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Die Klägerin begehrt die Verhängung einer Disziplinarmaßnahme gegen den Beamten wegen Dienstvergehens.
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1. Der am ...1963 in G. geborene Beamte besuchte nach dem Hauptschulabschluss im Jahr 1979 die gewerblich-technische Berufsfachschule, an der er 1982 den Fachschulabschluss erwarb. Eine Ausbildung als Kaufmann im Eisenbahn- und Straßenverkehr beim Bahnhof P. schloss sich an. Zugleich besuchte er an der Kaufmännischen Schule T. die Fachklasse für Kaufleute im Eisenbahn- und Straßenverkehr, die er 1985 erfolgreich abschloss. Im Anschluss wurde er von der Deutschen Bundesbahn beim Bahnhof G. als Arbeiter eingestellt und in der Güterabfertigung beschäftigt. 1986 wurde er zur Bahnassistentenlaufbahn in der Fachrichtung Allgemeiner Dienst zugelassen. Mit Wirkung vom 1.9.1987 wurde er zum Bundesbahnassistenten zur Anstellung ernannt. Von September 1987 bis Februar 1988 wurde er beim Bahnhof U. im Hauptbahnhof im Zugbegleitdienst beschäftigt, anschließend als Rangierleiter, Schalterbeamter, bei der Güterabfertigung und als Aufsichtsbeamter. Am 1.9.1989 erfolgte seine Ernennung zum Bundesbahnassistenten und am 29.5.1990 zum Beamten auf Lebenszeit. Mit Wirkung vom 10.9.1990 folgte seine Beförderung zum Bundesbahnsekretär, zum 11.2.1992 zum Bundesbahnobersekretär und schließlich zum 28.5.1997 seine Beförderung zum Bundesbahnhauptsekretär (Besoldungsgruppe A 8). Eingesetzt wurde er zunächst als Aufsichtsbeamter und Rangierleiter und ab 1.12.1996 als Fahrdienstleiter in G. Nach Bekanntwerden seiner Alkoholkrankheit im Jahr 1998 und eines erneuten starken Alkoholmissbrauchs am 7.4.2000, wurde er mit Verfügung vom 28.4.2000 als Fahrdienstleiter abgesetzt. Er wurde fortan als Zugmelder verwendet, wobei ihm Handlungen im sicherheitsrelevanten Bereich untersagt waren. Am 15.10.2001 wurde er nach U. versetzt und dort mit Beihilfetätigkeiten befasst. Nach einer ersten 8-wöchigen Alkoholentwöhnungsbehandlung ab dem 7.1.2003 wurde er ab August 2004 wieder als Fahrdienstleiter in E., W., eingesetzt. Wegen erneuter Alkoholprobleme (Trunkenheitsfahrt zum Dienst am 15.9.2005 mit 2,49 Promille Blutalkoholkonzentration) erfolgte im Oktober 2005 seine erneute Herausnahme aus dem Dienst als Fahrdienstleiter und der Einsatz im Weichenreinigungs- und Innendienst.
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2. Der Beamte heiratete am ...1989 Frau R. F. Die Ehe, aus der die Kinder J., geboren ..., und M., geboren ..., hervorgingen, wurde am ...1999 geschieden. Am ...2000 heiratete der Beamte Frau M. B., die als Versicherungsfachfrau über eigene Einnahmen verfügt. Sie ist nach den Angaben des Beamten schwer erkrankt. Sie unterziehe sich nach Brustkrebs-OP derzeit einer Reha-Behandlung. Der Beamte erhält Dienstbezüge aus Besoldungsgruppe A 8 und zahlt nach seinen Angaben an die Kinder monatlichen Unterhalt in Höhe von 600 EUR. Über Vermögen oder weitere Einnahmen verfügt er nach seinen Angaben nicht.
