BGB § 723 Kündigung durch Gesellschafter

Bürgerliches Gesetzbuch

(1) Ist die Gesellschaft nicht für eine bestimmte Zeit eingegangen, so kann jeder Gesellschafter sie jederzeit kündigen. Ist eine Zeitdauer bestimmt, so ist die Kündigung vor dem Ablauf der Zeit zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor,

1.
wenn ein anderer Gesellschafter eine ihm nach dem Gesellschaftsvertrag obliegende wesentliche Verpflichtung vorsätzlich oder aus grober Fahrlässigkeit verletzt hat oder wenn die Erfüllung einer solchen Verpflichtung unmöglich wird,
2.
wenn der Gesellschafter das 18. Lebensjahr vollendet hat.
Der volljährig Gewordene kann die Kündigung nach Nummer 2 nur binnen drei Monaten von dem Zeitpunkt an erklären, in welchem er von seiner Gesellschafterstellung Kenntnis hatte oder haben musste. Das Kündigungsrecht besteht nicht, wenn der Gesellschafter bezüglich des Gegenstands der Gesellschaft zum selbständigen Betrieb eines Erwerbsgeschäfts gemäß § 112 ermächtigt war oder der Zweck der Gesellschaft allein der Befriedigung seiner persönlichen Bedürfnisse diente. Unter den gleichen Voraussetzungen ist, wenn eine Kündigungsfrist bestimmt ist, die Kündigung ohne Einhaltung der Frist zulässig.

(2) Die Kündigung darf nicht zur Unzeit geschehen, es sei denn, dass ein wichtiger Grund für die unzeitige Kündigung vorliegt. Kündigt ein Gesellschafter ohne solchen Grund zur Unzeit, so hat er den übrigen Gesellschaftern den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

(3) Eine Vereinbarung, durch welche das Kündigungsrecht ausgeschlossen oder diesen Vorschriften zuwider beschränkt wird, ist nichtig.

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Zitiert von

Urteil vom Verwaltungsgericht Lüneburg (6. Kammer) - 6 A 536/16
22. November 2018
6 A 536/16 22. November 2018
Urteil vom Bundesgerichtshof (2. Zivilsenat) - II ZR 57/16
6. November 2018
II ZR 57/16 6. November 2018
Urteil vom Bundesgerichtshof (1. Zivilsenat) - I ZR 6/16
18. Oktober 2017
I ZR 6/16 18. Oktober 2017
Urteil vom Landessozialgericht Sachsen-Anhalt (3. Senat) - L 3 R 6/16
13. Juli 2017
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Urteil vom Bundesgerichtshof (12. Zivilsenat) - XII ZR 147/14
11. Mai 2016
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Urteil vom Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (12. Senat) - L 12 R 193/12
19. November 2015
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Urteil vom Bundessozialgericht (12. Senat) - B 12 KR 13/14 R
11. November 2015
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Urteil vom Oberlandesgericht Naumburg - 12 U 1/15
26. Mai 2015
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Urteil vom Bundesgerichtshof (2. Zivilsenat) - II ZR 335/13
3. Februar 2015
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Urteil vom Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (5. Kammer) - 5 Sa 110/14
21. August 2014
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