 4/24
19. November 2025
VI R 4/24 19. November 2025
EuGH-Vorlage vom Bundesfinanzhof - VIII R 21/22
3. Juni 2025
VIII R 21/22 3. Juni 2025
GeB vom Verwaltungsgericht Regensburg - RN 5 K 23.40
24. Februar 2025
RN 5 K 23.40 24. Februar 2025
Beschluss vom Bayerischer Verwaltungsgerichtshof - 11 ZB 24.1958
4. Februar 2025
11 ZB 24.1958 4. Februar 2025
Urteil vom Finanzgericht Düsseldorf - 4 K 584/24 VTa
27. November 2024
4 K 584/24 VTa 27. November 2024
Urteil vom Verwaltungsgericht München - M 16 K 23.3727
23. Juli 2024
M 16 K 23.3727 23. Juli 2024
Urteil vom Verwaltungsgericht München - M 16 K 23.5924
17. Juni 2024
M 16 K 23.5924 17. Juni 2024
Urteil vom Finanzgericht Nürnberg - 4 K 990/22
25. April 2024
4 K 990/22 25. April 2024