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3. Die gesundheitliche Situation des Beamten ist durch seine chronische Alkoholsuchterkrankung gekennzeichnet. Von dieser erhielt die Dienstherrin nach dem Inhalt der Personalakte erstmals Kenntnis am 11.5.1998 durch einen anonymen schriftlichen Bericht. Eine daraufhin durchgeführte Tauglichkeitsuntersuchung durch den Bahnarzt ergab am 10.6.1998 körperliche Anzeichen und Hinweise im Labor auf einen zu hohen Alkoholkonsum. Mit Schreiben vom 23.6.1998 wurde der Beamte auf das Ergebnis der bahnärztlichen Untersuchung und seine Pflicht zur Erhaltung seiner Dienstfähigkeit hingewiesen. Bei ihm als Fahrdienstleiter könne Alkoholmissbrauch unter gar keinen Umständen hingenommen werden. Um seine Gesundheit zu erhalten, mache man ihm folgende Auflagen:
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a. dienstlich und außerdienstlich den Genuss alkoholischer Getränke zu unterlassen und in dem Fall, dass er wegen Suchterscheinungen dazu nicht in der Lage sein sollte, sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben, weil dann eine Alkoholabhängigkeit vorliege;
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b. Mit der Sozialarbeiterin der Stiftung Bahnsozialwerk in Verbindung zu treten und sich strikt entsprechend ihrer Beratung zu verhalten;
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c. Darüber hinaus alle Maßnahmen zu treffen, um sich von der Alkoholsucht zu befreien.
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Komme der Beamte den Auflagen nicht nach, müsse er mit der Ablösung von seinem Arbeitsplatz und mit weitreichenden Disziplinarmaßnahmen rechnen. Am 15.7.1998 bestätigte der Beamte schriftlich, dass er das Schreiben vom 23.6.1998 erhalten habe und dass er sich bewusst sei, dass er bei Verstoß gegen die darin gemachten Auflagen mit der Ablösung von seinem Arbeitsplatz und mit weitreichenden disziplinarischen Maßnahmen, unter Umständen auch mit seiner Entfernung aus dem Dienst bzw. mit der Aberkennung seines Ruhegehalts, rechnen müsse.
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Im Anschluss fanden regelmäßige bahnärztliche Tauglichkeitsüberprüfungen statt. Mit Schreiben des Bahnarztes Dr. F. vom 10.10.2000 verwies dieser auf weiterhin bestehende deutliche körperliche Anzeichen für eine Alkoholkrankheit. Zwar seien die Leberwerte mittlerweile normal, jedoch sei das CDT deutlich hoch, obwohl es schon einmal normal gewesen sei. Dies sei ein zu 100 % spezifisches Anzeichen für einen Alkoholmissbrauch. Der Beamte verhalte sich aber weiterhin völlig uneinsichtig, halte sich nicht für alkoholkrank und gehe selten in die Selbsthilfegruppe. Seine Angabe, dass er wenig Alkohol trinke, sei völlig unglaubwürdig. Am 12.2.2001 berichtete Bahnarzt Dr. F. von einem normalisierten und gebesserten körperlichen und Laborbefund. Der Beamte gehe jedoch weiterhin nur unregelmäßig zur Selbsthilfegruppe und halte keine völlige Alkoholkarenz. Mit Schreiben des Bahnarztes Dr. F. vom 9.7.2001 wurde von einer erneuten Verschlechterung der Laborwerte berichtet. Die Leberwerte seien noch normal, aber der CDT sei über dem Normalwert. Der Beamte halte auch keine Alkoholkarenz ein und sehe das auch nicht recht ein. Der Arzt halte inzwischen eine Alkoholentwöhnungskur für notwendig, das Konzept des konstruktiven Drucks müsse natürlich weiter und noch stärker angewandt werden. Alkoholkontrollen im Dienst einschließlich Alkotests seien notwendig.
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Ab dem 7.1.2003 unterzog sich der Beamte einer ersten achtwöchigen Alkoholentwöhnungsbehandlung in der Fachklinik W. in O. In der Folgezeit war er nach den Tauglichkeitsgutachten der Bahnärzte für seine Tätigkeit als Fahrdienstleiter noch nicht wieder tauglich und daher im Innendienst zu beschäftigen. Mit Tauglichkeitsgutachten des Bahnarztes Dr. F. vom 12.7. und 4.11.2004 wurde dann festgestellt, dass der Beamte wieder bahndiensttauglich für seine Stelle als Fahrdienstleiter sei.
