Zwischenurteil vom Finanzgericht Düsseldorf - 0 2 K 3874/15 F

Tenor

1. Es wird festgestellt, dass

  • a. der Gewinnanteil der Klägerin aus ihrer Beteiligung an der X- GmbH & Co. KGaA i.H.v. Euro steuerfrei ist,

  • b. der Gewinnanteil der Klägerin aus ihrer Beteiligung an der X- GmbH & Co. KGaA zu Unrecht aufgrund einer Teilwertabschreibung um einen Betrag von  Euro gemindert worden ist,

  • c. der Verlust aus der Einbringung des Kommanditanteils des K in die Vermögensverwaltung GmbH auf Euro zu erhöhen ist.

2. Die Kostenentscheidung bleibt dem Endurteil vorbehalten.

3. Die Revision wird zugelassen.


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"absatzLinks">Für den Erlass des Verlustfeststellungsbescheides durch den Beklagten ist eine vorherige Änderung des Gewinnfeststellungsbescheides durch das Gericht nicht erforderlich. In dem streitgegenständlichen Änderungsbescheid vom 17.08.2015 sind negative Einkünfte der Klägerin festgestellt worden. Ausgehend von diesen negativen Einkünften kann der Beklagte über den Erlass eines Verlustfeststellungsbescheides nach § 15b EStG entscheiden. Soweit die Einkünfte der Klägerin in dem Endurteil geändert werden, wäre der Verlustfeststellungsbescheides gemäß § 175 Abs. 1 Nr. 1 AO abzuändern.

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="absatzLinks">Die Beteiligten haben ein berechtigtes Interesse an einer rechtsverbindlichen Klärung der Fragen der Steuerfreiheit der Ausschüttung, der Anerkennung der Teilwertabschreibung sowie der Höhe Einbringungsverlusts. Die Klärung dieser Vorfragen ist für die Prüfung, ob § 15b EStG anwendbar ist und seine Voraussetzungen erfüllt sind, von Bedeutung. Es ist daher geboten, vor Aussetzung des Verfahrens durch Zwischenurteil über diese Rechtsfragen zu entscheiden. Ein Beschluss über die Verfahrensaussetzung würde diesbezüglich keine Rechtskraft entfalten; das Klageverfahren würde durch die Aussetzung zum Stillstand kommen (vgl. hierzu FG Düsseldorf, Zwischenurteil vom 17.08.2017 14 K 3722/13 E, EFG 2018, 46).

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ass="absatzLinks">B.

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class="absatzLinks">Dabei kann dahingestellt bleiben, ob für eine KGaA ein eigenes Feststellungsverfahren durchzuführen ist, oder ob ihre Einkünfte unmittelbar auf der Ebene ihrer Gesellschafter zu ermitteln sind (vgl. zum Meinungsstand BFH-Urteile vom 07.12.2011 I R 5/11, BFH/NV 2012, 556; vom 15.03.2017 I R 41/16, BFH/NV 2017, 1548 m.w.N.; Beschluss vom 29.06.2016 I B 32/16, BFH/NV 2016, 1679). Denn der Senat ist gemäß § 182 Abs. 1 AO an den bestandskräftigen negativen Feststellungsbescheid für die KGaA vom 03.12.2015 gebunden. Die Bindungswirkung dieses Bescheides erstreckt sich auch auf die Verneinung der Voraussetzungen einer einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung im Verhältnis zwischen der persönlich haftenden Gesellschafterin und der KGaA, selbst wenn die Rechtslage unrichtig beurteilt worden sein sollte (vgl. BFH-Urteil vom 21.06.1989 X R 14/88, BStBl II 1989, 881).

