| |
|
| |
Die im Jahr 1944 geborene Klägerin erhält als Witwe eines am 27.06.2003 verstorbenen Beamten des Beklagten Versorgungsbezüge, die das Landes-amt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg (im Folgenden: Landesamt) mit Bescheid vom 12.08.2003 festsetzte und mit Bescheid vom 13.08.2003 kürzte. Unter dem 15.02.2004 erging eine Änderungsmitteilung des Landesamts zur Anwendung des § 53 BeamtVG.
|
|
| |
Die Klägerin hatte seit 06.07.1987 in einem Arbeitsverhältnis gestanden, das für die Zeit vom 01.10.2001 bis 31.12.2004 in ein Altersteilzeit-arbeitsverhältnis umgewandelt wurde. Im Dezember 2004 erhielt sie eine Abfindung in Höhe von 11.043,90 EUR (21.600,-- DM = 450,-- DM x 48 Monate) für den Verlust des Arbeitsplatzes nach Beendigung der Altersteilzeit, was dem Landesamt seitens des Arbeitgebers mit Schreiben vom 22.02.2005 mitgeteilt wurde.
|
|
| |
Mit Schreiben vom 26.04.2005 hörte das Landesamt die Klägerin zu einer Überzahlung der Versorgungsbezüge (entsprechend der beigefügten Berechnung) in Höhe von 11.223,17 EUR an. Im Februar 2005 und von April bis Oktober 2005 wurde ein Teilbetrag in Höhe von insgesamt 2.550,-- EUR (1 x 450,-- EUR und 7 x 300,-- EUR) von den Versorgungsbezügen der Klägerin einbehalten (vgl. die jeweiligen Gehaltsmitteilungen).
|
|
| |
Mit Schreiben vom 22.05.2005 wandte sich die Klägerin gegen die Berechnung des Überzahlungsbetrags sowie die Kürzung der Versorgungsbezüge und machte geltend, dass die Abfindung nicht auf 12, sondern auf 48 Monate zu verteilen sei, und zwar für den Zeitraum vom 01.01.2005 bis 31.12.2008, da durch die Zahlung der Verlust ihres Arbeitsplatzes teilweise kompensiert worden sei.
|
|
| |
Mit Bescheid vom 05.09.2005 erließ das Landesamt eine „Regelung der Versorgungsbezüge“, wonach die an die Klägerin Ende 2004 von der Firma W. gewährte Abfindung in Höhe von 11.043,90 EUR in vollem Umfang Erwerbseinkommen im Sinne des § 53 Abs. 7 BeamtVG darstellt (Nr. 1), der Betrag dem Jahr 2004 zuzuordnen ist, und zwar in der Weise, dass er durch zwölf zu teilen und der Teilbetrag dann jeweils den Monaten Januar bis Dezember 2004 als Erwerbseinkommen zuzuordnen ist (Nr. 2), und die Versorgungsbezüge der Klägerin für die Zeit von Januar bis Dezember 2004 nach § 53 BeamtVG entsprechend zu regeln sind (Nr. 3).
|
|
| |
Den dagegen erhobenen Widerspruch der Klägerin wies das Landesamt mit Widerspruchsbescheid vom 11.04.2007 zurück; hiergegen erhob die Klägerin keine Klage.
|
|
| |
Mit Schreiben vom 23.02.2009 erklärte das Landesamt gegenüber der Klägerin zur Erfüllung des Rückforderungsanspruchs in Höhe des infolge der Überzahlung noch offenen Restbetrags von 8.750,76 EUR die Aufrechnung gegen den Anspruch auf Auszahlung von Versorgungsbezügen „im gesetzlich zulässigen Umfang“, wobei die Aufrechnung durch Einbehaltung an den Versorgungsbezügen durchgeführt werde, „soweit diese pfändbar wären und deshalb aufrechenbar sind“; durch diese rechtsgeschäftliche Erklärung gelte der Anspruch auf Versorgungsbezüge im genannten Umfang als zum Zeitpunkt erloschen, in dem die Aufrechnungsmöglichkeit gegeben gewesen sei; die Aufrechnung werde dergestalt vollzogen, dass der Überzahlungsbetrag in monatlichen Teilbeträgen von jeweils 300,-- EUR beginnend ab April 2009 mit den Versorgungsbezügen verrechnet werde.
|
|
| |
Mit Schreiben vom 09.03.2009 wandte sich die Klägerin gegen die Aufrechnung und erhob die Einrede der Verjährung.