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Nach einer Trunkenheitsfahrt des Beamten mit einer Blutalkoholkonzentration von 2,49 Promille am 15.9.2005 wurde mit Tauglichkeitsgutachten des Bahnarztes Dr. F. vom 19.9.2005 festgestellt, dass der Beamte nicht betriebsdienst- und alleindiensttauglich sei. Mit Schreiben des Durchführungsbereichs Betrieb U. vom 18.10.2005 wurde der Beamte daraufhin eine weiteres Mal auf sein Pflicht zur Erhaltung seiner Dienstfähigkeit hingewiesen. Ein Verhalten, das dieser Pflicht zuwiderlaufe (wie z.B. fortwährender Alkoholmissbrauch) stelle ein Dienstvergehen dar, das unweigerlich beamtenrechtliche und disziplinare Konsequenzen nach sich ziehe. Wer durch Alkoholkonsum seine Arbeitsleistung zeitweise oder auf Dauer beeinträchtige oder ausschließe, begehe ein Dienstvergehen, das zu strengen Disziplinarmaßnahme und unter Umständen zur Entfernung aus dem Dienst führen könne. Um seine Gesundheit und damit seine uneingeschränkte Beschäftigungstauglichkeit wieder herzustellen, würden dem Beamten folgende Auflagen erteilt: Er habe sowohl dienstlich wie auch außerbetrieblich jeglichen Genuss alkoholischer Getränke zu unterlassen. Sollte er infolge von Suchterscheinungen dazu nicht in der Lage sein, habe er sich unverzüglich in ärztliche Behandlung zu begeben. Er habe sich umgehend mit der Sozialarbeiterin beim Gesundheitszentrum ... in K. in Verbindung zu setzen und ein Beratungsgespräch zu vereinbaren. Er habe sich an dem Gespräch konstruktiv zu beteiligen. Er habe den Rat der Sozialarbeiterin und des ärztlichen Dienstes anzunehmen. Außerdem habe er eine Selbsthilfegruppe aufzusuchen und an den Sitzungen regelmäßig teilzunehmen und kooperativ mitzuarbeiten. Am 19.10.2005 bestätigte der Beamte den Empfang des Hinweisschreibens. Er sei sich bewusst, dass er seinen Alkoholkonsum drastisch einschränken müsse, um nicht in eine schwere Alkoholabhängigkeit zu geraten, und dass er bei einer Zuwiderhandlung und dadurch bedingter Dienstunfähigkeit mit seiner Entfernung aus dem Dienst rechnen müsse.
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In der Zeit vom 26.9.2006 bis 21.11.2006 schloss sich eine weitere Alkoholentwöhnungsbehandlung des Beamten an der Fachklinik W. in O. an. Danach fand am 6.12.2006 ein Dienstgespräch statt, in dem dem Beamten bezüglich seiner Alkoholabstinenz nochmals Hilfsangebote gemacht und Absprachen über das weitere Vorgehen getroffen wurden. Für den Fall, dass es dem Beamten nicht gelinge, seinen Pflichten zur Erhaltung seiner Dienstfähigkeit nachzukommen, wurden ihm nochmals Konsequenzen angedroht.
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Eine erste Tauglichkeitsuntersuchung nach der erneuten Alkoholentwöhnungsbehandlung am 27.2.2007 ergab keine Anzeichen für weiteren Alkoholkonsum. In einem weiteren Tauglichkeitsgutachten vom 4.4.2007 wies die Bahnärztin Dr. S. dann darauf hin, dass es nach dem Ergebnis ihrer Untersuchung beim Beamten einen Alkoholkonsum innerhalb von drei Tagen vor der Untersuchung gegeben habe.
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Am 26.5.2007 beantragte die DB Personalbetreuung die Zurruhesetzung des Beamten wegen Dienstunfähigkeit. Zur Begründung wurde auf die seit Jahren bestehende Suchtmittelabhängigkeit verwiesen, sowie auf die durchgeführten Therapien und die Rückfälligkeiten. Mit Entscheidung des Bundeseisenbahnvermögens - Dienststelle ... - vom 14.1.2008 wurde der Zurruhesetzungsantrag negativ beschieden. Zur Begründung wurde ausgeführt, die mangelnde Tauglichkeit für Tätigkeiten mit betrieblicher Verantwortung erfülle für sich allein nicht den Tatbestand der Dienstunfähigkeit im Sinne des § 42 Abs. 1 BBG. Aktuell sei der Beamte nicht dienstunfähig erkrankt. Es sei konzernweit nach einer adäquaten Beschäftigungsmöglichkeit für ihn zu suchen. Die Instrumente des beruflichen Eingliederungs-Managements und des Reintegrationsverfahrens würden auch für Beamte mit Alkoholproblemen gelten.
