Warnung: Dieser Gesetzestext ist möglicherweise veraltet, da der Inhalt nicht aktiv gepflegt wird. Bitte prüfen Sie die offiziellen Quellen.

StGB § 127 Betreiben krimineller Handelsplattformen im Internet

Strafgesetzbuch

(1) Wer eine Handelsplattform im Internet betreibt, deren Zweck darauf ausgerichtet ist, die Begehung von rechtswidrigen Taten zu ermöglichen oder zu fördern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe bedroht ist. Rechtswidrige Taten im Sinne des Satzes 1 sind

1.
Verbrechen,
2.
Vergehen nach
a)
den §§ 86, 86a, 91, 130, 147 und 148 Absatz 1 Nummer 3, den §§ 149, 152a und 176a Absatz 2, § 176b Absatz 2, § 180 Absatz 2, § 184b Absatz 1, § 184c Absatz 1, § 184l Absatz 1 und 3, den §§ 202a, 202b, 202c, 202d, 232 und 232a Absatz 1, 2, 5 und 6, nach § 232b Absatz 1, 2 und 4 in Verbindung mit § 232a Absatz 5, nach den §§ 233, 233a, 236, 259 und 260, nach § 261 Absatz 1 und 2 unter den in § 261 Absatz 5 Satz 2 genannten Voraussetzungen sowie nach den §§ 263, 263a, 267, 269, 275, 276, 303a und 303b,
b)
§ 4 Absatz 1 bis 3 des Anti-Doping-Gesetzes,
c)
§ 29 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, auch in Verbindung mit Absatz 6, sowie Absatz 2 und 3 des Betäubungsmittelgesetzes,
d)
§ 19 Absatz 1 bis 3 des Grundstoffüberwachungsgesetzes,
e)
§ 4 Absatz 1 und 2 des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes,
f)
§ 95 Absatz 1 bis 3 des Arzneimittelgesetzes,
g)
§ 52 Absatz 1 Nummer 1 und 2 Buchstabe b und c, Absatz 2 und 3 Nummer 1 und 7 sowie Absatz 5 und 6 des Waffengesetzes,
h)
§ 40 Absatz 1 bis 3 des Sprengstoffgesetzes,
i)
§ 13 des Ausgangsstoffgesetzes,
j)
§ 83 Absatz 1 Nummer 4 und 5 sowie Absatz 4 des Kulturgutschutzgesetzes,
k)
den §§ 143 und 144 des Markengesetzes sowie
l)
den §§ 51 und 65 des Designgesetzes.

(2) Handelsplattform im Internet im Sinne dieser Vorschrift ist jede virtuelle Infrastruktur im frei zugänglichen wie im durch technische Vorkehrungen zugangsbeschränkten Bereich des Internets, die Gelegenheit bietet, Menschen, Waren, Dienstleistungen oder Inhalte (§ 11 Absatz 3) anzubieten oder auszutauschen.

(3) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer im Fall des Absatzes 1 gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung solcher Taten verbunden hat.

(4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren wird bestraft, wer bei der Begehung einer Tat nach Absatz 1 beabsichtigt oder weiß, dass die Handelsplattform im Internet den Zweck hat, Verbrechen zu ermöglichen oder zu fördern.

Referenzen

Zitiert von

Beschluss vom Bundesgerichtshof - 3 StR 85/25
19. August 2025
3 StR 85/25 19. August 2025
Urteil vom Landgericht Bamberg - 45 KLs 640 Js 3283/22
15. Dezember 2023
45 KLs 640 Js 3283/22 15. Dezember 2023
Beschluss vom Bundesgerichtshof - 6 StR 449/23
14. November 2023
6 StR 449/23 14. November 2023
Urteil vom Bundesgerichtshof - 3 StR 306/22
12. September 2023
3 StR 306/22 12. September 2023
Urteil vom Verwaltungsgericht Stuttgart - 5 K 1433/20
12. Mai 2022
5 K 1433/20 12. Mai 2022
Urteil vom Bundesgerichtshof - 3 StR 21/21
2. Juni 2021
3 StR 21/21 2. Juni 2021
Beschluss vom Bundesgerichtshof - 3 StR 10/20
25. März 2021
3 StR 10/20 25. März 2021
Urteil vom Bundesgerichtshof (3. Strafsenat) - 3 StR 585/17
14. Juni 2018
3 StR 585/17 14. Juni 2018
Beschluss vom Hanseatisches Oberlandesgericht (1. Strafsenat) - 1 Ws 73/17
21. Juli 2017
1 Ws 73/17 21. Juli 2017
Urteil vom Verwaltungsgericht Karlsruhe - 3 K 141/16
12. Januar 2017
3 K 141/16 12. Januar 2017