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AufenthG 2004 § 35 Eigenständiges, unbefristetes Aufenthaltsrecht der Kinder

Gesetz über den Aufenthalt, die Erwerbstätigkeit und die Integration von Ausländern im Bundesgebiet

(1) Einem minderjährigen Ausländer, der eine Aufenthaltserlaubnis nach diesem Abschnitt besitzt, ist abweichend von § 9 Abs. 2 eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn er im Zeitpunkt der Vollendung seines 16. Lebensjahres seit fünf Jahren im Besitz der Aufenthaltserlaubnis ist. Das Gleiche gilt, wenn

1.
der Ausländer volljährig und seit fünf Jahren im Besitz der Aufenthaltserlaubnis ist,
2.
er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt und
3.
sein Lebensunterhalt gesichert ist oder er sich in einer Ausbildung befindet, die zu einem anerkannten schulischen oder beruflichen Bildungsabschluss oder einem Hochschulabschluss führt.

(2) Auf die nach Absatz 1 erforderliche Dauer des Besitzes der Aufenthaltserlaubnis werden in der Regel nicht die Zeiten angerechnet, in denen der Ausländer außerhalb des Bundesgebiets die Schule besucht hat.

(3) Ein Anspruch auf Erteilung einer Niederlassungserlaubnis nach Absatz 1 besteht nicht, wenn

1.
ein auf dem persönlichen Verhalten des Ausländers beruhendes Ausweisungsinteresse besteht,
2.
der Ausländer in den letzten drei Jahren wegen einer vorsätzlichen Straftat zu einer Jugendstrafe von mindestens sechs oder einer Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten oder einer Geldstrafe von mindestens 90 Tagessätzen verurteilt worden oder wenn die Verhängung einer Jugendstrafe ausgesetzt ist oder
3.
der Lebensunterhalt nicht ohne Inanspruchnahme von Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch oder Jugendhilfe nach dem Achten Buch Sozialgesetzbuch gesichert ist, es sei denn, der Ausländer befindet sich in einer Ausbildung, die zu einem anerkannten schulischen oder beruflichen Bildungsabschluss führt.
In den Fällen des Satzes 1 kann die Niederlassungserlaubnis erteilt oder die Aufenthaltserlaubnis verlängert werden. Ist im Falle des Satzes 1 Nr. 2 die Jugend- oder Freiheitsstrafe zur Bewährung oder die Verhängung einer Jugendstrafe ausgesetzt, wird die Aufenthaltserlaubnis in der Regel bis zum Ablauf der Bewährungszeit verlängert.

(4) Von den in Absatz 1 Satz 2 Nr. 2 und 3 und Absatz 3 Satz 1 Nr. 3 bezeichneten Voraussetzungen ist abzusehen, wenn sie von dem Ausländer wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht erfüllt werden können.

Referenzen

Zitiert von

Urteil vom Bundesverwaltungsgericht - 1 C 2.24
24. Juli 2025
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Urteil vom Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz (7. Senat) - 7 A 11051/24.OVG
25. März 2025
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Beschluss vom Verwaltungsgericht Köln - 12 L 904/24
27. Januar 2025
12 L 904/24 27. Januar 2025
Beschluss vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (38. Kammer) - 38 L 426/24 V
20. Dezember 2024
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Urteil vom Verwaltungsgericht Bayreuth - B 6 K 24.552
6. November 2024
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Urteil vom Verwaltungsgericht Hamburg (7. Kammer) - 7 K 3362/22
30. August 2024
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Urteil vom Hamburgisches Oberverwaltungsgericht (3. Senat) - 3 AS 6/23.UEG
16. Juli 2024
3 AS 6/23.UEG 16. Juli 2024
Urteil vom Verwaltungsgericht Darmstadt (5. Kammer) - 5 K 1525/18.DA
28. Februar 2024
5 K 1525/18.DA 28. Februar 2024
Beschluss vom Bayerischer Verwaltungsgerichtshof - 19 ZB 22.1890
4. Mai 2023
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Urteil vom Verwaltungsgericht München - M 4 K 23.411
2. Mai 2023
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