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Seit Februar 2009 und bis heute ist der Beamte dienstunfähig erkrankt. Nach seinen Angaben in der mündlichen Verhandlung leidet er an einer durch dienstliche und private Belastungen hervorgerufenen, anhaltenden Depression.
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4. Der Beamte ist strafrechtlich wie folgt vorbelastet:
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a. Mit Strafbefehl des Amtsgerichts U. - 1 Cs 26 Js 17856 - vom 29.9.2005, rechtskräftig seit dem 4.11.2005, wurde wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr eine Geldstrafe verhängt und dem Beamten die Fahrerlaubnis entzogen. Der Verurteilung lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beamte fuhr am 15.9.2005 gegen 11:40 Uhr mit einem PKW Corsa auf der ... ... von A. nach U. und auf dem ... in U. in Schlangenlinien, obwohl er infolge vorangegangenen Alkoholkonsums fahruntüchtig war. Die Blutalkoholkonzentration betrug nach der um 12:40 Uhr entnommenen Blutprobe 2,49 Promille.
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b. Mit Urteil des Amtsgerichts G. - 4 Ds 16 Js 11562/2008 - vom 18.9.2008, rechtskräftig seit dem 18.9.2008, wurde der Beamte wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr zu einer Freiheitsstrafe von 3 Monaten verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Fahrerlaubnis der Klasse B, die dem Beamten am 10.9.2007 durch eine polnische Behörde erteilt worden war, wurde entzogen. Der Verurteilung lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Beamte nahm am Samstag, dem 31.5.2008, nachdem er seine morgendlichen Einkäufe erledigt hatte, in einem Lokal in G. mit Freunden erhebliche Mengen Alkohol zu sich. Obwohl er wusste, dass er aufgrund des Alkoholkonsums nicht mehr in der Lage war, ein Fahrzeug zu führen, fuhr er gegen 11:50 Uhr in seinem PKW durch die ..., um so wieder nach Hause zu gelangen. Weil er etwas zu schnell fuhr, wurde er kontrolliert. Die um 12:18 Uhr entnommene Blutprobe ergab einen Blutalkoholgehalt von 1,61 Promille.
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5. Der Beamte ist auch disziplinarrechtlich vorbelastet:
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Gegen ihn wurde mit Disziplinarverfügung vom 12.9.2006 eine Kürzung der Dienstbezüge um ein Zwanzigstel auf die Dauer von 12 Monaten verhängt. Dem lag zunächst die unter 4. a. beschriebene Trunkenheitsfahrt zugrunde. Zusätzlich wurde in der Verfügung festgestellt, der Beamte habe am 15.9.2005 planmäßig Dienstbeginn um 12:30 Uhr auf dem Stellwerk E. (W.) gehabt. Wäre seine Trunkenheitsfahrt nicht durch die Polizei gestoppt worden, hätte er seinen Dienst unter erheblichem Einfluss von Alkohol (BAK 2,49 Promille) angetreten. Für seinen Dienst habe an diesem Tag eine Ersatzkraft eingesetzt werden müssen und die Betriebsärztin habe am 19.9.2005 seine Untauglichkeit für den Betriebsdienst festgestellt. Ladungen zur Abklärung seiner weiteren Verwendbarkeit durch den Bahnarzt habe der Beamte ignoriert. Meldeauflagen für den Fall von Erkrankungen habe er nicht eingehalten. Vom 25.3. bis 2.4.2006 sei er schuldhaft dem Dienst ferngeblieben, woran die nachträgliche Verrechnung mit Erholungsurlaub nichts ändere. Der Beamte wurde in der Disziplinarverfügung, die Bestandskraft erlangte, darauf hingewiesen, dass er im Fall neuerlicher Dienstpflichtverletzungen mit weiteren Disziplinarverfahren zu rechnen habe, bis hin zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis.