|
|
| |
Hierauf erließ das Landesamt folgenden Bescheid vom 17.03.2009:
|
|
| |
„1. Ihr o.g. Schreiben vom 09.03.2009 wird als Antrag auf Auszahlung von ungekürzten, d.h. nicht um im Rahmen der Aufrechnung durch monatliche ratenweise Einbehaltung der bestehenden Überzahlung verminderten Bezügen betrachtet. Der Antrag wird abgelehnt.
|
|
| |
2. Der Rückforderungsanspruch des Landes in Höhe von 8.750,76 EUR besteht. Eine von Ihnen geltend gemachte Verjährung ist nicht eingetreten.“
|
|
| |
Mit ihrem hiergegen eingelegten Widerspruch machte die Klägerin geltend: Die lange Bearbeitungsdauer des Widerspruchs gegen den Bescheid vom 05.09.2005 könne der Behörde nicht zugutekommen. Eine Hemmung der Verjährung sei deshalb nicht für den gesamten Zeitraum bis zum Erlass des Widerspruchsbescheids vom 11.04.2007 anzunehmen, was gegen § 242 BGB verstieße. Sie habe im Vertrauen darauf, dass eine Rückforderung nicht erfolgen werde, ihre finanziellen Dispositionen getroffen und das ihr verfügbare monatliche Einkommen ausgegeben, so dass sie insofern entreichert sei.
|
|
| |
Mit Widerspruchsbescheid vom 16.04.2009 wies das Landesamt den Widerspruch zurück.
|
|
| |
Am 19.05.2009 hat die Klägerin beim Verwaltungsgericht Stuttgart Klage erhoben mit dem (für sachdienlich erachteten) Antrag, den Bescheid des Landesamts vom 17.03.2009 und dessen Widerspruchsbescheid vom 16.04.2009 aufzuheben und den Beklagten zu verurteilen, ihr nicht durch monatliche ratenweise Einbehaltung der bestehenden Überzahlung verminderte Versorgungsbezüge zu bezahlen. Sie hat geltend gemacht, dass die Abfindung kein Arbeitseinkommen darstelle, sondern als Ausgleich des durch die vorzeitige Inanspruchnahme der gesetzlichen Rente hinzunehmenden Rentenabschlags zu bewerten sei und dass das Landesamt auch keine ausreichende Billigkeitsentscheidung getroffen habe.
|
|
| |
Mit Urteil vom 25.09.2009 hat das Verwaltungsgericht Nr. 2 des Bescheids des Landesamts vom 17.03.2009 in der Fassung des Widerspruchsbescheids vom 16.04.2009 aufgehoben und die Klage im Übrigen abgewiesen. In den Gründen heißt es im Wesentlichen: Zwar sei es zulässig gewesen, Nr. 2 des Bescheids des Landesamts vom 17.03.2009 als feststellenden Verwaltungsakt zu erlassen. Die Voraussetzungen für den festgestellten Rückzahlungsanspruch könnten aber nicht anders sein als die Voraussetzungen für den Erlass eines Rückforderungsbescheids. Maßstab für die Überprüfung des Rückzahlungsanspruchs seien die Regelungen des § 52 Abs. 2 BeamtVG. Es habe eine Überzahlung von Versorgungsbezügen vorgelegen. Das Landesamt habe mit Bescheid vom 05.09.2005 bestandskräftig festgestellt, dass die der Klägerin gewährte Abfindung in Höhe von 11.043,90 EUR in vollem Umfang Erwerbseinkommen im Sinne des § 53 Abs. 7 BeamtVG darstelle, dass dieser Betrag dem Jahr 2004 zuzuordnen sei, und zwar in der Weise, dass er durch zwölf zu teilen und der Teilbetrag jeweils den Monaten Januar bis Dezember 2004 als Erwerbseinkommen zuzuordnen sei, und dass die Versorgungsbezüge der Klägerin für die Zeit von Januar bis Dezember 2004 nach § 53 BeamtVG entsprechend zu regeln seien. Auf die Bestandskraft dieses Bescheids habe sich der Beklagte berufen, so dass die hiergegen wieder erhobenen Einwendungen der Klägerin unbeachtlich seien. Bei Anwendung dieser Vorgaben im Rahmen des § 53 BeamtVG habe die Klägerin im Jahr 2004 Versorgungsbezüge in Höhe von 11.223,17 EUR erhalten, die ihr nicht zugestanden hätten. Auf Entreicherung könne sich die Klägerin nicht berufen, da sie der verschärften Haftung nach § 52 Abs. 2 Satz 1 BeamtVG i.V.m. §§ 820 Abs. 1 Satz 2, 818 Abs. 4 BGB unterliege. Die Festsetzung und Auszahlung von Versorgungsbezügen stehe nämlich unter dem gesetzesimmanenten Vorbehalt der Anwendung von Ruhens- und Anrechnungsvorschriften, zu denen auch § 53 BeamtVG gehöre. Das Landesamt habe auch eine nicht zu beanstandende Billigkeitsentscheidung