Beschluss vom Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen - 6 B 1235/09
Tenor
Die Beschwerde wird zurückgewiesen.
Der Antragsteller trägt die Kosten des Beschwer-deverfahrens mit Ausnahme der außer¬gerichtlichen Kosten des Beigeladenen, der diese selbst trägt.
Der Streitwert wird auch für das Beschwerdever¬fah¬ren auf 2.500,00 EUR festgesetzt.
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G r ü n d e :
2Die Beschwerde des Antragstellers hat keinen Erfolg.
3Aus den in der Beschwerdebegründung dargelegten Gründen, die der Senat gemäß § 146 Abs. 4 Satz 6 VwGO allein zu prüfen hat, ergibt sich nicht, dass das Verwaltungsgericht dem erstinstanzlich gestellten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung hätte stattgeben müssen.
4Das Beschwerdevorbringen gibt zunächst Anlass zur Klarstellung, dass die begehrte einstweilige Anordnung nur der Sicherung des Bewerbungsverfahrensanspruchs des Antragstellers dienen kann, mithin des im Hauptsacheverfahren zu verfolgenden Anspruchs auf eine fehlerfreie Entscheidung über seine Bewerbung um die vom Antragsgegner ausgeschriebene Stelle. Für den Erlass einer dahingehenden einstweiligen Anordnung fehlt es, wie das Verwaltungsgericht zutreffend ausgeführt hat, an der erforderlichen Glaubhaftmachung eines Anordnungsanspruchs (vgl. §§ 123 Abs. 1 und 3 VwGO, §§ 920 Abs. 2, 294 ZPO).
5Der Antragsteller kann sich schon deshalb nicht mit Erfolg darauf berufen, dass sein Bewerbungsverfahrensanspruch keine (hinreichende) Beachtung gefunden habe, weil der Bewerberkreis für die streitbefangene Stelle in rechtlich nicht zu beanstandender Weise auf Beamte beschränkt ist, denen im Wege der Beförderung - gegebenenfalls nach einer Erprobungszeit - das Statusamt eines Studiendirektors übertragen werden kann, und er als Studienrat wegen des Verbots der Sprungbeförderung (vgl. § 20 Abs. 4 LBG NRW n.F. in Verbindung mit § 10 Abs. 1 Satz 1 und 2 LVO NRW) nicht zu diesem Kreis zählt.
6Die Beschränkung des Bewerberkreises im vorgenannten Sinne ist der maßgeblichen Ausschreibung im Schulblatt Nr. 11/2008 klar zu entnehmen. Sie bezieht sich auf die Stelle eines "Studiendirektors als Fachleiter zur Koordinierung schulfachlicher Aufgaben". Dem künftigen Stelleninhaber soll also dieses, in der Anlage I zum BBesG genannte Statusamt der Besoldungsgruppe A 15 übertragen werden. Der Ausschreibungstext enthält im Weiteren den Hinweis, § 25 Abs. 6 LBG NRW (a.F.) finde Anwendung. Die Vorschrift trifft ausschließlich Regelungen zur Beförderung. Ihre Anwendung setzt mithin voraus, dass es sich bei dem ausgeschriebenen Amt um ein Beförderungsamt und nicht nur um einen bloß höher bewerteten Dienstposten handelt.
7Dem weiteren Beschwerdevorbringen, das ausschließlich eine hier gar nicht in Frage stehende Dienstpostenübertragung zum Gegenstand hat, ist vor diesem Hintergrund nicht nachzugehen. Insbesondere kommt es nicht auf die Frage an, ob der Antragsteller, wie er anführt, den Anforderungen der Funktionsstelle in besonderer Weise gerecht würde.
8Die Kostenentscheidung folgt aus §§ 154 Abs. 2, 162 Abs. 3 VwGO.
9Die Streitwertfestsetzung beruht auf den §§ 53 Abs. 3 Nr. 1, 52 Abs. 1 GKG, wobei der sich daraus ergebende Wert im Hinblick auf den vorläufigen Charakter der begehrten Entscheidung zu halbieren ist.
10Der Beschluss ist unanfechtbar (§ 152 Abs. 1 VwGO, §§ 68 Abs. 1 Satz 5, 66 Abs. 3 Satz 3 GKG).
Zitiert von
Bislang zitiert keine andere Entscheidung dieses Urteil.
Referenzen
- VwGO § 146 1x
- VwGO § 123 1x
- ZPO § 920 Arrestgesuch 1x
- ZPO § 294 Glaubhaftmachung 1x
- § 20 Abs. 4 LBG NRW 1x (nicht zugeordnet)
- § 10 Abs. 1 Satz 1 und 2 LVO 1x (nicht zugeordnet)
- § 25 Abs. 6 LBG NRW 1x (nicht zugeordnet)
- VwGO § 154 1x
- VwGO § 162 1x
- GKG 2004 § 53 Einstweiliger Rechtsschutz und Verfahren nach § 148 Absatz 1 und 2 des Aktiengesetzes 1x
- GKG 2004 § 52 Verfahren vor Gerichten der Verwaltungs-, Finanz- und Sozialgerichtsbarkeit 1x
- VwGO § 152 1x
- GKG 2004 § 68 Beschwerde gegen die Festsetzung des Streitwerts 1x
- GKG 2004 § 66 Erinnerung gegen den Kostenansatz, Beschwerde 1x