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6. Am 6.11.2007 wurde dem Beamten durch BAR S., DB Netz AG, Produktionsdurchführung U., eröffnet, dass gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet sei. Ihm werde zur Last gelegt, dass er nach der Entwöhnungsbehandlung vom 26.9. bis 21.11.2006 einen schuldhaften Rückfall in den erneuten Alkoholkonsum zu verantworten habe. Weiter werde ihm vorgeworfen, dass er im Jahr 2007 mindestens zwei Mal gegen die Anweisung verstoßen habe, bereits am ersten Tag der Dienstunfähigkeit eine ärztliche Dienstunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen, obwohl ihm dies mehrmals auferlegt worden sei. Am 30.11.2007 wurde dem Beamten das Ermittlungsergebnis mitgeteilt. Mit Schreiben vom 19.6.2008 wurde der Beamte dann über die Ausdehnung des Disziplinarverfahrens auf die Trunkenheitsfahrt am 31.5.2008 informiert. Zugleich wurde das Disziplinarverfahren bis zum Abschluss des Strafverfahrens ausgesetzt. Die Fortsetzung des Disziplinarverfahrens erfolgte am 29.1.2009.
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Am 18.5.2009 wurde dem Beamten der Ermittlungsbericht vom 18.5.2009 überbracht, der Feststellungen zu den oben erwähnten drei Punkten (Rückfall in die nasse Phase seiner Alkoholkrankheit, verspätete Vorlage der Dienstunfähigkeitsbescheinigungen und die wiederholte Trunkenheitsfahrt) enthielt. In dem Schreiben wurde ihm eine abschließende Anhörung angeboten. Weiter wurde er darauf hingewiesen, dass er die Mitwirkung des Personalrats binnen einer Frist von einem Monat beantragen und Mitglieder des Besonderen Personalrats benennen könne, die im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens seine Personalakten einsehen könnten. Eine Reaktion des Beamten erfolgte nicht.
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7. Am 12.10.2009 hat die Klägerin die vorliegende Disziplinarklage erhoben. Zur Begründung wird ausgeführt, dem Beamten sei nach erfolgreicher Alkoholentwöhnungsbehandlung vom 26.9.2006 bis 21.11.2006 ein Rückfall in die nasse Phase seines Alkoholkonsums, festgestellt am 4.4.2007, vorzuwerfen. Nach dem Gutachten von Dr. R. vom 12.9.2007 habe der Beamte den Rückfall voll zu verantworten. Kontroll- oder Kritikverlust habe nicht vorgelegen. Ihm sei zumindest fahrlässiges Verhalten vorzuwerfen. Sein erneuter Alkoholmissbrauch habe bewirkt, dass er nicht mehr in seiner früheren Tätigkeit als Fahrdienstleiter oder in anderen Tätigkeiten des Eisenbahnbetriebsdienstes eingesetzt werden könne und nur noch als Bürohilfskraft Verwendung finden könne. Weiter werde dem Beamten vorgeworfen, dass er im Jahr 2007 mindestens zwei Mal gegen die Anweisung verstoßen habe, bereits am ersten Tag der Dienstunfähigkeit eine ärztliche Dienstunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen, obwohl ihm dies mehrmals auferlegt worden sei. Schließlich werde ihm auch die Trunkenheitsfahrt vom 31.5.2008 und die deswegen erfolgte strafrechtliche Verurteilung zum Vorwurf gemacht. Zum Disziplinarmaß wird zunächst ausgeführt, der Beamte erweise sich aufgrund seiner Uneinsichtigkeit, mangelnder Kooperationsbereitschaft und Unempfindlichkeit gegenüber Strafen und Disziplinarmaßnahmen als untragbar, so dass er aus dem Dienst zu entfernen sei. Nur weil eine vorläufige Dienstenthebung des Beamten unterblieben sei, beschränke die Klägerin ihren Antrag auf die Degradierung in das Eingangsamt seiner Laufbahn (Bundesbahnsekretär A 6). Nach der Einlassung des Beamten in der mündlichen Verhandlung wird zum Disziplinarmaß vorgetragen, aufgrund der Angaben des Klägers und seiner Vorgeschichte sehe die Klägerin keine Möglichkeit einer positiven Prognose. Das Vertrauensverhältnis sei endgültig zerstört und eine Entfernung aus dem Beamtenverhältnis daher unumgänglich.
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den Beamten aus dem Beamtenverhältnis zu entfernen.