im Sinne von § 52 Abs. 2 Satz 3 BeamtVG getroffen, die auch dann erforderlich sei, wenn die Rückforderung im Wege der Aufrechnung erfolge. Die Billigkeitsentscheidung sei vorliegend darin zu sehen, dass eine Aufrechnung in Höhe von monatlich 300,-- EUR erfolgen solle, was der Gewährung von Ratenzahlungen vergleichbar sei. Gegenüber der Rückforderung könne sich die Klägerin jedoch mit Erfolg auf Verjährung berufen, soweit es noch um 8.750,76 EUR gehe, die Gegenstand der Regelung im Bescheid des Landesamts vom 17.03.2009 seien. Ansprüche auf Rückzahlung von Versorgungsbezügen unterlägen der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren nach § 195 BGB. Der Anspruch des Beklagten auf Rückzahlung von Versorgungsbezügen in der jetzt bestehenden Form - d.h. unter Berücksichtigung der Regelungen im Bescheid des Landesamts vom 05.09.2005 - sei spätestens mit Zugang dieses Bescheids an die Klägerin am 07.09.2005 entstanden. Der Beginn der Verjährung setze grundsätzlich nur die Kenntnis der den Anspruch begründenden Tatsachen voraus und sei vorliegend auch nicht hinausgeschoben worden. Damit habe die Verjährungsfrist am 01.01.2006 zu laufen begonnen und am 31.12.2008 geendet. Eine Hemmung der Verjährung sei nicht eingetreten. Insbesondere habe die Einlegung des Widerspruchs gegen den Bescheid des Landesamts vom 05.09.2005 nicht zu einer Hemmung der Verjährung nach § 204 Nr. 12 BGB geführt. Die Verjährung sei auch nicht nach § 53 Abs. 1 LVwVfG gehemmt worden, da der Bescheid des Landesamts vom 05.09.2005 keinen Verwaltungsakt darstelle, der zur Feststellung oder Durchsetzung des Rückzahlungsanspruchs erlassen worden sei; er habe (nur) Vorfragen geregelt, nämlich die Grundlagen für eine Berechnung der Überzahlung, aber keine Schlussfolgerungen aus einer daraus berechneten Überzahlung gezogen. Damit sei der Rückzahlungsanspruch zum Zeitpunkt der Geltendmachung durch den Bescheid des Landes-amts vom 17.03.2009 verjährt gewesen. - Dagegen sei die Klage unbegründet, soweit die Klägerin eine ungekürzte (nicht durch monatliche ratenweise Einbehaltung der bestehenden Überzahlung verminderte) Auszahlung ihrer Versorgungsbezüge begehre. Das Landesamt habe mit Schreiben vom 23.02.2009 an die Klägerin den Rückzahlungsanspruch des Beklagten wegen Anrechnung von Erwerbseinkommen gegen den Anspruch der Klägerin auf Versorgungsbezüge in Höhe von monatlich 300,-- EUR aufgerechnet. Darin liege eine Erklärung der Aufrechnung im Sinne von § 388 BGB. Die Voraussetzungen hierfür nach § 387 BGB seien erfüllt gewesen; Gegenseitigkeit und Gleichartigkeit der Leistungen seien offenkundig gegeben; sowohl der Anspruch des Beklagten auf Rückzahlung als auch der Anspruch der Klägerin auf Zahlung bezögen sich auf Versorgungsbezüge. Das Landesamt habe auch gegen künftig fällig werdende Versorgungsbezüge der Klägerin aufrechnen können. Die in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ausgesprochene Begrenzung der Zulässigkeit von Aufrechnungen gegen künftige Ruhegehaltsraten auf einen Zeitraum von sechs Monaten gelte ausdrücklich nur für vertragliches Ruhegeld. Auch in der Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz sei die Aufrechnung gegenüber noch nicht fälligen Ansprüchen auf Versorgungsbezüge als zulässig erachtet worden, obwohl dort eher von einer zeitlichen Beschränkung ausgegangen werde. Der Erlass eines Rückforderungsbescheids sei für das Bestehen des Rückzahlungsanspruchs nicht erforderlich. Das Landesamt habe auch § 394 BGB berücksichtigt, wonach eine Aufrechnung gegen eine Forderung, die der Pfändung nicht unterworfen sei, nicht statthaft sei. Denn in der Aufrechnungserklärung vom 23.02.2009 werde ausdrücklich ausgeführt, dass die Aufrechnung durch Einbehaltung an Versorgungsbezügen durchgeführt werde, soweit diese pfändbar wären. Die Aufrechnung sei zulässig gewesen, obwohl der Rückzahlungsanspruch bei Abgabe