Beschluss vom Oberlandesgericht Hamm - 7 W 16/08
Tenor
Die Beschwerde wird zurückgewiesen.
1
Gründe
2I.
3Die sofortige Beschwerde des Beklagten ist gemäß § 127 Abs. 2 S. 2 ZPO als Rechtsmittel gegen den die beantragte Prozesskostenhilfe zurückweisenden Beschluss des LG Münster vom 19.02.2008 statthaft. Sie ist auch form- und fristgerecht gemäß §§ 127 Abs. 2 S. 3, 569 Abs. 1 S. 1 ZPO am 07.03.2008 und damit innerhalb eines Monats nach der am 25.02.2008 erfolgten Zustellung des Beschlusses eingelegt worden.
4II.
5Die Beschwerde ist unbegründet. Die begehrte Prozesskostenhilfe wurde zu Recht versagt.
6Die rückwirkende Bewilligung von Prozesskostenhilfe nach Instanzende kommt grundsätzlich nur dann in Betracht, wenn der Antrag vor Abschluss der Instanz gestellt und bewilligungsreif war (Zöller-Philippi, ZPO, 26. Aufl., § 117 RN 2b, § 119 RN 40; Baumbach/Hartmann, ZPO, 60. Aufl., § 119 RN 16). Bewilligungsreife war vorliegend nicht gegeben, da der Beklagte die Erklärung über seine persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse nur unvollständig bzw. z.T. unzutreffend ausgefüllt hat. So hat er weder das bei der E seit 16.06.2005 bestehende Girokonto noch einen in seinem Eigentum stehenden PKW angegeben.
7Wenn dennoch das Landgericht - sozusagen als nobile officium - durch Einräumung einer Frist zur Ergänzung seiner Angaben die Bereitschaft zur Prüfung des Gesuchs ohne Rücksicht auf die Beendigung der Instanz zu erkennen gegeben hat, oblag es nunmehr dem Beklagten, diese Frist, die zudem noch antragsgemäß verlängert wurde, auch einzuhalten. Mit weiterem Entgegenkommen des Gerichts durfte der Beklagte nicht rechnen, zumal er nicht dargelegt hat, dass ihn an der Nichteinhaltung der verlängerten Frist kein Verschulden trifft (so auch OLG Zweibrücken, FamRZ 2004, 1500; Zöller-Philippi, ZPO, 26. Aufl., § 119 RN 40).
8III.
9Eine Kostenentscheidung war nicht veranlasst (§ 127 Abs. 4 ZPO).
10Die Voraussetzungen für eine Zulassung der Rechtsbeschwerde gemäß § 574 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 2 und 3 ZPO liegen nicht vor.
Zitiert von
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Beschluss vom Oberlandesgericht Karlsruhe (Senat für Familiensachen) - 20 WF 125/25
13. November 2025
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20 WF 125/25 | 13. November 2025 |
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Beschluss vom Hanseatisches Oberlandesgericht (12. Zivilsenat) - 12 WF 168/20
6. Januar 2021
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12 WF 168/20 | 6. Januar 2021 |
Referenzen
- ZPO § 127 Entscheidungen 3x
- FamRZ 2004, 1500 1x (nicht zugeordnet)
- ZPO § 574 Rechtsbeschwerde; Anschlussrechtsbeschwerde 1x