StPO § 247a Anordnung einer audiovisuellen Vernehmung von Zeugen

Strafprozeßordnung

(1) Besteht die dringende Gefahr eines schwerwiegenden Nachteils für das Wohl des Zeugen, wenn er in Gegenwart der in der Hauptverhandlung Anwesenden vernommen wird, so kann das Gericht anordnen, daß der Zeuge sich während der Vernehmung an einem anderen Ort aufhält; eine solche Anordnung ist auch unter den Voraussetzungen des § 251 Abs. 2 zulässig, soweit dies zur Erforschung der Wahrheit erforderlich ist. Die Entscheidung ist unanfechtbar. Die Aussage wird zeitgleich in Bild und Ton in das Sitzungszimmer übertragen. Sie soll aufgezeichnet werden, wenn zu besorgen ist, daß der Zeuge in einer weiteren Hauptverhandlung nicht vernommen werden kann und die Aufzeichnung zur Erforschung der Wahrheit erforderlich ist. § 58a Abs. 2 findet entsprechende Anwendung.

(2) Das Gericht kann anordnen, dass die Vernehmung eines Sachverständigen in der Weise erfolgt, dass dieser sich an einem anderen Ort als das Gericht aufhält und die Vernehmung zeitgleich in Bild und Ton an den Ort, an dem sich der Sachverständige aufhält, und in das Sitzungszimmer übertragen wird. Dies gilt nicht in den Fällen des § 246a. Die Entscheidung nach Satz 1 ist unanfechtbar.

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Zitiert von

Beschluss vom Bundesgerichtshof (3. Strafsenat) - 3 StR 388/17
12. Dezember 2017
3 StR 388/17 12. Dezember 2017
Beschluss vom Bundesgerichtshof (3. Strafsenat) - 3 StR 272/17
28. November 2017
3 StR 272/17 28. November 2017
Urteil vom Bundesgerichtshof (1. Strafsenat) - 1 StR 216/17
22. August 2017
1 StR 216/17 22. August 2017
Beschluss vom Bundesgerichtshof (3. Strafsenat) - 3 StR 84/16
20. September 2016
3 StR 84/16 20. September 2016
Beschluss vom Bundesgerichtshof (1. Strafsenat) - 1 StR 235/14
29. April 2015
1 StR 235/14 29. April 2015
Beschluss vom Bundesverfassungsgericht (2. Senat) - 2 BvE 3/14
4. Dezember 2014
2 BvE 3/14 4. Dezember 2014
Einstweilige Anordnung vom Bundesverfassungsgericht (2. Senat 3. Kammer) - 2 BvR 261/14
27. Februar 2014
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