der Aufrechnungserklärung schon verjährt gewesen sei. Trotz der Verjährung stehe § 390 BGB der Aufrechnung nicht entgegen. Denn nach § 215 BGB schließe die Verjährung die Aufrechnung nicht aus, wenn der Anspruch in dem Zeitpunkt noch nicht verjährt gewesen sei, in dem erstmals aufgerechnet habe werden können. Diese Voraussetzungen hätten im Fall der Klägerin vorgelegen. Deren Anspruch auf Versorgungsbezüge habe ab 01.07.2003 bestanden, der Anspruch des Beklagten auf Rückzahlung von Versorgungsbezügen in der jetzt bestehenden Form - d.h. unter Berücksichtigung der Regelungen im Bescheid des Landesamts vom 05.09.2005 - wie dargelegt (spätestens) am 07.09.2005. Damit habe mit dem Rückzahlungsanspruch in der jetzt bestehenden Form jedenfalls am 07.09.2005 aufgerechnet werden können. Zu diesem Zeitpunkt sei der Rückzahlungsanspruch noch nicht verjährt gewesen. Deshalb könne auch offen bleiben, ob ein Rückzahlungsanspruch des Beklagten nicht schon im Zeitpunkt der Auszahlung der Abfindung an die Klägerin bestanden habe und fällig gewesen sei.
|
|
| |
Gegen das am 08.10.2009 zugestellte Urteil hat die Klägerin am 06.11.2009 die vom Verwaltungsgericht zugelassene Berufung eingelegt, zu deren Begründung sie - innerhalb der auf Antrag verlängerten Begründungsfrist - vorträgt: Zwar habe das Verwaltungsgericht zutreffend erkannt, dass der Rückzahlungsanspruch des Beklagten in Höhe von 8.750,76 EUR verjährt sei. Seinen Ausführungen zur Billigkeitsentscheidung des Beklagten, dass eine Aufrechnung in Höhe von 300,-- EUR monatlich auf völlig unbegrenzte Zeit nicht zu beanstanden sei, könne jedoch nicht gefolgt werden. Wenn dem Beklagten eingeräumt werde, den Betrag von 8.750,76 EUR in monatlichen Teilbeträgen von 300,-- EUR einzubehalten, indem die Aufrechnung erklärt werde, ergäbe dies eine Kürzung ihrer Versorgungsbezüge für einen Zeitraum von rund 30 Monaten. Dies könne nicht richtig sein. In dem vom Verwaltungsgericht in Bezug genommenen Urteil habe der Bundesgerichtshof unter Hinweis auf Vorauszahlungen bei Rentenansprüchen und Leibrenten bis zu drei Monaten und bei gesetzlichen Unterhaltsansprüchen bis zu einem Monat eine Aufrechnung gegen den (vertraglichen) Ruhegehaltsanspruch mit einer verjährten Forderung für einen Zeitraum von höchstens sechs Monaten für angemessen gehalten. Gründe dafür, dass hier ein längerer Zeitraum anzunehmen sei, ließen sich den einschlägigen Gesetzen nicht entnehmen. Auch das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz gehe davon aus, dass der frühere Dienstherr mit Gegenforderungen gegenüber noch nicht fälligen Ruhegehaltsansprüchen nur zeitlich befristet aufrechnen dürfe (im dortigen Fall gebilligt für den unmittelbar bevorstehenden Monat und zu einem geringen Rest für den Folgemonat). Insofern sei beiden Entscheidungen zu entnehmen, dass eine unbefristete Aufrechnung über Jahre hinaus gegen noch nicht fällige Versorgungsbezüge nicht zulässig sei. Aus Gründen der Rechtssicherheit und der Einheitlichkeit sei deshalb grundsätzlich festzustellen, für welchen Zeitraum gegenüber noch nicht fälligen zukünftigen Versorgungsbezügen aufgerechnet werden könne. Dies sei abschließend zu entscheiden, wobei auch die Frage zu klären sei, ob im Rahmen der Aufrechnung bis zur Pfändungsfreigrenze nur die Versorgungsbezüge der Klägerin heranzuziehen seien oder darüber hinaus - wie es der Beklagte beabsichtige - eine Zusammenrechnung der Versorgungsbezüge mit ihrer eigenen Altersrente zur Bestimmung des pfändbaren Anteils vorzunehmen sei. Dem Beklagten stehe kein vollstreckbarer Titel zur Verfügung und deshalb sei auch eine Pfändung anderer Einkünfte nicht möglich. Die Aufrechnung könne nur im Gegenseitigkeitsverhältnis erfolgen und erfasse deshalb nur die vom Beklagten zukünftig zu zahlenden monatlichen Versorgungsbezüge. Nur diese seien dann zur Ermittlung der Höhe des pfändbaren Anteils heranzuziehen.