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absatzLinks">b)

150 151 152 153 tzRechts">154<p class="absatzLinks">Einer Anwendung des InvStG a.F. steht nicht entgegen, dass im Streitjahr an der SICAV nur die KGaA und somit nur ein Anleger i.S.d. § 1 Abs. 2 Satz 2 InvStG a.F. vorhanden war. Zwar fordert § 1 Satz 2 InvStG a.F. ein Vermögen zur „gemeinschaftlichen“ Kapitalanlage, was grundsätzlich eine Mehrheit von Anlegern bedeutet. Maßgeblich ist aber, dass die Vermögensmasse mehr als einen Anleger haben kann. Vom InvStG a.F. werden auch Vermögensmassen erfasst, die zwar rein faktisch nur einen Anleger haben, aber rechtlich bzw. nach ihrer Satzung mehrere Anleger zulassen (vgl. Elser/Gütle-Kunz, BB 2010, 414 m.w.N.). An der SICAV hätten sich weitere Anleger beteiligen können.

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satzLinks">bb)

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s">Es fehlt vorliegend an einer Abtretung von Zinsansprüchen. Isolierte Zinsscheine werden nicht gemäß §§ 398 ff. BGB abgetreten, sondern als bewegliche Wirtschaftsgüter gemäß §§ 929 ff. BGB übertragen (vgl. hierzu Buge in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 20 EStG Rn. 460 „Zinsscheine und Zinsforderungen“).

167 168 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 ">182<p class="absatzLinks">bb)

">183><p class="absatzLinks">Die Voraussetzungen des Art. 20 Abs. 2 DBA Luxemburg a.F. sind erfüllt. Das Besteuerungsrecht für die streitbefangene Dividende steht Luxemburg zu, so dass sie in Deutschland von der Besteuerung ausgenommen ist.

184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 class="absatzRechts">194an> 195

s="absatzLinks">(3) Der Mittelpunkt der geschäftlichen Oberleitung der SICAV und damit ihr Wohnsitz i.S.d. Art. 3 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. Abs. 6 Satz 1 DBA Luxemburg a.F. befand sich in Luxemburg.

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199 200 203 204 ss="absatzRechts">205 206 207 208span>

Gemäß Art. 25 des Gesetzes vom 13.02.2007 entspricht das Gesellschaftskapital einer SICAV jederzeit dem Nettovermögen der Gesellschaft. Änderungen des Gesellschaftskapitals erfolgen gemäß Art. 29 Abs. 1 des Gesetzes vom 13.02.2007 von Rechts wegen und ohne Erfordernis einer Veröffentlichung oder Eintragung im Handels- und Gesellschaftsregister. Dabei unterliegen Rückzahlungen an Anleger in Folge einer Herabsetzung des Gesellschaftskapitals – vorbehaltlich abweichender Regelungen in der Satzung – nur der Beschränkung, dass die Vorgaben des Mindestkapitals eingehalten werden (Art. 29 Abs. 2 i.V.m. Art. 31 Abs. 1 des Gesetzes vom 13.02.2007).

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<p class="absatzLinks">Die Nichtanwendbarkeit des § 8b Abs. 1 KStG im Streitfall führt auch zur Nichtanwendbarkeit des § 8b Abs. 5 Satz 1 KStG. Der Senat verkennt dabei nicht, dass § 8b Abs. 5 Satz 1 KStG nach weit überwiegender Auffassung auch dann zur Anwendung kommt, wenn die Steuerfreistellung der Erträge nicht auf § 8b Abs. 1 KStG, sondern auf einem DBA-Schachtelprivileg beruht (vgl. Desens in Herrmann/Heuer/Raupach, EStG/KStG, § 3c EStG Rn. 8; FG Düsseldorf, Urteil vom 16.09.2014 6 K 2018/12 K, EFG 2015, 155; FG Köln, Urteil vom 31.08.2016 10 K 3550/14, EFG 2016, 1997 (Revision anhängig unter I R 72/16); offengelassen in BFH-Beschluss vom 22.09.2016 I R 29/15, BFH/NV 2017, 324 unter Hinweis auf BFH-Urteil vom 28.08.2012 I R 7/12, BStBl II 2013, 89 zu § 8b Abs. 7 KStG a.F.).

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lass="absatzLinks">3.

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