BGB § 1577 Bedürftigkeit

Bürgerliches Gesetzbuch

(1) Der geschiedene Ehegatte kann den Unterhalt nach den §§ 1570 bis 1573, 1575 und 1576 nicht verlangen, solange und soweit er sich aus seinen Einkünften und seinem Vermögen selbst unterhalten kann.

(2) Einkünfte sind nicht anzurechnen, soweit der Verpflichtete nicht den vollen Unterhalt (§§ 1578 und 1578b) leistet. Einkünfte, die den vollen Unterhalt übersteigen, sind insoweit anzurechnen, als dies unter Berücksichtigung der beiderseitigen wirtschaftlichen Verhältnisse der Billigkeit entspricht.

(3) Den Stamm des Vermögens braucht der Berechtigte nicht zu verwerten, soweit die Verwertung unwirtschaftlich oder unter Berücksichtigung der beiderseitigen wirtschaftlichen Verhältnisse unbillig wäre.

(4) War zum Zeitpunkt der Ehescheidung zu erwarten, dass der Unterhalt des Berechtigten aus seinem Vermögen nachhaltig gesichert sein würde, fällt das Vermögen aber später weg, so besteht kein Anspruch auf Unterhalt. Dies gilt nicht, wenn im Zeitpunkt des Vermögenswegfalls von dem Ehegatten wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann.

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Zitiert von

Beschluss vom Bundesgerichtshof (12. Zivilsenat) - XII ZB 122/17
4. Juli 2018
XII ZB 122/17 4. Juli 2018
Beschluss vom Bundesgerichtshof (12. Zivilsenat) - XII ZB 503/16
15. November 2017
XII ZB 503/16 15. November 2017
Beschluss vom Bundesgerichtshof (12. Zivilsenat) - XII ZB 84/15
8. Juni 2016
XII ZB 84/15 8. Juni 2016
Beschluss vom Bundesgerichtshof (12. Zivilsenat) - XII ZB 301/12
14. Mai 2014
XII ZB 301/12 14. Mai 2014
Beschluss vom Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht (1. Senat für Familiensachen) - 8 UF 182/06
22. März 2007
8 UF 182/06 22. März 2007
Urteil vom Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht (3. Senat für Familiensachen) - 12 UF 65/05
31. Mai 2006
12 UF 65/05 31. Mai 2006
Urteil vom Oberlandesgericht Hamm - 4 UF 15/99
2. September 1999
4 UF 15/99 2. September 1999