|
|
| |
Die Klägerin beantragt (sachdienlich),
|
|
| |
das Urteil des Verwaltungsgerichts Stuttgart vom 25. September 2009 - 12 K 1925/09 - zu ändern und den Beklagten unter Aufhebung auch von Nr. 1 des Bescheids des Landesamts für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg vom 17.03.2009 und dessen Widerspruchsbescheids vom 16.04.2009 zu verurteilen, ihr nicht durch monatliche ratenweise Einbehaltung der bestehenden Überzahlung verminderte Versorgungsbezüge zu zahlen.
|
|
|
|
| |
die Berufung zurückzuweisen.
|
|
| |
Er trägt vor: Das Verwaltungsgericht habe richtigerweise festgestellt, dass er auch gegen künftig fällig werdende Versorgungsbezüge der Klägerin aufrechnen habe können. Die in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ausgesprochene Beschränkung der Zulässigkeit von Aufrechnungen gegen künftige Ruhegehaltsraten auf einen Zeitraum von sechs Monaten finde ausdrücklich nur für vertragliches Ruhegeld Anwendung. Bestätigt werde die Auffassung des Verwaltungsgerichts durch die Rechtsprechung des Oberverwaltungsgerichts Rheinland-Pfalz, wonach die Aufrechnung gegenüber noch nicht fälligen Ansprüchen auf Versorgungsbezüge als zulässig erachtet worden sei; eine Entscheidung über eine zeitliche Begrenzung sei darin nicht getroffen worden, so dass die bestehende Rechtsprechung der zutreffenden Beurteilung dieser Frage durch das Verwaltungsgericht nicht entgegenstehe. Einer grundsätzlichen Feststellung, für welchen genauen Zeitraum gegenüber zukünftigen Versorgungsbezügen aufgerechnet werden könne, bedürfe es nicht. Hinsichtlich der Höhe der monatlich aufzurechnenden Beträge habe das Verwaltungsgericht zu Recht erkannt, dass er in seiner Aufrechnungserklärung vom 23.02.2009, den Rückzahlungsanspruch gegen den Anspruch der Klägerin auf Versorgungsbezüge in Höhe von monatlich 300,-- EUR aufzurechnen, die Regelung des § 394 BGB berücksichtigt habe. Darin werde ausdrücklich erklärt, die Aufrechnung werde durch Einbehaltung an den Versorgungsbezügen durchgeführt, soweit diese pfändbar seien. Insoweit habe auch keine Veranlassung für das Verwaltungsgericht zu weiteren Ausführungen zur Höhe der monatlichen aufzurechnenden Beträge bestanden. Im Übrigen seien nicht nur die monatlichen Versorgungsbezüge der Klägerin zur Ermittlung der Höhe des pfändbaren Anteils heranzuziehen. Der zu beachtende pfändungsfreie Grundbetrag regele sich nach § 850c ZPO. Die Versorgungsbezüge und die Altersrente der Klägerin stellten Arbeitseinkommen im Sinne der §§ 850 ff. ZPO dar. Für die Anwendung des Aufrechnungsverbots nach § 394 BGB i.V.m. § 850c ZPO seien sie als Einheit anzusehen und der Klägerin nicht zweimal die volle Pfändungsfreigrenze einzuräumen. Eine gesonderte Betrachtungsweise entspreche nicht der gesetzgeberischen Absicht des in § 850c ZPO geregelten Umfangs der Unpfändbarkeit.
|
|
| |
Dem Senat liegen die einschlägigen Akten des Beklagten vor. Hierauf sowie auf die Gerichtsakten des erstinstanzlichen Verfahrens und des Berufungsverfahrens wird wegen der weiteren Einzelheiten des Sachverhalts und des Vorbringens der Beteiligten Bezug genommen.
|
|