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Der beklagte Beamte beantragt,
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die Klage abzuweisen, hilfsweise, eine geringere Disziplinarmaßnahme auszusprechen.
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Zur Begründung wird ausgeführt, der Rückfall in die nasse Phase der Alkoholabhängigkeit sei vom Beamten nicht zu verantworten. Alkoholkranke seien normalerweise nicht in der Lage, ihr Verhalten zu steuern. An der Schuldfähigkeit des Beamten bestünden daher Zweifel. Die Alkoholentwöhnungsbehandlung sei vermutlich zu kurz gewesen und deswegen nicht effektiv. Die unterwertige Beschäftigung des Beamten sei problematisch, sie belaste ihn zusätzlich. Hinzu komme die schwere Erkrankung seiner Ehefrau. Es sei sinnvoll, die vom Betrieb beantragte Zurruhesetzung weiter zu betreiben. Insofern bestehe der Verdacht, dass die Klägerin das Zurruhesetzungsverfahren absichtlich verzögere. Der Beamte solle wohl zunächst zurückgestuft werden, um damit die Ruhegehaltsbezüge zu schmälern. Diese Vorgehensweise sei aber nicht zulässig. Hinsichtlich der verspäteten Vorlage der Dienstunfähigkeitsbescheinigungen sei darauf hinzuweisen, dass der Beamte diese Bescheinigungen seit Februar 2009 lückenlos vorgelegt habe. Falls eine Zurückstufung in Betracht komme, genüge als Maßnahme die Rückstufung um eine Stufe.
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Das Gericht hat den Entlassbericht der Fachklinik W. vom 4.12.2006 zur Alkoholentwöhnungsbehandlung vom 26.9. bis 21 11.2006 beigezogen. Darin wird zum Ergebnis der Behandlung ausgeführt: „Bei Herrn S. besteht seit mindestens 10 Jahren eine Alkoholabhängigkeit. Ernsthafte psychische Folgeerkrankungen liegen nicht vor. Die Einsicht in auslösende und aufrechterhaltende Faktoren seiner Sucht hat Herr S. im Rahmen der jetzigen Behandlung eindeutig stabilisieren, bzw. in positiver Weise korrigieren können. Hierüber erschienen, im Gegensatz zur ersten stationären Behandlung, seine langfristigen Veränderungsziele, vor allem in Bezug auf dauerhafte Suchtmittelabstinenz, heute wesentlich realistischer, da Herr S. insbesondere die Einsicht in die Notwendigkeit von aktivem Vorgehen für sich erkannt und akzeptiert hat. Wohn- und Finanzsituation sind geregelt. Die Rückkehr an seine gewohnte Arbeitsstelle ist gesichert. Den hier auf ihn zukommenden Belastungen fühlt sich Herr S. gewachsen. Psychische oder körperliche Einschränkungen zur Ausübung des bekannten Vollzeitarbeitsprogramms gibt es nicht. Zur Weiterverfolgung seiner hier angestrebten Ziele wird Herr S. das gegebene Nachsorgeangebot über die Sozialberatung beim Arbeitgeber nutzen, parallel beabsichtigt er, den bestehenden Kontakt zur örtlichen Selbsthilfegruppe auch weiterhin regelmäßig zu pflegen. Vor dem Hintergrund der erreichten Einstellungs- und Verhaltensänderungen bringt Herr S. günstige Voraussetzungen für dauerhafte Suchtmittelabstinenz mit. ...“
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Der Facharzt für Innere Medizin M. B., G., der den Beamten seit Jahren behandelt, teilte dem Berichterstatter auf Anfrage am 22.1.2010 telefonisch mit, es seien im Laufe der Behandlung keinerlei Anhaltspunkte für eine Einschränkung der Steuerungs- oder Einsichtsfähigkeit aufgetreten. Seine Ehefrau sei vor ca. 1 Jahr sehr schwer erkrankt, was den Beamten belaste.
