BGB § 844 Ersatzansprüche Dritter bei Tötung

Bürgerliches Gesetzbuch

(1) Im Falle der Tötung hat der Ersatzpflichtige die Kosten der Beerdigung demjenigen zu ersetzen, welchem die Verpflichtung obliegt, diese Kosten zu tragen.

(2) Stand der Getötete zur Zeit der Verletzung zu einem Dritten in einem Verhältnis, vermöge dessen er diesem gegenüber kraft Gesetzes unterhaltspflichtig war oder unterhaltspflichtig werden konnte, und ist dem Dritten infolge der Tötung das Recht auf den Unterhalt entzogen, so hat der Ersatzpflichtige dem Dritten durch Entrichtung einer Geldrente insoweit Schadensersatz zu leisten, als der Getötete während der mutmaßlichen Dauer seines Lebens zur Gewährung des Unterhalts verpflichtet gewesen sein würde; die Vorschriften des § 843 Abs. 2 bis 4 finden entsprechende Anwendung. Die Ersatzpflicht tritt auch dann ein, wenn der Dritte zur Zeit der Verletzung gezeugt, aber noch nicht geboren war.

(3) Der Ersatzpflichtige hat dem Hinterbliebenen, der zur Zeit der Verletzung zu dem Getöteten in einem besonderen persönlichen Näheverhältnis stand, für das dem Hinterbliebenen zugefügte seelische Leid eine angemessene Entschädigung in Geld zu leisten. Ein besonderes persönliches Näheverhältnis wird vermutet, wenn der Hinterbliebene der Ehegatte, der Lebenspartner, ein Elternteil oder ein Kind des Getöteten war.

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Zitiert von

Beschluss vom Bundesgerichtshof (4. Strafsenat) - 4 StR 144/18
6. Juni 2018
4 StR 144/18 6. Juni 2018
Urteil vom Landgericht Hamburg (3. Zivilkammer) - 303 O 173/14
24. Juni 2016
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Urteil vom Bundesgerichtshof (6. Zivilsenat) - VI ZR 476/14
17. November 2015
VI ZR 476/14 17. November 2015
Urteil vom Bundesgerichtshof (6. Zivilsenat) - VI ZR 548/12
27. Januar 2015
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Urteil vom Bundesgerichtshof (6. Zivilsenat) - VI ZR 155/14
9. Dezember 2014
VI ZR 155/14 9. Dezember 2014
Urteil vom Oberlandesgericht Naumburg (2. Zivilsenat) - 2 U 39/10
5. August 2010
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Urteil vom Landgericht Stralsund (4. Zivilkammer) - 4 O 538/98
3. März 2009
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Urteil vom Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht (7. Zivilsenat) - 7 U 34/07
6. September 2007
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