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GVG § 142a

Gerichtsverfassungsgesetz

(1) Der Generalbundesanwalt übt in den zur Zuständigkeit von Oberlandesgerichten im ersten Rechtszug gehörenden Strafsachen gemäß § 120 Absatz 1 und 2 das Amt der Staatsanwaltschaft auch bei diesen Gerichten aus. Für die Übernahme der Strafverfolgung durch den Generalbundesanwalt genügt es, dass zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für die seine Zuständigkeit begründenden Voraussetzungen gegeben sind. Vorgänge, die Anlass zu der Prüfung einer Übernahme der Strafverfolgung durch den Generalbundesanwalt geben, übersendet die Staatsanwaltschaft diesem unverzüglich. Können in den Fällen des § 120 Abs. 1 die Beamten der Staatsanwaltschaft eines Landes und der Generalbundesanwalt sich nicht darüber einigen, wer von ihnen die Verfolgung zu übernehmen hat, so entscheidet der Generalbundesanwalt.

(2) Der Generalbundesanwalt gibt das Verfahren vor Einreichung einer Anklageschrift oder einer Antragsschrift (§ 435 der Strafprozessordnung) an die Landesstaatsanwaltschaft ab,

1.
wenn es folgende Straftaten zum Gegenstand hat:
a)
Straftaten nach den §§ 82, 83 Abs. 2, §§ 98, 99 oder 102 des Strafgesetzbuches,
b)
Straftaten nach den §§ 105 oder 106 des Strafgesetzbuches, wenn die Tat sich gegen ein Organ eines Landes oder gegen ein Mitglied eines solchen Organs richtet,
c)
Straftaten nach § 138 des Strafgesetzbuches in Verbindung mit einer der in Buchstabe a bezeichneten Strafvorschriften oder
d)
Straftaten nach § 52 Abs. 2 des Patentgesetzes, nach § 9 Abs. 2 des Gebrauchsmustergesetzes in Verbindung mit § 52 Abs. 2 des Patentgesetzes oder nach § 4 Abs. 4 des Halbleiterschutzgesetzes in Verbindung mit § 9 Abs. 2 des Gebrauchsmustergesetzes und § 52 Abs. 2 des Patentgesetzes;
2.
in Sachen von minderer Bedeutung.

(3) Eine Abgabe an die Landesstaatsanwaltschaft unterbleibt,

1.
wenn die Tat die Interessen des Bundes in besonderem Maße berührt oder
2.
wenn es im Interesse der Rechtseinheit geboten ist, daß der Generalbundesanwalt die Tat verfolgt.

(4) Der Generalbundesanwalt gibt eine Sache, die er nach § 120 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 bis 4 oder § 74a Abs. 2 übernommen hat, wieder an die Landesstaatsanwaltschaft ab, wenn eine besondere Bedeutung des Falles nicht mehr vorliegt.

Referenzen

Zitiert von

Beschluss vom Bundesgerichtshof - StB 68/25 VS-NfD
7. Januar 2026
StB 68/25 VS-NfD 7. Januar 2026
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 115/25
7. Januar 2026
AK 115/25 7. Januar 2026
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 118/25
17. Dezember 2025
AK 118/25 17. Dezember 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 116/25
10. Dezember 2025
AK 116/25 10. Dezember 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - StB 60/25
10. Dezember 2025
StB 60/25 10. Dezember 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 95/25
14. November 2025
AK 95/25 14. November 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 92/25
30. Oktober 2025
AK 92/25 30. Oktober 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 89 - 91/25
30. Oktober 2025
AK 89 - 91/25 30. Oktober 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - AK 89 - 91/25, AK 89/25, AK 90/25, AK 91/25
30. Oktober 2025
AK 89 - 91/25, AK 89/25, AK 90/25, AK 91/25 30. Oktober 2025
Beschluss vom Bundesgerichtshof - V ZB 28/25
16. Oktober 2025
V ZB 28/25 16. Oktober 2025