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Der Beamte wurde in der mündlichen Verhandlung zu seinen persönlichen Verhältnissen und zu den Vorwürfen angehört. Er machte folgende Angaben:
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Auf Frage des Gerichts nach dem Grund der bestehenden Dienstunfähigkeit: Meine seit 18.2.2009 andauernde Dienstunfähigkeit ist Folge einer Depression, die auch stationär behandelt werden musste. Bei Beendigung der auf acht Wochen angesetzten stationären Behandlung Ende Februar 2010 war keine Heilung eingetreten. Die Behandlung wird seither bei der Psychiatrischen Tagesklinik G., einer Nebenstelle der Rehaklinik ..., G., fortgesetzt. Ich erhalte dort einmal in der Woche einen Termin. Bei meiner Ehefrau wurde im Juli/August 2009 Brustkrebs festgestellt. Sie wurde mittlerweile operiert und geht jetzt in eine Reha-Maßnahme. Ein erster Verdacht auf Brustkrebs im Jahr 2000 bestätigte sich bei ihr nicht. Die erneute Befürchtung einer Brustkrebserkrankung bestand bei ihr dann bereits ab 2007. Ihr Vater war an Krebs gestorben und eine Brust war vergrößert. Sie hatte aber Angst und ging deswegen bis Juli/August 2009 nicht zum Arzt. Auf Frage des Gerichts nach seinem Befinden nach Abschluss der Alkoholentwöhnungsbehandlung am 21.11.2006: Nach der Kur war es eine Zeitlang gut. Etwa bis April/Mai 2007 habe ich keinen Alkohol getrunken. Die vom Bahnbetrieb ausgesprochene Warnung habe ich ernst genommen und mir war klar, dass ich keinen Alkohol mehr trinken durfte. Dann kam es zu ehelichen Problemen. Mich hat belastet, dass meine Ehefrau wegen des Brustkrebsverdachts nicht zum Arzt gegangen ist. Ich habe gesagt: „Geh doch hin!“ Aber sie hat nie was gemacht. Es hat mich belastet, dass sie nicht zum Arzt ist. Ein Zwist darüber nach der Arbeit hat mich so aufgeregt, dass ich mir gesagt habe: „Jetzt trinkst Du ein Bier, dann wirst du ruhiger.“ In der Folgezeit habe er wieder vermehrt Alkohol zu sich genommen. Auf Nachfragen des Gerichts und des Klägervertreters, was er sich denn, auch im Hinblick auf dienstliche Warnungen und drohende Disziplinarmaßnahmen beim Rückfall gedacht habe: Ich habe einen Punkt erreicht, da hat es klick gemacht. Dann habe ich getrunken. Ich kann das nicht erklären. Auf Frage nach den Ursachen seiner Depression: Ich führe das auf die gesundheitlichen Probleme meiner Frau, die mich belastet haben, zurück, und auf meine Behandlung im Betrieb. Ich bin dort rumgereicht worden, wie das Letzte. Wenn ich einen Dienstposten hatte, den ich wollte und bei dem mich auch die anderen Mitarbeiter wollten, hat man mich wieder umgesetzt. Das hat bei mir Frust ausgelöst. Außerdem war der Schichtdienst nichts für mich. Ich kam mit den Schlafumstellungen nicht klar. Auf Vorhalt der Klägerseite, seine Angaben gäben keinen Anlass zu einer günstigen Prognose: Ich habe hier zu meinem Alkoholkonsum die Wahrheit gesagt. Ich hätte gelogen, wenn ich gesagt hätte, dass ich nichts mehr trinke.“
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Der Klägervertreter hat in der mündlichen Verhandlung auf Frage des Gerichts bestätigt, dass im Bereich der Bahn AG für alle Mitarbeiter im Dienst die Nullpromille-Blutalkoholkonzentrationsgrenze verbindlich angeordnet ist.
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Dem Gericht haben die Personal- und Disziplinarakten der Klägerin zum Beamten sowie die Strafakten des Amtsgerichts U. - 1 Cs 26 Js 17856 - und des Amtsgerichts G. - 4 Ds 16 Js 11562/2008 - vorgelegen. Bezüglich weiterer Einzelheiten wird auf den Inhalt dieser Unterlagen, auf die Ausführungen im ärztlichen und therapeutischen Entlassbericht der Fachklinik W. vom 4.12.2006 und in der gutachtlichen Stellungnahme des Facharztes für Innere Medizin und Betriebsmedizin Dr. R., U., vom 12.9.2007, sowie auf die Ausführungen der Beteiligten in ihren Schriftsätzen verwiesen.
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