Beschluss vom Oberlandesgericht Köln - 17 U 101/10
Tenor
Die Berufung des Beklagten gegen das am 6. August 2010 verkündete Urteil des Landgerichts Aachen (8 O 75/10) wird gemäß § 522 Abs. 2 ZPO als unbegründet zurückgewiesen.
Die Kosten der Berufung und der Anschlussberufung werden dem Beklagten auferlegt.
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G r ü n d e :
2Die Berufung des Beklagten ist unbegründet. Da die zugrunde liegende Rechtssache keine grundsätzliche Bedeutung hat und eine Entscheidung durch Urteil auch nicht zur Fortbildung des Rechts oder zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung erforderlich ist, ist das Rechtsmittel gemäß § 522 Abs. 2 ZPO durch Beschluss als unbegründet zurückzuweisen.
3Dass und aus welchen Gründen die Berufung keine Erfolgsaussichten hat, hat der Senat bereits im Hinweisbeschluss vom 22. Mai 2011 im Einzelnen dargelegt. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird auf die Gründe dieses Beschlusses, denen der Beklagte innerhalb der ihm gesetzten Frist nicht entgegengetreten ist, Bezug genommen.
4Die Kostenentscheidung folgt aus § 97 Abs. 1 ZPO.
5Der Beklagte hat auch die Kosten der vom Kläger eingelegten Anschlussberufung zu tragen, über die im Hinblick auf § 524 Abs. 4 ZPO nach Zurückweisung der Berufung des Beklagten nicht mehr zu entscheiden ist. Die Kostentragungspflicht einer Anschlussberufung, die infolge der Zurückweisung der Berufung durch Beschluss gem. § 522 Abs. 2 ZPO ihre Wirkung verliert, wird in der Rechtsprechung unterschiedlich beurteilt (vgl. Musielak, ZPO, 7. Aufl., § 524 Rdnr. 31a; Rimmelspacher in: Münchener Kommentar, ZPO, 3. Aufl., § 524 Rdnr. 62, jeweils mit zahlreichen Nachweisen
6aus der Rspr.; ausdrücklich offen gelassen in: BGH NJW-RR 2006, 1147, 1148.). Der Senat schließt sich Auffassung an, dass der Berufungskläger auch im Falle der Beschlussentscheidung des Berufungsgerichts die Kosten der Anschlussberufung zu tragen und keine Quotelung zu erfolgen hat. Nach ständiger Rechtsprechung des BGH sind dem Berufungskläger die Kosten der Anschlussberufung aufzuerlegen, wenn er sein Rechtsmittel zurücknimmt. Das gilt auch dann, wenn zuvor ein Hinweis gem. § 522 ZPO erfolgt ist (BGH NJW-RR 2006, 1146, 1147). Allein der Umstand, dass der Berufungskläger es trotz Hinweises auf die Aussichtslosigkeit seiner Berufung auf eine Entscheidung ankommen lässt, ist aber kein hinreichender Grund, ihn durch eine Kostenquotelung zu Lasten des Anschlussberufungsklägers im Beschluss nach § 522 Abs. 2 ZPO besser zu stellen als im Fall der Berufungsrücknahme. Die Entscheidung des Großen Senates des BGH zur Kostenverteilung im Fall der Nichtannahme der Hauptrevision nach § 554 ZPO a.F. (BGH NJW 1981, 1790), die zur Begründung der gegenteiligen Auffassung u.a. angeführt wird (vgl. OLG Stuttgart NJW 2009, 863, 864), steht der vorliegend eingeschlagenen Verfahrensweise aus den Gründen der Entscheidung des OLG Hamm vom 11. Januar 2011 (– I - 7 U 40/10 – bei juris), auf die der Senat Bezug nimmt, nicht entgegen (wie hier auch: OLG Frankfurt Beschl. v. 15.10.2010 – 13 U 109/08 -).
Zitiert von
Bislang zitiert keine andere Entscheidung dieses Urteil.
Referenzen
- 8 O 75/10 1x (nicht zugeordnet)
- ZPO § 522 Zulässigkeitsprüfung; Zurückweisungsbeschluss 5x
- ZPO § 97 Rechtsmittelkosten 1x
- ZPO § 524 Anschlussberufung 1x
- NJW-RR 2006, 1147, 1148 1x (nicht zugeordnet)
- NJW-RR 2006, 1146, 1147 1x (nicht zugeordnet)
- ZPO § 554 Anschlussrevision 1x
- NJW 1981, 1790 1x (nicht zugeordnet)
- NJW 2009, 863, 864 1x (nicht zugeordnet)
- 7 U 40/10 1x (nicht zugeordnet)
- 13 U 109/08 1x (nicht zugeordnet)